Dax lebt von der Hoffnung auf positive Iran-Gespräche
Vor den Iran-Friedensgesprächen haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt die Nerven behalten. Der Dax stabilisierte sich heute und ging kaum verändert mit 23.804 Punkten ins Wochenende, sein Tageshoch lag bei 24.044 Zählern. Am Donnerstag hatte der Leitindex noch 1,1 Prozent verloren, da Anleger an der Tragfähigkeit der Waffenruhe zweifelten. Der EuroStoxx50 notierte 0,8 Prozent höher bei 5943 Stellen.
Nun sollen unabhängig von den US-iranischen Verhandlungen am Samstag in Pakistan einem Insider zufolge auch separate Gespräche zwischen Israel und dem Libanon in der kommenden Woche in Washington stattfinden. "Das ist von Bedeutung, weil der Libanon ein potenzieller Hauptstreitpunkt im Zusammenhang mit dem Waffenstillstand war", schrieben Analysten der Deutschen Bank in einer Mitteilung. Die wie erwartet höher ausgefallenen US-Inflationsdaten spielten nur eine untergeordnete Rolle auf dem Frankfurter Parkett.
Aktien von Rüstungsunternehmen flogen aus den Depots. "Die bittere Logik der Börse: Waffenstillstände sind reinstes Gift für Rüstungskonzerne", sagte Frank Sohlleder, Analyst bei ActivTrades. Im Dax verloren Rheinmetall 5,6 Prozent. Hensoldt verzeichneten im MDax einen Abschlag von 5,9 Prozent. Renk sackten um 3,6 Prozent ab.
"Auch mal strategisch Gelder auf Konten parken"
Warburg Pincus investiert mit Versicherungsriesen in Rüstung
Der Finanzinvestor Warburg Pincus will zusammen mit der Fonds-Tochter der Munich Re eine Milliardensumme in europäische Rüstungsfirmen stecken. Warburg Pincus sammelt dafür derzeit Geld für eine spezielle Fonds-Plattform ein, bei der die Munich-Re-Tochter MEAG als Ankerinvestor einsteigt. Einem Bloomberg-Bericht zufolge soll der Rüstungsfonds bis zu 1,5 Milliarden Euro schwer werden. Warburg Pincus wollte sich dazu nicht äußern. Ziel des Fonds sind Mehrheitsbeteiligungen an etablierten mittelständischen Firmen, die frisches Kapital brauchen, um ihre Kapazitäten zu erweitern.
Die Branche sei angesichts der Aufrüstung in Europa gezwungen, schnell deutlich größer zu werden, sagte Tobias Weidner, der bei Warburg Pincus für Beteiligungen an Industrieunternehmen in Europa zuständig ist.
"Bei Erpressung ist Trump natürlich ganz vorne dabei"
Die Gebühren, die der Iran für die Passage der Straße von Hormus verlangen will, lösen beim US-Präsidenten zunächst Empörung aus. Kurze Zeit später heißt es, man wolle mitverdienen. Für Sandra Navidi ist das keine Überraschung: "Es geht um Erpressung. Da ist Donald Trump natürlich ganz vorne dabei."
US-Börsen immer noch auf Kurs
Die Nervosität an den Märkten ist weiter groß - auch in den USA. Doch trotz geopolitischer Spannungen und deutlicher Schwankungen ist der übergeordnete Trend am Aktienmarkt nicht wirklich gebrochen worden. Wie sich die Lage am US-Aktienmarkt einordnen lässt und welche Chancen sich daraus ergeben, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Christian Köker von der HSBC.
US-Pharma-Aktie geht steil nach oben
Mit einer uneinheitlichen Tendenz ist die Wall Street in den letzten Handelstag der Woche gestartet. Der Dow-Jones-Index verliert kurz nach der Eröffnung 0,2 Prozent auf 48.093 Punkte. Für den S&P-500 geht es dagegen um 0,2 Prozent nach oben und der Nasdaq-Composite legt um 0,6 Prozent zu. Die mit Spannung erwarteten US-Verbraucherpreise fielen im Rahmen der Erwartungen aus und sorgen für keinen Impuls. Mit dem Goldpreis ging es moderat nach oben, was vor allem am leicht nachgebenden Dollar liegen dürfte. Die Feinunze verteuert sich um 0,5 Prozent auf 4.772 Dollar.
Bei den Einzelwerten klettern Organon um 16,5 Prozent nach oben. Hintergrund ist ein Medienbericht, wonach das indische Unternehmen Sun Pharmaceutical ein verbindliches Angebot für das US-Pharmaunternehmen unterbreitet hat.
Auslieferungen bei Airbus enttäuschen
Als leicht belastend für Airbus werden die aktuellen Auslieferungszahlen im Handel gewertet. Die Analysten der Deutschen Bank nennen die Auslieferungen im März "enttäuschend". Es seien nur 60 Flugzeuge geliefert worden, was einen Rückgang von 15 Prozent zum Vorjahr darstelle.
Dies liege hauptsächlich an A321neo-Lieferungen. Im gesamten ersten Quartal seien damit nur 114 Maschinen vom Platz gegangen, dies sei die niedrigste Performance in einem ersten Quartal seit 2009. Es wecke Zweifel daran, ob Airbus seine Jahresziele von 870 Einheiten erfüllen könne.
US-Inflationsdaten lassen Dax kalt
Die im Rahmen der Erwartungen ausgefallenen US-Verbraucherpreise setzten am deutschen Aktienmarkt keinen Impuls. Der Dax zeigte sich wie im Vorfeld der Daten mit einem Plus von 0,7 Prozent auf 23.976 Punkte. Der EuroStoxx50 stieg um 1,0 Prozent auf 5953 Stellen. Auch der Euro reagierte kaum, er lag bei 1,1728 US-Dollar. Der Inflationsdruck in den USA hat im März wie erwartet stark zugenommen.
Sinkende Realeinkommen in den USA
Die Realeinkommen in den USA sind im März gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent gefallen. Wie das US-Arbeitsministerium mitteilte, war im Februar ein Anstieg um 0,3 Prozent zu verzeichnen. Das durchschnittliche Wocheneinkommen betrug den Angaben der Behörde zufolge im März saison- und inflationsbereinigt 287,05 Dollar nach 390,60 Dollar im Vormonat.
US-Inflation zieht im Zuge des Iran-Krieges kräftig an
In den USA hat der Ölpreisschock infolge des Iran-Krieges die Inflationsrate kräftig in die Höhe getrieben. Die Verbraucherpreise stiegen im März um 3,3 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Volkswirte hatten damit gerechnet. Die Teuerung hatte im Februar und damit vor Ausbruch der Kämpfe in Nahost noch bei 2,4 Prozent gelegen. Auch die Kerninflation ohne schwankungsanfällige Preise für Energie und Lebensmittel zog im März an - und zwar auf 2,6 Prozent, nach 2,5 Prozent im Februar. Die US-Notenbank Federal Reserve achtet besonders auf diese Teuerungsrate, da sie den zugrunde liegenden Inflationstrend gut abbildet.
"Die US-Verbraucherpreise zeigen erste Effekte des Iran-Kriegs, weitere werden folgen. Vor allem wegen der stark gestiegenen Spritpreise rennt die Gesamtrate der Kernrate weit voraus", meinte Bastian Hepperle von Hauck Aufhäuser Lampe. "Unternehmen werden einen Teil des höheren Kostendrucks weiterreichen, sodass die Kernrate noch etwas anziehen wird. Der Inflationsgipfel kommt aber bald in Sichtweite, zumal der zollbedingte Inflationsanstieg langsam nachlässt. Die Fed ist grundsätzlich zu Leitzinserhöhungen bereit, sollten sich die Inflationsrisiken verbreitern. Bislang sind die langfristigen Inflationserwartungen stabil geblieben, sodass die Fed in ihrer abwartenden Haltung bleiben kann."
Bitcoin fällt
Bitcoin notiert leicht schwächer, da die Anleger auf die für das Wochenende geplanten Gespräche zwischen den USA und dem Iran warten, während es Anzeichen für eine Belastung des vereinbarten zweiwöchigen Waffenstillstands gibt. "Der Waffenstillstand ist brüchig, die Straße von Hormus ist immer noch eingeschränkt, und alle starren auf die Gespräche zwischen den USA und dem Iran", schreiben die Analysten von Marex in einer Research Note. Der Iran schränkt den Verkehr durch die Meerenge ein und begründet dies mit den anhaltenden Angriffen Israels auf den Libanon. Israel hat Gesprächen mit dem Libanon zugestimmt, nachdem Präsident Trump den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu aufgefordert hatte, die Angriffe zurückzufahren.
Bitcoin fällt um 0,3 Prozent auf 72.196 US-Dollar, nachdem er über Nacht ein Dreiwochenhoch von 73.067 Dollar erreicht hatte, wie aus Daten von LSEG hervorgeht. Marex erwartet, dass Bitcoin in einer Spanne gehandelt wird, bis es zu einem nachhaltigen Ausbruch über 73.000 Dollar kommt.
Wall Street wartet auf US-Inflationsdaten
Wenig verändert dürfte die Wall Street in den letzten Handelstag der Woche starten. Allerdings werden noch vor dem Start Verbraucherpreise für März veröffentlicht, die potenziell für einen frischen Impuls sorgen könnten. Die Frage ist, wie stark der Ölpreisschock bereits auf die Preise durchgeschlagen hat, was wiederum die Zinserwartungen maßgeblich beeinflussen könnte. Ökonomen rechnen mit einem Anstieg um 0,9 Prozent zum Vormonat und um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, was jeweils deutlich über den Februar-Werten liegt.
"Obwohl die Ölpreise seit der Ankündigung des Waffenstillstands gefallen sind, sind die Inflationssorgen im Moment immer noch ziemlich groß, was bedeutet, dass alle Augen auf die Daten gerichtet sein werden", sagt Makrostratege Henry Allen von der Deutschen Bank mit Blick auf die Preisdaten. Es seien schließlich die ersten, die den Zeitraum seit Beginn des Iran-Krieges abdeckten.
Goldman Sachs: Lieferentlastung aus Persischem Golf dauert Wochen
Käufer von Öl aus dem Persischen Golf dürften für einen weiteren Monat auf inländische Lagerbestände und alternative Lieferungen angewiesen sein, trotz eines Anstiegs der Lieferungen durch die Straße von Hormus in den kommenden Tagen, so die Analysten der US-Großbank Goldman Sachs. Wegen der langen Transportzeiten werde es Wochen dauern, bis sich eine Verbesserung der Transportbedingungen wesentlich bemerkbar mache. Eine Lieferung vom Persischen Golf zu den großen Importeuren dauere im Durchschnitt etwa drei bis vier Wochen, so Goldman.
Neues vom Geldmarkt
Etwas weiter gestellt zeigen sich die Sätze am Frankfurter Euro-Geldmarkt. Vor dem Wochenende sei dies aber normal und spiegele nicht die politische Lage, heißt es von Disponenten. Der Overnight-Satz wird unverändert mit 1,87 zu 2,07 Prozent gestellt. Die Euribor-Sätze sind am Vortag angesichts der Entspannung in Nahost wie erwartet wieder deutlich zurückgefallen. Aktuelle Anzeichen, dass Marktteilnehmer eine Verschärfung der Lage über das Wochenende erwarten, gibt es nicht. Allerdings sei das letzte Wort über den Tagesverlauf noch nicht gesprochen, heißt es weiter. Denn mit den neuen US-Verbraucherpreisen (CPI) am frühen Nachmittag stehen die wichtigsten Daten des Tages noch bevor.
Tagesgeld: 1,87 - 2,07 (1,87 - 2,07), Wochengeld: 1,90 - 2,15 (1,91 - 2,21), 1-Monats-Geld: 1,96 - 2,22 (2,00 - 2,20), 3-Monats-Geld: 1,89 - 2,19 (2,20 - 2,25), 6-Monats-Geld: 2,17 - 2,27 (2,17 - 2,27), 12-Monats-Geld: 2,55 - 2,67 (2,59 - 2,65), Euribors: 09.04. 08.04. 3 Monate: 2,1500 2,1700, 6 Monate: 2,4290 2,5120, 12 Monate: 2,6800 2,8720
Nordex mit dickem Auftrag aus Spanien
Nordex wird einen Windpark in Spanien mit 13 Turbinen und Stahlrohrtürmen ausstatten. Die Anlagen werden voraussichtlich ab Frühjahr nächsten Jahres errichtet, eine Gesamtleistung von 80 Megawatt haben und gegen Ende 2027 in Betrieb gehen, wie der Windanlagenhersteller mitteilte. Der Auftraggeber habe die Option, den Windpark noch um 40 Megawatt Leistung zu erweitern, hieß es weiter. Teil des Auftrags sei ein Servicevertrag mit 20 Jahren Laufzeit.
Staat sichert 153 Millionen Euro aus Northvolt-Insolvenz
Die Pleite des schwedischen Batterieherstellers Northvolt kostet die deutschen Steuerzahler etwas weniger Geld als bislang angenommen. Im Zuge der geplanten Übernahme der deutschen Tochter durch Lyten haben Bund und Land Schleswig-Holstein 153 Millionen Euro an Steuergeld gesichert.
Das Geld wurde bereits zurückgezahlt, wie das Bundeswirtschaftsministerium bestätigte. Die Mittel gehen jeweils zur Hälfte an den Bund und Schleswig-Holstein.
ETFs für Einsteiger - kompakt und einfach erklärt
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Opel-Entwicklungssparte wird kräftig eingedampft
Der Autokonzern Stellantis will das Entwicklungszentrum am Opel-Stammsitz Rüsselsheim erneut verkleinern. Von derzeit rund 1650 Ingenieurinnen und Ingenieuren sollen künftig noch 1000 an der Entwicklung von Opel-Modellen sowie verschiedenen Themenfeldern für den Gesamtkonzern arbeiten, teilte Stellantis mit. Bei der Übernahme durch die Peugeot-Mutter PSA im Jahr 2017 waren bei Opel noch rund 7000 Entwickler beschäftigt. Seitdem haben etliche Experten den Autobauer verlassen, ganze Abteilungen wurden geschlossen. Ein Teil der Beschäftigten wechselte auch zum Ingenieurs-Dienstleister Segula.
Der nun geplante Personalabbau ist offenbar nicht mehr über die bis ins Jahr 2029 vereinbarten Ausstiegsprogramme möglich. Das Unternehmen hat daher nach eigenen Angaben den Betriebsrat informiert und strebt einvernehmliche Lösungen an. Denkbar sind hier etwa zusätzliche Abfindungsprogramme.
Dax bleibt positiv
Update von der Frankfurter Börse: Nach seinen gestrigen Verlusten hat sich der Dax bislang im positiven Bereich halten können. Der deutsche Leitindex stieg am Mittag um 0,5 Prozent auf 23.917 Punkte. Der EuroStoxx50 notierte 0,3 Prozent höher bei 5915 Stellen. Die Preise für die Ölsorten Brent und WTI stiegen um 0,5 beziehungsweise 1,1 Prozent auf 96,79 beziehungsweise 98,93 US-Dollar.
US-Dollar steht vor größtem Wochenverlust seit Januar
Der seit der Ankündigung der Waffenruhe im Iran-Krieg unter Druck stehende US-Dollar steuert auf seinen größten Wochenverlust seit Januar zu. Der Dollar-Index, der die Devise zu anderen wichtigen Währungen misst, stand am Mittag mit 98,94 Punkten auf Wochensicht rund 1,3 Prozent im Minus. "Die Leute kauften den US-Dollar, als der Krieg am heftigsten war, und jetzt verkaufen sie ihn, da das Risiko eines wirklich schlimmen Ausgangs deutlich nachgelassen hat", sagte Jason Wong, Stratege bei BNZ. "Auch wenn die Lage noch etwas unsicher erscheint, ist die Waffenruhe, die dieses letzte Risiko beseitigt, für die Stimmung wichtig", sagte er. Sollten die am Wochenende erwarteten Friedensgespräche keine Fortschritte bringen, könne das aber schnell wieder kippen. Der Euro kommt bei aktuell 1,1707 Dollar auf ein Wochenplus von rund 1,7 Prozent.
Rüstungsaktien vor US-iranischen Gesprächen rot
Vor den Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran am Wochenende werden Aktien von Rüstungsunternehmen von den Anlegern verkauft. Der europäische Sektorindex verliert bis zu ein Prozent auf 2793 Punkte. "Die bittere Logik der Börse: Waffenstillstände sind reinstes Gift für Rüstungskonzerne", sagt Frank Sohlleder, Analyst bei ActivTrades.
Die rote Laterne im Dax halten die Papiere von Rheinmetall, die um 1,6 Prozent abtauchen. Die Aktie kämpfe bereits seit Oktober vergangenen Jahres vergeblich darum, ihren Aufwärtstrend wieder aufzunehmen, sagt Sohlleder. Papiere von Hensoldt sind mit einem Minus von 2,1 Prozent größter MDax-Verlierer. Aktien von Renk fallen um rund ein Prozent.
Daimler Truck hat großes Absatzproblem in Nordamerika
Daimler Truck hat im ersten Quartal einen Absatzrückgang verzeichnet, der vor allem durch zweistellig rückläufigen Absatz bei Trucks North America getrieben war. Wie der Dax-Konzern mitteilte, sank der Absatz im Dreimonatszeitraum um neun Prozent auf 68.849 Fahrzeuge. Dabei verzeichnete das zweitgrößte Segment Trucks North America einen Absatzrückgang um 25 Prozent auf 29.432 Fahrzeuge, bei Daimler Buses sank er um 20 Prozent auf 4972. Das größte Segment Mercedes-Benz Trucks konnte den Absatz um 13 Prozent steigern, auf 34.486 Fahrzeuge.
Die stärkste Steigerung allerdings auf kleinem absolutem Level verzeichneten die batterieelektrischen Lkw und Busse. Der Absatz kletterte im ersten Quartal um 26 Prozent auf 742 Einheiten (Q1 2025: 590). Daimler Truck will bei der Veröffentlichung der Ergebnisse des ersten Quartals am 6. Mai detailliert über die finanziellen und nichtfinanziellen Kennzahlen des ersten Quartals auf Konzern- und Segmentebene berichten.
Caterer-Aktie stürzt ab
Die Aktien des französischen Catering- und Dienstleistungskonzerns Sodexo brechen angesichts einer enttäuschenden Geschäftsentwicklung ein. Die Aktien verlieren in der Spitze knapp 20 Prozent und steuern auf den größten Tagesverlust seit März 2025 zu.
"Sodexo hat ein sehr schwaches Ergebnis für das erste Halbjahr gemeldet, selbst im Vergleich zu den bereits gesenkten Erwartungen", sagen Analysten von JP Morgan. Die Gewinnwarnung für 2026 sehe "noch besorgniserregender" aus. Die Gruppe rechnet in diesem Jahr mit einer operativen Marge von 3,2 Prozent bis 3,4 Prozent, nachdem zuvor ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert von 4,7 Prozent erwartet worden war.
Gold vor Wochengewinn - heute aber bislang schwach
Der Goldpreis gibt nach, bleibt aber auf Kurs für einen Wochengewinn von zwei Prozent, da die Anleger auf mehr Klarheit von den bevorstehenden Gesprächen zwischen den USA und dem Iran am Wochenende warten. Ein brüchiger zweiwöchiger Waffenstillstand schürt weiterhin die Unsicherheit am Markt, wobei die Futures in New York um 0,9 Prozent auf 4775,20 US-Dollar je Feinunze nachgeben.
Die Rohölsorte Brent steuert jedoch auf einen deutlichen Wochenverlust von fast elf Prozent zu, was die Sorgen über erhöhte Energiekosten und einen breiteren Inflationsdruck lindert. Die jüngsten US-Wirtschaftsdaten haben nach Einschätzung einiger Marktbeobachter auch die Sorgen über die geldpolitischen Aussichten gedämpft.
Zwischen Waffenruhe und Unsicherheit: Wohin steuert der Markt?
Die Lage im Nahen Osten hält die Börsen weiter in Atem - trotz der verkündeten Waffenruhe bleibt die Unsicherheit hoch. Auch der Dax zeigt, wie nervös die Märkte aktuell sind. Welche Marken jetzt entscheidend sind und welche Strategien jetzt sinnvoll sind, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Sebastian Scheck von BNP Paribas.
Porsche verkauft erneut weniger Autos
Der Sportwagenbauer Porsche meldet wegen der weiterhin schwierigen Lage in China und in Nordamerika sinkende Absatzzahlen. Im ersten Quartal 2026 verkaufte die VW-Tochter weltweit 60.991 Fahrzeuge. Das waren 15 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Als Gründe nannte Porsche unter anderem das Auslaufen der Produktion des Cayman und Boxster mit Verbrenner sowie entfallene Steuervergünstigungen für Elektro- und Hybridfahrzeuge in den USA.
Porsche-Vertriebsvorstand Matthias Becker sagte, der Absatz zwischen Januar und März liege im Bereich der Erwartungen. "Der Fokus in den kommenden Monaten liegt nun auf der Markteinführung des vollelektrischen Cayenne". Dieser wird ab Sommer ausgeliefert.
Wirtschaftsweiser Felbermayr fordert "Einkaufskartell der EU-Staaten" für Gas
Angesichts stark gestiegener Beschaffungspreise für Erdgas fordert der Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr eine Bündelung der Marktmacht europäischer und asiatischer Staaten rechtzeitig vor dem Sommer, um die Gasspeicher zu akzeptablen Preisen wieder auffüllen zu können. "Wir brauchen eine europäische Lösung. Eine Art Einkaufskartell der EU-Staaten, am besten ergänzt durch asiatische Länder," sagte der Ökonom der Funke Mediengruppe. Ansonsten laufe man Gefahr, sich bei der Gasbeschaffung gegenseitig zu überbieten. "Spätestens im August beginnt das große Rennen aller Unternehmen und Länder um die verfügbaren Gasmengen", so Felbermayr. Das könnte die Preise weitertreiben.
Dax tastet sich vorsichtig vor
Der deutsche Aktienmarkt startet am letzten Handelstag der Woche verhalten. Der Dax notiert mit 23.827 Punkten minimal im Plus. An der Spitze stehen Adidas, Infineon und SAP.
Die wichtigsten Daten des Tages, die neuen US-Verbraucherpreise, werden erst am Nachmittag vorgelegt. Wegen der gestiegenen Energiepreise wird mit einem kräftigen Sprung nach oben auf 3,3 Prozent gerechnet. Zinssenkungen durch die US-Notenbank werden damit immer unwahrscheinlicher. Auch der wichtige PCE-Inflations-Indikator war am Vortag nur leicht auf 3,0 Prozent zurückgegangen und liegt damit weit über dem Fed-Ziel.
Inflation auf höchstem Stand seit Anfang 2024
Die stark gestiegenen Ölpreise im Zuge des Iran-Krieges haben die Lebenshaltungskosten in die Höhe getrieben. Im März stiegen die Verbraucherpreise um 2,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt und damit eine erste Schätzzahl bestätigt.
Es ist der höchste Wert seit Januar 2024. Im Februar 2026 hatte die Inflationsrate bei 1,9 und im Januar bei 2,1 Prozent gelegen. "Insbesondere Kraftstoffe und Heizöl haben sich für die Verbraucherinnen und Verbraucher seit Beginn des Iran-Kriegs sprunghaft verteuert", so Destatis-Präsidentin Ruth Brand.
Die Preise für Energieprodukte insgesamt lagen vorigen Monat um 7,2 Prozent höher als im März 2025. Das war zugleich der erste Anstieg der Energiepreise gegenüber dem Vorjahresmonat seit Dezember 2023. Im Februar hatte der Preisrückgang noch bei 1,9 Prozent gelegen.
Nahost-Krieg verschreckt Urlauber: Buchungen massiv eingebrochen
Der Iran-Krieg hat zu einem kräftigen Rückgang der Reisebuchungen geführt. Wie eine Datenanalyse des IT-Dienstleisters ZIEL im Auftrag des "Handelsblatts" zeigt, lag der gesamte Buchungsumsatz der deutschen Reisebüros im März 11,6 Prozent unter dem des Vorjahres.
Die Zahl der gebuchten Urlaube sank sogar um 15 Prozent - was auf erheblich gestiegene Preise hindeutet. Nicht nur Länder im Kriegsgebiet waren betroffen: So gingen die Umsätze für die Türkei und Ägypten um je rund 45 Prozent zurück. Auch die Kanaren und Balearen verzeichneten deutliche Rückgänge.
Umsatzsprung von 35 Prozent: TSMC wächst weiter
Der wachsende Bedarf an Hochleistungsprozessoren für Künstliche Intelligenz (KI) hat TSMC erneut zu einem überraschend deutlichen Umsatzsprung verholfen. Die Erlöse stiegen im ersten Quartal um 35 Prozent auf umgerechnet 30,5 Milliarden Euro, teilte der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger mit.
Das taiwanische Unternehmen, das den führenden Halbleiter-Konzern Nvidia und den iPhone-Anbieter Apple zu seinen Kunden zählt, reitet seit Längerem auf einer Welle des Erfolgs. Für das laufende Jahr peilt es ein Umsatzplus von etwa 30 Prozent an. Um die hohe Nachfrage bedienen zu können, baut TSMC seine Produktionskapazitäten massiv aus. Das Investitionsvolumen soll 2026 um 37 Prozent auf 56 Milliarden Dollar steigen.
"Alle Augen auf Hormus": Ölpreise steigen
Die Sorgen über weitere Unterbrechungen der Ölversorgung im Nahen Osten treiben die Preise wieder nach oben. Am Rohstoffmarkt verteuert sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um ein Prozent auf 96,83 Dollar je Barrel (159 Liter). US-Öl WTI notiert 0,6 Prozent fester bei 98,43 Dollar.
In dieser Woche haben beide Kontrakte bisher elf Prozent an Wert verloren, der größte wöchentliche Rückgang seit Juni 2025. Die angekündigte Waffenruhe im Iran-Krieg hatte zunächst für einen Preissturz gesorgt. Die anfängliche Erleichterung sei aber schnell von Zweifeln überschattet worden, schreibt IG-Marktanalyst Tony Sycamore. Alle Augen seien weiterhin fest auf die Tankerströme in der Straße von Hormus gerichtet, um Anzeichen für eine verstärkte Aktivität im Vorfeld der in Pakistan geplanten Friedensgespräche zu erkennen.
Der Tankerverkehr in der strategisch wichtigen Wasserstraße ruht immer noch weitgehend. Zudem haben Angriffe auf saudische Energieanlagen die Ölproduktionskapazität des Königreichs um rund 600.000 Barrel pro Tag und den Durchsatz der Ost-West-Pipeline um etwa 700.000 Barrel pro Tag reduziert, berichtet die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA.
Dax läuft sich warm
Der Dax wird der Kursentwicklung an den Terminmärkten zufolge etwas höher in den Handel starten. Am Vortag hatte der deutsche Leitindex 1,1 Prozent tiefer bei 23.806,99 Punkten geschlossen, da Anleger nach den schweren Angriffen Israels auf den Libanon an der Tragfähigkeit der Waffenruhe im Iran-Krieg zweifelten.
An der Wall Street hatte die Hoffnung auf Gespräche hingegen für leichte Gewinne gesorgt. Zum Wochenschluss werden in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad Delegationen aus den USA und dem Iran erwartet. Die eigentlichen Gespräche über die Aushandlung einer Waffenruhe sollen am Samstagmorgen (Ortszeit) beginnen. Im Fokus der Anleger werden heute die Inflationszahlen aus den USA stehen, die laut Experten durch die Kriegsauswirkungen höher ausfallen dürften. Sollte die März-Rate noch stärker steigen als erwartet, könnte das die Diskussionen über Zinserhöhungen der Notenbanken noch verstärken und damit auch die Aktienmärkte belasten, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.
Volkswagen stoppt ID.4-Produktion in USA und stellt auf Verbrenner-SUV um
Volkswagen stellt die Produktion seines Elektro-SUV ID.4 in den USA noch in diesem Monat ein. Der Wolfsburger Autobauer begründete den Schritt am Vortag mit dem dortigen schwierigen Marktumfeld für Elektroautos. So hatte die US-Regierung im Herbst einen Steuerbonus von 7500 Dollar als Kaufanreiz für Elektrofahrzeuge gestrichen. Der Absatz des ID.4 war im vierten Quartal 2024 im Jahresvergleich um 62 Prozent eingebrochen. Volkswagen will in seinem Werk in Chattanooga im Bundesstaat Tennessee die Produktion stattdessen auf seine absatzstärkeren SUV-Modelle mit Benzinmotor, den Atlas und den Atlas Cross Sport, umstellen.
Streik der Flugbegleiter dürfte Lufthansa-Papiere ausbremsen
Die Aktien der Lufthansa werden heute voraussichtlich unter Druck stehen. Der Streik des Kabinenpersonals sei zwar nur für einen Tag geplant, dürfte aber angesichts der Ölpreis-Krise noch weiter auf die Stimmung drücken, sagen Händler. Rund 500 Flüge dürften ausfallen. Innerhalb des Airline-Baskets dürften Lufthansa daher die schwächste Aktie stellen, heißt es. Die Analysten der DZ-Bank halten den Streik finanziell zwar für beherrschbar, sehen darin aber ein weiteres Signal für andauernden Tarif- und Restrukturierungsdruck.
Die Flugbegleiter sind seit Mitternacht im Ausstand. Gestreikt wird bis 22 Uhr.
Durchwachsene Preisdaten aus China
Die Verbraucherpreise sind im März zwar zum Vorjahr um 1,0 Prozent gestiegen, allerdings weniger als von Volkswirten mit 1,3 Prozent erwartet. Zugleich stiegen die Erzeugerpreise zwar wie erwartet um 0,5 Prozent, womit die zuvor gesehene Deflation beendet wurde. Dies wird aber vor allem den höheren Energiepreisen zugeschrieben und weniger als Beleg einer konjunkturellen Belebung im Reich der Mitte gewertet.
Asien-Börsen folgen Wall Street nach oben
Die Börsen in Fernost schließen sich am letzten Handelstag der Woche mehrheitlich der positiven Vorgabe der Wall Street an. Zur freundlicheren Grundstimmung trägt auch hier bei, dass Israel direkte Verhandlungen mit dem Libanon aufnehmen will und dass Israel nach den Worten von US-Präsident Trump zudem seine Angriffe auf den Libanon verringern will. Später am Tag sollen in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad erste Gespräche zwischen den USA und dem Iran stattfinden. Hauptstreitpunkt ist neben den andauernden Angriffen Israels auf den Libanon die weiter vom Iran nicht voll geöffnete Straße von Hormus.
Der Nikkei zeigt sich lediglich minimal im Plus. Hier bremst laut Marktteilnehmern, dass die japanischen Erzeugerpreise im März gestiegen sind, was Befürchtungen einer energiepreisgetriebenen Inflation und Zinserhöhungen durch die Bank of Japan schürt. In Seoul geht es für den stark technologielastigen Kospi um 1,8 Prozent nach oben, nachdem die Notenbank des Landes wie erwartet die Leitzinsen bestätigt hat vor dem Hintergrund eines befürchteten Inflationsanstiegs.
In Shanghai und in Hongkong verbessern sich die Indizes um gut ein halbes Prozent. Im australischen Sydney kommt der S&P/ASX-200 um 0,3 Prozent zurück.
Und so lief es am Vorabend in den USA:
Es bleibt spannend für den Dax
Die offensichtlich brüchige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran hat am Donnerstag für nachgebende Kurse an den europäischen Aktienmärkten gesorgt. Auch der Dax präsentierte sich im roten Gewand und trat wieder den Rückzug an. Zur Wochenmitte hatte die Vereinbarung noch weltweit für deutlich steigende Notierungen nach sich gezogen.
Was erwartet uns heute? Ein Streik des Kabinenpersonals dürfte zum Ausfall Hunderter Flüge der Lufthansa führen. Die Gewerkschaft UFO hat die Beschäftigten der Kernmarke sowie der Zubringergesellschaft Cityline zu einem eintägigen Arbeitskampf aufgerufen. Bis 22.00 Uhr sollen alle Abflüge von den Drehkreuzen in Frankfurt am Main und München bestreikt werden. Allein am Frankfurter Flughafen wurden rund 200 Abflüge annulliert. Um die Auswirkungen für die Passagiere abzufedern, sollen andere Airlines des Konzerns nach Möglichkeit Zusatzflüge übernehmen.
Die stark gestiegenen Ölpreise im Zuge des Iran-Krieges haben die deutsche Inflation im März in die Höhe getrieben. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht hierzu eine finale Zahl, nachdem es in einer vorläufigen Schätzung eine Inflationsrate von 2,7 Prozent ermittelt hatte.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat wegen der hohen Energiepreise und den wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs Vertreter von Wirtschaft und Gewerkschaften zu einem Krisengipfel in sein Ministerium geladen. Teilnehmer an dem "Sozialpartnergespräch" sind die Spitzen von Gewerkschaften wie der IG Metall und der IGBCE sowie der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände BDI und BDA. Bei dem Austausch solle es um die Frage gehen, wie Bürger und Wirtschaft von den hohen Spritpreisen entlastet werden könnten.