Rheinmetall baut mit MBDA Laserwaffe zur Drohnenabwehr für die Marine
Rheinmetall hat gemeinsam mit dem Rüstungsunternehmen MBDA den Auftrag des Bundes für die Entwicklung eines Hochenergie-Laserwaffensystems erhalten, das von der Marine eingesetzt werden soll. Der Vertrag sei heute unterzeichnet worden, teilte Rheinmetall mit. Ein entsprechendes Gemeinschaftsunternehmen mit MBDA werde gegründet. Das Laserwaffensystem zur Drohnenabwehr solle 2029 einsatzfähig sein. Der Vertrag habe ein Volumen im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Fertigung des Systems solle in erster Linie in Deutschland erfolgen.
EZB-Protokolle: anhaltend hohe Unsicherheit
Bei der jüngsten Zinserhöhung hat die EZB angesichts der fragilen Lage in Nahost den weiteren Kurs bewusst offengelassen. Dies geht aus dem Protokoll der EZB-Ratssitzung vom Juni hervor. "Angesichts der anhaltend hohen Unsicherheit war es wichtig, von einer Orientierungshilfe zum künftigen Zinspfad abzusehen", heißt es darin. Die Kommunikation sollte neutral gehalten werden. Damit solle weder der Eindruck erweckt werden, die aktuelle Entscheidung sei der Auftakt zu einer Reihe weiterer Zinserhöhungen, noch sie als einmalige Maßnahme darzustellen. Der Verzicht auf eine vorzeitige Festlegung sollte demnach dazu beitragen, flexibel auf unterschiedliche Szenarien zur Entwicklung des vom Nahost-Konflikt ausgehenden Energiepreisschocks zu reagieren.
Gleichzeitig war aus Sicht der Währungshüter um EZB-Chefin Christine Lagarde anhaltende Wachsamkeit geboten: "Zudem musste berücksichtigt werden, dass weitere Zinserhöhungen bereits in das Basisszenario der Projektionen eingeflossen waren", heißt es in den Mitschriften.
Salzgitter schluckt Stahlfirma HKM - Abbau von 2000 Stellen
Der Stahlkonzern Salzgitter übernimmt die Duisburger Stahlfirma HKM komplett und verbindet das mit einem drastischen Jobabbau. Das niedersächsische Unternehmen teilte mit, man habe entsprechende Verträge mit den anderen bisherigen Miteigentümern unterzeichnet, also der Stahlfirma Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE) und dem französischen Rohrfabrikanten Vallourec. Bislang hielt TKSE 50 Prozent der Anteile, die Salzgitter AG 30 Prozent und Vallourec 20 Prozent. Das Kürzel HKM steht für Hüttenwerke Krupp Mannesmann.
Die Übernahme ist mit einem herben Jobabbau verbunden: Aktuell sind es rund 3000 Beschäftigte bei HKM, Ende 2028 sollen es nur etwa 1000 sein. "Dies ist ein schwerer, aber notwendiger Schritt", sagt Salzgitter-Personalvorständin Birgit Dietze.
Neues vom Geldmarkt
Entspannung signalisiert heute der Euro-Geldmarkt in Frankfurt am Main. In den kurzen Laufzeiten dominiert wie üblich nur das Liquiditätsmanagement, in den längeren Laufzeiten kehrt wieder Ruhe ein.
Tagesgeld: 2,13 - 2,33 (2,13 - 2,33), Wochengeld: 2,13 - 2,37 (2,13 - 2,37), 1-Monats-Geld: 2,17 - 2,47 (2,27 - 2,57), 3-Monats-Geld: 2,22 - 2,55 (2,22 - 2,55), 6-Monats-Geld: 2,56 - 2,71 (2,57 - 2,71), 12-Monats-Geld: 2,56 - 2,73 (2,57 - 2,74), Euribors: 08.07. 07.07. 3 Monate: 2,3530 2,3130, 6 Monate: 2,5670 2,5420, 12 Monate: 2,7370 2,6950
Ölpreise deutlich im roten Bereich
Nach dem zuletzt deutlichen Preisanstieg geht es mit den Notierungen für das Nordseeöl Brent und WTI leicht bergab. Beide Sorten verbilligen sich um 0,8 Prozent auf 78,53 beziehungsweise 73,87 Dollar je Barrel. Der wieder aufgeflammte militärische Konflikt zwischen den USA und Iran hat die Preise seit Dienstag um rund acht Prozent nach oben getrieben.
"Die Händler überdenken die Lage jetzt neu, insbesondere da die Ölströme durch die Straße von Hormus sehr ungewiss sind", sagt Tim Waterer, Chefmarktanalyst bei KCM Trade. Anleger hofften aber darauf, dass der nächste Schritt nun eine Deeskalation sein könnte. Daher stiegen die Ölpreise erst einmal nicht weiter.
VW bei Vergütung von Dax-Aufsichtsratschefs vorne dabei
Die Aufsichtsratsvorsitzenden der Dax-Unternehmen sind im Geschäftsjahr 2025 im Schnitt mit 465.000 Euro vergütet worden. Wie aus der Vergütungsanalyse der Unternehmensberatung Mercer hervorgeht, ist die Spannbreite allerdings erheblich: Zwischen dem am höchsten und dem am niedrigsten vergüteten Aufsichtsratschef liege der Faktor fast beim Fünffachen, erklärte die Beratungsfirma. An der Spitze rangiert demnach die Deutsche Bank, gefolgt von der Allianz und Volkswagen.
Verglichen mit der festen Vergütung ihrer Vorstandschefs liegt die Vergütung der Dax-Aufsichtsratsvorsitzenden der Analyse zufolge bei im Schnitt 28 Prozent. Dies sei ein Verhältnis, "das die unterschiedlichen Verantwortlichkeiten und den Zeitaufwand beider Positionen nur bedingt widerspiegelt", erklärte Mercer.
Experte: VW muss seine Strukturen verändern
Beim angeschlagenen Volkswagen-Konzern muss sich nach Ansicht des Instituts für Automobilwirtschaft (IfA) Grundlegendes verändern. Man brauche einen tatsächlichen Umbruch in dem Konzern, um schneller und flexibler auf die Märkte und die Wettbewerbsintensität reagieren zu können, sagte IfA-Direktor Stefan Reindl im Deutschlandfunk. Bei VW steht heute eine Aufsichtsratssitzung an, bei der es um neue Sparpläne des Konzernvorstands gehen soll. Im Raum stehen mögliche Werksschließungen und weiterer Stellenabbau. Konzernchef Oliver Blume hatte bereits im Frühjahr angekündigt, an einem neuen "Zielbild 2030" für den Konzern zu arbeiten und dabei auch den Sparkurs deutlich verschärfen zu wollen.
Laut dem "Manager Magazin" könnten bis zu 100.000 Stellen weltweit wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant. Reindl hielt diese Größenordnung für realistisch. Ohne Werksschließungen und einen weiteren Stellenabbau werde es angesichts der globalen Marktlage wohl nicht gehen, sagte er.
SAP wendet EU-Strafe ab
SAP hat mit Zusagen eine drohende EU-Strafe wegen möglicher Wettbewerbsverstöße abgewendet. Das teilte die Brüsseler Kommission mit. Sie hatte wegen des Verdachts, Europas größter Softwarehersteller könnte den Wettbewerb bei Wartungs- und Supportdienstleistungen verzerrt haben, im September ein Verfahren eröffnet. In einer vorläufigen Bewertung des Falls hatte die Kommission dargelegt, wieso sie bei diesen Dienstleistungen Wettbewerbsverstöße vermutet. Demnach verlange der Dax-Konzern von seinen Kunden, die Software nur von SAP warten zu lassen.
Die Walldorfer haben sich den Angaben nach nun unter anderem dazu verpflichtet, Kunden zu ermöglichen, für verschiedene Teile der SAP-Landschaft unterschiedliche Anbieter von Wartungs- und Supportleistungen zu wählen. Kunden müssen demnach auch ihre Lizenzen und die entsprechenden Wartungs- und Supportgebühren kündigen können, wenn der Kunde beispielsweise insolvent geht oder eine Implementierung scheitert und SAP dafür verantwortlich ist.
Dax gewinnt, bleibt aber unter 25.000
Update von der Frankfurter Börse: Der Dax hat weiter im positiven Bereich notiert, hat aber einen Teil seiner Gewinne verloren. Am Mittag stieg der deutsche Leitindex nur noch um 0,2 Prozent auf 24.950 Punkte, am Vormittag war er bis auf 25.104 Zähler geklettert. Der EuroStoxx50 gewann 0,5 Prozent auf 6236 Stellen. Der Euro lag kaum verändert bei 1,1429 US-Dollar.
Pharma-Aktie stürzt ab
Ein Studienrückschlag bei einem Medikament zur Behandlung von Herzerkrankungen lässt Astrazeneca abrutschen. Die Aktien des britischen Pharmakonzerns fallen an der Londoner Börse in der Spitze um knapp zehn Prozent. Der Rückschlag in einer späten Studienphase trübt die Aussichten auf einen Spitzenumsatz von zwei Milliarden US-Dollar, den einige Analysten für das Medikament namens Wainua prognostiziert hatten.
Zynische Sicht auf Iran-Krieg: "Börse stellt sich in Sachen Nahost genau zwei Fragen"
Obwohl die Spannungen zwischen den USA und dem Iran zuletzt wieder zugenommen haben, spürt man davon an den Börsen wenig. Denn die Anleger interessiere an dem Krieg nur zwei Fragen, erklärt ntv-Börsenreporter Friedhelm Tilgen - und die sind geklärt.
Apple-Zulieferer versemmelt Börsendebüt
Die Aktien des chinesischen Apple-Zulieferers Luxshare treffen bei ihrem Debüt an der Hongkonger Börse auf geringes Anlegerinteresse. Die Papiere fielen zeitweise auf 57,20 Hongkong-Dollar und lagen damit fast zehn Prozent unter dem Ausgabepreis von 63,28 Hongkong-Dollar. Einige weitere Debütanten wie die Spezialmaschinenbauer Rigol und DTech mussten ebenfalls Verluste hinnehmen.
"Die schwache Entwicklung spiegelt die gedämpfte Marktstimmung und allgemeine Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem globalen Handel und der geopolitischen Lage wider", sagte Aktienmarkt-Experte Chokwai Lee vom Research-Haus Morningstar. Anleger seien bei Investitionen in hoch bewertete Unternehmen selektiver. Ein weiterer Belastungsfaktor seien die Sorgen über ein Abflauen des KI-Booms.
Schott-Pharma-Aktienkurs geht durch die Decke
Die Anhebung der Jahresziele lässt die Aktie von Schott Pharma abheben. Das Papier des Pharmaverpackungsherstellers steigt in der Spitze um 22 Prozent auf 21,50 Euro, den höchsten Stand seit Oktober vergangenen Jahres. Für das gesamte Geschäftsjahr 2025/26 wird nun ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von fünf bis sechs Prozent anvisiert nach bislang zwei bis fünf Prozent. Die Ebitda-Marge wird bei 27 bis 28 Prozent erwartet, statt der bisher geplanten rund 27 Prozent. Die strukturellen Wachstumstreiber blieben intakt, heißt es in einem Kommentar von RBC. Die Analysten stufen die Aktien hoch auf "outperform" von "sector perform".
Klassische Branchen gefragt, Tech konsolidiert
Nach dem starken Anstieg der großen Techwerte rücken jetzt auch wieder andere Branchen in den Fokus der Anleger. Was das für Anleger bedeutet, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Benjamin Feingold von Feingold Research.
Was VW komplett verschlafen hat
Volkswagen stand einst für bezahlbare Autos für breite Bevölkerungsschichten. Heute fehlt aus Sicht von ntv-Reporterin Nadine Jantz vor allem eines: ein überzeugendes günstiges Elektroauto. Die eigentlichen Probleme müsse der Konzern selbst lösen - nicht die Politik.
Pralle Auftragsbücher bei Nordex
Die starke Nachfrage nach Windkraftanlagen hat Nordex die Orderbücher prall gefüllt. In den ersten sechs Monaten gingen Bestellungen für Anlagen mit einer Gesamtleistung von 4,9 Gigawatt (GW) ein. Das entspricht einem Plus von 9,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Allein im zweiten Quartal kletterte der Auftragseingang um 32,2 Prozent auf rund drei GW. Der durchschnittliche Verkaufspreis pro Megawatt Leistung lag bei 0,95 Millionen Euro gelegen und damit leicht über dem Vorjahreswert von 0,92 Millionen. Die Aufträge kamen den Angaben zufolge maßgeblich aus Deutschland, den USA und der Türkei.
Porsche weiter im Abwärtssog
Der Sportwagenbauer Porsche hat im ersten Halbjahr in allen Märkten Abstriche machen müssen - und daher erneut weniger Autos verkauft. Von Januar bis Juni setzen die Schwaben weltweit gut 122.300 Fahrzeuge ab. Das waren 16 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025. Auch im Vergleich zum Jahresbeginn hat sich die Situation damit leicht verschlechtert.
Als wesentliche Gründe werden die entfallenen Steuervergünstigungen für Elektro- und Hybridfahrzeuge in den USA sowie die hohe Nachfrage nach dem vollelektrischen Macan im Vorjahreszeitraum genannt. Damals kam das Modell auf den Markt. Hinzu kommt das Produktionsende von Cayman und Boxster mit Verbrennungsmotor im Oktober 2025. Die Modellreihe lief unter anderem wegen Cybersicherheitsregeln aus. Direkte Nachfolger gibt es nicht.
Dax legt wieder los
Der deutsche Aktienmarkt startet wie erwartet fester. Der Dax gewinnt zum Auftakt 0,8 Prozent auf 25.099 Punkte. Die Ölpreise haben bereits am Vorabend begonnen, von ihren Tageshochs zurückzukommen. Am Morgen halten sie das etwas tiefere Niveau.
Die USA griffen in der Nacht zwar wieder Ziele im Iran an, US-Präsident Trump dämpfte am Vortag aber seine Aussagen zum Ende eines Waffenstillstands und sprach davon, keine vollständige Wiederaufnahme des Krieges zu planen. Händler sprachen davon, dass die Märkte die fragile Lage im Nahen Osten davor viel zu selbstgefällig behandelt hätten. Neue Risiken gebe es nicht, mit dem Kursrutsch am Vortag seien nur die schon immer bestehenden Risiken wieder realistisch bewertet worden.
Größter Gewinner sind Infineon mit plus 2,7 Prozent. Die rote Laterne halten Deutsche Telekom mit minus 1,5 Prozent.
Exporte trotzen Nahost-Eskalation - viertes Plus in Folge
Die deutschen Exporteure überraschen. Im Mai legten die Warenexporte um 0,9 Prozent zu. Das ist der vierte Anstieg in Folge. Erwartet war ein Rückgang von 0,3 Prozent.
Getragen wird das Ganze von den USA. Dorthin gingen 14,1 Milliarden Euro Waren. Das ist ein Plus von 23,1 Prozent. Auch China kauft wieder mehr: Hier gibt es ein Plus von 7,1 Prozent. Das Problem: Die Stimmung kippt. Das Ifo-Exportbarometer ist im Juni wieder gefallen. Grund ist die neue Eskalation im Nahen Osten. Trump hat das Waffenstillstandsabkommen mit dem Iran für nichtig erklärt. Heißt: Die Zahlen sind stark. Der Ausblick laut Ifo aber nicht. Die Exporteure sind skeptisch wegen der geopolitischen Unsicherheit.
Deutz baut Rüstungsgeschäft aus
Der Kölner Motorenhersteller Deutz will sein Rüstungsgeschäft mit einer milliardenschweren Übernahme vorantreiben. Der Konzern will für rund 1,6 Milliarden Euro die Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft FFG übernehmen. Gemeinsam entstehe ein neuer führender Systemanbieter für militärische Fahrzeuge, Antriebe und Energielösungen in Europa, heißt es.
Die Transaktion werde das profitable Wachstum beschleunigen. Das strategische Umsatz- und Margenziel 2030 von vier Milliarden Euro und zehn Prozent Ebit-Marge soll früher erreicht werden. Die bisherigen Eigentümerfamilien von FFG würden neue langfristig orientierte Ankeraktionäre von Deutz.
Meta baut erstes KI-Rechenzentrum in Kanada
Und schauen wir noch einmal zurück auf Meldungen aus den USA: Der Facebook-Mutterkonzern Meta baut sein erstes Rechenzentrum in Kanada. Die Anlage in der Provinz Alberta soll eine Leistung von einem Gigawatt haben und 9,17 Milliarden Dollar kosten. Es ist das weltweit 33. Rechenzentrum von Meta und soll so viel Strom verbrauchen wie rund 800.000 Haushalte.
Um den Energiebedarf zu decken, schließt Meta einen langfristigen Vertrag mit dem Pipeline-Betreiber Pembina über ein neues Gaskraftwerk ab, das Ende 2030 in Betrieb gehen soll. Mit der Investition treibt Meta den Ausbau seiner KI-Infrastruktur weiter voran. Alberta punktet dabei mit günstigem Erdgas und kühlen Temperaturen für die Kühlung der Server.
Zehn Prozent Plus in zwei Tagen: Steigt der Ölpreis weiter?
Der Ölpreis hat seine Gewinne vom Vortag nur noch leicht ausgebaut. Seit Dienstag verteuerten sich Brent und WTI um jeweils rund zehn Prozent. Händler begründen den Anstieg mit der wieder aufgeflammten Lage im Nahen Osten und neuen US-Angriffen auf den Iran. Gleichzeitig dämpfte US-Präsident Donald Trump aber die Aussagen zu einem möglichen Kriegsende.
Analysten erwarten, dass die Brent-Futures in den kommenden Tagen am stärksten zulegen könnten, falls der Tankerverkehr durch die Meerenge wieder zurückgeht. Die Märkte hätten die Risiken zuvor zu selbstgefällig behandelt und diese nun realistischer eingepreist.
Dax dürfte wieder Tritt fassen
Der Dax wird heute voraussischtlich fester in den Handel starten. Die Terminkontrakte liegen am Morgen knapp 200 Punkte im Plus. Am Mittwoch war der deutsche Leitindex noch um 2,2 Prozent auf 24.897,45 Punkte abgerutscht.
Grund für die schlechte Stimmung war die Angst vor einer Eskalation zwischen den USA und dem Iran. Das US-Militär hatte am Mittwoch neue Angriffe auf den Iran geflogen. Auch die Protokolle der Fed-Sitzung und der Blick auf die deutschen Exporte mit einem erwarteten Rückgang um 0,3 Prozent stehen im Fokus. Zudem berät der VW-Aufsichtsrat am Nachmittag über den Umbau des Konzerns.
Steigende Erzeugerpreise in China wecken Hoffnungen
Sehr positiv werden am Morgen die neuen Inflationsdaten aus China aufgenommen, vor allem der Anstieg der Erzeugerpreise (PPI) um 4,1 Prozent zum Vorjahr. "Das unterstreicht die fortlaufende Belebung der chinesischen Wirtschaft", kommentiert ein Händler: "Die Korrelation vom PPI zu den Industriegewinnen ist sehr hoch, das weckt die Hoffnung auf eine strukturelle Belebung in China". Schließlich sei dies erst der vierte Monat in Folge, in dem es wieder einen PPI-Anstieg gebe. Davor sei China seit Herbst 2022 in einer Deflation gewesen. Steigende Preise auf Unternehmensseite seien aber eine Grundlage dafür, dass wieder langfristig investiert werde.
Neue Linie unter Fed-Chef Kevin Warsh - Fokus klar auf Inflation
Werfen wir einen Blick zurück in die USA: Die Fed-Protokolle der Juni-Sitzung, die am Vorabend veröffentlicht wurden, zeigen klar einen härteren Kurs unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh.
Hier das Wichtigste zusammengefasst:·
* Kurswechsel: Warsh schwört Fed auf Inflationsbekämpfung ein. Der Hinweis auf Zinssenkungen wurde aus dem Begleittext gestrichen.
* Inflation bleibt hoch: Die PCE-Teuerung stieg im Mai wegen Energiepreisschub durch Iran-Krieg auf 4,1 Prozent nach 3,8 Prozent im April. Ziel sind 2,0 Prozent.
* Zinsen: Die Wirtschaftshäuser haben den Leitzins bei 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Eine Straffung im Jahresverlauf ist aber weiter möglich. Warsh beteiligte sich nicht am Zinsausblick.
Fazit: Die Fed unter Warsh priorisiert Preisstabilität klar vor schneller Lockerung. Die Zinssenkungsfantasie rückt damit weiter nach hinten. Den Markt ließ die Veröffentlichung kalt.
Und so schloss die Wall Street:
Tech-Werte stützen Asien-Börsen
Die Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran hat die Ölpreise auf den höchsten Stand seit Wochen getrieben und die Anleger verunsichert. Eine Erholung bei Technologiewerten stützte jedoch die asiatischen Aktienmärkte. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 0,8 Prozent. Der japanische Nikkei-Index legte um 2,3 Prozent zu.
In Südkorea sprang der Kospi um 3,8 Prozent nach oben, angetrieben von Kursgewinnen bei den Chip-Herstellern Samsung und SK Hynix. Der Anstieg der Ölpreise schürte Inflationssorgen und nährte die Erwartung, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen in diesem Jahr doch noch anheben könnte. "Der Markt scheint im Moment noch davon auszugehen, dass der Konflikt letztlich deeskaliert", sagte Chris Weston, Analysechef bei Pepperstone. "Dennoch verstehen die Händler, dass man aufgeschlossen bleiben muss."
Das wird heute für den Dax wichtig
Das Ende der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran hat den Dax gestern deutlich unter die Marke von 25.000 Punkten gedrückt. US-Präsident Donald Trump hatte den Waffenstillstand mit dem Iran als beendet bezeichnet. Dem waren erneute gegenseitige Angriffe vorausgegangen, offenbar ausgelöst durch iranische Angriffe auf Handelsschiffe. Daraufhin hatten die USA auch Sanktionen gegen iranische Ölverkäufe wieder eingesetzt. Letztlich stand beim Dax ein Minus von 2,23 Prozent auf 24.897 Zähler zu Buche.
Bei Europas größtem Autobauer geht es heute ums Ganze. Der Aufsichtsrat von Volkswagen tritt am Nachmittag zusammen, um über den Umbau des Unternehmens zu beraten. Dabei stehen vier Werke in Deutschland und Zehntausende Arbeitsplätze auf dem Spiel. Volkswagen-Chef Oliver Blume will so sein Unternehmen wetterfest machen und die Rendite auf acht bis zehn Prozent treiben. Allerdings haben die Arbeitnehmer bereits Widerstand gegen die Pläne angekündigt.
Die deutschen Exporteure dürften im Mai mit Gegenwind gekämpft haben. Experten erwarten, dass die Ausfuhren gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent zurückgegangen sind. Im April hatte es noch einen Zuwachs von 0,9 Prozent gegeben. Sollte das Pendel im Mai in die andere Richtung ausschlagen, wäre dies ein weiterer Dämpfer für die ohnehin angeschlagene Wirtschaft. Diese hatte zuletzt allerdings positiv überrascht. Denn die Produktion wurde im Mai weit stärker als erwartet hochgefahren: Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 0,9 Prozent mehr her.