Der Börsen-Tag
11. Februar 2026
imageHeute mit Thomas Badtke und Max Borowski
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08:01 Uhr

Bilanzprobleme bei Gerresheimer verschärft

In den Bilanzen des Verpackungskonzerns Gerresheimer sind weitere Fehler aufgetaucht, die auch das abgelaufene Jahr betreffen. Das Unternehmen spricht von Verstößen eigener Mitarbeiter gegen interne Richtlinien und gegen die internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS). Dabei gehe es um die Erfassung von Umsätzen und die Bewertung von Vorräten, teilte Gerresheimer mit. Es seien bereits erste personelle Konsequenzen gezogen worden. Die "Bilanzpolizei" der Finanzaufsicht BaFin hatte im September gerügt, dass Gerresheimer Umsätze 2024 vorzeitig verbucht hatte, obwohl die Waren noch gar nicht ausgeliefert worden waren.

Um sich finanziell Luft zu verschaffen, will das Unternehmen nun ein Werk in den USA schließen und seine US-Tochter Centor verkaufen, die Verpackungssysteme für verschreibungspflichtige Medikamente in den USA herstellt. Centor stand Ende 2024 mit einem Wert von 292 Millionen Euro in der Bilanz. Für die Tochter gebe es großes Interesse möglicher Käufer. Die Investmentbank Morgan Stanley soll noch in diesem Jahr einen neuen Eigentümer finden.

Bilanzprobleme bei Gerresheimer verschärft
07:42 Uhr

Siemens Energy liefert volle Gewinnpower

Siemens Energy hat im ersten Quartal seines Geschäftsjahres seinen Gewinn gesteigert und die Prognosen für das Gesamtjahr bestätigt. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis habe sich auf 1,16 Milliarden Euro mehr als verdoppelt, teilte der Energietechnikkonzern mit. Dabei habe der Konzern auch von einem besseren Ergebnis der Problemtochter Gamesa profitiert. Diese schrieb zwar vor Sondereffekten einen Verlust von 46 Millionen Euro. Vor Jahresfrist hatte Gamesa aber noch einen Fehlbetrag von 374 Millionen Euro verbucht.

Für das Geschäftsjahr erwartet das Management im Gesamtkonzern weiterhin unter anderem ein vergleichbares Wachstum der Umsatzerlöse in der Bandbreite von elf bis 13 Prozent und eine Ergebnis-Marge vor Sondereffekten zwischen neun und elf Prozent. Gamesa soll die Gewinnschwelle erreichen.

Siemens Energy liefert volle Gewinnpower
07:26 Uhr

Anleger lauern

Mit einem abwartenden Handel rechnen Händler. Bis zur Vorlage des verschobenen US-Arbeitsmarktberichtes am Nachmittag dürften sich Anleger bedeckt halten. Die Dax-Futures handeln weiter kaum bewegt über der 25.000er-Marke. Der US-Bericht zum Januar wird mit Spannung erwartet, am Abend äußern sich zudem noch drei Fed-Mitglieder. Gestern hatte bereits Dallas-Fed-Chefin Lorie Logan unterstrichen, sie sehe das aktuelle US-Zinsniveau als passend für die Wirtschaftslage. Dies wird als Zeichen interpretiert, sie sei gegen weitere Zinssenkungen.

Die US-Börsen dürften mit einem starken Arbeitsmarktbericht die Aussicht auf Zinssenkungen weiter auspreisen. Technologiewerte kämen damit noch weiter unter Druck. An der Wall Street waren Aktien aus dem KI-Bereich erneut abverkauft worden. Nur die Chip-Hersteller werden als Gewinner der Milliarden-Investitionen der Großunternehmen gesehen.

Gute Nachrichten kommen derweil aus China: Dort fielen die Erzeugerpreise (PPI) langsamer als im Vormonat. Dies macht Hoffnung, dass die schon seit 40 Monaten anhaltende Deflation der Fabrikpreise sich dem Ende nähert. In Europa im Fokus stehen zahlreiche Geschäftszahlen: Unter anderem von Heineken, Essilorluxottica, Siemens Energy, Ahold und Börsenneuling TKMS. Wichtig für Deutsche Telekom sind die Geschäftszahlen von T-Mobile US am Mittag.

Anleger lauern
07:10 Uhr

Kurssturz bei Barbie-Konzern Mattel

Die Aktie des Barbie-Herstellers Mattel ist nachbörslich um fast 30 Prozent eingebrochen, nachdem der Konzern mit seinem Gewinnausblick für das Gesamtjahr die Anleger enttäuschte. Dies unterstreicht, dass sich die Nachfrage nach Spielzeug nur langsam erholt, da die Verbraucher ihre Ausgaben für nicht lebensnotwendige Güter einschränken. Zudem verfehlte das Unternehmen im vierten Quartal die Gewinnerwartungen deutlich. Firmenchef Ynon Kreiz erklärte, dass hohe Rabattaktionen im Dezember die Margen belastet hätten.

Mattel erwartet erst für das Jahr 2027 eine Rückkehr zum Wachstum bei der Marke. Besser lief es hingegen für die auch in Deutschland sehr populären Spielzeugautos der Marken Hot Wheels und Matchbox, die ein zweistelliges Wachstum verzeichneten.

Um gegenzusteuern, will Mattel nun stärker ins Digitalgeschäft investieren und kündigte die vollständige Übernahme eines Joint Ventures mit dem chinesischen Konzern NetEase an. Damit folgt Mattel dem Konkurrenten Hasbro, der dank seines starken Digitalgeschäfts mit Spielen wie "Magic: The Gathering" besser dasteht. Zudem hofft der Konzern, an den weltweiten Kinoerfolg des "Barbie"-Films aus dem Jahr 2023 anknüpfen zu können. Geplant sind unter anderem Filme zu den Marken "Masters of the Universe" und "Matchbox".

Kurssturz bei Barbie-Konzern Mattel
06:53 Uhr

US-Daten wirken an Asien-Börsen nach

Schwächer als erwartet ausgefallene US-Einzelhandelsumsätze haben die Hoffnung auf eine baldige Zinssenkung in den USA geschürt und den Anleihemärkten Auftrieb gegeben. Die Daten zeigten für Dezember einen Rückgang der Kernumsätze um 0,1 Prozent, zudem wurden die Zahlen für November und Oktober nach unten korrigiert. An den asiatischen Börsen sorgt dies für eine überwiegend freundliche Stimmung, auch wenn der Handel wegen eines Feiertags in Japan und Hongkong ausgedünnt ist.

Der australische Leitindex legt um ein Prozent zu. Angetrieben wird er von einem Kurssprung von sieben Prozent bei der Commonwealth Bank of Australia nach Vorlage von Rekordergebnissen. Dagegen brechen die Aktien des Biotech-Unternehmens CSL um zwölf Prozent ein, nachdem ein Gewinnrückgang und der Abgang des Vorstandschefs bekanntgegeben wurden. Die Börse in Shanghai tendiert fester. Schwache Inflationsdaten untermauerten dort die Erwartung weiterer Konjunkturhilfen.

US-Daten wirken an Asien-Börsen nach
06:38 Uhr

Ford fährt zweistelligen Milliardenverlust ein

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Fords E-Sparte steckt tief in der Verlustzone. (Foto: Ford)

Hohe Abschreibungen auf das Geschäft mit E-Autos und gestiegene Kosten haben Ford zum Jahresende tief in die roten Zahlen gedrückt. Unter dem Strich stand im vierten Quartal ein Verlust von 11,1 Milliarden Dollar, wie der US-Autobauer mitteilte. Grund seien vor allem die bereits angekündigten Wertberichtigungen auf E-Auto-Programme. Aber auch im operativen Geschäft lief es nicht rund: Der bereinigte Gewinn brach um rund die Hälfte auf eine Milliarde Dollar ein. Ford verwies auf höher als erwartete Kosten durch einen Brand bei einem Aluminium-Zulieferer sowie Belastungen durch die Zölle von US-Präsident Donald Trump. Diese dürften im laufenden Jahr mit rund zwei Milliarden Dollar zu Buche schlagen. Für 2026 stellte das Management insgesamt einen operativen Gewinn (Ebit) von acht bis zehn Milliarden Dollar in Aussicht, was den Erwartungen der Experten entspricht.

Konzernchef Jim Farley setzt angesichts der Probleme auf einen strikten Sparkurs sowie die Entwicklung wettbewerbsfähigerer Modelle. Die Elektroauto-Sparte verzeichnete im vergangenen Jahr einen Verlust von 4,8 Milliarden Dollar. Für das laufende Jahr rechnet Ford in diesem Bereich mit einem weiteren Minus von 4,0 bis 4,5 Milliarden Dollar.

Ford fährt zweistelligen Milliardenverlust ein
06:14 Uhr

Für den Yen geht es weiter aufwärts

Am Devisenmarkt setzt der Yen seinen Erholungskurs fort. Nach dem Wahlsieg von Premierministerin Sanae Takaichi überdenken einige Investoren ihre Annahmen. Der Dollar verlor 0,5 Prozent auf 153,59 Yen und legt leicht auf 6,9113 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,2 Prozent niedriger bei 0,7662 Franken. Parallel dazu steigt der Euro um 0,1 Prozent auf 1,1909 Dollar und zieht leicht auf 0,9126 Franken an.

Für den Yen geht es weiter aufwärts
06:00 Uhr

Voller Energie, mobil und gut gerüstet

Der Dax richtet es sich im Bereich der 25.000er-Marke ein. Nachdem er diese zum Wochenstart übersprungen und mit 25.015 Punkten geschlossen hatte, verabschiedete er sich aus dem gestrigen Handel mit 24.988 Zählern. Damit scheint die KI-induzierte Korrektur bei Technologieaktien zunächst beendet, wie es am Markt hieß.

Heute könnte es einige Impulse geben. Konjunkturseitig werden etwa in den USA Arbeitsmarktdaten veröffentlicht. Dabei dürfte sich der zuletzt maue Jobaufbau im Januar etwas verstärkt haben. Experten erwarten ein Stellenplus außerhalb der Landwirtschaft von 70.000, nach 50.000 im Dezember. Die Arbeitslosenquote dürfte bei 4,4 Prozent verharren. Die US-Notenbank Federal Reserve, die stabile Preise und Vollbeschäftigung fördern soll, hat den Leitzins zuletzt nach drei Senkungen in Folge nicht angerührt. Die Fed konstatierte, der Beschäftigungszuwachs sei weiterhin gering. Doch zeige die Arbeitslosenquote Anzeichen einer Stabilisierung.

Unternehmensseitig geht die Berichtssaison weiter. Dabei legt beispielsweise der Energietechnikkonzern Siemens Energy seine Zahlen für das erste Quartal vor. Dabei wird sich der Blick insbesondere auf die Problemtochter Gamesa richten. Nach hohen Verlusten soll der spanische Windturbinenhersteller im laufenden Geschäftsjahr wieder die Gewinnschwelle erreichen. Siemens Energy setzt darauf, dass die Erneuerbaren Energien die Zukunft sind. Einen Treueschwur auf einen Verbleib von Gamesa im Konzern gibt Vorstandschef Christian Bruch aber nicht. Im klassischen Geschäft mit Gasturbinen, den Stromnetzen und dem Service ist die Nachfrage hingegen so hoch wie noch nie.

TKMS, Rüstungstochter von Thyssenkrupp, stellt die Ergebnisse der ersten drei Monate vor. Der U-Bootbauer profitiert von der weltweit gestiegenen Nachfrage nach Waffen und Munition. Konzernchef Oliver Burkhard hat bislang für das Geschäftsjahr ein bereinigtes Ebit im oberen Bereich der Bandbreite von 100 bis 150 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Neben den Zahlen dürften auch Aussagen zum Verlauf der Bewerbungen für milliardenschwere U-Boot-Aufträge in Kanada und Indien für große Aufmerksamkeit sorgen. Zukäufe gehören auch für TKMS zur Strategie. So bemüht sich das Unternehmen um eine Übernahme der benachbarten Werft German Naval Yards Kiel (GNYK).

Zahlen kommen dann auch noch aus den USA – von T-Mobile US. Die US-Tochter der Deutschen Telekom wird voraussichtlich erneut starke Zahlen vorlegen. In den vorangegangenen Quartalen hatte T-Mobile teilweise mehr Kunden hinzugewonnen als die Rivalen AT&T und Verizon zusammengerechnet und die Ziele mehrfach angehoben.

Die komplette Wirtschaftsterminübersicht für diese Woche finden Sie hier.

Voller Energie, mobil und gut gerüstet