Dax beendet Tag mit kleinem Aufschlag
Der deutsche Aktienmarkt schließt mit kleinen Aufschlägen. Der Dax gewinnt 0,1 Prozent auf 24.067 Punkte. Die Anleger setzen weiter auf eine baldige diplomatische Lösung im Irankrieg. "Die Investoren nahmen heute wohlwollend die Nachricht von US-Präsident Trump zur Kenntnis, dass die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr geöffnet sein soll", so CMC. Zudem könnten die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran um einen Waffenstillstand bereits morgen fortgesetzt werden. Nach dem deutlichen Rückgang des Ölpreises der Sorte Brent tat sich am Berichtstag wenig, der Preis blieb mit 95 Dollar pro Fass klar unter der wichtigen 100er Marke.
Zunehmend setzt die beginnende Berichtssaison Akzente. Im Technologiesektor legten ASML und Aixtron gute Zahlen vor. Aixtron profitierten von der wieder neu gestarteten KI-Hausse an der Wall Street und legten gleich um 20,4 Prozent zu. Die Analysten von Citi bescheinigten Aixtron einen starken Auftragseingang im Bereich Optoelektronik. Die erfolgte Anhebung der Umsatzprognose für 2026 gleiche derweil ein leicht schwaches erstes Quartal mehr als aus. Dazu erhöhten die Analysten der Deutschen Bank das Kursziel. Die geschundene SAP-Aktie profitierte von dem günstigen Sektorumfeld und legte um 2,2 Prozent zu.
Aktien von Schaeffler rückten um 6,2 Prozent vor. Der Autozulieferer konnte Analysten mit seinem Pre-Close-Call überzeugen. Bei Jefferies wurde vor allem gelobt, dass die EBIT-Marge klar über der hauseigenen und auch der Konsensschätzung liege, was positiv sei. Bereiche wie E-Mobilität und VLS sähen besser als ihre eigenen Erwartungen aus. Die Umsatzerwartungen von Schaeffler lägen im erwarteten Rahmen.
Lufthansa fielen hingegen um 2,3 Prozent zurück. Hier wurde erneut gestreikt - und das trotz der Feiern zum 100-jährigen Firmenbestehen. Eine rasche Einigung zeichnet sich nicht ab. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) wirft der Lufthansa Group vor, sie strebe bei der Kern-Airline Lufthansa und Lufthansa Cargo "offenbar kein faires Schlichtungsverfahren zur Befriedung der aktuellen Tarifkonflikte an" und habe das am Vortag unterbreitete Angebot zu einer verbindlichen Schlichtung abgelehnt. Im Gefolge gaben Fraport um 1,2 Prozent nach.
Für das Hugo-Boss-Papier ging es um 0,8 Prozent nach unten. Belastend wirkten hier schwache Sektorvorgaben nach schlecht aufgenommenen Geschäftszahlen von Kering. Auch die Zahlen von Hermes sorgten an der Börse für Ernüchterung.
Heidelberger Druckmaschinen haussierten mit Aufschlägen von 7 Prozent. HD Advanced Technologies (HDAT), eine Heideldruck-Tochter, und das amerikanisch-israelische Unternehmen Ondas Autonomous Systems (OAS) haben am Heidelberg-Standort in Brandenburg an der Havel ihr Joint Venture Onberg Autonomous Systems offiziell gestartet. Onberg entwickelt und betreibt autonome Systeme zur Drohnenabwehr. Das Joint Venture baut einen integrierten One-Stop-Shop für Drohnenabwehr auf: von Entwicklung und Systemintegration bis zur industriellen Serienfertigung.
Nach einer Kaufempfehlung durch MPCM gewannen Deutsche Börse 0,8 Prozent. Die starke Entwicklung der Schlüsselkennzahlen bei der Deutschen Börse im ersten Quartal sei eine solide Grundlage für zusätzliches Umsatzwachstum im Jahr 2026, wodurch die ehrgeizige Umsatzprognose für das Gesamtjahr von 6,4 Milliarden Euro einschließlich Treasury-Ergebnissen wieder in Reichweite rücke, hieß es zur Begründung. Der Börsenbetreiber legt Ende April Geschäftszahlen vor.
ETFs für Einsteiger - kompakt und einfach erklärt
Letzte Chance: Heute endet das 27-Euro-Angebot
Nur noch heute bis 23:59 Uhr gilt der Einführungspreis von 27 Euro für die ETF Masterclass. Ab morgen kostet der Zugang wieder 54 Euro. Ob dieses Angebot erneut verfügbar sein wird, ist offen. Wenn Sie sich aktuell mit Ihrer privaten Altersvorsorge beschäftigen, ist heute der richtige Zeitpunkt zu handeln.
"Markt preist bereits eine Deeskalation ein"
Heute zu Gast in der Telebörse: Johanna Handte, Bethmann Bank.
US-Aktienindizes finden keine gemeinsame Richtung
Die Anleger an der Wall Street haben sich zur Wochenmitte bedeckt gehalten. Im Fadenkreuz der Investoren blieb die Lage im Iran-Krieg und die Bilanzsaison. Die US-Aktienindizes fanden zunächst keine gemeinsame Richtung: Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte rund 0,3 Prozent schwächer bei 48.395 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 stand 0,1 Prozent höher bei 6973 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq notierte 0,5 Prozent fester bei 23.755 Punkten. Die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung im Nahost-Krieg hatte die US-Börsen am Dienstag angetrieben. Die USA haben einem Insider zufolge einer Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran aber noch nicht offiziell zugestimmt.
Anleger scheinen Börsianern zufolge bereit, bei den geringsten Anzeichen einer Deeskalation in risikoreichere Anlagen umzuschichten. "Der Markt ist vorsichtig optimistisch, dass wir wieder Frieden mit dem Iran schließen können", sagte Art Hogan, Stratege bei B. Riley Wealth. Um die positive Entwicklung an den Aktienmärkten aufrechtzuerhalten, könnten jedoch neue Impulse erforderlich sein. "Wir brauchen jetzt konkretere Beweise dafür, dass die Leute, die zusammenkommen und über Frieden sprechen wollen, vor Ablauf dieser Waffenruhe etwas erreichen können", sagte Hogan.
Bitcoin gibt nach
Der Bitcoin gibt leicht nach, da der anfängliche Optimismus über mögliche neue Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran nachlässt. Die Anleger warten auf deutlichere Anzeichen für Fortschritte, nachdem die Gespräche zwischen den USA und dem Iran am Wochenende ohne eine Einigung geendet hatten. Die USA haben eine Blockade iranischer Häfen verhängt, während die Washington Post berichtet, die USA hätten Tausende zusätzlicher Streitkräfte in den Nahen Osten entsandt.
Obwohl der Bitcoin leicht nachgegeben habe, sehe das technische Bild ermutigend aus, da er sich dem oberen Ende seiner jüngsten Handelsspanne nähere, schreibt David Morrison von Trade Nation in einem Kommentar. Wenn der Bitcoin einen nachhaltigen Anstieg über 80.000 US-Dollar schaffe, könnte dies neue Käufe fördern, meint er. Der Bitcoin fällt um 0,1 Prozent auf 74.091 US-Dollar, nachdem er am Dienstag mit 76.073 US-Dollar ein 10-Wochen-Hoch erreicht hatte, wie Daten von LSEG zeigen.
Stellenabbau beflügelt Snap
Die Ankündigung eines Stellenabbaus beflügelt die Aktien des Snapchat-Betreibers Snap. Die Papiere des US-Unternehmens legen vorbörslich um gut sieben Prozent zu. Snap will nach eigenen Angaben 1000 Mitarbeiter entlassen, was 16 Prozent der Belegschaft entspricht, und mehr als 300 offene Stellen streichen. Dadurch dürften die jährlichen Kosten bis zur zweiten Jahreshälfte 2026 um mehr als 500 Millionen Dollar sinken.
Mit dem Schritt reagiert Snap auf Forderungen des aktivistischen Investors Irenic Capital Management. Die Kalifornier begründeten die Maßnahme zudem mit Fortschritten bei Künstlicher Intelligenz (KI), die es ermöglichten, mit kleineren Teams zu arbeiten. Russ Mould, Direktor beim Broker AJ Bell, zeigt sich jedoch skeptisch. "Kostensenkungen könnten kurzfristig einen aktivistischen Investor besänftigen", sagt der Experte. "Es ist allerdings fraglich, ob das Unternehmen damit langfristig ein tragfähiges Geschäftsmodell und eine starke Wettbewerbsposition sichern kann."
"Lufthansa will Premium sein, liefert aber Mittelmaß"
Die Lufthansa feiert groß ihren 100. Geburtstag. Doch das könne die Probleme des Konzerns nicht überdecken, kommentiert Ulrich Reitz, ntv-Chefkorrespondent Wirtschaft. Die Frage sei, welche Zukunft die Airline noch als Premium-Marke habe.
Ölpreise ziehen leicht an
Nach der jüngsten Entspannung am Rohölmarkt lässt die Furcht vor Versorgungsengpässen im Nahen Osten die Ölpreise wieder leicht steigen. Die Nordseesorte Brent und die US-Sorte WTI ziehen zur Wochenmitte in der Spitze um gut ein Prozent auf bis zu 95,79 und 92,38 Dollar je Barrel an. Die Aussicht auf eine diplomatische Lösung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran hält den Anstieg aber weiter im Zaum.
Der Markt gehe zwar davon aus, dass das Schlimmste überstanden sei, und preise weitere Gesprächsrunden zwischen den USA und dem Iran in den kommenden Tagen ein, sagte Suvro Sarkar, Energieexperte bei der DBS Bank. Zurzeit gebe es jedoch mehr Hoffnung als tatsächliche Entwicklungen. "Physisches Öl wird immer noch mit erheblichen Aufschlägen auf die Terminpreise gehandelt." Gespräche zur Beendigung des Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran könnten in den nächsten zwei Tagen in Pakistan wieder aufgenommen werden, sagte US-Präsident Donald Trump am Dienstag.
Aktienkäufe von Konzernchef treiben Nike an
Konzernchef Elliott Hill hat sein Investment in Nike erneut deutlich ausgebaut und damit der Aktie Rückenwind gegeben. Die Titel des US-Sportartikelherstellers legten im vorbörslichen Handel an der Wall Street um fast drei Prozent zu. Hill erwarb am Montag Nike-Aktien im Wert von rund einer Million Dollar, wie aus einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht.
Im vergangenen Jahr hatte er Papiere für einen ähnlichen Betrag gekauft, während Apple-Chef und Nike-Verwaltungsratsmitglied Tim Cook Anteile für drei Millionen Dollar erwarb. Seit Jahresbeginn hat die Nike-Aktie rund 30 Prozent an Wert verloren. Im März hatte das Unternehmen einen überraschenden Umsatzrückgang prognostiziert und dies mit einer schwachen Nachfrage in China sowie Belastungen durch den Nahost-Konflikt begründet. Dies erschwert die seit Monaten laufenden Bemühungen des Konzerns um eine Trendwende.
Hermes-Aktie stürzt ab
Der Nahost-Konflikt bremst die Luxusgüterbranche aus und hat nun auch den als besonders widerstandsfähig geltenden Branchenprimus Hermes erfasst. Die Aktie des für seine Birkin-Bags und bunten Seidentücher bekannten französischen Konzerns bricht nach der Vorlage enttäuschender Quartalszahlen um 14 Prozent ein und fiel auf den tiefsten Stand seit mehr als drei Jahren. Der Vorstand machte für die schwache Entwicklung den Krieg im Iran verantwortlich, der die Verkäufe im Nahen Osten und durch ausbleibende Touristen auch in Europa belaste. Zuvor hatten bereits die Konkurrenten LVMH und Kering über negative Auswirkungen des Konflikts auf ihre Geschäfte berichtet.
Hermes steigerte den währungsbereinigten Umsatz im ersten Quartal um 5,6 Prozent und verfehlte damit die Erwartungen der Analysten, die mit einem Plus von 7,1 Prozent gerechnet hatten. Der starke Euro verringerte die ausgewiesenen Erlöse zusätzlich um 290 Millionen Euro, was zu einem Rückgang von einem Prozent auf 4,07 Milliarden Euro führte. Besonders stark war der Einbruch im Nahen Osten, wo die Verkäufe um sechs Prozent sanken. Finanzchef Eric du Halgouet sprach von einem "abrupten Stillstand" im März, als die Umsätze in den Luxus-Einkaufszentren in Dubai und anderen Golf-Metropolen um 40 Prozent einbrachen. Auch in Europa und Asien bremste der Rückgang des Tourismus das Geschäft. Einziger Lichtblick war die Region USA, in der Hermes ein Wachstum von 17,2 Prozent erreichte.
Abschied von Nestlé: Ankerkraut geht wieder eigene Wege
Das durch die Sendung "Die Höhle des Löwen" bekanntgewordene Hamburger Gewürzunternehmen Ankerkraut verlässt Nestlé und geht wieder eigene Wege. Nach vier Jahren unter dem Dach des weltgrößten Lebensmittelkonzerns haben die Unternehmensgründer Anne und Stefan Lemcke ihre Unternehmensanteile zurückgekauft, wie beide mitteilten.
Über die finanziellen Details der Transaktion sei Stillschweigen vereinbart worden. Ziel sei, die Marke wieder unabhängig weiterzuentwickeln und dabei besonders an ihre ursprüngliche Identität und die unternehmerischen Wurzeln anzuknüpfen. In Anbetracht einer veränderten Marktlage seien beide Seiten überzeugt, dass diese Entscheidung der Marke zusätzlichen unternehmerischen Spielraum verschaffe, um die künftige Entwicklung des Unternehmens noch flexibler und schneller voranzutreiben.
"Dax ist in Seitwärtsphase eingeschlafen"
Der IWF zieht seine Konsequenzen aus der angespannten Weltlage und senkt seine Wachstumsprognose für Deutschland und die Eurozone. Derweil befinden sich US-Anleger hingegen "in einer Art Euphorie", sagt Martin Utschneider. Der Kapitalmarktexperte erklärt im Gespräch mit ntv, woher die rührt.
Trade Republic reagiert mit 24/7-Service auf Kritik
Der Online-Broker Trade Republic reagiert mit einer Service-Offensive auf andauernde Kritik. Das Unternehmen bietet nach Unternehmensangaben ab sofort allen Nutzern eine persönliche Betreuung rund um die Uhr, sieben Tage die Woche und kostenlos über die App an. Kunden könnten die Bank per Telefon und Live-Chat erreichen oder einen Rückruf anfordern. Mehr als 1000 geschulte und echte Serviceagenten stünden bereit, um Nutzern in acht Sprachen zu helfen. Dem Unternehmen zufolge wird der neue Kundenservice in den nächsten Wochen vollständig in Deutschland und weiteren Kernmärkten ausgerollt.
Trade Republic hat ein rasantes Wachstum hinter sich: Die Firma zählt mehr als 10 Millionen Kunden in Europa, davon über fünf Millionen in Deutschland, und verwaltet mehr als 150 Milliarden Euro Kundenvermögen. Allerdings steht Trade Republic immer wieder in der Kritik wegen Mängeln beim Service. Viele Negativschlagzeilen, etwa zu Problemen beim Depotübertrag, brachten der Firma einen Imageschaden ein. Laut "Handelsblatts" gab es bei den Verbraucherzentralen in Deutschland von Januar bis September 2025 über 300 Beschwerden zu Trade Republic und damit mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum.
Zweistelliges Absatzplus: Stellantis fasst wieder Fuß
Der französisch-italienische Autobauer Stellantis hat den Absatz im ersten Quartal um zwölf Prozent auf 1,4 Millionen Fahrzeuge gesteigert. Das Unternehmen profitierte dabei von einer deutlich höheren Nachfrage in Nordamerika, wo mit 379.000 Fahrzeugen 17 Prozent mehr verkauft wurden als im Vorjahr. In Europa ging es um zwölf Prozent auf 637.000 Fahrzeuge aufwärts. Aber auch in den meisten anderen Regionen wurden mehr Autos ausgeliefert als vor Jahresfrist.
Stellantis-Chef Antonio Filosa will sich am 21. Mai zu seinen Plänen äußern, wie er den Mehrmarkenkonzern wieder auf Kurs bringen will. Wegen milliardenschwerer Abschreibungen auf die Elektromobilität war das Unternehmen, zu dem neben Opel auch Marken wie Fiat, Chrysler, Jeep, RAM, Peugeot und Citroen gehören, tief in die roten Zahlen gerutscht.
Aus der Elektro-Pläne in USA brockt VW Millionenabschreibung ein
Das Aus für die Produktion des Elektroautos ID.4 in den USA beschert Volkswagen nach Berechnungen von Analysten eine Abschreibung von mehreren Hundert Millionen Euro ein. Volkswagen werde die Belastung voraussichtlich im ersten Quartal verbuchen, schreiben die Analysten von Bernstein nach einem Gespräch mit Volkswagen.
Es gehe um eine Summe, die zwischen 60 und 75 Prozent der 800 Millionen Dollar liege, die Volkswagen ursprünglich ausgegeben hatte, um das Fahrzeug im Werk in Chattanooga einzurüsten. Ein VW-Sprecher bezeichnete die Berechnungen als korrekt. Die Experten von Jefferies beziffern die Abschreibung demnach auf ungefähr 550 Millionen Euro. Ohne die Abschreibung sei der Gewinn von Januar bis März wohl höher ausgefallen als vor Jahresfrist, schreiben die Bernstein-Analysten weiter. Zudem profitiere Volkswagen davon, "dieses unprofitable Fahrzeug nicht länger zu verkaufen".
Dax wagt ein Mini-Plus
Der deutsche Aktienmarkt streckt sich etwas zum Handelsauftakt und landet mit 24.054 Punkten knapp im Plus.
Die größten Gewinner im Dax sind aktuell Deutsche Börse (+1,4%), Bayer (+1,0%) und Brenntag (+1,0%).
Heckler & Koch nimmt neue Märkte ins Visier
Deutschlands größter Hersteller von Handfeuerwaffen streckt die Fühler nach Rumänien und Südkorea aus, um bei erwarteten Ausschreibungen für ein neues Sturmgewehr der Streitkräfte der beiden Länder mitmischen zu können. In Südkorea unterzeichnete Heckler & Koch kürzlich mit dem dortigen Handwaffenhersteller SNT Motiv eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit.
Vorstandschef Jens Bodo Koch sagte nun bei einer Videokonferenz anlässlich der Bilanzvorlage, man hoffe, das beste Angebot machen zu können, um den Auftrag zu gewinnen. In Rumänien gründete das deutsche Unternehmen schon vor längerer Zeit eine Tochtergesellschaft. "Hier geht es dann um lokale Produktion, wenn die Ausschreibung kommt", so Koch.
Kann ASML von der Aufholjagd der KI-Werte profitieren?
Der Chipmaschinen-Hersteller ASML hat am Morgen starke Zahlen vorgelegt - wie üblich dürfte es jedoch nicht reichen, um die Börsen zufriedenzustellen. Obwohl die Zahlen für das abgelaufene Quartal am oberen Rand der Erwartungen lagen, liegen die Markterwartungen für das kommende zweite Quartal mit 9,08 Milliarden Umsatz bereits oberhalb der von ASML genannten Spanne von 8,4 bis 9,0 Milliarden Euro, sagt ein Händler.
Auch sei für das Gesamtjahr die Umsatzerwartung am oberen Rand nur um ein Milliarde Euro erhöht worden. Ein weiterer Marktteilnehmer zeigt sich dagegen entspannt: "Der Markt ist immer gierig vor den Zahlen". Nach kurzen Gewinnmitnahmen dürfte es wieder nach oben gehen: "An der Wall Street holen die KI-Werte gerade wieder massiv auf, davon wird auch ASML profitieren."
Hier greifen Anleger schnell wieder zu
Eine angehobene Prognose für 2026 schiebt die Aktien von Aixtron an. Die Titel des Chipanlagenbauers steigen im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz um 1,4 Prozent, nachdem der Konzern am Vorabend wegen einer unerwartet hohen Nachfrage nach Anlagen für die Optoelektronik seine Umsatzprognose für 2026 auf rund 560 Millionen Euro angehoben hat. Die positive Nachricht sei erwartet worden, sagte ein Händler. Die vorläufigen Umsatz- und Rentabilitätszahlen für das erste Quartal seien dagegen schwächer als erwartet ausgefallen.
Im nachbörslichen Handel hatte Aixtron Federn gelassen. Die Aktien gingen nach einer Berg- und Talfahrt mit rund vier Prozent Minus aus dem Geschäft. Anleger hätten sich offenbar angesichts des KI-Booms mehr von Aixtron erwartet, kommentierte ein Händler: "Die Aktien haben sich seit Januar fast verdoppelt, da braucht es einen Tick mehr, um Gewinnmitnahmen zu verhindern". Die Umsatzerwartung wird auf 560 nach 520 Millionen Euro erhöht, die Ebit-Marge nur um 1 Prozentpunkt.
Ist beim Dax die Luft raus?
Der deutsche Leitindex wird der Kursentwicklung an den Terminmärkten zufolge mit Verlusten in den Handel starten. Am Vortag hatte der Dax noch 1,3 Prozent höher bei 24.044,22 Punkten geschlossen. Für steigende Kurse an den europäischen Börsen und an der Wall Street sorgte die Aussicht auf weitere Friedensverhandlungen der USA mit dem Iran. Unterdessen sind die ersten offiziellen bilateralen Gespräche zwischen Israel und dem Libanon am Vortag ohne greifbares Ergebnis zu Ende gegangen.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil will sich im Tagesverlauf in Washington am Rande der IWF-Frühjahrestagung vor der Presse äußern. Dabei dürfte es auch um die eingetrübten Perspektiven für die Wirtschaft gehen. Der Internationale Währungsfonds hat seine Schätzungen für Deutschland deutlicher gekürzt als für andere Euro-Staaten.
Auf der Unternehmensseite geht es mit den Quartalsbilanzen aus der US-Finanzbranche weiter. Nach uneinheitlichen Zahlen von Schwergewichten wie Goldman Sachs, Wells Fargo und JP Morgan legen zur Wochenmitte Morgan Stanley, Bank of America und Charles Schwab ihre Ergebnisse vor.
So lief es am Vorabend an der Wall Street:
US-Haushalte unter Druck: Jobflaute trifft Geldbeutel der Amerikaner
Steigende Energiekosten und eine hartnäckige Inflation treffen die US-Haushalte zu einer Zeit, in der das Realeinkommenswachstum bereits nachlässt. Infolgedessen verliert der Konsum an Dynamik, schreibt Paolo Zanghieri von Generali Investments in einer Research Note. Generali Investments erwartet für 2026 nur noch ein Konsumwachstum von 1,7 Prozent, rund einen Prozentpunkt weniger als 2025, so der Senior Economist.
"Der wesentlichste Faktor für das langsamere Konsumwachstum ist die Verschlechterung des Arbeitsmarktes", sagt er. Die Schaffung von Arbeitsplätzen im Privatsektor sei praktisch zum Erliegen gekommen, die Zahl der Neueinstellungen befinde sich auf dem niedrigsten Stand seit April 2020 und der Rückgang der Kündigungsrate deute auf ein künftig langsameres Lohnwachstum hin, sagt er. Generali Investments senkt seine Prognose für das BIP-Wachstum auf 2,3 Prozent.
Flughafen Frankfurt zählt mehr Passagiere
Der Flughafen Frankfurt hat im März sowie im ersten Quartal insgesamt einen leichten Zuwachs beim Passagieraufkommen verzeichnet. Wie der Flughafenbetreiber Fraport mitteilte, nutzten im März rund 4,7 Millionen Passagiere den Flughafen. Dies war ein Anstieg von 2,1 Prozent zum Vorjahr - trotz der Sondereffekte durch zwei Streiktage und die aktuelle geopolitische Situation.
Von den Lufthansa-Streiks Mitte März seien in Frankfurt etwa 100.000 Fluggäste betroffen gewesen. Die Folgen des Iran-Kriegs haben im März zu einem Rückgang von 68,6 Prozent des Passagieraufkommens in die Region Nahost geführt.
Im Zeitraum Januar bis März stieg das Passagieraufkommen in Frankfurt um 2,3 Prozent auf 12,7 Millionen.
IWF-Chefin: Weltwirtschaft kann sich bei raschem Kriegsende immer noch schnell erholen
Die Weltwirtschaft kann sich nach den Worten von IWF-Chefin Kristalina Georgieva noch immer rasch von dem Schock des Nahost-Kriegs erholen, sofern der Konflikt in den nächsten Wochen endet. Die Situation werde sich jedoch verschlechtern, sollte er sich bis in den Sommer hinziehen, sagte die geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF). Der IWF führe derzeit Gespräche mit Ländern, die von höheren Energiepreisen und gestörten Lieferketten stark betroffen seien, um deren Finanzbedarf zu erörtern, erklärte Georgieva auf einer Veranstaltung.
Abhängigkeit von China: "Es wird komplizierter"
Die Europäische Handelskammer in China warnt vor einer massiven Ausweitung der chinesischen Exportkontrollen. "Wir sind besorgt, dass es in den nächsten Monaten viel komplizierter wird", sagte Kammer-Präsident Jens Eskelund in Peking bei der Vorstellung eines Berichts über Chinas Exportkontrollen dem „Handelsblatt“.
Bereits heute ist ein Drittel der EU-Unternehmen in China von den Ausfuhrkontrollen bei seltenen Erden und Dauermagneten betroffen. Das zeigt eine Umfrage der Interessenvertretung von mehr als 1600 europäischen Mitgliedsfirmen in China Anfang des Jahres. "Die Abhängigkeit der EU von China ist groß genug, dass das Land - durch sein Exportkontrollsystem - der europäischen Wirtschaft nun beispiellosen Schaden zufügen könnte, sollte es sich dazu entschließen", warnt die Kammer.
Hoffnung auf Kriegsende drückt Ölpreis
Die Ölpreise geben am Morgen deutlich nach. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich zwar im asiatischen Handel um 0,4 Prozent auf 95,12 Dollar je Barrel, lag damit aber deutlich unter der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar. Das US-Öl WTI notierte 0,2 Prozent schwächer bei 91,08 Dollar.
Der weltweite Energieschock durch Störungen im Schiffsverkehr in der Straße von Hormus treibt die Preise an den Zapfsäulen nach oben. Durch die enge Wasserstraße wird normalerweise rund ein Fünftel des global gehandelten Öls transportiert. Höhere Energiekosten drohen die Inflation in vielen Ländern weiter anzuheizen und das Wachstum zu bremsen.
Optimismus in Asien hält an – Nikkei nähert sich Rekordhoch
Sinkende Ölpreise und die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs treiben die Aktienmärkte in Ostasien weiter an. US-Präsident Donald Trump hat zuvor erklärt, Gespräche mit dem Iran könnten in den kommenden zwei Tagen in Pakistan wieder aufgenommen werden. Dies beruhigte die Märkte, nachdem die gescheiterten Wochenendverhandlungen zu einer US-Blockade iranischer Häfen geführt hatten. "Die beeindruckende Kursentwicklung bei Risikoanlagen deutet darauf hin, dass die Märkte bereit sind, über die unmittelbaren Auswirkungen des Nahostkonflikts hinwegzusehen", sagte Tony Sycamore, Analyst bei IG.
In Tokio legte der Nikkei-Index 0,5 Prozent auf 58.162,84 Punkte zu und näherte sich seinem Rekordhoch von Ende Februar. Die chinesischen Börsen zeigten sich ebenfalls fester: Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stieg um 0,2 Prozent. Der breite Asien-Pazifik-Index MSCI gewann 1,5 Prozent und erreichte den höchsten Stand seit sechs Wochen.
Setzt der Dax seine Klettertour fort?
Fester zeigen haben sich die europäischen Börsen am Dienstag präsentiert. Auch an der Frankfurter Börse setzten die Anleger weiterhin auf eine diplomatische Lösung des Iran-Krieges. So konnte der Dax deutlich zulegen. Positiv wurde am Markt zur Kenntnis genommen, dass der Waffenstillstand weiter hielt und von der US-Blockade der Straße von Hormus nur iranische Schiffe und Häfen betroffen sein sollen.
Bleibt der Dax bei seinem Aufwärtstrend? Heute gibt es einige Termine zu beachten. Derzeit hat die Lufthansa zwar nicht viel zu feiern, aber sie macht es trotzdem. Der MDax-Konzern begeht in Frankfurt am Main mit Bundeskanzler Friedrich Merz als Gast die Firmengründung der Airline vor 100 Jahren. Der Festakt wird allerdings von Streiks und Protesten der Crews aufgrund festgefahrener Tarifverhandlungen überschattet.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil will sich in Washington am Rande der IWF-Frühjahrestagung vor der Presse äußern. Dabei dürfte es auch um die eingetrübten Perspektiven für die Wirtschaft gehen. Der Internationale Währungsfonds hat seine Schätzungen für Deutschland deutlicher gekürzt als für andere Euro-Staaten.
Dann gibt es noch Zahlen. So legt die US-Investmentbank Morgan Stanley ihre Ergebnisse für das erste Quartal vor. Analysten erwarten im Schnitt einen Gewinn von 3,00 Dollar pro Aktie, was einem Anstieg von gut zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Die Geschäftszahlen des Chipindustrie-Zulieferers ASML stehen unter gemischten Vorzeichen. Auf der einen Seite reißen Halbleiterkonzerne dem niederländischen Konzern Lithographie-Anlagen aus den Händen. Auf der anderen Seite erwägen die USA, den Export dieser Maschinen nach China einzuschränken. Davon wäre auch ASML betroffen.