Dax tritt kräftig auf die Bremse
Nach dem jüngsten Kursfeuerwerk haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt überwiegend Vorsicht walten lassen. Noch ist unklar, ob der von den Investoren lang ersehnte Friedensdeal im Nahen Osten tatsächlich bald verkündet wird. Der Dax, der am Mittwoch gut zwei Prozent zugelegt hatte, trat den Rückzug an und verlor 1,0 Prozent auf 24.664 Punkte. Der EuroStoxx50 notierte 0,7 Prozent tiefer bei 5982 Stellen. "Die Anleger erwarten nun Taten statt Worte und damit belastbare Fortschritte statt weiterer Ankündigungen", sagte Timo Emden von Emden Research. Die Nervosität dürfte hoch bleiben, solange die Gefahr neuer Eskalationen bestehe.
Investoren hoffen, dass im Zuge der Verhandlungen auch die für den Öltransport wichtige Wasserstraße von Hormus wieder passierbar wird, die vom Iran blockiert wird. Dem Bericht der saudi-arabischen Nachrichtenagentur Al Arabiya zufolge ist eine Einigung erzielt worden, die US-Blockade iranischer Häfen im Gegenzug für eine schrittweise Wiederöffnung der Straße von Hormus zu lockern.
Henkel gewannen im Dax 4,3 Prozent. Der Konsumgüterkonzern hat trotz der schlechten Kauflaune der Verbraucher seinen Umsatz organisch leicht gesteigert. Auf der Verliererseite fanden sich Siemens Healthineers mit einem Abschlag von 4,7 Prozent wieder. Der Medizintechnik-Konzern kappte wegen der Diagnostik-Sparte seine Umsatz- und Gewinnerwartungen für das laufende Geschäftsjahr.
Im MDax punktete der Motorenbauer Deutz mit seinem Einsparprogramm und meldete für das erste Quartal Zuwächse bei Umsatz und Gewinn. Die Aktien gewannen 4,7 Prozent. Bei Lanxess hinterließen eine schwache Nachfrage, anhaltender Preisdruck aus Asien und ungünstige Wechselkurse tiefe Spuren. Der Kölner Spezialchemiekonzern musste im ersten Quartal einen Ergebniseinbruch verdauen, die Aktien verbilligten sich um 5,6 Prozent.
Polestar weitet Verlust aus
Der hochverschuldete schwedische Elektro-Autobauer Polestar hat im ersten Quartal wegen der US-Zölle und des anhaltenden Preisdrucks mehr Verlust gemacht. Bei dem mehrheitlich vom chinesischen Geely-Konzern kontrollierten Unternehmen, an dem auch die ebenfalls zu Geely gehörende Volvo Car beteiligt ist, lief von Januar bis März ein Fehlbetrag von 383 Millionen Dollar auf, verglichen mit 166 Millionen ein Jahr zuvor. Der Umsatz war mit 633 Millionen Dollar nahezu unverändert, wie Polestar mitteilte. Höhere Vertriebsprovisionen und Marketingkosten sowie Einmalaufwendungen für Personal hätten das Ergebnis zusätzlich belastet.
Das vom früheren Opel-Chef Michael Lohscheller geleitete Unternehmen hat sich in den vergangenen Monaten hohe Kredite von Banken und der Obergesellschaft Geely gesichert. Einen Ausblick auf das Gesamtjahr gab Lohscheller nicht.
Den digitalen Euro gibt es längst
Schnelle Transaktionen, niedrige Kosten: das sind zwei der wichtigsten Argumente für die Nutzung von Kryptowährungen. Dumm nur, wenn Bitcoin, Ethereum und Co. so unvorhersehbar im Wert schwanken. Die Lösung: sogenannte Stablecoins, die klassische Währungen wie Euro und Dollar ganz simpel Eins zu Eins abbilden. Was man über Stablecoins wissen sollte, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Stijn Vander Straeten von Crypto Finance.
"Obi-Orange": Baumärkte streiten sich vor BGH um Farbe
Der Streit dreier Baumarktketten um die Farbe Orange hat den Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe beschäftigt. Obi meldete einen bestimmten Farbton 2010 als Marke für Einzelhandelsdienstleistungen im Bereich von Bau- und Heimwerkerartikeln an. Ob die Kette das Monopol beanspruchen kann, ist allerdings fraglich - denn die Konkurrenten Hornbach und Globus gingen dagegen vor.
Mehrere von beiden Seiten vorgelegte Gutachten kamen zu unterschiedlichen Prozentzahlen bei der Zuordnung der Farbe zu Obi durch die Verbraucher. Das Bundespatentgericht entschied schließlich, dass die Marke sich nicht ausreichend durchgesetzt habe und gelöscht wird.
Wall Street leicht im Plus
Der erneute Rückgang beim Ölpreis stützt weiterhin die Wall Street. Der breit gefasste S&P-500-Index und der Index der Technologiebörse Nasdaq notierten zur Eröffnung leicht im Plus. Mit 7376,78 und 25.921,02 Punkten lagen sie zeitweise so hoch wie nie. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte kaum verändert bei 49.886 Zählern. Die USA und der Iran stehen Insidern zufolge kurz vor einer vorläufigen Vereinbarung. Ein entsprechender Rahmenentwurf sehe vor, die Angriffe dauerhaft zu stoppen, klammere die umstrittensten Themen jedoch aus.
Für Gesprächsstoff bei den Einzelwerten sorgte unter anderem Datadog mit einem Plus von fast 35 Prozent. Die Sicherheitsplattform für Cloud-Anwendungen blickt nach einem starken ersten Quartal optimistischer auf das Gesamtjahr. Unter Druck nach Geschäftszahlen unter den Markterwartungen geriet hingegen Whirlpool. Der Krieg im Iran hat dem Unternehmen zufolge zu einem rezessionsartigen Einbruch in der Branche geführt. Die Titel des für seine "KitchenAid"-Küchenmaschinen bekannten US-Hausgeräteherstellers brachen um rund 15 Prozent ein.
Continental streicht bei ContiTech Tausende Stellen
In der zum Verkauf stehenden Kunststoff- und Kautschuk-Sparte von Continental sollen weltweit 3000 Mitarbeiter gehen. In Deutschland seien von dem Stellenabbau etwa 1600 Mitarbeiter betroffen, deren Arbeitsplätze zum Teil in "Länder mit wettbewerbsfähigen Kostenstrukturen verlagert" werden sollen, teilte die Continental-Sparte ContiTech in Hannover mit. ContiTech will damit von 2028 an die Kosten um etwa 150 Millionen Euro im Jahr senken, wie das Unternehmen bereits im Herbst angekündigt hatte. Der Umfang des Stellenabbaus war bisher aber unklar. Die Sparte beschäftigt mehr als 20.000 Mitarbeiter weltweit, davon 7700 in Deutschland.
"ContiTech plant, alle Maßnahmen so sozialverträglich wie möglich zu gestalten", hieß es in der Mitteilung. Der Konzern setzt auf ein Freiwilligenprogramm, das sofort beginnen soll, sowie auf interne und externe Umschulungen. Schwerpunkte des Stellenabbaus seien die Verwaltungen in Hannover und - in geringerem Umfang - an anderen Standorten. Continental will ContiTech noch in diesem Jahr verkaufen, um sich ganz auf das Reifengeschäft zu konzentrieren.
Rheinmetall kommt TKMS in die Quere
Rheinmetall hat ein erstes Gebot für die Werft German Naval Yards Kiel (GNYK) vorgelegt und macht der Thyssenkrupp-Rüstungstochter TKMS damit Konkurrenz. Rheinmetall habe eine unverbindliche Offerte für die Werft vorgelegt, erklärte der Konzern. Bald würden Vertreter Rheinmetalls einen ersten Blick in die Bücher der Kieler Werft werfen können. Rheinmetall will im Marine-Geschäft wachsen. Zuletzt hatte der Konzern die Marine-Sparte der Lürssen-Werft (NVL) übernommen und eine milliardenschwere Marine-Sparte geschmiedet.
UniCredit plant Russland-Teilausstieg mit Milliardenverlust
Die italienische Großbank UniCredit will sich mit einem Milliardenverlust von einem Teil ihres Russland-Geschäfts trennen. Das Institut habe eine unverbindliche Vereinbarung mit einem privaten Investor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten unterzeichnet, teilte das Geldhaus mit. Ob das Geschäft tatsächlich zustande kommt, ist jedoch noch offen: Ein Abschluss werde von der UniCredit für das erste Halbjahr 2027 erwartet, stehe aber unter dem Vorbehalt bindender Verträge und behördlicher Genehmigungen. Die Transaktion würde zu einer Ertragsbelastung von 3,0 bis 3,3 Milliarden Euro führen. Eine Stellungnahme der russischen Zentralbank sowie der UniCredit-Tochter in Russland lagen zunächst nicht vor.
Im Zuge des geplanten Verkaufs soll das Russland-Geschäft aufgespalten werden. UniCredit will eine neue Einheit zur Abwicklung internationaler Zahlungen für nicht sanktionierte Firmenkunden behalten, der restliche Teil der russischen Tochter soll komplett an den Käufer aus den Emiraten übergehen .
Warsteiner trennt sich von zwei Brauereien
Drastischer Kapazitätsabbau um fast ein Drittel mit einem Kahlschlag beim Bierkonzern um Warsteiner: Die Brauerei in Herford soll im zweiten Halbjahr 2026 geschlossen werden, teilte die Haus Cramer Gruppe mit. Zudem werde für die Brauerei in Paderborn ein Käufer gesucht. Sollte ein Verkauf nicht gelingen, werde auch der Betrieb in Paderborn zum Jahresende 2026 eingestellt. Betroffen sind 98 Mitarbeiter in Herford und 113 in Paderborn. Es werde angestrebt, einen Teil der Belegschaft in Warstein zu übernehmen.
Das Familienunternehmen begründete die tiefen Einschnitte mit dem sinkenden Bierkonsum in Deutschland. Mit den jetzt veröffentlichten Maßnahmen werde die Bierproduktion der Gruppe in Nordrhein-Westfalen am Stammsitz Warstein konzentriert. Auch die dortige Lohnproduktion für Kunden werde nach Warstein verlagert. Die Biermarken Herforder und Paderborner blieben erhalten und würden künftig in Warstein hergestellt. Die Haus Cramer Gruppe verfügt zudem über drei Produktionsstandorte in Bayern, die aber nicht betroffen seien.
Henkel-Chef hält Preiserhöhungen für möglich
Henkel-Vorstandschef Carsten Knobel hat vorgewarnt, dass steigende Materialkosten direkte Auswirkungen auf die Preispolitik des Dax-Unternehmens haben könnten. "Unsere Materialpreise […] sehen wir in seiner Entwicklung jetzt im hohen einstelligen Bereich", sagte er bei ntv. Dies entspreche zusätzlichen Belastungen von "zwischen 400 und 500 Millionen", auf die Henkel mit Gegenmaßnahmen reagiere: "Wir verhandeln mit unseren Lieferanten über andere Preise. Wir bringen Preisveränderungen in den Markt […] und wir arbeiten auch an weiteren Kosteneinsparmaßnahmen."
Zugleich betonte Knobel die Unsicherheit der weiteren Entwicklung und mögliche Konsequenzen. "Die Lage […] ändert sich ständig wöchentlich.“ Eine konkrete Prognose sei derzeit nicht möglich: "Das wäre zu früh, darüber zu spekulieren." Sollte der Kostendruck jedoch anhalten, "wird es auch zu Preiserhöhungen auch auf der Konsumentenseite kommen müssen in 2026".
Atempause an der Wall Street? Arm unter Druck erwartet
Nach den Gewinnen der Vortage und immer neuen Allzeithochs sieht es für den heutigen Start an den US-Börsen nach einer Atempause aus. Daneben dürfte zunächst für Vorsicht sorgen, wie es mit den Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran weitergeht. Julius Bär warnt, dass die globale Erholungsrally einen verfrühten Optimismus im Hinblick auf den Iran-Krieg widerspiegele und nicht mit einer Lösung verwechselt werden dürfe. Die Märkte preisten Wahrscheinlichkeiten und nicht Ergebnisse ein.
Am Aktienmarkt steht weiter der Technologiesektor Vordergrund, was besonders für Aktien aus dem Chipsektor gilt. Nach den jüngsten positiven Meldungen aus der Branche und massiven Investitionsplänen für Rechenzentren, wartet nun Arm einerseits mit guten Quartalszahlen auf, andererseits aber auch mit der Nachricht, dass die Nachfrage derart steige, dass man Schwierigkeiten habe, ihr auch nachzukommen. Für die Aktie geht es darauf vorbörslich auf Nasdaq.com um sechs Prozent nach unten.
Sparsame Kunden bremsen McDonald's aus
Die Kaufzurückhaltung preisbewusster US-Kunden hat McDonald's im ersten Quartal ausgebremst und dem Burger-Riesen ein enttäuschendes Wachstum im Heimatmarkt beschert. Selbst günstige Sparmenüs konnten Kunden nicht ausreichend in die Schnellrestaurants locken, die wegen hoher Sprit- und Lebensmittelkosten auf ihr Budget achten. "Die Verbraucher achten bei jedem Dollar, den sie ausgeben, mehr auf den Preis", erklärte Konzernchef Chris Kempczinski.
Der flächenbereinigte Umsatz in den USA stieg im ersten Quartal um 3,9 Prozent. Analysten hatten jedoch mit einem Plus von 4,2 Prozent gerechnet. Weltweit stiegen die vergleichbaren Erlöse um 3,8 Prozent und verfehlten damit nur knapp die Analystenschätzungen von 3,95 Prozent – ein Ergebnis, das dennoch eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Rückgang um ein Prozent im Vorjahresquartal darstellt. Der Nettogewinn stieg um sechs Prozent auf knapp zwei Milliarden Dollar. Der Vorstand bekräftigte seine Jahresziele.
Scheidender Adidas-Aufsichtsratschef: Gulden war meine beste Tat
Der scheidende Adidas-Aufsichtsratschef Thomas Rabe hat Vorstandschef Björn Gulden ein glänzendes Zeugnis ausgestellt. Den Norweger vom Lokalrivalen Puma zu holen, "das war wahrscheinlich meine beste Tat bei Adidas", sagte Rabe, der Bertelsmann-Vorstandschef ist, auf der Hauptversammlung in der Fürther Stadthalle. "Wir haben ihn ja in Herzogenaurach, praktisch um die Ecke, gefunden." Der Sportartikelkonzern sei seit Guldens Amtsantritt kaum wiederzuerkennen. "Das Unternehmen ist sehr gut aufgestellt, und ich gehe mit einem guten Gefühl", sagte der Bertelsmann-Chef, der am Donnerstag nach sieben Jahren aus dem Aufsichtsrat ausscheidet. Rabe hatte Gulden nach dem vorzeitigen Abschied von Kasper Rorsted Ende 2022 angeheuert.
Zu Rabes Nachfolger gewählt werden soll der ägyptisch-stämmige Milliardär Nassef Sawiris, der mehr als drei Prozent der Anteile an Adidas hält und bisher Rabes Stellvertreter war. In den Aufsichtsrat einziehen soll auch Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner, der auf der Hauptversammlung nur mit einer Videobotschaft vertreten war.
Wahrscheinlichkeit für EZB-Erhöhung sinkt
Weitere Abwärtstendenzen zeigen sich auch in den längeren Terminen am Euro-Geldmarkt. Vor allem im 1-Monats-Termin werden niedrigere Sätze gestellt. Der Markt spiele die übliche Kausalkette von Entspannung um die Straße von Hormus, fallendem Ölpreis, sinkendem Inflationsdruck und daher auch weniger Druck in Richtung Zinserhöhungen, sagt ein Disponent. Entsprechend ist die Erwartung einer Erhöhung durch die Europäische Zentralbank (EZB) auf der Juni-Sitzung laut der Deutschen Bank auf unter 80 Prozent gefallen. Am Mittwoch war sie nach Händlerangaben in den Swaps praktisch voll eingepreist.
Tagesgeld: 1,87 - 2,07 (1,87 - 2,07), Wochengeld: 1,83 - 2,13 (1,83 - 2,13), 1-Monats-Geld: 1,91 - 2,16 (2,00 - 2,20), 3-Monats-Geld: 2,17 - 2,37 (2,17 - 2,37), 6-Monats-Geld: 2,19 - 2,29 (2,19 - 2,29), 12-Monats-Geld: 2,56 - 2,66 (2,60 - 2,70), Euribors: 06.05. 05.05. 3 Monate: 2,2400 2,2180, 6 Monate: 2,5560 2,5230, 12 Monate: 2,8670 2,8370
Fußball-WM als Investmentchance?
Die FIFA Fußball-WM 2026 setzt neue Maßstäbe - mehr Teams, mehr Spiele, Milliardenumsätze. Doch wer profitiert von diesem Mega-Event und welche Auswirkungen hat das Turnier auf Umsätze und Aktienkurse? Wie Anleger die WM nutzen können, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Volker Meinel von BNP Paribas.
Institut: Last durch Spritpreise nicht ungewöhnlich hoch
Die gestiegenen Preise für Benzin und Diesel belasten Arbeitnehmer nach Ansicht von Experten des Ifo-Instituts nicht mehr als in vergangenen Jahren. Grund dafür sind die stetig gestiegenen Löhne, teilt das Institut mit. Den Berechnungen zufolge musste ein durchschnittlicher Arbeitnehmer im April etwa fünf Minuten für einen Liter Benzin arbeiten. In den vergangenen 35 Jahren seien es demnach zwischen drei und sechs Minuten gewesen. "Selbst bei Spritpreisen von 240 Cent pro Liter Super oder 250 Cent pro Liter Diesel liegt die benötigte Arbeitszeit meist unter den Werten der Jahre 2006 bis 2013", sagt Joachim Ragnitz, stellvertretender Leiter der Ifo Niederlassung Dresden.
Die Preissteigerung belaste Haushalte mit geringeren Einkommen stärker, während der Tankrabatt der Bundesregierung geringe und hohe Einkommen gleichermaßen entlaste. Gleichzeitig zeigten Mobilitäts- und Steuerdaten, dass ein hoher Kraftstoffverbrauch zumeist mit einem hohen Einkommen einhergehe, heißt es weiter.
Dax klebt fest - Ölpreise fallen deutlich
Update von der Frankfurter Börse: Nach seinem gestrigen Sprung nach oben befindet sich der Dax auf Konsolidierungskurs. Am Mittag verlor der deutsche Leitindex 0,1 Prozent auf 24.881 Punkte. Der EuroStoxx50 stieg um 0,2 Prozent auf 6036 Stellen. Der Euro lag 0,2 Prozent fester bei 1,1772 US-Dollar. Die Preise für die Ölsorten Brent und WTI fielen um 2,8 beziehungsweise 3,4 Prozent auf 98,95 beziehungsweise 92,88 Dollar.
Hier rutschen die Preise für Immobilien am stärksten
Der Preisanstieg für Eigentumswohnungen in Deutschland hat sich verlangsamt. Das zeigt jetzt eine Auswertung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft. Allerdings gibt es zwischen den Großstädten teils deutliche Unterschiede. ntv-Börsenexperte Frank Meyer erklärt, wo die Preise zulegen und wo sie zurückgehen.
"Altersvorsorgedepot wird Druck aus Rente nehmen"
Siemens-Healthineers-Aktie tiefrot
Kräftig nach unten ist es mit der Aktie von Siemens Healthineers gegangen, das Papier verlor 5,1 Prozent. Grund ist ein gesenkter Ausblick des Dax-Unternehmens. Der Umsatz im abgelaufenen Quartal verfehlte die Prognose deutlich, auch die Ebit-Marge lag darunter. Belastend wirkten Umsatzeinbußen in China, Handelszölle sowie negative Wechselkurseffekte.
Deutz-Rüstungsgeschäft läuft an
Deutz ist mit seinem Einsparprogramm zufrieden und meldet für das erste Quartal Zuwächse bei Umsatz und Gewinn. "Der strategische Umbau zahlt sich immer stärker aus", sagte Konzernchef Sebastian Schulte. Der Konzernumsatz stieg um 8,4 Prozent auf 530,0 Millionen Euro, das bereinigte Ebit um 45,7 Prozent auf 37,3 Millionen. Auch die neuen Geschäftsfelder Energie und Verteidigung hätten dazu Beiträge geleistet, sagte Schulte.
Für das neue Geschäftsfeld "Defense & Sonstiges" weist Deutz einen Quartalsumsatz von 26,3 Millionen und ein bereinigtes Ebit von 2,9 Millionen aus. Deutz baut Motoren für militärische Radfahrzeuge wie den Bundeswehr-Spähwagen Fennek und für leichtere Kettenfahrzeuge.
Goldpreis auf aufsteigendem Ast
Die Hoffnung auf eine Einigung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran treibt den Goldpreis den dritten Tag in Folge an. Das Edelmetall verteuert sich um 1,3 Prozent auf 4748 US-Dollar je Feinunze, nachdem es bereits am Mittwoch um rund drei Prozent gestiegen war. "Gold legt heute zu, gestützt von einem nachgebenden Dollar und sinkenden Ölpreisen, da der bestehende Waffenstillstand vorläufig hält und die Hoffnung auf ein dauerhafteres, langfristiges Abkommen zwischen Washington und Teheran wächst", sagte Tim Waterer, Chef-Marktanalyst bei KCM Trade. Die Gewinne hielten sich jedoch in Grenzen, da die Anleger wüssten, wie fragil die Lage sei.
Der Goldpreis ist seit Kriegsbeginn Ende Februar um mehr als zehn Prozent gefallen, belastet durch Inflationssorgen angesichts der explodierenden Ölpreise.
Zinsanhebung in Norwegen - Krone gegenüber dem Euro härter
Die norwegische Krone baut ihre Gewinne gegenüber dem Euro aus, nachdem die Norges Bank ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,25 Prozent angehoben hat. Die Gouverneurin der Norges Bank, Ida Wolden Bache, sagte, die Inflation sei zu hoch und liege seit mehreren Jahren über dem Zielwert. Im März hatte die Zentralbank eine Zinserhöhung in diesem Jahr signalisiert, und ihre Prognose implizierte, dass der Leitzins bis zum Jahresende zwischen 4,25 Prozent und 4,50 Prozent erreichen könnte.
"Der geldpolitische Ausblick scheint sich seit März nicht wesentlich geändert zu haben, aber der Krieg im Nahen Osten verursacht nach wie vor erhebliche Unsicherheit über die wirtschaftlichen Aussichten", sagte Bache in der Erklärung vom Donnerstag. Der Euro fällt nach der Entscheidung auf ein Tagestief von 10,8530 norwegischen Kronen, von zuvor 10,8954.
Ottobock wächst profitabel - Aktie gewinnt kräftig
Ottobock ist im ersten Quartal in beiden Geschäftsfeldern gewachsen und hat dabei die operative Marge ausgeweitet. Die Jahresprognose bestätigte der Prothetik-Spezialist. Ottobock verbesserte das um Sondereffekte bereinigte Ebitda im Kerngeschäft um 11,8 Prozent auf 84,3 Millionen Euro. Der Umsatz im Kerngeschäft kletterte um 4,4 Prozent auf 378,4 Millionen Euro (organisch plus 5,1 Prozent), wie das im SDax notierte Unternehmen mitteilte.
Positive Effekte aus dem Produktmix sowie aus der Beschaffung und Kostenkontrolle trugen dazu bei, dass die bereinigte Ebitda-Marge um 1,5 Punkte auf 22,3 Prozent stieg. Der bereinigte Konzerngewinn legte um 13,1 Prozent auf 22,6 Millionen Euro, das Ergebnis je Aktie nahm auf 30 Cent von 27 Cent zu. Die Ottobock-Aktie stieg um 3,7 Prozent.
Ölpreise steigen wieder
Die Ölpreise legen zunächst rund einen Dollar zu. Sie erholen sich damit von den deutlichen Verlusten des Vortages. Die Hoffnung auf ein Ende des Ende Februar begonnenen Krieges hatte die Ölpreise am Mittwoch um fast acht Prozent einbrechen lassen.
Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee steigt um 0,5 Prozent auf 101,76 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notiert 0,6 Prozent fester bei 95,64 Dollar. Die Ölpreise liegen weiterhin rund 40 Prozent über dem Niveau vor Beginn des Konflikts. "Selbst wenn die Straße von Hormus in den kommenden Wochen wieder geöffnet wird, dürfte der Ölpreis angesichts der Schäden an der Energieinfrastruktur und der vorsorglichen Bevorratung hoch bleiben und sich nur langsam entspannen", so die Analysten von OCBC.
Anthropic kauft beim Erzrivalen ein
Im Wettlauf der Entwickler Künstlicher Intelligenz gibt es eine ungewöhnliche Kooperation zwischen zwei Rivalen. Die KI-Firma Anthropic bekommt dringend benötigte Rechenleistung aus einem riesigen Rechenzentrum von Elon Musk. Was die Partnerschaft überraschend macht: Anthropic ist ein direkter Konkurrent von Musks KI-Entwickler xAI und der Tech-Milliardär verriss den Rivalen noch vor wenigen Monaten als "menschenfeindlich".
Anthropic teilte mit, man werde die gesamte Kapazität des Rechenzentrums Colossus 1 von Musks Raumfahrtfirma SpaceX nutzen, in die inzwischen xAI eingebracht wurde. Das bedeute Zugang zu mehr als 220.000 KI-Chips von Nvidia, dem führenden Anbieter von Halbleitern für Künstliche Intelligenz. Anthropic-Chef Dario Amodei sagte, die Firma versuche, den Nutzern so schnell wie möglich mehr Rechenleistung zu bieten.
Bei xAI wurde der Chatbot Grok entwickelt, der mit Anthropics KI-Software Claude konkurriert. Beide Unternehmen wiederum sind Rivalen des ChatGPT-Entwicklers OpenAI, mit dem Musk seit Jahren eine eskalierende Fehde führt. Aktuell läuft ein Gerichtsprozess, in dem Musk erreichen will, dass OpenAI-Chef Sam Altman seinen Posten verliert und die Struktur des Konkurrenten geändert wird.
Dax schnuppert an der 25.000
Der Dax startet etwas verhalten in das heutige Geschäft – aber erneut positiv. An den vergangenen beiden Handelstagen hatte der deutsche Börsenleitindex bereits Gewinne eingefahren, zur gestrigen Wochenmitte allein mehr als 2 Prozent auf am Ende 24.919 Punkte. Aktuell notiert der Dax im Bereich von 24.990 Zählern. Zwei Themen stützen dabei: Neben einer positiv verlaufenden Berichtssaison und damit verbundenen neuen Höchstständen an der Wall Street und mehreren Asien-Börsen gibt es weiter Hoffnung auf eine sich abzeichnende Lösung im Iran-Krieg.
"Ein Lichtblick": Deutsche Industrie überrascht
Die deutsche Industrie hat im ersten Monat nach Beginn des Iran-Kriegs überraschend viele Aufträge erhalten, vor allem aus dem Ausland. Das Neugeschäft wuchs im März um 5,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Ökonomen hatten lediglich mit einem Plus von 1,0 Prozent gerechnet, nachdem es im Februar einen Zuwachs von 1,4 Prozent gegeben hatte. Werden Großaufträge ausgeklammert, reichte es diesmal sogar zu einem Anstieg von 5,1 Prozent - dem größten seit mehr als drei Jahren.
Preisdruck sorgt für Ergebniseinbruch bei Lanxess
Eine schwache Nachfrage, anhaltender Preisdruck aus Asien und ungünstige Wechselkurse hinterlassen bei Lanxess tiefe Spuren. Der Spezialchemiekonzern musste im ersten Quartal einen Ergebniseinbruch verdauen, bekräftigte jedoch seine Jahresziele. "Der Jahresstart war schwach, aber seit März sehen wir ein leicht positives Momentum", sagte Vorstandschef Matthias Zachert. Durch den Krieg im Nahen Osten seien die Lieferketten vieler asiatischer Wettbewerber gestört, weshalb sich Kunden wieder stärker europäischen Anbietern zuwendeten. Lieferfähigkeit sei derzeit ein bedeutender Wettbewerbsvorteil. Zudem habe das Unternehmen für viele Produkte die Preise erhöht, um gestiegene Kosten für Rohstoffe, Energie und Logistik weiterzugeben.
Im abgelaufenen Quartal schrumpfte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13,9 Prozent auf 1,378 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebitda) vor Sondereinflüssen brach um 29,3 Prozent auf 94 Millionen Euro ein. Neben niedrigeren Verkaufspreisen drückte auch der Verkauf des Urethan-Geschäfts im Vorjahr auf die Bilanz. Unter dem Strich erhöhte sich der Verlust auf 141 Millionen Euro von einem Minus von 57 Millionen vor Jahresfrist. Für das zweite Quartal rechnet Lanxess mit einer Besserung.
KI-Fantasie sorgt für Kurssprünge
An den ostasiatischen Börsen geht es weiter nach oben angesichts der zuletzt gestiegenen Hoffnungen auf einen Frieden im Nahost-Konflikt. Laut US-Präsident Donald Trump soll es ein einseitiges Dokument geben, das kurz davor stehen soll, von beiden Seiten, den USA und dem Iran, akzeptiert zu werden. Dessen ungeachtet hatte Trump am Vortag mit der Drohung nachgelegt, die USA würden die Bombardierung des Iran mit größerer Härte als vor dem Waffenstillstand wieder aufnehmen, wenn Teheran den zur Diskussion stehenden Bedingungen zur Beendigung des Krieges nicht zustimme.
In Tokio können die Akteure nach Ende der sogenannten Goldenen Woche mit einigen Feiertagen hintereinander, erstmals auf die neue Gemengelage reagieren. Der breite Topix steigt um 3,1 Prozent und kratzt an seinem Rekordhoch, während der Nikkei-Index mit dem aufgebauten Nachholbedarf noch stärker zulegt und bereits auf einem Allzeithoch steht. In Seoul kann der Kospi nach den vorangegangen Hausse-Schüben sein Rekordhoch verteidigen. In Hongkong geht es um 1,6 Prozent aufwärts, in Shanghai reicht es nur für ein Plus von 0,3 Prozent. Im australischen Sydney gewinnt das Börsenbarometer 0,7 Prozent.
Klare Gewinner sind in Tokio Aktien aus dem Halbleitersektor, wo der Nachholbedarf mit Blick auf die globale Entwicklung der Branchenwerte vor dem Hintergrund der wieder stark gespielten KI-Fantasie in dieser Woche besonders groß ist. Advantest gewinnen 7,3, Renesas 12,3 und Tokyo Electron 8,8 Prozent. Softbank schießen um 18 Prozent nach oben. In Hongkong sind Hua Hong mit einem Kursplus von über 7 Prozent weiter gesucht, während SMIC um 1,1 Prozent weiter zulegen. Samsung Electronics und SK Hynix zeigen sich derweil in Seoul gut behauptet und halten damit immerhin die fulminanten Gewinne der Vortage.
IW senkt Konjunkturprognose für 2026 deutlich
Der Krieg im Iran belastet die angeschlagene Wirtschaft in Deutschland. Konjunkturforscher des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) rechnen in diesem Jahr nur noch mit einem Wachstum von 0,4 Prozent. Noch im Dezember, und damit vor Beginn des Konflikts, hatte die Prognose bei 0,9 Prozent gelegen.
"Der Iran-Krieg hat die zaghafte Erholung der deutschen Wirtschaft abgewürgt. Steigende Energiepreise und Lieferstörungen treffen ein Land, das nach drei Jahren Rezession und Stagnation kaum noch Puffer hat", sagte IW-Ökonom Michael Grömling. Das minimale Plus komme vor allem durch staatliche Konsumausgaben und Investitionen in die Verteidigung zustande
.Der Krieg konfrontiert nach Einschätzung des Instituts die gesamte Weltwirtschaft mit schwer kalkulierbaren ökonomischen Belastungen. Davon sind alle Bereiche der deutschen Wirtschaft betroffen. Infolge des Energiepreisschocks wird im Jahresdurchschnitt 2026 eine Inflationsrate von 3 Prozent erwartet. Laut Auswertung sinkt die Erwerbstätigkeit, die Anlageinvestitionen gehen zurück und der private Konsum stagniert.
Tag 1 nach der Dax-Rally …
Nach der gestrigen Rally dürften Europas Börsen wenig verändert in den Handel starten. Im Blick steht weiter die Geopolitik. Die Anleger hoffen auf einen formalen Friedensschluss zwischen den USA und dem Iran. Laut Medienberichten stehen beide Länder vor der Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding zur Beendigung des Kriegs. Dieses sehe unter anderem eine Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran vor, im Gegenzug verzichtete der Iran auf eine Anreicherung seiner Uran-Bestände.
US-Präsident Donald Trump schürte die Erwartung auf eine baldige Lösung des Konflikts, zugleich stellte er die Öffnung der Straße von Hormus in Aussicht. Allerdings drohte Trump auch neue Militärschläge an, sollte es zu keiner Einigung kommen. Im Handel wird die Stimmung als vorsichtig optimistisch beschrieben. Der Ölpreis als das wichtigste Krisenbarometer in dem Konflikt zeigt sich am Morgen wenig verändert.
Daneben gilt es auch heute eine Flut von Unternehmensnachrichten zu verarbeiten. Der bisherige Verlauf wird im Handel positiv gewertet: die Bilanzsaison gekoppelt mit der Dividendensaison stelle eine wichtige Stütze für den Markt dar. Mit Blick auf die US-Berichtssaison spricht die Deutsche Bank sogar von einem "spektakulären" Verlauf. Zum ersten Mal seit vier Jahren werde erwartet, dass alle elf Top-Level-Sektoren ein Gewinnwachstum im Vergleich zum Vorjahr ausweisen.
Preisanstieg bei Eigentumswohnungen verliert an Fahrt
Der Preisanstieg für Eigentumswohnungen in Deutschland hat sich einer Studie zufolge im ersten Quartal verlangsamt. Die Preise legten um 0,5 Prozent zum Vorjahreszeitraum zu, wie das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IFW) zu seiner Auswertung mitteilte. Dies sei der niedrigste Zuwachs seit Sommer 2024, als nach längerer Flaute die Preise wieder zu steigen begannen. "Inflationsbereinigt, also gemessen an der aktuellen Kaufkraft, sind die Preise für Eigentumswohnungen sogar leicht gesunken", sagte IFW-Projektleiter Jonas Zdrzalek. Einfamilienhäuser verteuerten sich dagegen mit 3,2 Prozent deutlich stärker.
Arm-Aktie kratzt am 100-Prozent-Plus
Arm hat dank der hohen Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz (KI) seine Umsatzprognose übertroffen. Das Unternehmen rechnet für das erste Quartal mit einem Umsatz von 1,26 Milliarden Dollar, wie der britische Chipentwickler mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 1,25 Milliarden Dollar gerechnet. Der bereinigte Gewinn pro Aktie soll bei 40 Cent liegen, verglichen mit Schätzungen von 36 Cent. Im abgelaufenen vierten Quartal übertraf Arm mit einem Umsatz von 1,49 Milliarden Dollar ebenfalls die Erwartungen von 1,47 Milliarden Dollar.
Die Aktien von Arm drehten an der Wall Street nachbörslich ins Plus und legten um rund neun Prozent zu. Die Arm-Aktie ist in diesem Jahr bereits um mehr als 91 Prozent gestiegen und hat damit andere große Branchenvertreter wie Nvidia, AMD und Broadcom hinter sich gelassen.
Baldiger Nahost-Frieden? Rekordstimmung an Asien-Börsen
Die Aussicht auf ein mögliches Friedensabkommen im Nahen Osten führt auf den asiatischenn Aktienmärkten zu Rekorden. Die Anleger setzen auf eine baldige Einigung, obwohl das Schicksal der wichtigen Straße von Hormus ungeklärt bleibt. Der Nikkei-Index kehrte nach mehreren Feiertagen zurück und überschritt erstmals die Marke von 62.000 Punkten. Er holt damit eine kräftige, von KI-Aktien getragene Rally nach, die von robusten Geschäftszahlen getragen wurde. Diese hatte auch die Börsen in Südkorea und Taiwan auf Rekordstände gehievt.
In Tokio legt der Nikkei-Index um 5,7 Prozent auf 62.915,87 Punkte zu und der breiter gefasste Topix notiert 3,4 Prozent höher bei 3853,64 Zählern. Der Shanghai Composite gewinnt 0,2 Prozent auf 4166,38 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stagniert bei 4872,94 Punkten.
Laut Kyle Rodda, leitender Finanzanalyst bei Capital.com, sind die Marktbewegungen gerechtfertigt, da ein Abkommen ein Durchbruch wäre. "Aber wir haben diese Geschichte schon einmal gesehen, und dem Markt könnte auch ziemlich schnell der Boden unter den Füßen weggezogen werden. Letztendlich, wenn wir weiterhin Fortschritte bei den Gesprächen sehen, werden die asiatischen Märkte weiter zulegen."
Das ist los im frühen Devisengeschäft
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar geringfügig auf 156,23 Yen und legt leicht auf 6,8061 Yuan zu. Zur Schweizer Währung rückt er etwas auf 0,7785 Franken vor. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1755 Dollar und zieht leicht auf 0,9152 Franken an.
Airbus sackt Rekordauftrag ein
Die malaysische Billigfluggesellschaft AirAsia wird zum größten Kunden für den kleinsten Airbus, den A220. AirAsia habe 150 Airbus A220-300 bestellt, sagte der für das Verkehrsflugzeug-Geschäft des europäischen Flugzeugbauers zuständige Manager Lars Wagner. Insgesamt seien damit mehr als 1000 A220 bestellt worden, 501 davon seien bereits ausgeliefert, erklärte Airbus.
Der Mitgründer von AirAsia und Chef der Muttergesellschaft Capital A, Tony Fernandes, bezifferte den Wert des Auftrags auf 19 Milliarden Dollar. Wenn Airbus noch eine längere Version des A220 bauen sollte, würde AirAsia weitere 150 bestellen. Eigens für AirAsia baut Airbus eine Version des A220 mit 160 Sitzen, das sind zehn mehr als die bisher maximal verbaute Zahl. Die Maschinen, die ab 2028 ausgeliefert werden, sollen in Südost- und Zentralasien eingesetzt werden. Angetrieben werden sollen sie von Getriebefan-Triebwerken des US-Herstellers Pratt & Whitney, an deren Bau auch die Münchner MTU beteiligt ist.
Für Airbus ist der Auftrag ein Prestigeerfolg. Zuletzt hatte der französisch-deutsche Konzern Aufträge an den brasilianischen Rivalen Embraer verloren. Der A220 gehört erst seit 2018 zu Airbus. Entwickelt wurde er von dem kanadischen Flugzeugbauer Bombardier, der in Schieflage geraten war und das A220-Programm an Airbus abgab. Der Vertrieb durch die Europäer brachte dem Flugzeugtyp mehr Nachfrage.
Deckelt die 25.000 den Dax?
Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, aber der Dax steuert auf ein dickes Wochenplus zu. Allein am Dienstag und zur gestrigen Wochenmitte legte der deutsche Börsenleitindex fast 4 Prozent zu, schloss gestern mit einem Stand von 24.919 Punkten. Das Tageshoch hatte der Dax bei 25.152 Stellen markiert. Anleger hatten danach aber auf Aussagen von US-Präsident Donald Trump reagiert. Dieser hat erneut mit Militärschlägen gedroht, sollte der Iran sich einer Einigung verweigern, ohne dabei Details zu nennen.
Heute könnten Impulse von der Konjunkturseite kommen. Bereits am Morgen stehen bereits Zahlen aus der deutschen Industrie an – zum Auftragseingang. Dabei dürfte ein Orderplus veröffentlicht werden. Die Bestellungen werden voraussichtlich um 1,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat steigen, sagen Ökonomen voraus. Im Februar hatte es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes zu einem Plus von 0,9 Prozent gereicht. Staatliche Aufträge für Infrastruktur und Verteidigung haben zuletzt Impulse gesetzt.
In Berlin wiederum treffen sich beim Tag der Bauindustrie Politik und Branche zum Austausch. Im Zentrum dürfte stehen, wie man der schwachen Nachfrage am Bau nachhaltig Schwung verleiht. Der designierte neue Präsident des Bauverbands HDB, Olaf Demuth, dürfte eine eher nüchterne Bilanz zu einem Jahr Regierungskoalition ziehen. Das Bündnis aus Union und SPD ist voraussichtlich mit vier Ministern vertreten, darunter Bauministerin Verena Hubertz und Finanzminister Lars Klingbeil.
Und unternehmensseitig? Da verabschiedet sich Allianz-Aufsichtsratschef Michael Diekmann nach 38 Jahren endgültig von dem Münchner Versicherungskonzern. Extra dafür hält die Allianz ihre Hauptversammlung in Präsenz in der Olympiahalle ab. Von 2003 bis 2015 führte der heute 71-Jährige die Allianz als Vorstandschef, 2017 kehrte er als Aufsichtsratschef zurück. Diekmanns Nachfolger steht bereits fest: Jörg Schneider, der ehemalige Finanzvorstand der Munich Re.
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