Dienstag, 10. September 2019Der Börsen-Tag

Heute mit Wolfram Neidhard
17:39 Uhr

Augen auf EZB gerichtet - Dax setzt Klettertour fort

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(Foto: picture alliance/dpa)

Der deutsche Aktienmarkt hat sich heute von seiner uneinheitlichen Seite gezeigt. Vor allem die Zinsentscheidung der EZB am Donnerstag wirft ihre Schatten voraus. Im Juli hatte Präsident Mario Draghi die Erwartungen angefacht, dass es neue geldpolitische Lockerungen geben könnte. Inzwischen gehen Ökonomen davon aus, dass der Strafzins für Banken weiter erhöht wird.

Der Dax konnte an seine Gewinne der vergangenen Handelstage anknüpfen und rückte um 0,3 Prozent auf 12.269 Punkte vor. Für den MDax ging es indes um 0,5 Prozent abwärts auf 25.883 Zähler. Der TecDax fiel um 1,4 Prozent auf 2824 Stellen. Der EuroStoxx50 stieg um 0,1 Prozent auf 3497 Punkte.

Unter den Einzelwerten stachen als Schlusslicht im Leitindex die Papiere von Wirecard, die auch im TecDax notiert sind, mit einem Verlust von 4,5 Prozent heraus. Die US-Bank JP Morgan nahm die Aktie mit "Neutral" in die Bewertung auf. Mit Beginn der Automesse IAA in Frankfurt blieben auch Autoaktien im Blick. Im Dax legten neben den Papieren des Zulieferers Continental, die um 3,5 Prozent stiegen, auch die Autohersteller zu. Volkswagen verteuerten sich um 0,4 Prozent, Daimler und BMW gewannen je 0,9 Prozent.

17:15 Uhr

Bayer verkleinert den Vorstand

Verschlankung auch in der obersten Ebene: Bayer wird die Zahl der Vorstandsmitglieder von sieben auf fünf reduzieren. Wie das Unternehmen im Anschluss an eine Sitzung des Aufsichtsrats mitteilte, werden Hartmut Klusik und Kemal Malik Bayer zum Jahresende verlassen. Die beiden Vorstandspositionen würden als Teil der angekündigten Effizienzmaßnahmen nicht nachbesetzt.

Der Bayer-Vorstand besteht damit ab kommendem Jahr aus dem Vorstandsvorsitzenden Werner Baumann, Finanzvorstand Wolfgang Nickl sowie den für die Divisionen zuständigen Liam Condon (Crop Science), Stefan Oelrich (Pharmaceuticals) und Heiko Schipper (Consumer Health).

16:42 Uhr

Deckenteile am BMW-Stand bei IAA abgestürzt

Auch das kann passieren: Glimpflich ist ein Unfall am Stand des Autobauers BMW auf der Internationalen Automobilausstellung IAA in Frankfurt ausgegangen. Von dem Messeaufbau hatten sich am Nachmittag mehrere Deckenteile gelöst und waren zu Boden gestürzt, wie Augenzeugen berichteten. Verletzt wurde nach Angaben des Unternehmens niemand.

BMW sperrte den Bereich ab und leitete eine Untersuchung der Ursache ein. Am ersten Pressetag der Automesse waren noch nicht so viele Besucher vor Ort wie bei den am Samstag beginnenden öffentlichen Besuchertagen.

16:25 Uhr

Schwache China-Daten lasten auf Wall Street

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(Foto: picture alliance / dpa)

Wieder aufkeimende Rezessionsängste machen heute der Wall Street zu schaffen. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 gaben zur Eröffnung um bis zu ein Prozent nach. Genährt wurden diese Spekulationen von den stärksten Preissenkungen der chinesischen Industrie seit drei Jahren. Vor diesem Hintergrund trennten sich Anleger unter anderem von US-Chip-Unternehmen, die stark vom China-Geschäft abhängig sind. So verloren die Aktien von Applied Materials, Intel und Qualcomm bis zu 1,6 Prozent.

Unterdessen warteten Anleger gespannt auf die alljährliche Präsentation von Apple. Experten rechnen fest damit, dass der Elektronik-Konzern dabei eine neue iPhone-Generation vorstellen wird. Apple-Aktien notierten 0,8 Prozent im Minus bei 213,06 Dollar. Die Titel von Ford rutschten um 3,4 Prozent ab, nachdem die Rating-Agentur Moody's die Anleihen des Autobauers auf "Ramsch"-Status heruntergestuft hatte.

15:57 Uhr

Saudi-Arabien braucht "dringend höhere Ölpreise"

Die Nordsee-Ölsorte Brent liefert angeblich klare Stabilisierungsanzeichen. Diese Meinung vertritt HSBC-Marktanalyst Jörg Scherer. Er spricht von einem "idealtypischen Sprungbrett". Einerseits habe Brent auf Monatsbasis einen "klassischen" charttechnischen "Hammer" ausgebildet. Ein erstes Erholungsziel liege bei 68 US-Dollar.

Bei den Rohstoff-Analysten der Commerzbank heißt es, Saudi-Arabien sei "dringend auf höhere Ölpreise angewiesen". Denn bei den derzeitigen Ölpreisen sei es ambitioniert, wie geplant 1 Prozent der Aramco-Aktien für 20 Milliarden Dollar bei den Investoren unterzubringen. Saudi-Arabien werde deshalb voraussichtlich weiterhin noch weniger Öl fördern als im jüngsten Abkommen zu den Förderkürzungen vereinbart. Der Branchen-Index der europäischen Öl- und Gaswerte stieg am Nachmittag um 1,6 Prozent.

15:47 Uhr

n-tv Zertifikate: Nachhaltigkeit - Umdenken beim Anlegen

Immer mehr Anleger wollen wissen, wohin eigentlich das Geld fließt, das sie anlegen - und ob die Investition dabei ökologischen und sozialen Kriterien entspricht, die auch wirklich nachhaltig sind. Welche Rolle das für Zertifikate spielen kann, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Christine Romar von der Citigroup auf dem Deutschen Derivate Tag in Frankfurt.

15:20 Uhr

Türkei sieht Handelskonflikt USA-China als Chance für sich

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(Foto: picture alliance / dpa)

Nicht nur SAP, sondern auch ganze Länder könnten von dem amerikanisch-chinesischen Handelskonflikt profitieren. Zu diesen gehört auch die in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckende Türkei. "Wir haben festgestellt, dass die Probleme zwischen den USA und China eine bedeutende Chance für den Handel in verschiedenen Branchen bieten werden", sagte Handelsminister Ruhsar Pekcan auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem US-Amtskollegen Wilbur Ross in Ankara. "Wir haben der US-Seite gegenüber unsere Bereitschaft bekundet, Waren zu liefern." Beide Länder wollten den bilateralen Warenaustausch auf 100 Milliarden Dollar pro Jahr vervierfachen.

US-Präsident Donald Trump trifft sich Ende September mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan am Rande der UN-Vollversammlung in New York. Die Beziehungen beider Länder haben sich allerdings zuletzt verschlechtert.

14:55 Uhr

Conti-Chef schließt Kündigungen nicht aus

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Der Autozulieferer Continental wird wegen der schwachen Autokonjunktur und nachlassenden Nachfrage nach Verbrenner-Technologie mittelfristig wohl nicht um betriebsbedingte Kündigungen herumkommen. Einen solchen Schritt könnte man "als letztes Mittel nicht ausschließen", sagte Vorstandschef Elmar Degenhart am Rande der Automesse IAA in Frankfurt. Eine genaue "Zielzahl" zu möglicherweise betroffenen Werken oder Mitarbeitern könne man derzeit aber nicht nennen, sagte der Conti-Chef.

Der Dax-Konzern aus Hannover strebt einen Teilbörsengang oder - als "Plan B" (Degenhart) - eventuell auch eine komplette Auslagerung seiner Antriebssparte an. Sie soll dann Vitesco heißen.

 

14:32 Uhr

Analysten spekulieren bereits über EZB-Pläne

Die Europäische Zentralbank (EZB) peilt nach Einschätzung von DNB Markets monatliche Nettoanleihekäufe von 50 Milliarden Euro an. Die Analysten schätzen, dass die EZB diese Käufe sechs Monate lang, falls erforderlich aber auch länger, durchführen wird. Sie prognostizieren zudem eine Senkung des Einlagenzinses um 10 Basispunkte und ein Staffelzinssystem.

14:05 Uhr

SocGen: Dax fällt 2020 unter 10.000 Punkte

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Die französische Großbank Société Générale hält an ihrem bärischen Szenario für europäische Aktien fest. Mit Blick auf den Dax sehen ihre Analysten deutliches Abwärtspotenzial von den aktuellen Kursen: Im vierten Quartal soll der Index im Tief auf 11.250 und im ersten Quartal 2020 dann auf 9600 Punkte fallen.

Neben den politischen Risiken bemängeln die Analysten vor allem die schwachen Gewinnaussichten für Europas Unternehmen. Für das laufende Jahr werde ein Gewinnwachstum von nur 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr erwartet. Dem stünden allerdings noch Gewinnerwartungen von 10 Prozent für das kommende Jahr entgegen, was eindeutig zu hoch sei und Korrekturbedarf bedinge.

Wie sieht es mit dem Dax derzeit aus? Er hat am frühen Nachmittag den Gang in den positiven Bereich angetreten - plus 0,2 Prozent auf 12.253 Stellen. Im Handel wurde in dieser Hinsicht auf vermeintliche Aussagen des chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang verwiesen. Dieser habe an die USA und China für eine Lösung im Handelsstreit appelliert. Im Handel werde den Aussagen keine große Bedeutung zugemessen, aber die Hoffnung sterbe zuletzt, so ein Teilnehmer.

13:53 Uhr

Opel-Chef legt vorerst England-Investitionen auf Eis

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(Foto: AP)

Opel-Chef Michael Lohscheller will sich angesichts der Gefahr eines Brexits ohne Abkommen mit Investitionsentscheidungen in Großbritannien zunächst zurückhalten. Bei einem etwaigen harten Brexit würden die Lieferketten "durcheinandergebracht, nicht nur in England, sondern auch in Europa", sagte der Manager auf der IAA in Frankfurt.

Opel ist in Großbritannien mit der Marke Vauxhall auf dem Markt. Der Autobauer produziert in den Werken Luton und Ellesmere Port. Das Land sei "sehr wichtig" für Opel, betonte Lohscheller, auch angesichts der Fortschritte bei Vauxhall in den vergangenen Jahren.

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13:40 Uhr

Baubranche erhöht Prognose kräftig - keine Konjunkturflaute

Die Baubranche kann sich noch von der Konjunkturflaute in Deutschland abkoppeln und boomt weiter. Der mittelständische Verband ZDB erhöhte seine Prognose für das Umsatzwachstum 2019 von sechs auf 8,7 Prozent und peilt Erlöse von 137,5 Milliarden Euro an. "Damit ist die Bauwirtschaft momentan die Konjunkturlokomotive Nummer eins", sagte ZDB-Präsident Reinhard Quast.

Für 2020 sei mit einem Plus von fünf Prozent zu rechnen. Klammert man hier steigende Baupreise aus, dürften die Umsätze real stagnieren. Die Zahl der Beschäftigten werde 2019 um rund 18.000 auf 855.000 steigen.

13:21 Uhr

Razzia bei Commerzbank in Frankfurt

Das Schild einer Commerzbank-Filiale hängt unweit der Zentrale der Commerzbank in Frankfurt am Main. Foto: Arne Dedert/Archivbild

(Foto: Arne Dedert/dpa)

Die Zentrale der Commerzbank in Frankfurt ist wegen mutmaßlicher Tricksereien bei Aktiengeschäften ("Cum-Ex") durchsucht worden. Beamte der Staatsanwaltschaft Köln seien dort seit dem Morgen zugange, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf Eingeweihte. Es gebe den Verdacht, dass das Geldinstitut am Handel mit großen Aktienpaketen rund um den Ausschüttungstermin mit (cum) und ohne (ex) Dividendenanspruch zu Lasten der Steuerzahler beteiligt gewesen sei.

Der MDax-Konzern wollte sich zu laufenden Ermittlungen nicht äußern. Ein Sprecher betonte aber: "Wie in der Vergangenheit auch, kooperieren wir selbstverständlich vollumfänglich mit den Behörden. Es ist in unserem eigenen Interesse, dass diese Angelegenheit schnellstmöglich aufgeklärt wird."

13:06 Uhr

Zu wenig Gebote: Windenergie-Ausbau an Land erlahmt

Windräder drehen sich auf einer Anhöhe. Foto: Frank Rumpenhorst/Archivbild

(Foto: Frank Rumpenhorst/dpa)

Der Ausbau der Windenergie an Land stockt immer stärker. Die Bundesnetzagentur teilte mit, dass sie von dem ausgeschriebenen Ausbauziel von 650 Megawatt nur 208 Megawatt habe vergeben können. Den Zuschlag erhielten 32 Projekte in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Thüringen. Die nicht vergebenen Mengen sollen nun 2022 zusätzlich ausgeschrieben werden. Bei den vergebenen Projekten gaben die Antragsteller an, Windstrom zu einem Preis von 6,19 beziehungsweise 6,20 Cent pro Kilowattstunde zu produzieren.

Die mangelnde Nachfrage erhöht die Sorgen weiter, dass Deutschland seine Ausbauziele für erneuerbare Energie nur schwer wird erreichen können.

12:41 Uhr

Wall Street schaut gebannt auf Notenbanken

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(Foto: REUTERS)

Es geht nicht nur den europäischen Aktienmärkten so - auch die Wall Street bleibt gefangen im Notenbankmodus. Wie schon gestern zu beobachten dürfte auch heute an den US-Börsen nicht viel passieren. Der Aktienterminmarkt suggeriert einen knapp behaupteten Start, und ohne frische Impulse ist nicht mit viel Bewegung im Verlauf zu rechnen.

Händler sprechen von einem abwartenden Geschäft vor den beiden wichtigen Zentralbankentscheidungen: Anleger ließen sich vor den Sitzungen der EZB am Donnerstag und der US-Notenbank Fed in der kommenden Woche nicht aus der Deckung locken. Von beiden wird eine Lockerung der Geldpolitik erwartet. Doch gehen die Meinungen über das von der EZB erhoffte Maßnahmenpaket auseinander, bei der Fed rechnet man derweil fest mit einer Zinssenkung.

12:17 Uhr

Anleger vor EZB-Sitzung unsicher - Dax gibt leicht nach

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Zwei Tage vor dem EZB-Zinsentscheid steigt die Nervosität unter den Anlegern. "Viele haben Angst, jetzt neue Positionen einzugehen und dann auf dem falschen Fuß erwischt zu werden", führte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners aus. Der Dax gab am Mittag um 0,1 Prozent auf 12.206 Punkte nach. Der EuroStoxx50 fiel um 0,3 Prozent auf 3484 Stellen.

Unter Anlegern gilt als ausgemacht, dass die EZB den Zins für Einlagen bei der Notenbank senken wird. Uneins sind sie sich dagegen, wie groß der Schritt ausfallen und ob EZB-Chef Mario Draghi zusätzlich eine Wiederaufnahme der Wertpapierkäufe ankündigen wird.

12:02 Uhr

PSA-Chef erwartet Pleiten in der Autobranche

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(Foto: picture alliance/dpa)

Klimaschutzmaßnahmen und die CO2-Ziele für die Autobranche könnten für einige Firmen nach Einschätzung von PSA-Chef Carlos Tavares in den kommenden zehn Jahren das Aus bedeuten.

  • "Ich wäre überrascht, wenn wir angesichts des Ausmaßes der bevorstehenden Veränderung nicht ein paar Insolvenzen sehen würden", sagte der Chef des französischen Autobauers auf der IAA in Frankfurt.

Das Europäsche Parlament hatte eine CO2-Reduktion beschlossen, die nicht für einzelne Fahrzeugmodelle gilt, sondern für den durchschnittlichen CO2-Ausstoß der gesamten Flotte eines Herstellers. Die CO2-Reduktion soll der EU helfen, die Pariser Klimaziele zu erfüllen.

11:52 Uhr

Britischer Arbeitsmarkt präsentiert sich robust

Dem Gewürge um den Brexit zum Trotz läuft der Jobmotor in Großbritannien weiter rund. Im Juli fiel die Arbeitslosenquote überraschend um einen Tick auf 3,8 Prozent, wie das Statistikamt ONS mitteilte. Niedriger war die Quote zuletzt Mitte der 1970er-Jahre. Die Löhne - einschließlich Bonuszahlungen - legten im Zeitraum Mai bis Juli um 4,0 Prozent zu, das stärkste Plus seit Mitte 2008.

Trotz der Hängepartie um den Brexit war die Konjunktur auf der Insel im Juli im Aufwind: Die Wirtschaftsleistung legte zum Vormonat um 0,3 Prozent zu. Nimmt man allerdings die Daten von Mai bis Juli zusammen, ergibt sich eine Stagnation im Verhältnis zu den vorangegangenen drei Monaten.

11:23 Uhr

Greenpeace demonstriert mit CO2-Ballon vor der IAA

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(Foto: dpa)

Vor dem Start der Automesse IAA haben Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace vor dem Frankfurter Messegelände gegen klimaschädliche Abgase demonstriert. Als Abgaswolke hinter einem überdimensionierten Geländewagen füllten sie am Dienstag einen 1400 Kubikmeter großen, schwarzen Ballon mit der Aufschrift "CO2". Der Ballon würde etwa 2,5 Tonnen klimaschädliches CO2 fassen, teilte Greenpeace mit. Diese Menge hätten die in den ersten sieben Monaten in Deutschland zugelassenen SUV ausgestoßen, bevor sie 30 Meter gefahren seien.

Auf der IAA präsentieren die Autohersteller in den nächsten Tagen neue Elektromodelle, aber auch Sportwagen und SUVs. Der wachsenden Kritik begegnet die Branche mit Gesprächsangeboten und stellt heraus, dass sie die Umstellung auf Elektroautos schon begonnen hat.

11:02 Uhr

Starke Produktionsdrosselung in Italien

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(Foto: dpa)

In Italien haben die Firmen die Fertigung im Juli noch deutlicher als in Deutschland zurückgefahren. Die Produktion brach um 0,7 Prozent ein, wie das Statistikamt Istat mitteilte. Experten hatten nur mit einem Minus von 0,2 Prozent gerechnet. In Deutschland, der größten Volkswirtschaft der Eurozone, lag der Produktionsrückgang bei 0,6 Prozent. In Frankreich erhöhten die Unternehmen den Ausstoß hingegen um 0,3 Prozent.

Die Wirtschaft in den Staaten der Währungsunion bekommt die Folgen des Zollstreits zwischen den USA und China zusehends zu spüren. Die exportlastige Wirtschaft schrumpfte hierzulande im Frühjahr um 0,1 Prozent, während sie in Frankreich (plus 0,3 Prozent) und Spanien (plus 0,5 Prozent) zulegte. In Italien stagnierte die Wirtschaft.

10:41 Uhr

Zeitung: Polen will slowakische Börse übernehmen

Polen und die Slowakei stehen hinsichtlich des Börsengeschehens alles andere als im Mittelpunkt. Doch es gibt dennoch Interessantes zu berichten. Polen will nämlich einem Zeitungsbericht zufolge die slowakische Börse kaufen. Die Regierung in Warschau befinde sich bereits in Gesprächen mit der Slowakei, berichtete die "Rzeczpospolita".

  • "Die Verhandlungen sind im Gange. Wir warten auf Ergebnisse", zitierte das Blatt einen Insider.

Die staatliche Warschauer Börse ist um ein Vielfaches größer als die Börse in Bratislava, die 23 Mitarbeiter hat und dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,3 Millionen Euro erzielte. Die polnische Regierung äußerte sich bislang nicht dazu.

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10:18 Uhr

Türkische Lira steht unter Druck

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(Foto: picture alliance/dpa)

Weiter bergab geht es mit der türkischen Lira. Im frühen Handel sackte der Kurs kurz auf über 5,76 Lira je US-Dollar ab, verglichen mit 5,74 Dollar am Vorabend. An den vergangenen drei Handelstagen hatte der Kurs jeweils nachgegeben. Laut Devisenexperte Tatha Ghose von der Commerzbank litt die Währung gestern unter einer Kombination von Nachrichten zur türkischen Notenbank und zu Sanktionen. So setze Präsident Recep Tayyip Erdogan die Notenbank weiter unter Druck, damit sie die Zinsen in kürzester Zeit in den einstelligen Bereich absenke. Grund für seine Forderung sei die überraschend niedrige Inflation, die er auf seine eigenwillige geldpolitische Theorie zurückführe.

Für die Notenbank gibt es laut Ghose nur die beiden Möglichkeiten, die Zinsen wie von Erdogan gefordert zu senken und sich nächstes Jahr einem negativen Realzins gegenüber zu sehen, oder die Zinssenkungen zu beenden, wenn die Zinsen knapp über der Inflation (zum Beispiel bei 15 Prozent) seien, und sich Erdogans Zorn zu stellen.

10:02 Uhr

Autoaktien zum IAA-Auftakt im Aufwind

Zum Auftakt der Branchenmesse IAA in Frankfurt geht es mit den Autowerten bergauf. Die Aktien von BMW, Daimler und Volkswagen stiegen um bis zu 1,1 Prozent. Der Zulieferer Continental gewann 1,4 Prozent.

Die Lage der Branche bleibe aber kritisch, warnt Mark Decker, Chef der Vermögensverwaltung des Bankhauses Merck Finck. Sie leide unter den weltweiten Handelsstreitigkeiten und unter der wachsenden Konkurrenz durch Mobilitätskonzepte branchenfremder Firmen wie Google oder Uber.

 

09:43 Uhr

Alibaba-Chef Ma tritt ab - Zhang ist Nachfolger

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(Foto: picture alliance/dpa)

Jack Ma, der Gründer des chinesischen Online-Riesen Alibaba, ist als Vorsitzender seiner Firma abgetreten. Zu seinem 55. Geburtstag trat Ma wie bereits vor einem Jahr angekündigt seinen Rückzug an. Die Nachfolge von Ma soll Daniel Zhang antreten, den Ma selbst ausgewählt hatte.

Ausgestattet mit 60.000 US-Dollar von Freunden hatte Ma 1999 Alibaba gegründet. Inzwischen hat Alibaba mehr als 650 Millionen aktive Nutzer.

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09:28 Uhr

Chinas Industrie mit stärksten Preissenkungen seit 2016

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(Foto: picture alliance / dpa)

Der Handelsstreit und die schwächere Weltkonjunktur zwingen die chinesische Industrie zu den stärksten Preissenkungen seit drei Jahren. Die Erzeugerpreise schrumpften im August um 0,8 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistikamt in Peking mitteilte. Die sinkende Nachfrage aus dem In- und Ausland bringe die Unternehmen dazu, die Preise zu senken, um neue Aufträge zu gewinnen.

Experten rechnen damit, dass der Druck auf den Exportweltmeister noch steigen wird, da die USA für den 1. Oktober und den 15. Dezember weitere Strafzölle angekündigt haben. Die chinesische Zentralbank könnte darauf mit einer Lockerung ihrer Geldpolitik reagieren. Das Finanzhaus ANZ rechnet mit einer Zinssenkung im vierten Quartal.

09:12 Uhr

Dax startet mit leichtem Verlust

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Nach mehreren Tagen mit Gewinnen ist der deutsche Aktienmarkt mit Abschlägen in den Handel gestartet. Der Dax verlor 0,2 Prozent auf 12.203 Punkte. Der MDax gab um ebenfalls 0,2 Prozent auf 25.954 Zähler nach. Der TecDax verlor gar 1,0 Prozent auf 2836 Stellen. Der nahende EZB-Zinsentscheid hält Anleger von Engagements ab. Niemand wolle auf dem falschen Fuß erwischt werden, sagten Börsianer.

Am Dax-Ende waren Wirecard mit minus 3,1 Prozent. Im Handel wird auf eine Analyse von JP Morgan verwiesen. Darin sei die Wirecard-Aktie mit "Neutral" gestartet worden mit Verweis darauf, dass Wirecard wahrscheinlich Jahre benötigen werde, um die Bewertungslücke gegenüber den Wettbewerbern zu schließen. Die Papiere sind auch im TecDax notiert.  

09:00 Uhr

Studie: Frankreich wird nach Brexit führender EU-Finanzplatz

Nach dem Brexit wird einer Studie zufolge wahrscheinlich Frankreich die führende Position in der EU-Finanzbranche von Großbritannien übernehmen. Das ist das Ergebnis von Untersuchungen des Forschungsinstituts New Financial, die vorgestellt wurden.

  • Demnach wird der Austritt der Briten dazu führen, dass die Kapitalmärkte der Europäischen Union kleiner und weniger entwickelt sind. Dies wiederum werde dazu führen, dass die Gemeinschaft stärker von der Kreditvergabe durch die - derzeit kriselnde - Bankenbranche abhängig werde.
  • Den Experten zufolge steht Großbritannien für nahezu ein Drittel der Kapitalmarktaktivitäten in der EU. Dies sei mehr als die Anteile Frankreichs und Deutschlands zusammen. International sinke der Anteil der EU nach dem Brexit auf 14 von zuvor 21 Prozent und entspreche damit dem Chinas. Das Gewicht der USA auf den globalen Kapitalmärkten sei drei Mal so groß, rechneten die Experten vor.
08:39 Uhr

Schwache Daten lasten auf Shanghaier Börse - Tokio im Plus

Enttäuschende Konjunkturdaten machen dem chinesischen Aktienmarkt zu schaffen. Die Börse Shanghai bröckelte 3023 Punkte ab. Der japanische Nikkei-Index stieg dagegen um 0,3 Prozent auf 21.392 Zähler. Unterstützung erhielt Letzterer von den Autobauern wie Toyota, Honda oder Subaru, deren Aktien bis zu 2,3 Prozent gewannen. Auftrieb erhielten sie von der Abwertung der japanischen Währung, die die Wettbewerbschancen japanischer Firmen auf dem Weltmarkt verbessert. Die Titel von Nissan gewannen sogar 3,3 Prozent. Sie profitierten zusätzlich vom angekündigten Rücktritt des Firmenchefs Hiroto Saikawa. Er war wegen unverhältnismäßig hoher Zahlungen in die Kritik geraten.

In China fielen die Produzentenpreise im August um 0,8 Prozent. Das ist der größte Rückgang seit drei Jahren und ein Signal, dass Firmen wegen einer schwächelnden Nachfrage die Preise senken oder die Produktion zurückfahren müssen.

08:26 Uhr

SAP-Chef: Handelsstreit bringt uns Wettbewerbsvorteil

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Bill McDermott

(Foto: imago images / Arnulf Hettrich)

Der deutsche Software-Riese SAP sieht sich wegen des Handelsstreits zwischen den USA und China im Wettbewerbsvorteil. Konzernchef Bill McDermott sagte, das Unternehmen sei aufgrund des deutschen Firmensitzes potenziell mit weniger Einschränkungen im China-Geschäft konfrontiert als seine US-Konkurrenten. "Es steht außerfrage, dass es uns hilft, dass Deutschland ausgezeichnete Verbindungen im öffentlichen und privaten Sektor hat", sagte McDermott in dem in San Francisco geführten Gespräch.

08:01 Uhr

Dax startet wohl schwächer

Zwei Tage vor dem EZB-Zinsentscheid wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge am Dienstag niedriger starten.

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Dax 13.241,75

Experten rechnen fest damit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag den Zins für Einlagen bei der Notenbank senkt. Uneins sind sie sich allerdings in der Frage, ob der scheidende EZB-Chef Mario Draghi auch eine Wiederaufnahme der Wertpapierkäufe ankündigen oder weitere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen in Aussicht stellen wird.

Daneben blicken Börsianer weiterhin aufmerksam nach Großbritannien, wo das Tauziehen um den Brexit weitergeht. Premierminister Boris Johnson zeigt sich von dem Gesetz, das ihn zu einer Verschiebung des Brexit verpflichtet, unbeeindruckt. Er will weiterhin sein Land wie geplant zum 31. Oktober aus der EU führen. Das britischen Parlament lehnte am Montagabend zum zweiten Mal binnen einer Woche einen Antrag von Johnson auf Neuwahlen ab.

07:09 Uhr

Nikkei profitiert von starken Exportwerten

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Exportwerte haben der Börse in Japan zu Gewinnen verholfen. Anleger griffen etwa bei Papieren von Toyota und Honda zu, nachdem der Yen zum Dollar an Wert verlor. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notierte am Dienstag gegen Mittag 0,2 Prozent fester bei 21.360 Punkten. Der breiter gefasste Topix stieg um 0,4 Prozent auf 1557 Zähler.

Auch die Aktien von Nissan verteuerten sich. Sie stiegen um 3,5 Prozent. Grund waren Berichte über den angekündigten Rücktritt des in Ungnade gefallenen Konzernchefs Hiroto Saikawa.

Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar 0,2 Prozent auf 107,40 Yen und gab 0,1 Prozent auf 7,1146 Yuan nach. Zur Schweizer Währung notierte er kaum verändert bei 0,9920 Franken. Parallel dazu blieb der Euro fast unverändert bei 1,1044 Dollar und notierte kaum verändert bei 1,0959 Franken. Das Pfund Sterling verlor 0,1 Prozent auf 1,2339 Dollar.