Mittwoch, 03. Juni 2020Der Börsen-Tag

mit Juliane Kipper
Juliane Kipper
17:51 Uhr

Dax will von Corona-Crash nichts mehr wissen

Dax
Dax 12.456,09

Weitere Vorschusslorbeeren von Anlegern für die Weltwirtschaft in Zeiten des Coronavirus haben den deutschen Aktienmarkt auch heute kräftig angetrieben. Der Dax legt im Tagesverlauf immer weiter zu und schließt 3,88 Prozent höher bei 12.487 Punkten.

Damit lässt sich der Börsenmonat Juni für den deutschen Aktienmarkt stark an: Um fast acht Prozent ging es an den beiden ersten Handelstagen des Monats bereits aufwärts. Mehr als drei Viertel der Verluste des Corona-Crash von Ende Februar bis Mitte März hat der Dax bereits aufgeholt.

Versicherer führen die Gewinnerliste an. Allianz legen 8,5 Prozent zu und Munich Re 8,3 Prozent. Daneben liegen zyklische Titel gut im Rennen: BASF gewinnen 6,3 Prozent, Infineon 6 Prozent oder BMW 4,8 Prozent.

Tui
Tui 4,32

Tui ziehen gen um 7,6 Prozent an. Der Konzern hat sich mit Boeing geeinigt wegen des Ausfalls des Problemfliegers 737 MAX. Die Vereinbarung beinhaltet eine Kompensation, die einen erheblichen Teil des finanziellen Schadens abdeckt, sowie ein Guthaben für künftige Flugzeugbestellungen. "Daneben profitiert die Stimmung vom Start der Tourismussaison", sagte ein Händler. Italien hatte am Morgen die Grenzen für Urlauber wieder geöffnet.

Die Deutsche Lufthansa legt das ausführliche Ergebnis vor und wies wegen der Corona-Krise im ersten Quartal unter dem Strich einen Verlust von 2,1 Milliarden Euro aus. Anfang vergangener Woche hatte sich die Airline deswegen mit der Bundesregierung auf ein 9 Milliarden Euro schweres Stützungsprogramm geeinigt. Laut Bernstein steht die Airline vor großen Hürden bei der Restrukturierung. Für die Aktie ging es in dem freundlichen Umfeld um 7,7 Prozent nach oben.

17:12 Uhr

USA wollen Passagierflüge aus China verbieten

Air China
Air China ,53

In der Coronakrise verschärft sich der Streit zwischen den USA und China. Die Spannungen greifen nun verstärkt auf den Luftverkehr über. Die Regierung in Washington will chinesischen Fluggesellschaften Passagierflüge in die Vereinigten Staaten bis auf weiteres verbieten. Die Regelung soll ab dem 16. Juni gelten, wie das US-Verkehrsministerium mitteilte.

Sie ist als Vergeltungsmaßnahme gedacht und gilt für Air China, China Eastern Airlines, China Southern Airlines und Hainan Airlines Holding. Die USA werfen China vor, eine Wiederaufnahme des Flugverkehrs von amerikanischen Airlines in die Volksrepublik zu verhindern. Die Fluggesellschaften hatten im Februar wegen der Corona-Pandemie alle Passagierflüge nach China aus eigenem Antrieb ausgesetzt.

Inzwischen dringen Unternehmen wie Delta Air Lines und United Airlines darauf, die Verbindungen wiederaufnehmen zu können. Sie stützen sich auf grundlegende Vereinbarungen zwischen beiden Ländern und verweisen darauf, dass chinesische Gesellschaften auch in der Coronakrise ihre Flüge in die USA fortgesetzt haben.

16:15 Uhr

Dollar, Gold und Öl leichter

Rohöl WTI
Rohöl WTI 40,03

Mit der risikofreudigen Stimmung ist der sichere Hafen Dollar nicht gefragt. Der DXY-Dollarindex verliert 0,2 Prozent, während der Euro seine Vortagsgewinne bis über 1,12 Dollar ausbaut. Auch der Goldpreis steht im Schatten der riskanteren Assets. Die Feinunze verliert 1 Prozent auf 1.710 Dollar.

Der Ölpreis legt trotz des Konjunkturoptimismus nicht zu. Hier lasten Differenzen unter den Opec+-Ländern wegen der im April vereinbarten Fördersenkungen. Damit steht die angedachte Vorziehung des Treffens vom 9./10. Juni auf den 4. Juni in Frage. Die Analysten von RBC wie von ING rechnen mit einer ein- oder zweimonatigen Ausdehnung der Förderkürzungen. Der WTI-Preis tendiert unverändert bei 36,81 Dollar je Barrel, Brent verliert 0,7 Prozent auf 39,31 Dollar.

16:08 Uhr

Wall Street startet leicht im Plus

Die Wall Street baut die Rally der vergangenen Wochen noch aus, nachdem die landesweiten sozialen Unruhen etwas nachgelassen haben. Viele Städte in den östlichen Staaten blieben überwiegend ruhig in der Nacht, heißt es. Kurz nach Handelsstart steigt der Dow-Jones-Index um 0,8 Prozent auf 25.937 Punkte, der S&P-500 gewinnt 0,7 Prozent und der Nasdaq-Composite 0,3 Prozent. Die Liste der potenziellen Bremser und der Anlässe für Gewinnmitnahmen ist lang. So ist nicht klar, in welche Richtung sich die Proteste in den USA entwickeln. Zudem könnten sie wie auch die allmähliche Öffnung der Wirtschaft die Dynamik der Corona-Pandemie wieder anfachen.

15:50 Uhr

Sommerrally statt Börsenflaute?

Sommerzeit ist Urlaubszeit. Die Anleger fahren weg, der Betrieb auf dem Börsenparkett flaut ab. Normalerweise ist das so. Doch für viele fällt der Sommerurlaub dieses Jahr aus. Was bedeutet das für die Börse? Gibt es statt Flaute diesmal eine Sommerrally? Friedhelm Tilgen spricht mit Matthias Hüppe von der HSBC darüber, wie Anleger sich am besten absichern können, falls es anders läuft als erwartet.

 

15:20 Uhr

Lufthansa trotz Milliardenverlust sehr fest

Lufthansa
Lufthansa 8,98

Die Deutsche Lufthansa hat das ausführliche Ergebnis vorgelegt und wegen der Corona-Krise im ersten Quartal unter dem Strich einen Verlust von 2,1 Milliarden Euro geschrieben. Anfang vergangener Woche hatte sich die Airline deswegen mit der Bundesregierung auf ein 9 Milliarden Euro schweres Stützungsprogramm geeinigt.

Laut Bernstein steht die Airline vor großen Hürden bei der Restrukturierung. Für die Aktie geht es in dem freundlichen Umfeld um 5,5 Prozent nach oben. IAG steigen um 8,8 und Air France-KLM um über 7 Prozent.

15:04 Uhr

Renault führen Autosektor nach Extraimpuls an

Renault
Renault 22,25

Im Autosektor liegen Renault mit plus 7,6 Prozent vorne, während der Stoxx-Autoindex 2,9 Prozent anzieht. Für einen positiven Extraimpuls sorgt, dass sich die Franzosen zur finanziellen Absicherung Kredite mit Staatsgarantie von bis zu 5 Milliarden Euro gesichert haben. Frankreich garantiert 90 Prozent des Kredits.

Vor einigen Tagen hatte der französische Präsident Emmanuel Macron angekündigt, die Autoindustrie des Landes mit Milliardensummen zu stützen, nachdem die Corona-Pandemie für einen Kollaps des Autoabsatzes gesorgt hatte. Peugeot steigen um 4 Prozent.

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14:44 Uhr

Versicherer weiter ganz vorne

Axa
Axa 19,05

Weiter gesucht sind die Aktien der Versicherer. Der Sektorindex gewinnt 3,9 Prozent. "Die Bewertung der Branche ist auf den niedrigsten Stand seit 2012 gefallen", sagt Ulrich Stephan, Anlagestratege der Deutschen Bank. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liege bei rund 8, der Abschlag zum Stoxx-600 damit bei fast 50 Prozent. "Dies macht den Sektor für Substanzwert-Investoren interessant", so der Anlagestratege. Zudem profitiere der Sektor vom Rückgang der Risikoaufschläge bei den Staatsanleihen südeuropäischer Länder in den Portfolios.

Für Axa geht es um 7,5 Prozent nach oben. Sehr positiv bewerten Marktteilnehmer die Dividendenausssagen. Der Versicherer will die Dividende zwar zunächst deutlich senken auf 73 Cent von 1,43 Euro. Die Kürzung um 70 Cent könnte aber je nach Entwicklung im Dezember nachbezahlt werden.

14:34 Uhr

Kaufrausch an den Börsen ist ungebrochen

Negative Faktoren werden unterdessen weitgehend ausgeblendet. So die Unruhen in den USA und die Entwicklung um Hongkong, die für zunehmende Spannungen zwischen China und den USA sorgt. Auch dass die Zahl der Corona-Erkrankungen in Teilen der Welt steigt, belastet derzeit nicht. Zudem laufen die Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien ohne Fortschritte weiter, womit die Gefahr eines ungeregelten Austritts Großbritanniens aus der EU immer wahrscheinlicher wird. Der Dax gewinnt 2,3 Prozent auf 12.304 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es 2 Prozent auf 3.224 nach oben. Am Devisenmarkt klettert der Euro weiter und kostet mittlerweile 1,1208 Dollar. Das ist der höchste Stand seit knapp drei Monaten.

14:04 Uhr

Warner Music will knapp zwei Milliarden Dollar einsammeln

Die Plattenfirma Warner Music stemmt mitten in der Corona-Krise den größten Börsengang in den USA im laufenden Jahr. Am heutigem Mittwoch sammelt Warner 1,93 Mrd. US-Dollar ein und damit mehr als erwartet. Letztlich seien 77 Mio. Aktien für je 25 US-Dollar zugeteilt worden, teilte die Nummer drei der Welt hinter Universal und Sony mit. Ursprünglich sollten nur 70 Mio. Anteilsscheine in einer Spanne zwischen 23 und 26 US-Dollar ausgegeben werden.

Die starke Nachfrage gilt als Beweis für das steigende Interesse von Investoren an Börsendebüts, die im März mit Ausbreitung von Covid-19 zum Erliegen kamen. Ursprünglich wollte das Unternehmen, das Künstler wie Cardi B, Ed Sheeran und Bruno Mars unter Vertrag hat, am Dienstag Details zu der Neuemission bekanntgeben. Warner verzichtete darauf, um im Namen des Soziale-Medien-Events #BlackOutTuesday auf Rassismus aufmerksam zu machen.

13:28 Uhr

Kim Kardashian lässt Puls von Coty-Anlegern rasen

Coty
Coty 4,00

Die Aussicht auf eine Zusammenarbeit mit Social-Media-Star Kim Kardashian West lässt den Puls bei Anlegern der Kosmetikfirma Coty rasen. Die Aktien steigen vorbörslich in New York um 10,4 Prozent.

Die Firma verhandelt mit der aus diversen Reality-TV-Sendungen berühmt gewordenen Amerikanerin über eine gemeinsame Kosmetik-Linie. Kardashian hat sich mit ihrem Mann, dem Rapper Kanye West, ein milliardenschweres Imperium basierend auf Mode, Kosmetik und Lifestyle aufgebaut.

12:58 Uhr

Lufthansa: Flugverkehr wird sich so schnell nicht normalisieren

Lufthansa
Lufthansa 8,98

Die Lufthansa erwartet erst in mehreren Jahren eine Normalisierung des Flugverkehrs und wird lange Zeit nur einen Bruchteil ihrer Flüge anbieten. Im kommenden Jahr etwa würden noch 300 der 763 Maschinen am Boden bleiben, im Jahr 2022 voraussichtlich noch 200, teilte die Airline mit. Im ersten Quartal 2020 machte die Lufthansa ein Minus von 2,1 Milliarden Euro.

Die Nachfrage nach Flügen werde "noch über Jahre unter dem Vorkrisenniveau liegen", erklärte die Fluggesellschaft. Erst im Jahr 2023 erwartet die Lufthansa die "Beendigung der Krise" - aber immer noch eine um 100 Flugzeuge kleinere Flotte.

"Angesichts der absehbar nur sehr langsam verlaufenden Erholung der Nachfrage müssen wir nun mit tiefgreifenden Restrukturierungen gegensteuern", kündigte Konzernchef Carsten Spohr an. Im Mai hatte die Lufthansa nur drei Prozent der ursprünglich geplanten Flüge angeboten. Seit Anfang Juni hat sie ihr Angebot wieder ausgeweitet und fliegt unter anderem wieder Urlaubsziele in Europa an. Im September soll die Kapazität 40 Prozent erreichen.

12:13 Uhr

Continental verschärft weiter seinen Sparkurs

Continental
Continental 87,46

Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental will wegen der Coronavirus-Pandemie seine Dividende für das vergangene Geschäftsjahr noch weiter zusammenstreichen. Nun soll der Hauptversammlung am 14. Juli eine Auszahlung von 3 Euro je Aktie vorgeschlagen werden, wie das Unternehmen mitteilte. Bisher hatte das Management eine Ausschüttung von 4 Euro je Aktie vorgesehen, das hätte bei 200 Mio. Aktien rund 800 Mio. Euro gekostet.

Mit der weiteren Kürzung spart Conti 200 Mio. Euro. Für das Vorjahr 2018 hatte Conti noch 4,75 Euro gezahlt. Die Arbeitnehmerseite bei Conti hatte angesichts der Lage der Automobilbranche einen Verzicht auf die Ausschüttung an die Anteilseigner angeregt.

11:43 Uhr

Corona-Krise bringt Voestalpine 2020/21 tiefrote Zahlen

Voestalpine
Voestalpine 19,27

Der österreichische Stahlkonzern Voestalpine hat im Geschäftsjahr 2019/20 (bis Ende März) herbe Verluste erlitten. Unter dem Strich blieb ein Nettoverlust von 216 Mio. Euro - nach einem Gewinn von 459 Mio. Euro im Jahr davor, wie das Unternehmen mitteilte. Der Konjunktureinbruch, Sondereffekte und die wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie belasteten Umsatz und Ergebnis, hieß es.

Auch der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr 2020/21 verheißt keine Besserung: Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) werde sich - nach 1,2 Mrd. im Vorjahr - zwischen 600 Mio. und 1 Mrd. Euro bewegen, könnte sich also halbieren.

Das operative Ergebnis war 2019/20 mit 89 Mio. Euro negativ. Im Jahr davor waren noch Gewinne in Höhe von 779 Mio. Euro geschrieben worden. Der Umsatz verringerte sich um 6,2 Prozent von 13,6 Mrd. auf 12,7 Mrd. Euro. Der Personalstand wurde von weltweit 52 000 auf 49 700 Mitarbeiter verringert.

11:12 Uhr

Zoom verdankt Corona-Lockdown fettes Umsatzplus

Zoom
Zoom 231,00

Die Corona-Pandemie hat zu einem Boom bei Videokonferenzen geführt - und der Online-Plattform Zoom damit deutlich höhere Einnahmen beschert. Für das erste Quartal dieses Jahres verbuchte Zoom einen Umsatz von 328 Millionen Dollar (rund 292 Millionen Euro), wie das US-Unternehmen mitteilte. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Plus von 169 Prozent. Der Quartalsgewinn stieg im Vorjahresvergleich von null auf 27 Millionen Dollar.

Die Distanzregeln zur Eindämmung der Pandemie und die weitverbreitete Nutzung von Homeoffice haben bei Anbietern von Videokonferenzen in der Corona-Krise zu einem enormen Zuwachs bei den Nutzerzahlen geführt. Ende des ersten Quartals verzeichnete Zoom rund 265.400 zahlende Kunden, die den Dienst für jeweils mindestens zehn Mitarbeiter nutzen. Gegenüber dem ersten Quartal 2019 ist das ein Plus von 354 Prozent.

 

10:57 Uhr

Anleger greifen bei Chipwerten zu

Infineon
Infineon 20,64

Vorn dabei im Dax waren nach einem positiven Analystenkommentar die Aktien von BASF mit einem Anstieg um drei Prozent. Jefferies-Experte Laurence Alexander rät wegen verbesserter Perspektiven in der Corona-Krise nun zum Kauf der Papiere.

Spitzenreiter im Leitindex wurden aber Infineon mit einem Kurssprung um vier Prozent. Händlern zufolge sorgte dabei das US-Unternehmen Microchip mit einem angehobenen Umsatz- und Gewinnausblick weiter für gute Stimmung in der ganzen Chipbranche.

10:22 Uhr

Lukrative Epstein-Geschäfte bringen Deutsche Bank in Bredouille

Der Deutschen Bank droht einem Zeitungsbericht zufolge Ärger mit der New Yorker Bankenaufsicht wegen ihrer Verbindungen zum verstorbenen US-Banker und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Das New Yorker Department of Financial Services könne deshalb bereits in diesem Monat eine Strafe verhängen, berichtete die "New York Times" in der Nacht unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Behörde ist für die Lizenzen des Geldhauses in New York zuständig, wo die Deutsche Bank ein Großteil ihres US-Geschäfts angesiedelt hat.

Ein Sprecher des Instituts erklärte, die Bank bedauere ihre Geschäftsbeziehungen zu Epstein. "Unser Ruf ist unser wertvollstes Gut", sagte er. Der 63-jährige Epstein hatte sich im vergangenen Jahr in Untersuchungshaft das Leben genommen, nachdem er wegen erneuter Vorwürfe des Kindesmissbrauchs festgenommen worden war. Bereits 2008 hatte sich der Hedgefonds-Manager wegen der erzwungenen Prostitution einer Minderjährigen schuldig bekannt und erhielt dafür eine 18-monatige Haftstrafe.

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09:57 Uhr

Deutsche Autobranche sieht immer noch kein Licht

Die deutsche Autobranche bleibt nach Angaben des ifo-Instituts pessimistisch. Der Index für die aktuelle Geschäftslage sei im Mai nur auf minus 84,4 Punkte von minus 87,2 im April gestiegen, teilten die Münchener Wirtschaftsforscher unter Berufung auf ihre Konjunkturumfrage mit. "Im dunklen Keller steigt die Branche einige Treppenstufen hoch, sieht aber immer noch kein Licht", sagte der Leiter der Ifo-Befragungen, Klaus Wohlrabe. Zumindest die Erwartungen seien aber nicht mehr ganz so pessimistisch. Dieser Index sei von minus 44,4 auf minus 13,4 Punkte gestiegen.

Die Nachfrage sei indes immer noch so schlecht wie seit 1991 nicht. Auch ihren Auftragsbestand beurteilten die Firmen weiter kritisch. Der Index der Produktionserwartungen sei immerhin auf plus 22,7 Punkte im Mai gestiegen, nach minus 41,5 im April. Damit berichteten demnach mehr Unternehmen, ihre derzeit sehr geringe Produktion ausbauen zu wollen. Der Indikator der Exporterwartungen stieg auf minus 9,8 Punkte von minus 65,3.

09:36 Uhr

Dax zeigt keine Ermüdungserscheinungen

Dax
Dax 12.456,09

In Erwartung der Einigung auf ein milliardenschweres Konjunkturpaket sind Dax-Anleger weiter in Kauflaune. Der deutsche Leitindex legt zur Eröffnung 1,1 Prozent auf 12.148 Punkte zu und baute damit seine kräftigen Vortagsgewinne aus. Die Koalitionspartner wollen ihre Beratungen am Vormittag fortsetzen, nachdem sie am Dienstag die Verhandlungen nach einem neunstündigen Treffen vertagt hatten.

Angesichts der schrittweisen Rückkehr zur Normalität in immer mehr Ländern setzen Investoren mittlerweile auf eine kräftige Erholung der Wirtschaft von der Corona-Krise. "Die Erleichterung an den weltweiten Aktienmärkten ist groß", sagte Christian Henke, Analyst beim Brokerhaus IG Markets.

Bei den Einzelwerten legen Tui-Aktien bis zu 7,4 Prozent zu, nachdem sich der Reisekonzern mit dem US-Flugzeugbauer Boeing auf Schadenersatz für den Ausfall der Maschinen des Typs 737 Max wegen des Flugverbots nach zwei Abstürzen geeinigt haben.

08:54 Uhr

Aussicht auf wachsende Nachfrage treibt Ölpreise hoch

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 42,27

Die Ölpreise knüpfen an ihre Kursgewinne vom Vortag an. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 40,24 US-Dollar. Das waren 67 Cent mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 99 Cent auf 37,80 Dollar. Die in dem Verbund Opec+ zusammengefassten Ölförderstaaten diskutieren eine Verlängerung der Förderbeschränkungen. Sie hatten sich im April darauf verständigt, die Produktion um 9,7 Millionen Barrel pro Tag zu reduzieren. Diese Kürzung galt bisher nur für Mai und Juni, könnte aber um einem Monat verlängert werden. Es ist aber noch unklar, ob dem wichtigen Ölförderland Saudi-Arabien dieser Zeitraum ausreicht. Russland und andere Förderländer haben sich bereits für eine Verlängerung ausgesprochen.

Die Ölpreise profitieren auch von der freundlichen Stimmung an den Finanzmärkten und der Aussicht auf weitere Lockerungen von Corona-Beschränkungen. Dies dürfte zu einer wachsenden Nachfrage führen. Zudem machen sich die breit angelegten Kursverluste des US-Dollar bemerkbar. Rohöl wird so für Anleger aus anderen Währungsräumen günstiger, da Rohöl üblicherweise in Dollar gehandelt wird.

08:37 Uhr

Euro steigt auf höchsten Wert seit Mitte März

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,13

Der Kurs des Euro ist über 1,12 US-Dollar gestiegen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Morgen mit 1,1212 Dollar gehandelt. Dies ist der höchste Stand seit Mitte März. In der Nacht hatte der Euro noch merklich unter der Marke von 1,12 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,1174 (Montag: 1,1116) Dollar festgesetzt. Beobachter verweisen auf eine breit angelegte Schwäche des Dollar. Die Zuversicht an den Finanzmärkten würde die Nachfrage nach der Weltleitwährung dämpfen.

Die Kursverluste des Dollar sind aber offenbar nicht nur auf die freundliche Stimmung an den Finanzmärkten zurückzuführen. "Der Konflikt zwischen den USA und China sowie die anhaltenden Proteste in vielen Städten der USA fordern ihren Tribut", erklärten die Analysten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Zudem würden die Anleger darauf hoffen, dass die EZB ihr in der Corona-Krise aufgelegtes Anleihekaufprogramm (PEPP) an diesem Donnerstag ausweitet. Bisher hat PEPP schon ein Volumen von 750 Milliarden Euro.

08:19 Uhr

Pandemie beendet längste Wachstumsserie der Geschichte

Die Corona-Pandemie bedeutet das Ende der längsten Wachstumsserie eines entwickelten Landes in der Geschichte: Australien wird erstmals seit 1991 in eine Rezession rutschen. Die Wirtschaft des Landes ist bereits in den ersten drei Monaten des Jahres geschrumpft und wird daher zum ersten Mal seit Anfang der neunziger Jahre zwei Quartale hintereinander den Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) verzeichnen.

Bis Ende März sei die Wirtschaft im Vergleich zum vierten Quartal 2019 um 0,3 Prozent gesunken, teilte die nationale Statistikbehörde in Canberra mit. Da sich die Corona-Pandemie wie in Europa und den Vereinigten Staaten erst ab März stärker ausbreitete und seither voll auf die Wirtschaft durchschlägt, gilt ein deutlicher Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal als ausgemacht. Volkswirte sprechen dann von einer Rezession. Australien rutschte als einziges OECD-Land selbst während der globalen Finanzkrise 2008 nicht in eine Rezession.

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07:55 Uhr

Dax-Anleger schielen auf Berlin und New Jersey

In Erwartung der Einigung auf ein 100 Milliarden Euro schweres Konjunkturpaket der Bundesregierung wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Am Dienstag hatte er dank Spekulationen auf eine kraftvolle Erholung der Wirtschaft von der Corona-Krise 3,8 Prozent auf 12.021,28 Punkte zugelegt.

Dax
Dax 12.456,09

Nach einem rund neunstündigen Treffen vertagten die Spitzen von CDU, CSU und SPD ihre Beratungen am späten Dienstagabend. Zum Stand der Verhandlungen wurden keine Details bekannt. Die Koalitionspartner hatten bereits vor dem Treffen vereinbart, dass die Beratungen gegen 23 Uhr beendet und heute Vormittag fortgesetzt würden. Umstritten sind vor allem geplante Hilfen für die Automobilindustrie und eine finanzielle Entlastung der Kommunen.

Daneben richten Investoren ihre Aufmerksamkeit auf die Beschäftigtenzahlen der privaten US-Arbeitsagentur ADP, die ihren Hauptsitz im US-Bundesstaat New Jersey hat. Die Daten geben einen Vorgeschmack auf die offiziellen Daten am Freitag. Experten rechnen mit dem Wegfall neun Millionen weiterer Jobs.

07:34 Uhr

USA verhängen Sanktionen wegen Transports von venezolanischem Öl

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 40,01

Die Vereinigten Staaten haben Sanktionen gegen vier Schifffahrtsunternehmen verhängt, die im venezolanischen Ölsektor operieren, und vier Schiffe zu beschlagnahmtem Eigentum erklärt. Dies geht aus einer Erklärung des US-Finanzministeriums hervor. "Die Vereinigten Staaten bekräftigen, dass die Förderung von Rohöl in Venezuela zugunsten des unrechtmäßigen Regimes von Nicolás Maduro inakzeptabel ist", hieß es. Die vier Unternehmen sollen auf den Marshallinseln und in Griechenland registriert sein.

Venezuela ist eines der Länder mit den größten Ölreserven der Welt. Aber das südamerikanische Land befindet sich auch in einer schweren wirtschaftlichen und politischen Krise. Wegen der Sanktionen, mit denen die USA die venezolanische Wirtschaft bedrängen, und dem extremen Fall des Ölpreises bekommt das Land kaum mehr Einnahmen für seinen Haushalt. Wegen Misswirtschaft und Korruption ist sogar das Benzin knapp. Zuletzt hatten insgesamt fünf iranische Tanker Benzin nach Venezuela gebracht.

07:06 Uhr

Lufthansa macht zwei Milliarden Euro Verlust

Lufthansa
Lufthansa 8,98

Der Geschäftseinbruch durch die Corona-Pandemie hat der Lufthansa im ersten Quartal einen hohen Verlust eingebrockt. Von Januar bis März summierte sich der Fehlbetrag nach Steuern und Abschreibungen auf 2,1 Milliarden Euro, teilte die Lufthansa mit. Das Unternehmen bestätigte die schon Ende April veröffentlichten Zahlen, nach denen sich der bereinigte operative Verlust im saisonal schwachen Quartal auf 1,2 Milliarden Euro erhöhte.

Das Konzernergebnis wurde von einem erwarteten Verlust bei Termingeschäften mit Treibstoff in Höhe von 950 Millionen belastet. Die Lufthansa nahm zudem Abschreibungen auf 50 dauerhaft stillgelegte Flugzeuge sowie auf Firmenwerte vor. Die Corona-Pandemie hat den Luftverkehr weltweit seit März weitgehend lahmgelegt. Die Airline-Gruppe muss wegen des Schocks mit staatlichen Finanzhilfen von bis zu neun Milliarden Euro vor der Pleite gerettet werden.

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06:36 Uhr

Asiens Märkte auf Höhenflug

Die asiatischen Aktien sind auf ein fast dreimonatiges Hoch geklettert. Hoffnungen auf weitere Konjunkturimpulse und eine weitere Lockerung der sozialen Beschränkungen auf der ganzen Welt verdrängten die Vorsicht der Anleger über eine mögliche zweite Coronavirus-Welle und den wachsenden Unruhen in den USA. "So intensiv die Rally auch gewesen ist, dies wird wahrscheinlich anhalten, da sich nun auch außerhalb der USA ausgebreitet hat", sagte Mazen Issa, leitender Devisenstratege bei TD Securities.

Nikkei
Nikkei 22.145,96

Es gibt einige Anzeichen für eine Erholung der Geschäftstätigkeit, da die Volkswirtschaften langsam wieder in Gang kommen. Eine Umfrage über den Dienstleistungssektor in China, das den Ausbruch im März eindämmen konnte, zeigte im Mai eine Erholung auf das Niveau vor dem Ausbruch des Virus. Dennoch warnen einige Analysten, dass die Rally vor allem durch Kurzschlussreaktionen von Spekulanten angetrieben wird. "Die Aktienmärkte setzen auf eine V-förmige Erholung im Juli-September. Aber die Kluft zwischen Aktienmarkt und Realwirtschaft wächst. Viele Führungskräfte müssen sich jetzt fragen, warum die Aktien ihrer Unternehmen so stark steigen", sagte Norihiro Fujito, Chef-Anlagestratege bei Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities.

Die Börse in Tokio zeigte sich zunächst stärker. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 1,2 Prozent höher bei 22.582 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 0,7 Prozent und lag bei 1598 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,5 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,6 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 1,4 Prozent.

06:15 Uhr

Schlagzeilen aus der Nacht