Wirtschaft

Kräftiger Anstieg beim ÖlpreisNeue Spannungen im Iran-Konflikt setzen Wall Street zu

08.07.2026, 23:37 Uhr
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Die Angst vor neuen Lieferunterbrechungen verteuerte das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI am Mittwoch. (Foto: picture alliance / AP Photo)

Die US-Angriffe im Iran verunsichern die Anleger. Der Ölpreis steigt, was Rufe nach weiteren US-Zinserhöhungen lauter werden lässt. Gute Nachrichten liefert der Chiphersteller Broadcom, der einen Milliardendeal mit Apple schließt.

Eine neue Eskalation im Iran-Krieg hat die Anleger an der Wall Street verunsichert. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte am Mittwoch gut ein Prozent tiefer bei 52.334 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verlor knapp ein halbes Prozent auf 7475 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab leicht nach und lag bei 25.790 Stellen.

Der Nahost-Konflikt verunsichert die Anleger. "Die entscheidende Frage ist, ob dies einen vollständigen Zusammenbruch der Verhandlungen und eine Wiederaufnahme der Kampfhandlungen bedeutet oder lediglich einen vorübergehenden Rückschlag darstellt", sagte Matthew Ryan, Chefstratege beim Finanzdienstleister Ebury.

Die Angst vor neuen Lieferunterbrechungen verteuerte das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI um fünf bis sechs Prozent auf 78,44 und 73,80 Dollar je Fass (159 Liter). Zuletzt waren die Ölpreise auf das Vorkriegsniveau von rund 70 Dollar zurückgefallen, da sich die USA und der Iran Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen verständigt hatten, das eine Waffenruhe und eine 60-tägige Frist zur Aushandlung einer Friedensvereinbarung vorsah. Der monatelang blockierte Schiffsverkehr durch die für Energietransporte wichtige Wasserstraße von Hormus lief langsam wieder an und verringerte die Versorgungsängste.

Der Optimismus sei offenbar verfrüht gewesen, meint Capital.com-Analystin Daniela Hathorn. Dennoch geht die Expertin nicht davon aus, dass die Anleger nun einen dauerhaften Angebotsschock einpreisen müssen. Ein länger anhaltender Konflikt zwischen den USA und dem Iran "würde für beide Seiten erhebliche wirtschaftliche und politische Kosten mit sich bringen". Der Markt dürfte aber weiter zwischen Phasen der Eskalation und Deeskalation schwanken.

Der Ölpreisanstieg fachte die Spekulationen auf baldige US-Zinserhöhungen wieder an. Der Goldpreis fiel um knapp ein Prozent auf 4068 Dollar je Feinunze. Gold verliert tendenziell an Attraktivität, wenn die Zinsen steigen, da das Edelmetall selbst keine Zinsen abwirft. Die Währungshüter der US-Notenbank Fed hatten den Leitzins auf der Sitzung im Juni konstant gehalten, aber eine mögliche Straffung im Jahresverlauf wegen der Inflationsgefahr durch die höheren Energiepreise avisiert.

Von den steigenden Ölpreisen profitierten die Aktien von Energiekonzernen. Die Papiere von Chevron legten um rund ein Prozent zu. Dagegen belastete die Erwartung steigender Treibstoffpreise die Aktien von Fluggesellschaften und Kreuzfahrtanbietern. Die Titel von Norwegian Cruise, Alaska Air, Carnival und United Airlines gaben 2,3 bis fast vier Prozent nach.

Für Gesprächsstoff sorgte auch Broadcom. Die unlängst bekanntgegebene Verlängerung des Lieferabkommens zwischen dem Chiphersteller und Apple hat ein Volumen von mehr als 30 Milliarden Dollar. Der iPhone-Anbieter werde in den kommenden Jahren vor allem Funkchips des Halbleiter-Herstellers nutzen, teilten die beiden Unternehmen mit. Die Broadcom-Aktien stiegen daraufhin um sechs Prozent. "Jede Ankündigung von Apple, dass die eigene Ausrüstung zum Einsatz kommt, ist eine gute Nachricht - vor allem, wenn man bedenkt, dass weltweit 2,5 Milliarden Apple-Geräte genutzt werden", erklärte Art Hogan, Chefstratege beim Vermögensverwalter B. Riley Wealth.

Quelle: ntv.de, bho/rts

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