Politik

"Breitere Verschwörung" USA erheben erneut Anklage gegen Assange

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Assange war 2012 in die ecuadorianische Botschaft in London geflohen.

(Foto: REUTERS)

Der Fall Julian Assange ist für die US-Behörden längst nicht geklärt. Im Gegenteil: Weitere Vorwürfe werden gegen den Wikileaks-Gründer laut, es gibt sogar eine neue Anklage. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 175 Jahre Haft.

Die US-Justiz hat eine neue Anklage gegen Wikileaks-Gründers Julian Assange erlassen. Das Justizministerium in Washington teilte mit, gegen den 48-Jährigen werde von einer breiteren Verschwörung beim Hacken von Computern als bislang ausgegangen. Demnach hätten "Assange und andere" Menschen dafür rekrutiert, Netzwerke zu hacken, damit Wikileaks davon profitiere. Allerdings würden zu den bisher 18 Anklagepunkten gegen Assange keine weiteren hinzugefügt.

Die US-Justiz wirft Assange vor, der Whistleblowerin Chelsea Manning geholfen zu haben, geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan zu veröffentlichen. Dabei soll Washington zufolge insbesondere die Sicherheit von US-Informanten aufs Spiel gesetzt worden sein. Bei einer Verurteilung in allen 18 Anklagepunkten drohen Assange bis zu 175 Jahre Haft. Assange bestreitet die Vorwürfe.

Aufdeckung von Kriegsverbrechen

Die Wikileaks-Enthüllungen hatten auch zur Aufdeckung von Kriegsverbrechen durch US-amerikanische Soldaten geführt. Assange hatte sich aus Angst vor einer Auslieferung an die USA 2012 in die ecuadorianische Botschaft in London geflüchtet. Damals lag gegen ihn ein europäischer Haftbefehl wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Schweden vor.

Die Ermittlungen wurden jedoch später eingestellt. Die britische Polizei verhaftete Assange im April 2019, weil er mit der Flucht in die Botschaft gegen Kautionsauflagen verstoßen hatte. Er wurde zu einem knappen Jahr Gefängnis verurteilt.

Quelle: ntv.de, sgu/dpa