Cartier-Mutter brilliert - Aktie schießt nach oben
Der Luxusgüterkonzern Richemont hat mit einem Umsatzplus von 20 Prozent die Analystenerwartungen deutlich übertroffen. Besonders das Schmuckgeschäft und der Markt Japan sorgten im Frühlingsquartal für starke Impulse. Die Aktie steigt zum Handelsstart um sieben Prozent.
Der Schweizer Konzern spiele in einer eigenen Liga, erklärte Vontobel-Analyst Jean-Philippe Bertschy. Er erwarte, dass die Rivalen schwächere Zahlen veröffentlichten. Die Umsatzzahlen von Richemont seien das Ergebnis einer jahrelangen konsequenten Umsetzung, disziplinierter Preiserhöhungen, einer effizienten Kapitalallokation und eines Portfolios begehrter Marken mit starker Preismacht und geografischer Diversifizierung, lobte der Analyst.
Dax fährt in den Keller
Der deutsche Leitindex startet erwartungsgemäß mau in den Tag. Der Dax verliert 0,7 Prozent auf .24.956 Punkte.
Die grßten Gewinner sind am Morgen Hochtief (+07%) und Siemens (+0,5%). Die größten Verlierer sind Fresenius Medical Care (-2,1%) und SAP (-1,8%)
Ärger mit der Finanzaufsicht: Anleger strafen Münchner Softwareentwickler ab
Die Anleger von Nagarro reagieren verschnupft auf eine Beanstandung der Finanzaufsicht Bafin. Die Titel des Münchner Softwareentwicklers fallen im Frankfurter Frühhandel um 3,4 Prozent.
Der Konzern hatte am Vorabend mitgeteilt, dass die Bafin den Konzernabschluss und den Lagebericht für 2022 für fehlerhaft hält. Der Vorstand sieht dagegen keine wesentlichen Fehler und hat gegen den Bafin-Bescheid Widerspruch eingelegt. Ein Antrag des Unternehmens, die Veröffentlichung der Bafin-Kritik vorläufig zu stoppen, wurde vom Oberlandesgericht Frankfurt abgelehnt. "Die Ablehnung durch das Gericht hatten wir erwartet", konstatierte ein Händler. Nun sei damit zu rechnen, dass die Bafin ihre Fehlerfeststellungen auch während des laufenden Widerspruchsverfahrens unverzüglich veröffentlichen werde.
Razzia in Filiale der Deutschen Bank
Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat eine Razzia bei der Deutschen Bank bestätigt. Ermittler hätten gester in einer Filiale an der Frankfurter Taunusanlage einen Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts aus dem Juni 2026 vollstreckt, teilte die Behörde mit. Zu den genauen Hintergründen äußerte sie sich zunächst nicht: "Weitere Details können zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus ermittlungstaktischen Gründen nicht mitgeteilt werden", hieß es. Die Deutsche Bank lehnte eine Stellungnahme ab
Chinas KI-Startup Deepseek nimmt Anlauf auf die Börse
Chinas KI-Schwergewicht Deepseek bereitet sich laut Insidern auf einen Börsengang in Schanghai vor. Wie es heißt, könnte das IPO im zweiten Quartal nächsten Jahres stattfinden. Das Unternehmen wolle damit seine kostspielige Forschung finanzieren und das Wachstum ankurbeln.
Deepseek bespricht den Angaben zufolge derzeit mit Investoren und Banken eine Notierung in Schanghai. Die Unterlagen sollen bis Jahresende eingereicht werden. Im Juni hatte das Unternehmen in einer ersten externen Finanzierungsrunde 7,4 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Es wurde dabei mit über 50 Milliarden Dollar bewertet.
Bundeswehr prüft Kauf neuer A400M von Airbus
Der Flugzeugbauer Airbus kann auf einen weiteren Auftrag der Bundeswehr hoffen. Nach "Handelsblatt"-Informationen aus Industriekreisen laufen Gespräche über den Kauf von 15 bis 20 neuen A400M-Militärtransportern.
Die Turboprop-Flugzeuge könnten in der Bundeswehr neue Aufgaben übernehmen. Im Gespräch ist unter anderem, die Maschine zu einem Träger von Drohnen oder Marschflugkörpern zu entwickeln. Damit könnte die A400M künftig eine wichtige Rolle in der Abschreckung spielen, heißt es in Industriekreisen.
ASML-Zahlen dürften bei Anlegern gut ankommen
Die Zweitquartalszahlen von ASML sind klar über den Erwartungen ausgefallen, was zur Beruhigung der Anleger beitragen sollte. Der KI-Investitionsboom scheint intakt zu sein. Der Anlagenbauer für Photolithographie-Systeme hat zudem den Ausblick für das Gesamtjahr erneut angehoben. ASML stellt nun Umsätze zwischen 43 und 45 Milliarden Euro in Aussicht, nach bislang 36 bis 40 Milliarden. Die Bruttomarge soll jetzt bei 54 und 56 Prozent liegen, nach bislang 51 und 53 Prozent. Die Zahlen dürften gut ankommen, heißt es im Handel.
Dax-Anleger im Zahlenregen
Der Dax wird der Kursentwicklung an den Terminmärkten zufolge mit Verlusten in den Handel starten. Am Dienstag hatte der deutsche Leitindex leicht im Plus bei 25.147,03 Punkten geschlossen.
Zur Wochenmitte blicken Börsianer auf den US-Index für die Erzeugerpreise (PPI) im Juni. Die von den Produzenten erhobenen Preise gelten als Vorläufer für die weitere Entwicklung der Verbraucherpreise. Im Fokus stehen zudem die Zahlen zur Industrieproduktion in der Euro-Zone im Mai. Auf der Unternehmensseite nimmt die US-Bilanzsaison weiter Fahrt auf. Nach den Zahlen führender Großbanken wie Goldman Sachs, Citigroup, JP Morgan und Bank of America legen heute Rivale Morgan Stanley und der Vermögensverwalter Blackrock Zahlen vor.
Zudem stehen die Ergebnisse des Konsumgüterkonzerns Johnson & Johnson und von ASML an. Auf die Quartalszahlen des niederländischen Chipanlagenbauers schaut eine ganze Branche mit Spannung: Da das wertvollste börsennotierte Unternehmen Europas Marktführer für Maschinen zur Produktion von KI-Chips ist, gelten die Ergebnisse als wichtiger Frühindikator für den gesamten Halbleitersektor.
Kursfeuerwerk in Seoul
Im Sog positiver Vorgaben geht es an den Aktienmärkten in Fernost nach oben. Niedriger als erwartet ausgefallene Inflationsdaten hatten an der Wall Street Zinserhöhungsspekulationen gedämpft und für Kauflaune gesorgt. Zugleich kam der Anstieg der Ölpreise zunächst wieder zum Stehen, nachdem US-Präsident Trump von seinem Plan wieder abrückte, künftig eine Art Schutzgeld für die Passage der Straße von Hormus zu verlangen.
Favorisiert werden Aktien aus dem Technologiesegment. An der stark technologielastigen Börse in Seoul sorgt das für ein regelrechtes Kursfeuerwerk. Der seit Wochen massive Tagesbewegungen in beide Richtungen zeigende Kospi schießt um knapp 8 Prozent nach oben. Am Montag war er allerdings auch um 9 Prozent eingebrochen. Die beiden Indexschwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix gewinnen 7,9 bzw. 13,2 Prozent. In den USA waren die dort seit Kurzem gelisteten ADR von Hynix deutlich gestiegen. Hanmi Semiconductor machen sogar einen Satz um rund 28 Prozent.
In Tokio legt der Topix um 0,8 Prozent zu, die Halbleiteraktien Advantest, Renesas und Tokyo Electron gewinnen bis zu 5,4 Prozent. Softbank Group geben dagegen um 2,6 Prozent nach. Die Aktie folgt damit den starken Kursverlusten der Tochtergesellschaft Arm an der Wall Street, nachdem die Aktie von HSBC aufgrund von Zweifeln an weiteren KI-getriebenen Kursgewinnenherabgestuft worden war, wie Händler berichten.
Während der HSI in Hongkong um 1,5 Prozent anzieht, unter anderem mit Kursgewinnen von je über 3 Prozent bei Alibaba und Tencent, gibt der Shanghai-Composite minimal nach vor dem Hintergrund eher mauer Konjunkturdaten.
Kurssturz bei Lucid: E-Autobauer weist Insolvenz-Berichte zurück
Der US-Elektroautobauer Lucid hat einen Bericht über eine mögliche Insolvenz oder einen Rückzug von der Börse zurückgewiesen. "Die Gerüchte sind völlig falsch", teilte Lucid mit. Das Nachrichtenportal electric-vehicles.com hatte in einem Bericht nahegelegt, dass das Unternehmen erwäge, Insolvenz anzumelden oder die Börse zu verlassen. Die Aktie fiel daraufhin deutlich.
"Das Unternehmen verfügt über ausreichende Liquidität, um seinen Betrieb bis weit ins nächste Jahr hinein aufrechtzuerhalten, wie kürzlich in seinen letzten Quartalsberichten veröffentlicht wurde, und es hat keinen speziellen Ausschuss des Board of Directors gebildet, um die heute berichteten Szenarien zu prüfen", fügte Lucid hinzu.
Die Lucid-Aktie schloss am Dienstag bei 4,62 US-Dollar und damit 16,2 Prozent schwächer. Zwischenzeitlich war der Kurs auf bis zu 2,37 Dollar gefallen .Lucid beendete das erste Quartal mit etwa 700 Millionen US-Dollar an Barmitteln und nahm im April eine weitere 1,0 Milliarde Dollar auf. Das Unternehmen verfügt über nicht in Anspruch genommene Kapazitäten für Laufzeitkredite in Höhe von etwa zwei Milliarden Dollar. Laut Schätzungen von Factset sollte das genug an liquiden Mitteln sein, um zwölf Monate zu überstehen.
Zwar ist der EV-Hersteller noch nicht profitabel und wird voraussichtlich bis Ende 2028 etwa 6,7 Milliarden Dollar verbrauchen. Die Wall Street prognostiziert jedoch laut Factset für das Jahr 2029 einen positiven Free Cashflow.
Zugang zu KI-Chips: USA heben Exportsperren für Emirate auf
Washington belohnt Abu Dhabi mit besseren Zugängen zu US-KI-Chips. Im Rahmen einer neuen Regelung der Trump-Regierung werden die Vereinigten Arabischen Emirate beim Kauf von Technologie mit militärischem Potenzial künftig wie EU-Staaten, Südkorea oder Indien behandelt. Bisher standen die VAE in einer Export-Kategorie mit China und Jemen.
Hintergrund: Die Emirate hatten die USA in den vergangenen Monaten massiv im Iran-Konflikt unterstützt und werben seit Jahren um US-Technologie zur Diversifizierung weg vom Öl.
Die Entscheidung zeigt, wie zentral KI-Halbleiter mittlerweile in der Geopolitik sind. Nvidia, AMD und Intel dürften von zusätzlichen Exportmöglichkeiten profitieren. Kritiker sehen aber auch einen Interessenkonflikt: Der nationale Sicherheitsberater der VAE wurde im vergangenen Jahr zu einem wichtigen Geschäftspartner der Trump-Familie. Das Weiße Haus weist das zurück.
Chinas Wirtschaft schwächelt - aber der Außenhandel läuft "prächtig"
Die chinesische Wirtschaft ist im zweiten Quartal langsamer gewachsen als von Experten erwartet. Laut offiziellen Daten belief sich das Wirtschaftswachstum zwischen April und Juni auf 4,3 Prozent. Dies gab das Statistikamt in Peking heute bekannt. Es ist das langsamste Wachstum seit drei Jahren.
Vor allem die starken Exporte verhinderten ein noch langsameres Wachstum. In der Mitteilung des Statistikamts hieß es, der Außenhandel habe sich "prächtig" entwickelt. Laut Daten der Zollbehörde stiegen die Exporte im Juni um 27 Prozent. Belastend wirkten dagegen die schwache Inlandsnachfrage und der Rohstoffpreisschock infolge des Irankriegs.
Altersvorsorgedepot: Kommt 2027 der große Aktien-Boom?
Ab 1. Januar soll das neue Altersvorsorgedepot starten – und die Aktienkultur in Deutschland verändern. Weg vom Sparbuch, hin zu ETF-Sparplänen mit staatlicher Förderung. Finanzberaterin Annika Peters sieht darin einen "Wendepunkt", warnt aber: Ob die Umsetzung pünktlich klappt, ist noch unklar. Wenn es kommt, könnte es strukturellen Rückenwind für Milliarden an neuem Kapital bedeuten.
Reicht das, damit Deutschland zu den USA aufschließt, wo jeder Zweite an der Börse ist?
Immer wieder Iran: Dax fährt auf Sicht
An den europäischen Börsen sind Anleger am Dienstag angesichts der rasant steigenden Ölpreise im Zuge der Eskalation des US-Iran-Konflikts in Deckung gegangen. Auch an der Frankfurter Börse überwogen die Minuszeichen. Der Dax musste den Rückzug antreten.
Worauf müssen die Anleger heute besonders achten? Das wären Daten zum chinesischen Wirtschaftswachstum. Dieses dürfte sich im Frühjahr etwas abgeschwächt haben. Volkswirte gehen davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal zum Vorjahreszeitraum um 4,5 Prozent zugelegt hat. Zu Jahresbeginn war beim BIP noch ein Plus von 5,0 Prozent herausgesprungen. Auch bei einer leichten konjunkturellen Abkühlung dürfte die Wirtschaft weiter den Vorgaben der Führung der Volksrepublik entsprechen. Diese hat für 2026 ein für chinesische Verhältnisse wenig ambitioniertes Wachstumsziel von 4,5 bis 5 Prozent ausgegeben. In den vergangenen Jahren hatte die Führung in Peking das Wachstum stets mit rund fünf Prozent angesetzt.
Auf die Quartalszahlen des niederländischen Chipanlagenbauers ASML schaut eine ganze Branche mit Spannung: Da das wertvollste börsennotierte Unternehmen Europas Marktführer für Maschinen zur Produktion von KI-Chips ist, gelten die Ergebnisse als wichtiger Frühindikator für den gesamten Halbleitersektor. Analysten erwarten laut LSEG-Daten für das abgelaufene zweite Quartal einen Anstieg des Nettogewinns um 8,8 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro sowie ein Umsatzplus von 14 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro. Experten halten eine Anhebung der Jahresprognose für wahrscheinlich, da die Produktionskapazitäten des Konzerns womöglich bereits bis Ende 2027 ausgebucht sind. Ein Unsicherheitsfaktor bleiben jedoch geplante schärfere US-Exportkontrollen für das China-Geschäft.