Dax erneut arg gerupft - Rheinmetall-Aktie stürzt ab
Mit deutlicheren Abgaben haben sich die europäischen Aktienmärkte auch zum Wochenausklang präsentiert. Nach der Euphorie zur Wochenmitte wegen laufender Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran, kam es nun erneut zu Kampfhandlungen. Die Märkte reagierten darauf mit einer erneuten Risikoscheu. So auch an der Frankfurter Börse, wo der Dax den zweiten Tag in Folge kräftig verlor. Der deutsche Leitindex ging mit einem Abschlag von 1,3 Prozent auf 24.339 Punkte ins Wochenende. Der EuroStoxx50 notierte 1,1 Prozent leichter bei 5906 Stellen.
Für etwas Verwunderung auf dem Börsenparkett sorgte, dass US-Präsident Donald Trump sagte, der Waffenstillstand mit dem Iran sei weiterhin in Kraft, und die jüngsten US-Angriffe auf das Land als "liebevollen Klaps" bezeichnete. Händler wunderten sich über diese unübliche Reaktion. Entsprechend hoch setzen sie die Wahrscheinlichkeit auf einen Frieden an. So setzten Rheinmetall ihren Absturz mit minus 9,2 Prozent fort und belasteten den Dax.
Commerzbank verloren 3,9 Prozent, obwohl das Finanzinstitut mit einem Nettogewinn von 913 Millionen Euro im ersten Quartal die Erwartungen der Analysten übertraf. Die Bank setzt sich im Abwehrkampf gegen die Übernahme-Ambitionen von Unicredit ehrgeizigere Ziele und will dazu weitere rund 3000 Arbeitsplätze abbauen.
Im MDax gewannen Bechtle 2,1 Prozent. Das schwäbische IT-Systemhaus ist dank einer hohen Nachfrage von Industrie und Behörden mit einem Gewinnsprung in das Jahr gestartet.
Hersteller geben auf E-Autos weniger Rabatt
Auf dem deutschen Automarkt haben Hersteller und Handel ihre Rabatte für neue Elektroautos zuletzt zurückgefahren. Im April sank der durchschnittliche Preisnachlass auf den Listenpreis um 0,6 Punkte auf 18,7 Prozent, wie aus der regelmäßigen Marktstudie des privaten Instituts "Center Automotive Research" hervorgeht. Bei den Verbrennern sanken die Rabatte nach einem Höchststand im März nur halb so stark um 0,3 Punkte auf 18,4 Prozent vom Listenpreis.
Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer sieht in der Entwicklung eine Reaktion auf die hohen Spritpreise. Elektroautos würden wegen ihrer geringeren Betriebskosten für die Kunden attraktiver, so dass ihr Verkauf weniger unterstützt werden müsse. Zu diesem Trend trage auch bei, dass zunehmend kleinere E-Wagen mit niedrigeren Einstiegspreisen auf den Markt kämen. Wichtige Modelle seien der VW ID Polo, der Kia EV2 oder der Renault Twingo E-Tech.
"Wer glaubt, Trump trifft nur Konzerne, irrt"
US-Präsident Donald Trump stellt den Europäern erneut ein Zoll-Ultimatum. Sollte die EU nicht bis zum 4. Juli ihren Teil des Abkommens erfüllen, würden die Zölle "leider sofort auf ein viel höheres Niveau steigen". Ulrich Reitz findet: Das Ganze ist politische Pyrotechnik für Trumps eigene Bühne.
Wall Street startet mit Gewinnen
Robuste US-Arbeitsmarktdaten und festere Chipwerte haben die US-Aktienanleger in Kauflaune versetzt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg um 0,2 Prozent auf 49.693 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 gewann 0,8 Prozent auf 7390 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq zog um 1,2 Prozent auf 26.115 Punkte an und lag damit erneut auf Rekordniveau.
Chipaktien gingen nach den jüngsten Kursverlusten auf Erholungskurs. Papiere von Microchip Technology legten 1,8 Prozent zu. Die Firma setzt auf eine starke Nachfrage nach ihren Chips, die im Industrie- und Automobilsektor zum Einsatz kommen, und erwartet für das erste Quartal einen überraschend hohen Umsatz. Aktien von Qualcomm, einem der weltweit größten Anbieter von Smartphone-Chips, stiegen um mehr als sechs Prozent, Papiere von KI-Vorreiter Nvidia notierten 1,6 Prozent im Plus.
Wie viel Euphorie vertragen Tech-Aktien noch?
Die Stimmung an den US-Börsen bleibt überraschend robust - vor allem im Technologiesektor. Starke Unternehmenszahlen und KI-Euphorie treiben die Kurse wie den Nasdaq 100 weiter an. Doch wie nachhaltig ist diese Rally wirklich? Worauf Anleger jetzt achten sollten, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Nicolas Saurenz von Feingold Research.
Schweizer Bitcoin-Initiative für Notenbank steht vor Aus
Eine Initiative von Krypto-Befürwortern, die die Schweizerische Nationalbank (SNB) dazu verpflichten wollten, Bitcoin in ihre Währungsreserven aufzunehmen, steht vor dem Aus. Die eidgenössischen Behörden hatten die Initiative im Dezember 2024 formell zugelassen, woraufhin die Initiatoren 18 Monate Zeit hatten, um für eine Verfassungsänderung zu werben. Die Kampagne steht nun kurz vor dem Abbruch, nachdem sie nicht genügend Unterschriften sammeln konnte, um eine Volksabstimmung in der Schweiz zu initiieren. Die Bitcoin-Initiative teilte mit, sie habe nur etwa die Hälfte der 100.000 Unterschriften gesammelt, die bis zum 30. Juni 2026 für ein Referendum erforderlich gewesen wären.
Porsche schließt Geschäfte bei Töchtern - Hunderte Mitarbeiter betroffen
Porsche ergreift im Zuge der strategischen Neuausrichtung zu weiteren einschneidenden Maßnahmen, bei denen drei einst aussichtsreiche Geschäftsbereiche komplett geschlossen werden sollen. Betroffen sind die Tochterunternehmen Cellforce, Porsche eBike Performance und Cetitec, wie der MDax-Konzern mitteilte. Insgesamt seien mehr als 500 Mitarbeiter von den geplanten Maßnahmen betroffen.
"Porsche muss sich wieder auf sein Kerngeschäft fokussieren. Das ist die unabdingbare Grundlage für eine erfolgreiche strategische Neuausrichtung", wird CEO Michael Leiters in der Mitteilung zitiert. "Das zwingt uns zu schmerzhaften Einschnitten - auch bei unseren Tochtergesellschaften." Porsche hatte vor kurzem erst angekündigt, die Anteile an Bugatti Rimac und der Rimac Group abzustoßen.
US-Arbeitsmarkt stärker als erwartet
Das US-Jobwachstum hat im April die Erwartungen übertroffen. Wie das US-Arbeitsministerium berichtete, entstanden in der Privatwirtschaft und beim Staat 115.000 zusätzliche Stellen. Volkswirte hatten nur einen Zuwachs um 55.000 erwartet. Die Angaben für die beiden Vormonate wurden kumuliert um 16.000 Jobs nach unten revidiert: Das Ministerium meldete für März nun ein Stellenplus von 185.000 (vorläufig: 178.000) und für Februar ein Stellenminus von 156.000 (vorläufig: 133.000). Die separat erhobene Arbeitslosenquote stagnierte im April bei 4,3 Prozent. Ökonomen hatten eine stabile Quote erwartet.
"Bei der Beschäftigung ist das Wellblechmuster mit abwechselnd starken Anstiegen und Rückgängen erst einmal durchbrochen. Auf den starken März-Bericht folgt nun nochmals ein kräftiger Zuwachs", sagte Bastian Hepperle von Hauck Aufhäuser Lampe. "Neue Jobs entstehen weiterhin vor allem in den Bereichen Bildung und Gesundheit, nicht aber in der für den Konjunkturzyklus wichtigen Industrie. Das hohe Tempo bei den Beschäftigungszuwächsen wird sich nicht fortsetzen. Aber auch moderatere Stellenzuwächse reichen aber aus, um die Arbeitslosenquote recht stabil zu halten. Vom Arbeitsmarkt her gibt es für den neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh derzeit keine Argumente für eine rasche Leitzinssenkung. Die Fed wird vorerst in ihrer Warteposition verharren."
IWF: KI-Bedrohung könnte Finanzmärkte auf den Kopf stellen
Fortschritte im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) können aus Sicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) die Widerstandsfähigkeit der Märkte gegenüber Cyberbedrohungen stärken, doch die Technologie sei mittlerweile auch in der Lage, einen makrofinanziellen Schock auszulösen. Die Analyse des IWF deutet darauf hin, dass extreme Verluste durch einen Cybervorfall Finanzierungsengpässe auslösen könnten. Zudem könnten sie Solvenzsorgen wecken und breitere Märkte stören. Dies reiht sich in die Vielzahl von Bedenken ein, die von Behörden in den USA, der EU und anderswo geäußert wurden.
Neues vom Geldmarkt
Wenig bewegt zeigt sich der europäische Geldmarkt, nachdem es in den vergangenen Tagen in der Hoffnung auf einen baldigen Friedensschluss zwischen dem Iran und den USA mit den Sätzen kräftiger nach unten ging. Die am Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer EZB-Zinserhöhung im Juni liegt weiterhin bei rund 80 Prozent. Bei einem baldigen Ende des Iran-Krieges dürften die Inflationserwartungen laut Marktteilnehmern rasch wieder fallen. Allerdings ist es ein Spiel gegen die Zeit. Denn EZB-Direktorin Isabel Schnabel sieht Anzeichen dafür, dass die Inflationsdynamik derzeit stärker ist als während des Post-Corona-Schocks 2021.
Tagesgeld: 1,87 - 2,07 (1,87 - 2,07), Wochengeld: 1,83 - 2,13 (1,83 - 2,13), 1-Monats-Geld: 1,90 - 2,20 (1,91 - 2,16), 3-Monats-Geld: 2,18 - 2,23 (2,17 - 2,37), 6-Monats-Geld: 2,19 - 2,29 (2,19 - 2,29), 12-Monats-Geld: 2,59 - 2,71 (2,56 - 2,66), Euribors: 07.05. 06.05. 3 Monate: 2,2480 2,2400, 6 Monate: 2,5220 2,5560, 12 Monate: 2,7950 2,8670
Bitcoin legt zu - Risikostimmung hellt sich leicht auf
Bitcoin hat leicht zugelegt, da sich die Risikostimmung angesichts der jüngsten Nachrichten zum Iran-Krieg verbessert hat. "Die Kommentare von Präsident Trump, dass der Waffenstillstand mit dem Iran in Kraft bleibe und eine Einigung innerhalb von Tagen erzielt werden könne, helfen den Risikoanlagen, sich zu behaupten, aber seine Warnung, dass die Bombardierungen wieder aufgenommen werden könnten, wenn der Iran den US-Plan ablehnt, hält die Händler vorsichtig", schreibt Naeem Aslam von Zaye Capital Markets in einem Kommentar. Zudem gebe es Optimismus hinsichtlich der Politik für digitale Vermögenswerte, schreibt er.
Ein Berater des Weißen Hauses für digitale Vermögenswerte sagte, dass in den kommenden Wochen ein Update zur strategischen Bitcoin-Reserve erwartet werde. Zudem gebe es Berichte über Fortschritte bei der Verwahrung digitaler Vermögenswerte auf Bundesebene und bei der Schaffung von Klarheit über die Krypto-Marktstruktur. Bitcoin steigt laut Daten von LSEG um 0,1 Prozent auf 80.063 US-Dollar.
British-Airways-Mutter kappt Ausblick - Aktie rot
Die British-Airways-Mutter IAG rechnet im laufenden Jahr mit weniger Gewinn als bislang erwartet und verschreckt damit ihre Anleger. Grund für den gekappten Ausblick seien die rasant gestiegenen Kerosinkosten sowie Lieferengpässe infolge des Iran-Krieges, teilte der Luftfahrtkonzern mit. Damit reiht sich IAG bei Konkurrenten wie Air France-KLM und Easyjet ein, die ebenfalls vor den finanziellen Folgen der explodierenden Treibstoffpreise gewarnt hatten. Eine konkrete neue Gewinnprognose gab das Unternehmen nicht ab. Die Aktie von IAG rauschte an der Londoner Börse zeitweise um mehr als fünf Prozent ins Minus, kam dann aber wieder zurück.
IAG, zu der auch die Fluggesellschaften Iberia und Aer Lingus gehören, rechnet in diesem Jahr mit Kerosinkosten von rund neun Milliarden Euro. Für den Rest des Jahres 2026 seien 70 Prozent des voraussichtlichen Treibstoffbedarfs preislich abgesichert.
"Würde man Trump ausblenden, würde sich nichts ändern"
Ein US-Gericht erklärt Trump-Zölle von für ungültig, mal wieder. Trump kündigt neue Zölle für die EU an, mal wieder. Die EU bewegt sich langsam, mal wieder. Dirk Jandura, Präsident des Groß- und Außenhandelsverbands, ist mittlerweile an einem für ihn selbst unglaublichen Punkt: Es gibt Wichtigeres.
Sony schwächelt bei den "Zockern"
Sony rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit einem deutlichen Gewinnanstieg, stellt sich jedoch auch auf sinkende Umsätze in seinem wichtigen Videospiele-Geschäft ein. Der Betriebsgewinn werde bis Ende März 2027 voraussichtlich um elf Prozent auf 1,6 Billionen Yen - etwa 10,20 Milliarden Dollar - steigen, teilte der japanische Unterhaltungskonzern mit. Im abgelaufenen Geschäftsjahr kletterte das operative Ergebnis um 13,4 Prozent auf 1,45 Billionen Yen. Damit verfehlte Sony die Erwartungen der Analysten, die mit 1,56 Billionen Yen gerechnet hatten.
Obwohl der Konzern für seinen Umbau zu einem Unterhaltungsriesen gelobt wird, belasteten zuletzt Sorgen über die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) sowie fehlende Wachstumsimpulse die Aktie. Zudem befürchten Investoren, dass steigende Preise für Speicherchips und Lieferkettenprobleme infolge des Krieges im Iran die Gewinnmargen von Elektronikherstellern wie Sony und dem Konkurrenten Nintendo schmälern könnten.
Commerzbank-Chefin zerpflückt Unicredit-Vorschläge
Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp hat ihre Kritik an den Restrukturierungsvorschlägen von Unicredit erneuert. "Die Behauptungen und Annahmen von Unicredit halten einer Überprüfung nicht stand", sagte sie in einer Telefonkonferenz. Die Italiener hätten "mit irreführenden Darstellungen gearbeitet, um die Commerzbank zu diskreditieren und unsere Bewertung nach unten zu drücken". Orlopp ging unter anderem auf die von Unicredit vorgeschlagenen Sparmaßnahmen ein. "Das behauptete Kostensenkungspotenzial von 1,3 Milliarden Euro bis 2028 ist extrem aggressiv und mit entsprechenden Umsetzungsrisiken verbunden", sagte die Managerin. "Und der negative Ertragseffekt würde unserer Einschätzung nach deutlich über einer Milliarde Euro liegen." Sie warf Unicredit einen fehlenden Realitätsbezug vor.
Laut einer von der Commerzbank veröffentlichten Präsentation erforderten die Annahmen von Unicredit einen Abbau von 7000 Vollzeitkräften bei der Frankfurter Bank, was das Deutschland-Geschäft erheblich beeinträchtigen würde. Die Commerzbank hat am Morgen den Abbau von brutto 3000 Stellen angekündigt.
Dax rot - Ölpreise fallen
Update von der Frankfurter Börse: Der Dax hat sich im roten Bereich festgesetzt aber einen Teil seiner Verluste wieder abgebaut. Kurz vor Mittag lag der deutsche Leitindex 0,6 Prozent tiefer bei 24.508 Punkten, am Vormittag war er bis auf 24.406 Zähler gefallen. Der EuroStoxx50 sackte um 0,7 Prozent auf 5931 Stellen ab. Der Euro präsentierte sich 0,3 Prozent fester bei 1,1768 US-Dollar. Die Preise für die Ölsorten Brent und WTI gingen um 3,2 beziehungsweise 3,5 Prozent auf 99,84 beziehungsweise 94,32 Dollar zurück.
Pfund trotz Wahldebakels für Labour-Partei im Aufwind
Trotz der erheblichen Verluste für die regierende Labour-Partei bei den Regional- und Kommunalwahlen hat das britische Pfund Boden gut gemacht. Die Währung stieg um bis zu 0,5 Prozent auf 1,3620 US-Dollar. Auch zum Euro lag das Pfund leicht im Plus. Börsianern zufolge hatten die Investoren bereits mit dem schlechten Abschneiden der Labour-Partei gerechnet. Die Ankündigung von Premierminister Keir Starmer, er werde nicht abtreten, ließ die Märkte zudem etwas aufatmen.
Zolldrama: "Im Juli sitzt Donald Trump wieder am Steuer"
Es gibt schon wieder Neuigkeiten aus dem Zoll-Kino. Ein US-Gericht erklärt die Zölle von zehn Prozent für illegal. Das dürfte Donald Trump nicht interessieren, meint ntv-Börsenreporter Frank Meyer. Denn ab Juli werden die Zölle neu verhandelt.
Gold-Futures steigen dank Zentralbankkäufen
Der Goldpreis notiert über 4700 US-Dollar je Feinunze, gestützt von den Käufen der Zentralbanken und weil die Anleger die Entwicklungen im Nahen Osten beobachten. "Die Widerstandsfähigkeit des Goldes in einer Zeit außergewöhnlicher Stärke am Aktienmarkt deute auf eine anhaltende Nachfrage der Zentralbanken sowie auf die anhaltende Besorgnis der Anleger über Inflation, Wirtschaftswachstum und wachsende Bedenken hinsichtlich der Staatsverschuldung hin", meinen die Analysten der Saxo Bank. Die Futures in New York steigen um 0,2 Prozent auf fast 4718 US-Dollar je Feinunze und steuern auf einen Wochengewinn von 1,5 Prozent zu.
Gewinneinbruch bei Toyota
Der Iran-Krieg hinterlässt tiefe Spuren in der Bilanz des weltweit absatzstärksten Autobauers Toyota. Im ersten Quartal halbierte sich der Gewinn bei dem Volkswagen-Rivalen auf 569,4 Milliarden Yen (umgerechnet 3,1 Milliarden Euro). Auch für das Gesamtjahr zeigte sich der japanische Konzern pessimistischer und schraubte seine Gewinnprognose um 20 Prozent auf drei Billionen Yen nach unten. Allein die Folgen des Iran-Kriegs dürften sich auf 670 Milliarden Yen summieren. Bereits vergangene Woche hatte Toyota darauf verwiesen, dass der Absatz im Nahen Osten im März eingebrochen war, nachdem die Lieferungen wegen des Krieges gestoppt wurden.
Ölpreis überspringt psychologisch wichtige Marke
Am Rohstoffmarkt treib die Furcht vor einer Eskalation im Nahen Osten die Preise deutlich an, da Anleger eine Störung der Ölversorgung aus der Golfregion befürchten. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee überspringt die psychologisch wichtige Marke und verteuert sich um 1,7 Prozent auf 101,79 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notiert 1,6 Prozent fester bei 96,29 Dollar.
Deutsche Firmen drosseln Produktion
Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion im März überraschend gedrosselt. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 0,7 Prozent weniger her als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Ökonomen hatten dagegen auch nach dem Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar mit einem Wachstum von 0,5 Prozent gerechnet, nachdem es im Februar ein Minus von 0,5 Prozent gegeben hatte.
"Der erneute Rückgang bestätigt das generelle Bild, dass sich die Industrieproduktion seit anderthalb Jahren auf niedrigem Niveau unter Schwankungen seitwärts bewegt", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Einen Aufschwung erwarten Experten derzeit nicht. "Die Produktion wird durch die vom Iran-Krieg ausgehenden Unsicherheiten vorerst weiter gebremst", sagte Chefvolkswirt Alexander Krüger von der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank. "Produktionskosten sind gestiegen, weshalb Kapazitäten kaum besser ausgelastet werden dürften."
"Anleger gehen auf Nummer sicher"
Der Dax startet schwächer in den Handel zum Wochenschluss. Der deutsche Börsenleitindex notiert aktuell im Bereich von 24.400 Punkten, nachdem er im gestrigen Geschäft 1,0 Prozent auf 24.664 Zähler eingebüßt hatte. Auf Wochensicht winkt dennoch ein Plus. "Die Anleger gehen erst einmal auf Nummer sicher, nehmen vor dem Wochenende Gewinne mit", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer. "Hintergrund ist die unsichere Lage rund um den Iran, wo es wieder zu Kriegshandlungen gekommen sein soll."
Deutsche Exporte überraschen
Die deutschen Exporte sind im ersten Monat nach Beginn des Iran-Kriegs trotz eines Einbruchs im US-Geschäft überraschend gestiegen. Die Ausfuhren wuchsen im März wegen der höheren Nachfrage aus Europa um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat auf 135,8 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Ökonomen hatten dagegen mit einem Rückgang von 1,7 Prozent gerechnet, nachdem es im Februar ein Plus von 3,6 Prozent gegeben hatte. Die Importe legten im März sogar um 5,1 Prozent zum Vormonat zu auf 121,5 Milliarden Euro.
Coinbase rutscht in die roten Zahlen
Coinbase ist im ersten Quartal in die Verlustzone gerutscht, da ein schwacher Kryptomarkt den Umsatz des Unternehmens belastete. Die Kryptowährungsbörse meldete einen Verlust von 394,1 Millionen US-Dollar oder 1,49 Dollar je Aktie. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 65,6 Millionen Dollar oder 24 Cent je Aktie erzielt. Der Verlust beinhaltete einen Wertverlust von 482,4 Millionen Dollar auf als Investition gehaltene Krypto-Vermögenswerte.
Der Umsatz fiel von 2,03 Milliarden Dollar auf 1,41 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit 1,49 Milliarden Dollar gerechnet. Das Unternehmen teilte mit, der Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorquartal sei mit 21 Prozent geringer ausgefallen als der Rückgang des Kryptomarktvolumens um 28 Prozent und der Einbruch des Spot-Volumens um 37 Prozent. Die Aktie fiel im nachbörslichen Handel am Donnerstag um 4,7 Prozent auf 183,91 Dollar.
Asien-Anleger sichern Gewinne
Neue Spannungen im Nahost-Konflikt und Gewinnmitnahmen sorgen an den Aktienmärkten in Ostasien für Verunsicherung und fallende Indizes. Der Iran hat nach Angaben des US-Militärs nahe der Straße von Hormus Angriffe auf US-Kriegsschiffe mit Raketen, Drohnen und Kleinbooten unternommen, die abgewehrt wurden. US-Präsident Donald Trump sagte aber, der Waffenstillstand mit dem Iran sei weiterhin in Kraft.
Nach den kräftigen Gewinnen und teilweise Rekordhochs zuvor, halten sich die Abgaben aber in Grenzen: Der Topix in Tokio kommt um 0,3 Prozent zurück, der Kospi in Seoul um 0,6 Prozent. Etwas größer fallen die Abgaben in Hongkong mit 1,1 Prozent aus. Shanghai büßt 0,4 Prozent ein, in Sydney verliert das Marktbarometer 0,3 Prozent. In Tokio bremsen neben der Geopolitik auch Zinserhöhungssorgen, nachdem die Reallöhne in Japan im März den dritten Monat in Folge gestiegen sind.
Etwas stärker nach unten geht es für jüngst sehr gut gelaufene Aktien aus dem Halbleiterbereich. In Seoul kommen beispielsweise SK Hynix und Samsung Electronics um bis zu 2,0 Prozent zurück, in Tokio verlieren Softbank Group 4,6 Prozent, in Hongkong SMIC 4,4 Prozent.
Börsen anfällig für Iran-Schlagzeilen
Mit einer etwas schwächeren Eröffnung an Europas Börsen rechnen Händler. Nach der Euphorie zur Wochenmitte wegen laufender Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran, kam es zuletzt erneut zu Kampfhandlungen. Die Märkte dürften darauf wieder mit Risikoscheue reagieren. Terminmarkt-Händler weisen aber darauf hin, dass der Kursrückgang in den Dax-Futures bisher lediglich ein Test der alten Ausbruchsniveaus sei.
US-Präsident Donald Trump sagte, der Waffenstillstand mit dem Iran sei weiterhin in Kraft, und bezeichnete die jüngsten US-Angriffe auf das Land als "liebevollen Klaps". Derzeit arbeiten der Iran und die USA mit Vermittlern zusammen, um ein Rahmenpapier für die Wiederaufnahme von Verhandlungen zur Beendigung des Konflikts auszuarbeiten. Die Gespräche könnten nächste Woche in Pakistan beginnen.
Solange sich die Lage in der Straße von Hormus nicht stabilisiert, dürften die Märkte sehr schlagzeilenanfällig bleiben und die Volatilität in allen Anlageklassen sehr schnell zurückkehren, meint Stephen Innes, Managing Partner bei SPI Asset Management: "Eigentlich fungiert die Straße von Hormus derzeit weniger als normale Schifffahrtsroute, sondern vielmehr als geopolitisches Druckventil im Zentrum des globalen Makrosystems", so Innes weiter.
Commerzbank will 3000 Stellen streichen
Die Commerzbank setzt sich im Abwehrkampf gegen die Übernahme-Ambitionen von UniCredit ehrgeizigere Ziele und will dazu weitere rund 3000 Arbeitsplätze abbauen. Bis zum Jahr 2030 sollen die Erträge auf 16,8 Milliarden von für 2026 angepeilten 13,2 Milliarden Euro steigen, der Nettogewinn soll dann bei 5,9 Milliarden Euro liegen, wie die Bank mitteilte. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (RoTE) will Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp damit auf rund 21 (2026: 12) Prozent verbessern und verspricht, den Nettogewinn vor Restrukturierungskosten ganz an die Aktionäre auszuschütten. Der geplante Stellenabbau werde zunächst rund 450 Millionen Euro an Kosten verursachen, hieß es weiter.
Fed-Banker stellt weitere Zinssenkungen in Aussicht
Der US-Währungshüter John Williams hält ungeachtet des Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran an der Aussicht auf weitere Zinssenkungen in den USA fest. Die Federal Reserve (Fed) sei auf Kurs zu weiteren geldpolitischen Lockerungen, sollte sich der Inflationsdruck abschwächen, erklärte Williams. Die Geldpolitik sei derzeit gut aufgestellt, um den Arbeitsmarkt zu stützen und die Teuerungsrate wieder auf den Zielwert von zwei Prozent zu bringen. Händler bewerten eine baldige Zinssenkung vor dem Hintergrund des Konflikts mit dem Iran jedoch zusehends skeptischer und taxieren die Wahrscheinlichkeit für einen Schritt nach unten im Juli auf 55 Prozent.
Der Iran hat die als Nadelöhr des internationalen Ölhandels geltende Straße von Hormus für geschlossen erklärt, was die US-Ölpreise seit vergangenem Freitag um mehr als 13 Prozent in die Höhe treibt und neue Inflationssorgen schürt. Die Fed hatte ihren Leitzins im vergangenen Jahr um 0,75 Prozentpunkte auf die aktuell gültige Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent gesenkt.
Tech-Riesen werben um SK Hynix
Große Technologiekonzerne werben Insidern zufolge mit beispiellosen Investitionsangeboten um den südkoreanischen Speicherchip-Hersteller SK Hynix. Um sich in Zeiten des Booms der Künstlichen Intelligenz (KI) knappe Bauteile zu sichern, böten die Kunden an, eigene Produktionslinien zu finanzieren oder Hunderte Millionen Dollar teure Maschinen des Anlagenbauers ASML zu bezahlen, sagten sechs mit dem Vorgang vertraute Personen.
Das finanzstarke Unternehmen stehe den Offerten jedoch skeptisch gegenüber. SK Hynix befürchte, sich von einzelnen Käufern abhängig zu machen und im Gegenzug für langfristige Abnahmegarantien niedrigere Preise akzeptieren zu müssen, erklärte einer der Insider. Zudem gebe es derzeit ohnehin keine freien Kapazitäten, die für bestimmte Kunden reserviert werden könnten.
Rekordlaune an Asien-Börsen ist verflogen
Neue Spannungen im Nahen Osten beenden die Rekordjagd an den asiatischen Aktienmärkten vorerst. In Tokio gibt der Nikkei-Index 1,0 Prozent auf 62.174,12 Punkte nach und der breiter gefasste Topix notiert 1,0 Prozent niedriger bei 3801,88 Zählern. Auch in China halten sich die Anleger zurück. Der Shanghai Composite verliert 0,3 Prozent auf 4168,09 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fällt 0,5 Prozent auf 4874,88 Punkte.
Auf Unternehmensebene sorgen zudem Sorgen um die Lieferketten für Künstliche Intelligenz (KI) für Bewegung. Die Aktien des Technologieinvestors SoftBank fallen um 4,6 Prozent und ziehen den Nikkei nach unten, nachdem die britische Tochter Arm vor Engpässen bei neuen KI-Chips gewarnt hatte. Zu den Gewinnern zählen hingegen Zulieferer der Halbleiterindustrie: Der Wafer-Hersteller Sumco springt um 10,2 Prozent nach oben und setzte sich an die Spitze des Nikkei. Der Roboterbauer Fanuc gewinnt 7,4 Prozent, während der Chipanlagen-Spezialist Advantest ein Plus von 1,0 Prozent verbucht.
Yen rückt am Devisenmarkt in den Fokus
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar geringfügig auf 156,94 Yen und legt leicht auf 6,8047 Yuan zu. Die japanische Währung tut sich trotz mutmaßlicher Stützungskäufe der Regierung in Tokio im Volumen von fast 70 Milliarden Dollar schwer, nennenswert aufzuwerten. Zur Schweizer Währung rückt der Dollar etwas auf 0,7806 Franken vor. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1724 Dollar und zieht leicht auf 0,9154 Franken an.
Teslas-Modell gibt den Vorreiter
Das 2026er Tesla Model Y hat nach Angaben der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA als erstes Fahrzeug die neuen Tests für fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme bestanden. Die Prüfungen wurden erst kürzlich in das Neuwagen-Bewertungsprogramm der Behörde aufgenommen. Sie umfassen unter anderem automatische Notbremsassistenten für Fußgänger, Spurhalteassistenten sowie Warnsysteme. Bestanden haben die Tests alle Model-Y-Fahrzeuge, die ab dem 12. November produziert wurden.
Trump-Zölle: US-Handelsgericht setzt Zeichen
Ein US-Handelsgericht hat die von Präsident Donald Trump verhängten weltweiten Zölle von zehn Prozent für unzulässig erklärt. Die pauschalen Abgaben seien nach einem Handelsgesetz aus den 1970er Jahren nicht gerechtfertigt, urteilte das Gericht. Die Richter gaben damit einer Klage von Kleinunternehmen mit zwei zu eins Stimmen statt. Die Zölle waren am 24. Februar in Kraft getreten. Der überstimmte Richter erklärte, es sei verfrüht, den Klägern den Sieg zuzusprechen.
Trump hatte sich bei seiner Anordnung im Februar auf ein Gesetz aus dem Jahr 1974 berufen. Dieses erlaubt Zölle für bis zu 150 Tage, um schwerwiegende Zahlungsbilanzdefizite auszugleichen oder einen drohenden Wertverlust des Dollars abzuwenden. Dem Gericht zufolge ist das Gesetz für die von Trump angeführten Handelsdefizite jedoch nicht anwendbar.
Friedenshoffnungs-Rally endet abrupt
Einen Tag runter, zwei Handelstage rauf, dann gestern wieder abwärts: Die Dax-Achterbahnfahrt dürfte auch zum Wochenschluss anhalten. Denn nach wie vor ist unklar, ob und wann es einen Frieden im Krieg zwischen dem Iran und den Gegnern USA und Israel geben wird – und wie ein solcher aussehen könnte. Gestern beendete der Dax das Geschäft 1 Prozent im Minus bei einem Stand von 24.664 Zählern.
Zum Wochenschluss drängen sich drei Termine in den Blick der Anleger. So dürfte etwa die deutsche Industrie im März unterschiedliche Signale aussenden. Die Produktion dürfte um 0,5 Prozent anziehen, die Exporte dagegen um 1,7 Prozent schrumpfen, sagen Ökonomen voraus. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht die Daten.
Der US-Arbeitsmarkt dürfte im April geschwächelt haben. Außerhalb der Landwirtschaft dürften nur 62.000 neue Jobs hinzugekommen sein, erwarten Ökonomen. Im März hatte das Stellenplus noch 178.000 betragen. Der offizielle Arbeitsmarktbericht wird vom Arbeitsministerium veröffentlicht.
Unternehmensseitig will Commerzbank-Vorstandschefin Bettina Orlopp ihre nachgeschärften Pläne vorstellen, wie sie das Geldhaus in den nächsten Jahren profitabler machen will. Dazu dürfte auch ein weiterer Stellenabbau gehören. Die Bank will damit zeigen, dass sie auch eigenständig, ohne eine Übernahme durch den italienischen Großaktionär UniCredit, langfristig reüssieren kann. UniCredit-Chef Andrea Orcel hatte am Dienstag bei der Vorlage seines feindlichen Übernahmeangebots erklärt, eine Fusion der Commerzbank mit seinem Haus könnte bis zu zwei Milliarden Euro zusätzlichen Wert schaffen.
Die komplette Wirtschaftsterminübersicht für diese Woche finden Sie hier.