Donnerstag, 25. Juni 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Wolfram Neidhard
17:37 Uhr

Highnoon bei Wirecard - Dax kratzt sich nur leicht

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(Foto: imago stock&people)

Die Lage bleibt ernst, aber nicht hoffnungslos: Die europäischen Aktienmärkte haben sich heute überwiegend freundlich gezeigt. So auch in Frankfurt, wo der Dax nach anfänglichen Schwächen den Gang in die Gewinnzone antrat. Aber da gibt es noch Corona: Aus den USA und Lateinamerika kamen beunruhigende Zahlen. Zudem wurden aus den Vereinigten Staaten schwache Konjunkturdaten gemeldet, die Hoffnungen auf einen schnellen Aufschwung erheblich dämpften.

Aber nun nach Deutschland: Hierzulande erfuhr der der Bilanzskandal um Wirecard einen neuen Höhepunkt. Der Aschheimer Zahlungsdienstleister hat Insolvenz angemeldet. Die Wirecard-Aktie stürzte nach einer zwischenzeitlichen Aussetzung um weitere 80 Prozent ab auf 2,50 Euro. Danach "stabilisierte" sie sich wieder etwas und schloss "nur" 71,3 Prozent tiefer bei 3,53 Euro. Die vor sich hin dümpelnde Aktie, die bereits als designierter Pennystock angesehen wird, wird dennoch weiter im Dax verbleiben, weil die nächste Index-Prüfung erst im September ansteht.

Wirecard
Wirecard 3,52

Den Dax juckte Wirecard wenig, weil das Papier im Leitindex schlichtweg kein Gewicht mehr besitzt. Er schloss 0,7 Prozent fester bei 12.178 Punkten. Der MDax gewann 1,4 Prozent auf 25.879 Zähler. Beim TecDax schlug der Wirecard-Crash etwas stärker zu Buche, er gewann nur 0,1 Prozent auf 2930 Stellen. Der EuroStoxx50 vermehrte sich um 1,1 Prozent auf 3231 Punkte.

Zu vermelden war heute noch die starke Lufthansa-Aktie im MDax, sie verteuerte sich um 7,1 Prozent. Zeitweise hatte sie im zweistelligen Plusbereich notiert. Das verabredete staatliche Rettungspaket ist so gut wie in trockenen Tüchern, nachdem der entscheidende Großaktionär Heinz Hermann Thiele angekündigt hat, das Paket bei der virtuellen Hauptversammlung nun doch abzusegnen.

Dass Bayer in den USA einen Vergleich in Sachen Glyphosat getroffen hat, stellte an der Börse keine echte Überraschung mehr dar. Die Aktie gab deswegen um 2,9 Prozent nach. Am Markt wurde zudem auf Restrisiken verwiesen, denn der Vergleich decke nicht alle Klagen ab. Die Leverkusener zahlen im Rahmen des Vergleichs einmalig mehr als 10 Milliarden Dollar.

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17:10 Uhr

Ryanair klagt gegen Lufthansa-Paket

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Michael O'Leary

(Foto: picture alliance/dpa)

Querschüsse hinsichtlich des Lufthansa-Rettungspakets kommen aus Irland. Europas größter Billigflieger Ryanair zieht deswegen vor das Gericht der Europäischen Union. Konzernchef Michael O'Leary sprach von einem "spektakuläreren Fall, in dem ein reicher EU-Mitgliedstaat die EU-Verträge zum Nutzen seiner nationalen Industrie und zum Nachteil ärmerer Länder ignoriert". Die Wettbewerbshüter der EU-Kommission hatten zuvor das Lufthansa-Rettungspaket der Bundesregierung genehmigt.

Unter dem Vorwand der Corona-Krise gewährt die Bundesregierung der Lufthansa ein Rettungspaket in Höhe von neun Milliarden Euro. Dies sei ein "klarer Bruch" der Wettbewerbsregeln, sagte O'Leary weiter. Kleinere Konkurrenten würden damit vom Markt gedrängt.

16:53 Uhr

Aktienkurs von britischem Kreditinstitut bricht ein

Nicht nur die Frankfurter Börse hat ihre Sorgenkinder: In London brach der Aktienkurs von Non-Standard Financial nach Zahlenausweis für das abgelaufene Geschäftsjahr um 30 Prozent ein. Der Vorsteuerverlust des Subprime-Kreditinstituts ist viel höher als erwartet ausgefallen.

Und angesichts der Kommentare des Managements sowie der fehlenden Indikationen zur Finanzlage sehen sich die Analysten derzeit nicht in der Lage, Prognosen für das zu erstellen.

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Blick auf das Londoner Finanzzentrum.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

  

16:17 Uhr

EY spricht von ausgeklügeltem Wirecard-Betrugssystem

Logo von Ernst & Young (EY). Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild

(Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild)

Nun wird abgerechnet: Der langjährige Wirecard-Bilanzprüfer EY sieht in dem milliardenschweren Bilanzskandal bei dem Zahlungsdienstleister einen weltumspannenden Betrugsfall.

  • "Es gibt klare Anzeichen dafür, dass das ein aufwendiger und ausgeklügelter Betrug war, in den unterschiedlichste Parteien rund um die Welt aus verschiedenen Institutionen involviert waren, mit dem Ziel der Täuschung", heißt es in einer Stellungnahme der Deutschland-Tochter von EY.

Solche betrügerische Absprachen, die mit hohem Aufwand falsche Fährten zur Dokumenten legten und auf eine Täuschung von Anlegern und der Öffentlichkeit abzielten, ließen sich selbst mit den besten und aufwendigsten Prüfmethoden nicht aufdecken, rechtfertigte sich das Unternehmen. EY habe während der Prüfung der 2019er-Bilanz aufgedeckt, dass Bestätigungen zu den Treuhandkonten falsch waren. Dies sei an die "an die zuständigen Behörden, den Vorstand und den Aufsichtsrat des Unternehmens gemeldet" worden.

Hier mal wieder ein Blick auf die dahindümpelnde Wirecard-Aktie: minus 71,8 Prozent auf 3,50 Euro.

16:07 Uhr

Corona und US-Jobdaten bremsen Wall Street aus

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(Foto: picture alliance/dpa)

Der anhaltende Anstieg der Corona-Infektionen und enttäuschende Arbeitsmarktdaten machen den US-Börsen zu schaffen. Dow Jones, Nasdaq und S&P-500 verloren zur Eröffnung bis zu 0,3 Prozent. Anleger hätten in den vergangenen Monaten darauf gesetzt, dass die Lockerung der Pandemie-Restriktionen der Startschuss für eine kraftvolle Erholung der Wirtschaft sei, sagte ein Analyst. Aber die Entwicklung der Lage sei weiterhin unklar, und da seien gelegentliche Kursrücksetzer ganz normal.

Auf die Stimmung drückte außerdem die überraschend hohe Anzahl von Erstanträgen auf US-Arbeitslosenhilfe. In der vergangenen Woche stellten fast 1,5 Millionen Amerikaner Antrag auf Stütze, Experten hatten mit 1,3 Millionen gerechnet.

15:27 Uhr

Geld von Kunden der Wirecard-Bank gesichert

Zahlreiche Euro-Banknoten liegen auf einem Tisch. Foto: Daniel Reinhardt/dpa/Illustration

(Foto: Daniel Reinhardt/dpa/Illustration)

Trotz des Insolvenzantrags des Mutterkonzerns ist das Geld von Kunden der Wirecard-Bank nach Angaben des Bankenverbands gesichert. Die Kunden seien durch die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken geschützt, sagte ein Verbandssprecher der "Bild"-Zeitung. Der Schutz dieser gesetzlichen Einlagensicherung betrage pro Einleger und Kreditinstitut bis zu 100.000 Euro. "In besonderen Fällen - wie etwa dem Verkauf eines Hauses oder einer Erbschaft sind bis zu 500.000 Euro geschützt."

Darüber hinaus sei die Wirecard-Bank Mitglied im Einlagensicherungsfonds der privaten Banken. "Der Schutzumfang jedes Kunden - inklusive des gesetzlichen Schutzes - beträgt 19,7 Millionen Euro pro Einleger", sagte der Sprecher.

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15:06 Uhr

Wirecard mit größtem Kursrutsch für einen Dax-Konzern

Die Wirecard-Pleite ist auch ein wichtiges Ereignis in der Geschichte des Dax. Nach der Insolvenzanmeldung und Handelsaussetzung rauschte die Aktie des Zahlungsabwicklers knapp 80 Prozent auf nur noch 2,50 Euro nach unten. Damit verzeichnet sie den größten Tagesverlust eines Mitgliedes aus der obersten deutschen ersten Börsenliga.

Den Negativrekord hatte zuvor die Hypo Real Estate gehalten. Am 29. September 2008 stürzte der Kurs des damaligen Dax-Unternehmens zeitweise um 75 Prozent ab. Der Immobilienfinanzierer war wegen riskanter Wetten ins Wanken geraten und musste mit Bundeshilfen gerettet werden.

Am Nachmittag notierten Wirecard 68,3 Prozent tiefer bei 3,90 Euro.

14:52 Uhr

Keine Entspannung auf US-Jobmarkt in Sicht

Der Lage auf dem US-Arbeitsmarkt bleibt angespannt. So ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe infolge der Corona-Krise nur langsam zurückgegangen. Insgesamt stellten vorige Woche erneut rund 1,48 Millionen US-Bürger einen Antrag auf staatliche Stütze. Ökonomen hatten mit einem Rückgang auf 1,35 Millionen gerechnet.

Corona hat in den Vereinigten Staaten Vollbeschäftigung in Massenarbeitslosigkeit umschlagen lassen: Mehr als 20 Millionen Amerikaner verloren im April ihren Job, bevor im Mai ein vorläufiges Ende des Abwärtstrends einsetzte und rund 2,5 Millionen Jobs geschaffen wurden.

14:35 Uhr

Inditex will Hunderte Zara-Geschäfte schließen

Inditex
Inditex 24,10

Auch die Modebranche ächzt gewaltig unter der Corona-Pandemie. Schwer davon betroffen ist unter anderem die Kette Zara. Wie das "Nürnberger Blatt" berichtet, will der Zara-Mutterkonzern Inditex bis zu 1200 Filialen bis 2022 dichtmachen.

Inditex will dafür den Onlinehandel massiv ausbauen. Trotz der Krise will Konzernchef Pablo Isla fast eine Milliarde Euro jährlich für den Unternehmensumbau und den Ausbau des Online-Geschäftes investieren.

14:00 Uhr

Wall Street hat an Corona zu knabbern

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(Foto: REUTERS)

Nach dem gestrigen Corona-Schrecken dürfte sich die Wall Street heute wohl stabilisieren. Trotz des Ausverkaufs zur Wochenmitte reicht es wegen der anhaltenden Sorgen über eine zweite Corona-Welle nicht zu einer Erholung. Der Aktienterminmarkt suggeriert eine etwas leichtere Eröffnung des Kassamarktes.

Derweil vergrößerte sich die Zahl der Neuinfektionen in den USA. Die Unternehmen überdenken daher ihre Pläne zur Wiederaufnahme des normalen Betriebs, die Hoffnungen auf eine rasche wirtschaftliche Erholung erhalten dadurch einer Dämpfer. So hat Apple beispielsweise angekündigt, mehr Ladengeschäfte im Großraum Houston zu schließen, nachdem die Infektionszahlen dort in die Höhe geschnellt waren. Walt Disney verschiebt unterdessen die Wiederöffnung seiner Vergnügungsparks in Kalifornien.

Für etwas Bewegung könnten die Konjunkturdaten des Tages sorgen, obwohl der Markt zuletzt nicht sehr auf Daten geachtet hatte. Im Fokus steht der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter für Mai und die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe.

13:13 Uhr

Baubranche zeigt sich während der Krise robust

Ein Bauarbeiter geht auf einer Baustelle für ein Gebäude. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

(Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild)

Deutschlands Baubranche schlägt sich in der Corona-Krise bislang vergleichsweise gut. Die Aufträge im Bauhauptgewerbe wuchsen im April saison- und kalenderbereinigt um 2,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. In den ersten vier Monaten 2020 sank das Auftragsvolumen hingegen um 3,6 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Die Bauwirtschaft dürfte laut einer Prognose von Experten am wenigsten von der Pandemie betroffen sein. Die Bauinvestitionen werden in diesem Jahr um 0,8 Prozent wachsen, sagt das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) voraus. Im nächsten Jahr sollen sie dann mit 2,6 Prozent kräftiger zulegen.

12:57 Uhr

Enkel von Puma-Gründer Rudolf Dassler tot

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Frank Dassler (1956-2020)

(Foto: dpa)

Der Enkel des Puma-Gründers Rudolf Dassler, Frank Dassler, ist gestorben. Dassler wurde 64 Jahre alt, bestätigte das Unternehmen Adidas, wo Frank Dassler über viele Jahre als Chief Compliance Officer und General Counsel tätig war. Bis zuletzt arbeitete Dassler als Anwalt in Hamburg.

  • "Wir werden Frank als hochgeschätzten Kollegen und als herausragenden Menschen in Erinnerung behalten, der die Werte von adidas repräsentierte und lebte", hieß es bei Adidas.

Frank Dassler hatte Aufsehen erregt, als er zum von Rudolf Dasslers Bruder Adolf Dassler gegründeten Sportartikelriesen Adidas wechselte - fast eine Sensation innerhalb der lange Zeit verfeindeten Familienzweige.

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12:45 Uhr

Katja Dofel: "Lufthansa muss grundlegend umdenken"

Neun Milliarden Euro umfasst das Rettungspaket der Bundesregierung für die in schwere Corona-Turbulenzen geratenen Lufthansa. Damit soll das Überleben der Airline gesichert und ein Neustart nach der Krise unterstützt werden. Doch der dürfte holprig werden, meint Börsenkorrespondentin Katja Dofel.

12:27 Uhr

Bayer-Chef Baumann: "Wir sind alle erleichtert"

Bayer kann - zumindest finanziell - einen Strich unter das Glyphosat-Thema ziehen. Der Konzern einigt sich in den USA auf einen Vergleich mit den Klägern. Im Interview spricht Bayer-Chef Werner Baumann von einer großen "Erleichterung" im Konzern.

12:20 Uhr

Wirecard-Drama? Dax interessiert das Fliegengewicht nicht

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Am Tag des totalen Wirecard-Absturzes ist es mit dem Dax leicht nach oben gegangen. Der Leitindex notierte am Mittag 0,3 Prozent fester bei 12.127 Punkten - Wirecard hat dort so gut wie kein Gewicht mehr. Der MDax gewann 0,9 Prozent auf 25.743 Zähler. Der TecDax, in dem auch Wirecard notiert sind, verlor dagegen 0,3 Prozent auf 2920 Stellen. Der EuroStoxx50 war kaum verändert bei 3198 Punkten.

Wirecard notierten 71,9 Prozent tiefer bei 3,45 Euro. An der Dax-Spitze waren Henkel mit plus 3,0 Prozent. Im MDax lagen Lufthansa mit einem Aufschlag von 13,2 Prozent klar an der Spitze.

11:54 Uhr

Wird die Wirecard-Aktie ein Pennystock?

Nach Ansicht von Schön&Co-Research werden die aktienaffinen Wirecard-Anleger nun von der Realität eingeholt. Eine Aktie sei nicht per se werthaltig. Entsprechend bleibe die Frage nach dem Unternehmenswert, so die Analysten.

Sollten keine weiteren negativen Nachrichten bekannt werden, liege der Liquidierungswert bei Wirecard bei rund 65 Millionen Euro. Dies entspreche einem Aktienkurs von 55 Cent. Damit habe der Dax die Perspektive auf einen Pennystock. Kurz vor Mittag notierte die Wirecard-Aktie 70,7 Prozent tiefer bei 3,61 Euro.

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11:36 Uhr

Wirecard-Kurs stürzt nochmal um 80 Prozent ab

Mit der Wirecard-Aktie geht es weiter kräftig runter. Mehr als eine Stunde nach Handelsaussetzung notierte sie 79,7 Prozent niedriger bei 2,50 Euro.

11:17 Uhr

Es dauert noch etwas mit dem neuen Wirecard-Kurs

Die Wirecard-Aktie ist seit 10.20 Uhr vom Handel ausgesetzt. Seitdem notiert sie 12,7 Prozent tiefer bei 10,74 Euro. Zuvor hatte der Kurs kurzzeitig unter 10 Euro gelegen.

Wie die Deutsche Börse mitteilte, soll es den ersten neuen Wirecard-Kurs frühestens um 11.30 Uhr geben. Der Dax-Konzern hatte den Gang in die Insolvenz angekündigt.

11:06 Uhr

Metallbranche leidet - Hoffen auf "aufgehende Sonne"

Glühende "Stahlknüppel" laufen in einer Stahlwerkshalle. Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbild

(Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbild)

Die Metall- und Elektrobranche leidet immer noch stark an den Folgen der Corona-Krise. Die Situation sei weiter "sehr schlecht" mit einem nur leichten Silberstreifen am Horizont, sagte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Oliver Zander. Es könne keine Entwarnung gegeben werden. Mit den Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen spüre die Branche allenfalls eine Art Bodenbildung.

Laut Zander ist die Autobranche weiter am stärksten von der Pandemie betroffen. "Wir hoffen, dass im zweiten Halbjahr die Sonne aufgeht." Eine Umfrage von Mitte Juni zeige, dass fast 90 Prozent der Betriebe in der Produktion immer noch von der Corona-Krise betroffen seien.

10:47 Uhr

Ifo: Industrie-Exporterwartungen steigen in Rekordtempo

Deutschlands Exporteure wittern wieder Morgenluft: Das Barometer des Ifo-Instituts für die Exporterwartungen der Industrie kletterte von minus 26,7 Punkten im Mai auf minus 2,3 Punkte. Das sei der kräftigste Anstieg innerhalb eines Monats, der bislang ermittelt wurde. Die Münchner eine Umfrage unter 2300 Unternehmen durchgeführt. Laut Ifo-Chef Clemens Fuest arbeitet sich die Industrie aus dem Keller.

In der Autobranche setzte sich der Aufwärtstrend fort. Die Hersteller erwarteten ein deutliches Exportplus in den nächsten Monaten, hieß es dazu. Gleiches gilt demnach für die Pharmabranche. In den anderen Sektoren werden noch keine Exportzuwächse erwartet, allerdings habe sich die Stimmung auch hier merklich aufgehellt.

Container werden am Container Terminal Tollerort der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) im Hafen Hamburg verladen. Foto: Kay Nietfeld/dpa/Archivbild

(Foto: Kay Nietfeld/dpa/Archivbild)

10:37 Uhr

Wirecard ist pleite - Handel mit Aktie ausgesetzt

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(Foto: picture alliance / dpa)

Nun geht alles ganz schnell: Wirecard ist am Ende. Nach dem milliardenschweren Bilanzskandal will der Zahlungsdienstleister beim Amtsgericht München einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen. Es werde geprüft, ob auch Insolvenzanträge für Wirecard-Töchter gestellt werden müssen, heißt es beim Dax-Unternehmen.

Die Deutsche Börse setzte den Handel mit der Aktie vorerst aus.

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09:49 Uhr

Wirecard-Aktie fällt unter 10 Euro - BofA: Kursziel 1 Euro

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Wirecard 3,52

Mit der Wirecard-Aktie ist es in der ersten Handelsstunde wieder weiter bergab gegangen. Das Papier verlor mehr als 17 Prozent und notierte bei 9,96 Euro.

Die Bank of America hatte gestern ein Kursziel von 1 Euro aufgestellt, als Ergebnis eines 90-prozentigen Abschlags auf den fundamentalen fairen Wert.

09:35 Uhr

US-Lagerdaten belasten Ölpreise

Der Druck an den Ölmärkten wächst wieder: Die Preise für das sogenannte schwarze Gold haben im frühen Handel ihren Rückzug fortgesetzt. Am Markt wurden vor allem neue Lagerdaten aus den USA als Grund genannt. Am Morgen kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent 40,01 US-Dollar. Das waren 30 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Leichtölsorte WTI fiel um 21 Cent auf 37,80 Dollar.

Gestern Abend hatte das US-Energieministerium einen neuen Rekordstand der landesweiten Erdölbestände gemeldet. Hinzu kam ein deutlicher Anstieg der Rohölproduktion. Die hohen Bestände sind Folge einer schwachen Nachfrage nach Öl und Benzin wegen der Corona-Krise.

09:34 Uhr

EU-Kommission genehmigt Rettungspaket für Lufthansa

Das Lufthansa-Rettungspaket hat eine weitere wichtige Hürde genommen. Die Wettbewerbshüter der EU-Kommission dazu grünes Licht gegeben. Die Freigabe unterliegt allerdings der Bedingung, dass die größte deutsche Fluggesellschaft Verpflichtungen zur Vermeidung von Wettbewerbsverzerrungen einhält, wie die Brüsseler Behörde mitteilte.

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09:11 Uhr

Lufthansa-Kurs schießt hoch - Dax öffnet unentschlossen

Dax
Dax 12.516,23

Richtungsloser Beginn an der Frankfurter Börse: Der Dax notierte in den ersten Minuten mit 12.099 Punkten um den Mittwoch-Schluss herum. Der MDax verlor 0,1 Prozent auf 25.492 Zähler. Der TecDax sackte um 0,2 Prozent auf 2923 Stellen ab. Der EuroStoxx50 fiel um 0,3 Prozent auf 3187 Punkte.

Im MDax schnellten Lufthansa um 14,4 Prozent auf 10,30 Euro nach oben. Vor der außerordentlichen Hauptversammlung sind die Vorzeichen für die Annahme des Rettungspakets positiv. Wirecard verloren im Dax bislang moderat um 3,8 Prozent auf 11,83 Euro.

08:52 Uhr

Corona-Sorgen lasten auf Japans Nikkei - kein Handel in China

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Die steigende Zahl von Corona-Fällen nährt an den asiatischen Börsen die Furcht der Anleger vor einer zweiten Virus-Welle. In Tokio verlor der Nikkei 1,2 Prozent auf 22.259 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index sank ebenfalls um 1,2 Prozent. Die Börsen in China blieben feiertagsbedingt geschlossen. Auch die Handelsspannungen zwischen China und den USA erschüttern das Vertrauen der Märkte in eine rasche Erholung der Wirtschaft.

Die US-Bundesstaaten Florida, Oklahoma und South Carolina meldeten gestern einen Rekordanstieg bei Neuinfektionen, sieben weitere Bundesstaaten verzeichneten Anfang der Woche Rekordwerte.

08:32 Uhr

Besseres Konsumklima - "Verbraucher erwachen aus Schockstarre"

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(Foto: picture alliance / dpa)

Nach Wiederanfahren der deutschen Wirtschaft schütteln die Verbraucher den Corona-Schock allmählich ab. So sagen die GfK-Marktforscher für den kommenden Monat einen Anstieg ihres Konsumklima-Barometers um 9 Punkte auf minus 9,6 Zähler voraus.

  • "Die Verbraucher erwachen zunehmend aus der Schockstarre, die noch im April zu einem beispiellosen Absturz der Stimmung geführt hatte", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl.

Ökonomen hatten nur mit minus 15,0 Punkten gerechnet. Doch noch kann von wiedererwachter Konsumfreude keine Rede sein: Der aktuelle Wert ist der drittniedrigste, der von den Nürnberger Marktforschern jemals gemessen wurde.

08:17 Uhr

Lufthansa und Bayer könnten Dax Rückenwind geben

Dax
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Der Dax wird sich Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge stabilisieren und etwas höher starten. Am Mittwoch hatte ihn die Furcht vor einer zweiten Coronavirus-Infektionswelle 3,4 Prozent ins Minus auf 12.093,94 Punkte gedrückt. Im Blick behalten werden Anleger die Aktien von Deutsche Lufthansa und Bayer. Die Lufthansa-Eigner sollen über das milliardenschwere Rettungspaket des Bundes für die angeschlagene Fluggesellschaft entscheiden. Großaktionär Heinz Hermann Thiele will trotz Bedenken über den geplanten Staatseinstieg auf der Hauptversammlung grünes Licht geben.

Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer hat sich im Streit um den angeblich krebserregenden Unkrautvernichter Glyphosat in den USA mit einem Großteil der Kläger auf einen milliardenschweren Vergleich geeinigt. Zudem steht der GfK-Index auf dem Terminplan. Wie beim Ifo-Index, der die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen widerspiegelt, erwarten Experten bei dem Barometer für die Kauflaune der deutschen Verbraucher eine deutliche Verbesserung.

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07:50 Uhr

Hersteller zieht Notbremse: Segway-Produktion wird eingestellt

Ab dem 15. Juli werden keine neuen "Segway PT" mehr produziert. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf Segway-Präsidentin Judy Cai. Die zweirädrigen Gefährte ("PT" steht für Personal Transporter), die Nutzer auf einer Plattform stehend mittels Gewichtsverlagerung bewegen, fanden in den vergangenen Monaten einfach nicht genug Abnehmer. Demnach machten sie 2019 lediglich 1,5 Prozent des Jahresumsatzes des Unternehmens aus.

Der Entschluss sei nicht leichtfertig getroffen worden, wird Cai zitiert. Die aktuelle, globale Pandemie habe die Verkaufszahlen und Produktion zwar beeinflusst, aber "das war nicht der entscheidende Faktor für unsere Entscheidung". Das 1999 entwickelte Gefährt konnte nie so recht den Durchbruch schaffen. Marktbeobachter gehen davon aus, dass der hohe Anschaffungspreis (rund 5000 US-Dollar) und die relativ komplizierte Bedienung eine Hürde für viele Kunden war.

07:31 Uhr

Eurokurs bleibt stabil

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,13

Der Kurs des Euro zeigt sich im frühen Handel kaum verändert. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1250 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Der Handel am Devisenmarkt verlief generell ruhig. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwochnachmittag auf 1,1280 Dollar festgesetzt.

Heute stehen in der Eurozone kaum nennenswerte Konjunkturdaten auf dem Plan. Es äußern sich jedoch einige hochrangige Notenbanker aus den Reihen der EZB. Zudem veröffentlicht die EZB ihr Protokoll zur jüngsten Zinssitzung. In den USA werden Zahlen zum Wirtschaftswachstum im ersten Quartal veröffentlicht, es handelt sich jedoch lediglich um eine dritte Schätzung. Außerdem gibt die US-Regierung ihre wöchentlichen Zahlen vom Arbeitsmarkt bekannt. Bis zuletzt haben die Daten wenig Hoffnung geweckt, dass sich an der desaströsen Lage am Jobmarkt etwas Wesentliches ändert. Die US-Wirtschaft wurde durch die Corona-Krise massiv getroffen.

07:09 Uhr

Bayer-Chef Baumann zu Glyphosat-Deal: "Können Unsicherheit beseitigen"

Bayer
Bayer 67,16

Bayer hat sich in den USA im Glyphosat-Streit mit einem Großteil der Kläger geeinigt. "Wir können die Unsicherheit beseitigen, wir haben eine Lösung für große Rechtsfälle, die wir jetzt vergleichen. Und damit können wir uns jetzt auf die Zukunft ausrichten", sagte Konzernchef Werner Baumann der RTL/ntv-Redaktion.

Auf die Frage, ob er im Nachhinein Monsanto auch heute noch übernehmen würde, sagte Baumann: "Die Kombination beider Unternehmen war immer basiert auf der großen Innovationskraft, die beide Unternehmen haben, und wo die Unternehmen sich auf Basis ihrer Expertise auch sehr, sehr gut ergänzen. (…) Wir sehen es gerade in Zeiten des Lockdowns und der Pandemie, wie wichtig die Wissenschaft ist."

06:41 Uhr

Asiens Anleger fürchten zweite Welle

Nikkei
Nikkei 22.145,96

Steigende Coronavirus-Fälle verstärken an den Aktienmärkten in Asien die Angst der Anleger vor einer zweiten Virus-Welle. Doch auch die Handelsspannungen zwischen China und den USA erschütterten das Vertrauen der Märkte in eine rasche Erholung der Wirtschaft. "Da schlägt ein wenig die harte Wirklichkeit zu", sagte Damian Rooney, leitender Lehrverkäufer beim Börsenmakler Argonaut in Perth. "Ich glaube nicht, dass es einen bestimmten Tropfen gab, der das Fass zum Überlaufen brachte, aber die Anleger sind ein wenig unruhig - es gibt viele Gründe, ziemlich vorsichtig zu sein."

Die Märkte in Hongkong und auf dem chinesischen Festland sind heute wegen eines Feiertags geschlossen. Die Börse in Tokio zeigte sich zunächst schwächer. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 1,4 Prozent tiefer bei 22.230 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 1 Prozent und lag bei 1564 Punkten. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fiel um 0,1 Prozent.

06:30 Uhr

Schlagzeilen aus der Nacht