Wirtschaft

Trumps Zölle belastenFord rutscht tief in die roten Zahlen

11.02.2026, 00:11 Uhr
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Ford-Chef Farley setzt angesichts der Probleme auf einen strikten Sparkurs sowie die Entwicklung wettbewerbsfähigerer Modelle. (Foto: dpa)

Mit Milliardeninvestitionen jagten die großen US-Autokonzerne Tesla hinterher. Doch die Elektroautos verkaufen sich schlecht - insbesondere, seit der Kongress die Steuersubvention gestrichen hat. Ford lenkt jetzt um.

Ford hat das vergangene Quartal mit einem hohen Verlust von 11,1 Milliarden Dollar abgeschlossen. Den Ausschlag gaben der Umbau des hochdefizitären Elektroauto-Geschäfts, ein Brand bei einem Aluminium-Zulieferer und die Importzölle von US-Präsident Donald Trump. Diese dürften im laufenden Jahr mit rund zwei Milliarden Dollar zu Buche schlagen.

Das Minus kommt nicht überraschend: Der US-Autoriese hatte bereits eine Abschreibung von 19,5 Milliarden Dollar bei batteriebetriebenen Fahrzeugen angekündigt. Das Vorjahresquartal hatte Ford noch mit einem Gewinn von 1,8 Milliarden Dollar abgeschlossen. Der Umsatz sank unterdessen im Jahresvergleich um fünf Prozent auf 45,9 Milliarden Dollar (38,7 Mrd Euro).

Auf Spartenebene bot sich ein ähnliches Bild wie schon in den vergangenen Quartalen: Die Elektroauto-Sparte verbuchte einen operativen Verlust von 1,2 Milliarden Dollar. Autos mit Verbrennungsmotoren brachten Ford unterdessen einen operativen Gewinn von 727 Millionen Dollar ein und die Nutzfahrzeug-Sparte verdiente auf dieser Basis gut 1,2 Milliarden Dollar.

Nach dem Erfolg von Tesla hatten die großen US-Autobauer General Motors, Ford und Stellantis Milliarden investiert, um mehr Elektroautos in ihre Modellpaletten zu bringen. In Zukunft will Ford stärker auf Hybrid-Fahrzeuge setzen - und bei Elektroautos auf kleinere Modelle. Die vollelektrische Version des großen Pickups F-150 wurde eingestellt.

Weniger Nachfrage nach Streichung von Steuersubvention

Die Nachfrage nach Elektroautos hat in den USA einen Dämpfer erlitten, nachdem der US-Kongress die staatliche Steuergutschrift von 7500 Dollar für den Kauf neuer E-Autos gestrichen hatte. Konzernchef Jim Farley setzt nun große Hoffnungen auf eine neue, kostengünstige Plattform für Elektrofahrzeuge, die von einem Team in Kalifornien entwickelt wurde und mit der man die Entwicklungszeiten chinesischer Konkurrenten erreichen will.

Um die Kosten weiter zu senken, sucht Ford zudem den Schulterschluss mit der Konkurrenz. In Europa kooperiert der Konzern bei E-Autos mit dem französischen Autobauer Renault. Zudem laufen Gespräche mit dem chinesischen Hersteller Geely über eine Partnerschaft bei Produktion und Technologie, wie die Nachrichtenagentur Reuters jüngst berichtete. Während der Rivale General Motors zuletzt mit starken Zahlen glänzte, kämpft auch Stellantis mit massiven Problemen. Die Opel-Muttergesellschaft hatte in der vergangenen Woche Abschreibungen in Höhe von 26,5 Milliarden Dollar angekündigt.

Quelle: ntv.de, ino/dpa/rts

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