Mittwoch, 02. März 2022Der Börsen-Tag

Heute mit Diana Dittmer und Thomas Badtke
17:41 Uhr

Hat sich der Dax aus dem Abwärtsstrudel befreit?

Nach den bisherigen Verlusten von 4,6 Prozent hat sich der Dax zur Wochenmitte stabilisiert. Der deutsche Börsenleitindex, der den Dienstagshandel nur knapp über der 13.900er Marke beendet hatte, fällt im frühen Handel zwar zunächst weiter - bis auf ein Tagestief von 13.708 Zählern. Danach setzt eine Erholung ein, die den Index bis zum Handelsende sogar wieder über die 14.000-Punkte-Schwelle schiebt. Eine positiv eröffnende Wall Street hilft dabei. Der Dax verabschiedet sich mit einem Aufschlag von 0,7 Prozent und einem Stand von 14.000 Stellen in den Feierabend. Erneut belasten der Krieg Russlands in der Ukraine und die damit verbundenen Sanktionen gegen Moskau und steigenden Energiepreise die Stimmung der Anleger. Ein Fass der Nordsee-Ölsorte Brent lag zeitweise über 111 Dollar.

"Die Lage sieht auf den ersten Blick etwas besser aus. Die Anleger beschäftigen sich mit den vom Westen gegen Russland verhängten Sanktionen. Zudem schwingt immer die Hoffnung auf eine baldige Verhandlungsbereitschaft des Kremls mit", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Katja Dofel. "Aber: Die Nervosität bleibt sehr hoch, bewegt sich auf dem Niveau vom Oktober 2020."

Bei den Einzelwerten können Bayer die Dienstagsgewinne weiter ausbauen, die Aktien legen knapp vier Prozent zu. In diesem Bereich bewegen sich auch die Papiere von MTU sowie von Airbus. Auf der Verliererseite finden sich dagegen Zalando: Die Anteilsscheine büßen mehr als vier Prozent ein. Noch deutlicher geht es für Hellofresh abwärts, deren Titel mehr als sieben Prozent abrutschen. Die größten Verluste muss aber Eon mit etwa acht Prozent hinnehmen.

Dax
Dax 12.816,11

Eon
Eon 8,15
Airbus
Airbus 23,80

17:27 Uhr

RWE prüft längere Laufzeiten von Kohlekraftwerken

Der Energiekonzern RWE prüft angesichts des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine Möglichkeiten, wie mit einer Verlängerung der Laufzeiten von Kohle- und Gaskraftwerken auf eine Versorgungskrise in Deutschland reagiert werden könnte. "Jetzt muss es darum gehen, Vorsorge zu treffen, um die Versorgungssicherheit in Deutschland auch für ein Krisenszenario zu sichern, in dem Rohstofflieferungen aus Russland ausbleiben", erklärt der Konzern. Das betreffe vor allem den kommenden Winter und die nächsten Jahre. "Es ist aus unserer Sicht richtig, dass die Bundesregierung Optionen im Bereich Kohle und Gas prüft."

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hatte am Morgen im Deutschlandfunk erklärt, Deutschland sei im Fall eines russischen Gaslieferstopps gut vorbereitet. Im schlimmsten Fall könnten Kohlekraftwerke in der Reserve gehalten oder sogar in Betrieb gelassen werden.

17:10 Uhr

Lufthansa-Wunschpartner darf Bücher öffnen

Die restrukturierte italienische Staatsairline ITA kann nach einem Beschluss des Rechnungshofes allen Interessenten an einem Einstieg in das Unternehmen seine Geschäftszahlen offenlegen. Die Lufthansa will zusammen mit dem Reedereikonzern MSC eine Mehrheit von ITA übernehmen. Die beiden Unternehmen hatten Ende Januar um eine Frist von 90 Tagen gebeten, in der exklusive Verhandlungen laufen sollten. Die italienische Regierung entschied sich aber dafür, die Tür zu anderen potenziellen Bietern nicht zuzuschlagen.

Lufthansa
Lufthansa 5,72

16:54 Uhr

Uniper will Geschäft in Russland fortsetzen

Der Düsseldorfer Energiekonzern Uniper will sich nach eigenen Angaben nicht aus seinem Russland-Geschäft zurückziehen. Der Konzern werde sein Geschäft in Russland weiterhin verantwortungsvoll betreiben, teilt das Unternehmen mit. "Bestehende Verträge zur Strom- und Gasversorgung in Russland und Europa, für die russische Gasimporte eine wesentliche Rolle spielen, werden wir einhalten." Uniper verurteile aufs Schärfste den Einmarsch Russlands in die Ukraine, der eine Verletzung des Völkerrechts und der Prinzipien der UN-Charta darstelle. "Krieg sollte niemals eine Lösung für ein Problem sein, insbesondere nicht im 21. Jahrhundert in Europa."

Uniper
Uniper 14,69

16:45 Uhr

Fords Abspaltungspläne elektrisieren Anleger

Die geplante Ausgliederung des Elektroauto-Geschäfts von Ford kommt bei Anlegern gut an. Die Aktien des Fahrzeug-Herstellers steigen an der Wall Street um fast acht Prozent, so stark wie zuletzt vor zwei Monaten. Ab 2023 sollen die Elektro- und die Verbrennungsmotor-Sparte den Angaben zufolge separate Geschäftszahlen vorlegen.

Ford
Ford 10,70

16:30 Uhr

Geringeres Palladium-Angebot schlecht für Autobauer

Der Preis für Palladium ist auf den höchsten Stand seit August gestiegen, da man befürchtet, dass die verhängten scharfen Sanktionen gegen Russland das Angebot verringern könnten. Aufgrund des Krieges und der Spannungen zuvor zwischen Russland und der Ukraine ist der Preis in diesem Jahr bereits um rund 40 Prozent gestiegen. Eine Verknappung wäre eine schlechte Nachricht für die Automobil-Industrie, wo Palladium bei der Herstellung von Katalysatoren eingesetzt wird.

"Eine Verknappung des Angebots würde in einem Jahr stattfinden, in dem sich die Automobil-Produktion voraussichtlich erholen wird, da sich die Verfügbarkeit von Halbleiterchips und die Herausforderungen in der Lieferkette verbessern", so die Analysten von Fitch Solutions. Auf Russland entfallen rund 40 Prozent des weltweiten Palladiumangebots.

 

16:17 Uhr

US-Anleger warten auf Powell-Anhörung

Die Aussicht auf behutsame Zinserhöhungen der Notenbank Fed macht US-Anlegern Mut. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P-500 steigen zunächst jeweils etwa ein Prozent. In einer vorab veröffentlichten Rede anlässlich einer Anhörung im US-Kongress bekräftige US-Notenbankchef Jerome Powell den Plan, den Leitzins im März anzuheben. Er ließ aber offen, wie schnell sein Haus die Geldpolitik straffen werde. Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs rechneten Anleger mit moderaten Zinserhöhungen, sagte Art Hogan, Chef-Anlagestratege des Vermögensverwalters National Securities. "Powells Aussagen decken sich bisher mit der Marktmeinung."

Bei den Unternehmen stach Nordstrom mit einem Kurssprung von 30 Prozent heraus. Die Kaufhauskette steigerte den Quartalsumsatz überraschend stark um 23 Prozent auf 4,49 Milliarden Dollar. Der Gewinn versechsfachte sich den Angaben zufolge auf 200 Millionen Dollar. Der Ausblick für 2022 übertreffe die Markterwartungen ebenfalls, lobte Analyst Oliver Chen vom Vermögensverwalter Cowen. Außerdem hob er die kräftige Erholung des Geschäfts der Schnäppchen-Tochter Rack hervor.

15:58 Uhr

Siemens Energy stoppt Neugeschäft in Russland

Der Elektrotechnikkonzern Siemens Energy tritt angesichts der russischen Invasion in der Ukraine auf die Bremse im Russlandgeschäft. "Siemens Energy unterstützt die Haltung der internationalen Regierungskoalition, die Sanktionen gegen Russland verhängt hat", schrieb der Vorstand in einem am Mittwoch veröffentlichten Brief an die Mitarbeiter. "Während wir weiterhin die umfangreichen Sanktionen und ihre Auswirkungen auf unser Unternehmen prüfen, haben wir sämtliches Neugeschäft in Russland gestoppt." In den vergangenen 165 Jahren habe der Konzern viele verlässliche Partnerschaften mit Unternehmen und Menschen in Russland aufgebaut. "Wir wissen, dass auch sie und unsere russischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Leben in Frieden führen wollen. Dieser Krieg muss jetzt beendet werden."

Siemens Energy
Siemens Energy 13,50

Auch der frühere Mutterkonzern Siemens hat Konsequenzen gezogen. "Wir haben alle neuen Geschäfte und internationalen Lieferungen nach Russland eingestellt und prüfen weiterhin die vollen Auswirkungen aller Sanktionen", bestätigte ein Sprecher. Seine lokalen Service- und Wartungsaktivitäten werde Siemens unter strikter Einhaltung der Sanktionen fortsetzen.

15:44 Uhr

Porsche setzt Produktion in Leipzig aus

Der Autobauer Porsche setzt wegen des Kriegs in der Ukraine seine Produktion in Leipzig aus. Die Produktion stehe zunächst bis Ende kommender Woche still, teilt ein Sprecher mit. In Zuffenhausen werde die Produktion noch aufrechterhalten. "In den kommenden Tagen und Wochen werden wir auf Sicht fahren und die Lage kontinuierlich bewerten." Auch bei BMW kommt es zu Produktionsunterbrechungen wegen Lieferengpässen, wie das Unternehmen mitteilte. Weil Teile aus der Ukraine fehlen, werde die Produktion in Dingolfing in der kommenden Woche eingestellt. "Mit unseren Lieferanten sind wir in intensiven Gesprächen."

Die Ukraine ist ein wichtiges Herkunftsland von Kabelbäumen für die Autobranche. So betreibt Leoni zwei Werke im Westen des Landes, auch zahlreiche andere Unternehmen stellen diese dort her. Kabelbäume gehören zu den Bauteilen in einem Auto, die nicht nachgerüstet werden können - anders als etwa Halbleiter, die häufig auch erst zu einem späteren Zeitpunkt eingebaut werden können.

VW Vorzüge
VW Vorzüge 128,56

15:05 Uhr

Kohle- und Gaspreis auf Rekordhoch

Aus Furcht vor einer Energiekrise reißen sich Anleger um Kohle und Erdgas. Die entsprechenden Terminkontrakte steigen um 25 Prozent auf 250 Dollar je Tonne beziehungsweise gut 50 Prozent auf 185 Euro je Megawattstunde. Das ist in beiden Fällen ein Rekordhoch. Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine vor etwa einer Woche haben sich die Preise jeweils fast verdoppelt. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee steigt um 7,7 Prozent auf 113,02 Dollar je Barrel, den höchsten Stand seit mehr als siebeneinhalb Jahren.

14:51 Uhr

Bankenindex fällt auf tiefsten Stand seit April

Die harten Sanktionen gegen Russland im Finanzsektor ziehen auch die europäischen Banken ins Minus. Der Sektorindex fällt zeitweise um mehr als drei Prozent auf den tiefsten Stand seit April 2021. Anschließend grenzt er die Verluste auf 0,7 Prozent ein. Mehr als fünf Prozent verliert die stark in Osteuropa engagierte Raiffeisen Bank an der Wiener Börse. Russlands größtes Bankhaus Sberbank zieht sich aus dem europäischen Markt zurück.

Deutsche Bank
Deutsche Bank 8,18
Commerzbank
Commerzbank 6,61

 

14:34 Uhr

Experten: EZB sollte für Euro intervenieren

Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte nach Aussage von George Saravelos, Devisenstratege bei der Deutschen Bank, zugunsten des Euro intervenieren. "Der Euro korreliert zunehmend negativ mit den Preisen von Erdöl und Erdgas", schreibt Saravelos in einem Kommentar. Je mehr Erdöl und Erdgas stiegen, desto mehr falle der Euro, was die in Euro gehandelten Rohstoffe noch weiter in die Höhe treibe - "eine teuflische Inflationsspirale", wie der Analyst meint. Der effizienteste Weg, den Inflationsdruck in der Eurozone zu verringern, sei derzeit ein stärkerer Euro.

Saravelos weist darauf hin, dass EZB-Direktorin Isabel Schnabel in der vergangenen Woche bereits von den Vorteilen eines stärkeren Euro-Wechselkurses gesprochen habe. "Sollte es zu ungeordneten Entwicklungen kommen, sind koordinierte Devisenmarktinterventionen der G7 als Zeichen der Einigkeit mit Europa nicht auszuschließen", schreibt er. Letztendlich könne die EZB den Euro jedoch am effektivsten verteidigen, indem sie die Zinssätze wieder in den positiven Bereich bringe und gleichzeitig ein "Stabilitäts-QE"-Programm auflege, um die Spreads in der Peripherie zu schützen.

14:19 Uhr

Reiseverband erwartet starke Erholung

Nach zwei Jahren massivem Geschäftseinbruch durch die Corona-Pandemie rechnet die Reisewirtschaft in diesem Jahr mit einer starken Erholung. Die Buchungszahlen stiegen derzeit deutlich an und hätten in einzelnen Wochen zuletzt das Vorkrisenniveau von 2019 sogar übertroffen, erklärt der Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), Norbert Fiebig. "Die Zeichen für einen Restart stehen grundsätzlich gut", sagte er. "Wir sehen enormen Nachholbedarf." Aktuell liege das Buchungsaufkommen noch knapp die Hälfte unter dem Volumen von 2019. Im Gesamtjahr werde das Vorkrisenniveau noch nicht ganz erreicht. Im kommenden Jahr sollte das aber der Fall sein.

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine werfe aber einen dunklen Schatten der Unsicherheit auch auf die Reisebranche. "Auch auf unsere Wirtschaft wird dieser Angriff und die internationale Reaktion spürbaren Einfluss haben", sagte Fiebig. Konkrete Folgen seien aber noch schwer abschätzbar.

Das vergangene Jahr war für die Reisebranche erneut schwierig aufgrund der Reisebeschränkungen und Lockdowns in der Pandemie. Die Deutschen hätten insgesamt 29 Milliarden Euro für Reisen ausgegeben im Vergleich zu 32 Milliarden Euro 2020. Vor der Corona-Krise waren es rund 70 Milliarden Euro im Jahr.

13:59 Uhr

Ryanair erwartet schwierige Zeiten

Ryanair warnt vor schwierigen Zeiten für die Luftfahrtbranche wegen steigender Treibstoffpreise im Zuge des Ukraine-Kriegs. "Ich denke, es wird für die meisten Fluggesellschaften in den nächsten zwölf Monaten sehr schwierig werden", sagte Vorstandschef Michael O'Leary. Ryanair sei aber gut abgesichert. "Wir haben etwa 80 Prozent unseres Treibstoffbedarfs bis März 2023 gehedged. Für diesen Sommer und den Rest des Jahres können wir also immer noch niedrige Ölpreise und niedrige Tarife an unsere Kunden weitergeben, weil wir eine sehr starke Position bei der Treibstoffabsicherung haben."

Der Ölpreis war am Dienstag wegen des Kriegs in der Ukraine und der Furcht vor Rohöl-Lieferausfällen auf ein Siebeneinhalb-Jahres-Hoch gestiegen. Am Mittwoch notierte der Preis für die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee sechs Prozent höher bei 111,38 Dollar je Barrel (159 Liter) und damit auf dem höchsten Stand seit Anfang Juli 2014. Die Fluggesellschaften sehen sich aufgrund der steigenden Ölpreise mit möglichen Gewinneinbußen konfrontiert. Nach Einschätzung von O'Leary dürften nicht abgesicherte Fluggesellschaften in den kommenden Monaten in große finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Ryanair
Ryanair 11,65

13:42 Uhr

Russland steht vor scharfer Rezession

Die Volkswirte von Capital Economics sehen Russland wegen des Überfalls auf die Ukraine auf eine schwere Rezession im Jahr 2022 zusteuern. Sie verweisen auf die scharfen Sanktionen, sich verschlechternde finanzielle Bedingungen sowie die Perspektive einer Bankenkrise. Das russische Bruttoinlandsprodukt dürfte im laufenden Jahr um 5 Prozent abstürzen. Vor dem Überfall auf die Ukraine hatten die Analysten Russland ein Wachstum von 2,5 Prozent in Aussicht gestellt.

Die jährliche Inflationsrate dürfte bis Mitte des Jahres auf 15 Prozent steigen von 8,7 Prozent im Januar. Dieser Effekt dürfte die verfügbaren Einkommen der Haushalte reduzieren. Der wirtschaftliche Abschwung könne ein ähnliches Ausmaß annehmen wie der 7,5-prozentige Rückgang, den das Land während der globalen Finanzkrise erlebte - oder der Rückgang um 6,8 Prozent während der russischen Finanzkrise von 1998, heißt es weiter.

13:25 Uhr

Euro unter 1,11 Dollar

Der Euro fällt um mehr als ein halbes Prozent und notiert mit 1,1062 Dollar auf dem tiefsten Stand seit Mai 2020. Zum Schweizer Franken markiert die Gemeinschaftswährung ein frisches Sieben-Jahres-Tief. Den Anlegern werde immer bewusster, dass "Europas Wirtschaft sehr deutlich unter den wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Krieges leiden dürfte und dass die inflationären Auswirkungen des Krieges den Euro weitaus mehr beschädigen könnten, als andere G10-Währungen", sagte Commerzbank-Stratege Ulrich Leuchtmann. Der Schweizer Franken hingegen profitiere als sicherer Anlagehafen von der Risikoaversion der Anleger, hieß es bei der Helaba.

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,05
US-Dollar / Euro
US-Dollar / Euro ,96

 

13:11 Uhr

Startet die Wall Street die Gegenbewegung?

Die US-Börsen dürften zur Wochenmitte einen Teil ihrer Vortagesverluste wettmachen. Die Futures auf die großen US-Aktienindizes deuten eine freundliche Eröffnung an. Mit einer nachhaltigen Erholung sei angesichts des andauernden Kriegs in der Ukraine und rasant steigender Ölpreise jedoch nicht zu rechnen, heißt es aus dem Handel.

Die russischen Streitkräfte haben ihre Angriffe auf ukrainische Großstädte verstärkt. Gleichzeitig gibt es aber auch Berichte, dass russische Delegierte für Gespräche mit Vertretern der Ukraine am Mittwochabend zur Verfügung stünden.

Zentrales Thema neben dem Ukraine-Krieg ist nach wie vor die Inflation, die durch den Preisanstieg beim Öl zusätzlich angeheizt wird. Dass nach der Internationalen Energieagentur nun auch die USA einen Teil ihrer strategischen Ölreserven freigeben wollen, vermag den Anstieg nicht zu bremsen. Der Preis für die europäische Sorte Brent stieg am Mittwoch zeitweise über die Marke von 112 Dollar.

Daneben gilt das Interesse der Anleger dem Auftritt von US-Notenbankchef Jerome Powell vor dem Finanzdienstleistungsausschuss des US-Repräsentantenhauses. Im späteren Verlauf wird die Federal Reserve überdies ihren Wirtschaftsbericht "Beige Book" vorlegen.

12:55 Uhr

Russischer Logistiker weicht auf chinesischen Yuan aus

Der russische Transport- und Logistikkonzern Fesco akzeptiert wegen der internationalen Sanktionen gegen Russland chinesische Yuan von ihren Kunden. Zudem könnten alle Abrechnungen und Zahlungen in russischen Rubel wie gewohnt ablaufen, hieß es in einer bekanntgewordenen Erklärung des Unternehmens. Darüber hinaus würden "verschiedene alternative Zahlungsmöglichkeiten" für Euro- und Dollar-Transaktionen angeboten. Fesco betreibt Häfen, Terminals und Schiffsflotten. Alle Logistikdienstleistungen auf bestehenden Routen würden in vollem Umfang erbracht. Man trage zum wachsenden Handel zwischen Russland und asiatischen Ländern bei.

Der Westen schließt die russische Wirtschaft wegen des Einmarsches in die Ukraine vom globalen Finanzsystem Swift aus. Er drängt internationale Unternehmen dazu, das Geschäft mit Russland herunterzufahren. Viele Schwellenländer beteiligen sich allerdings nicht an den Aktionen, darunter China. Die russische Landeswährung Rubel hat wegen der Sanktionen massiv an Wert verloren.

12:32 Uhr

Anleger investieren in Rohstoffe

Ein Blick auf die Sektoren zeigt, dass die Investoren Unternehmen aus dem Sektor der Öl- wie auch Minenwerte kaufen. Während der Sektor der europäischen Ölwerte um 2,0 Prozent zulegt, handeln Minenwerte europaweit im Mittel 1,8 Prozent im Plus. der Sektor der Automobilwerte steht mit Minus 1,9 Prozent erneut unter Abgabedruck, damit ist auch die Underperformance im DAX gegenüber dem Euro-Stoxx-50 zu begründen.

11:52 Uhr

Euro-Inflation klettert auf Rekordhoch

Rasant steigende Energiepreise treiben die Inflation in der Euro-Zone auf einen neuen Höchststand. Die Verbraucherpreise stiegen im Februar um 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das europäische Statistikamt Eurostat mitteilt. Der starke Anstieg kommt überraschend: Von Reuters befragte Experten hatten lediglich mit einem Prozentwert von 5,4 gerechnet, nach 5,1 im Januar.

Die Inflationsrate schießt damit immer weiter über die Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2,0 Prozent hinaus. Diese tritt nächste Woche zu ihrer Zinssitzung zusammen. Sie gerät angesichts der rasant steigenden Preise unter Zugzwang, ihren noch immer lockeren Kurs zu straffen. Wegen der nicht absehbaren ökonomischen Folgen des Ukraine-Krieges hat EZB-Direktor Fabio Panetta jüngst jedoch zur Vorsicht bei der Neujustierung gemahnt.

11:37 Uhr

"Lieferando"-Eigner zieht sich aus mehreren Ländern zurück

Der "Lieferando"-Eigner und Delivery-Hero-Konkurrent Just Eat Takeaway.com macht angesichts höherer Verluste seine Geschäfte in Norwegen und Portugal zum 1. April dicht. Man wolle sich auf die Länder konzentrieren, wo man Marktführer sei, um profitabel zu werden, teilte Just Eat Takeaway.com mit. Trotz gestiegener Umsätze rutschte der Essenslieferdienst im vergangenen Jahr in die roten Zahlen. Auf vergleichbarer Basis fiel ein bereinigter Betriebsverlust (Ebitda) von 350 Millionen Euro an nach einem Betriebsgewinn von 363 Millionen Euro im Vorjahr. Die Erlöse kletterten um 33 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro.

Delivery Hero
Delivery Hero 38,14

 

11:18 Uhr

Anleger strafen Shop Apotheke ab

Für die Aktie von Shop Apotheke geht es 4,3 Prozent nach oben, obwohl der Arzneimittelhändler trotz höherer Umsätze und deutlich mehr Kunden im abgelaufenen Jahr einen Millionenverlust verzeichnet hat. Abschreibungen und höhere Kosten belasteten das Unternehmen. Auch im laufenden Jahr schließt die Shop Apotheke Europe NV einen operativen Verlust nicht aus.

Shop Apotheke
Shop Apotheke 85,26

10:37 Uhr

VW-Konkurrent will 72 Milliarden Euro investieren

Der südkoreanische Autobauer Hyundai will bis 2030 95,5 Billionen Won (72 Milliarden Euro) investieren. 19,4 Billionen Won entfielen auf die Entwicklung von Elektrofahrzeugen. Ende 2020 hatte Hyundai angekündigt, bis 2040 einen Anteil am globalen Markt für E-Autos von acht bis zehn Prozent erreichen zu wollen. Gemessen am Umsatz zählt der Autokonzern zusammen mit seiner Tochter Kia weltweit zu den zehn größten Autoherstellern.

Hyundai Motor
Hyundai Motor 180.500,00

10:12 Uhr

Brent-Ölpreis steigt auf 111 Dollar

Der Ukraine-Krieg und die Furcht vor Rohöl-Lieferausfällen treibt die Ölpreise weiter in die Höhe. Der Preis für die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee notiert sechs Prozent höher bei 111,60 Dollar je Barrel (159 Liter) und damit auf dem höchsten Stand seit Anfang Juli 2014. Insidern zufolge will die Opec+ auf ihrem Treffen am Mittwoch trotz dieser Rally ihre Rohöl-Fördermengen nicht deutlicher ausweiten.

Am Dienstag hatten die Mitgliedstaaten der Internationalen Energieagentur (IEA) die Freigabe von 60 Millionen Barrel Rohöl aus ihren strategischen Reserven beschlossen. Am Ölmarkt hat die Freigabe der vergleichsweise kleinen Menge nicht zu einer Beruhigung der Lage geführt.

Der Ölverbund Opec+ entscheidet am Mittwoch über seine kurzfristige Förderstrategie. Es wird damit gerechnet, dass der Verbund, dem auch Russland angehört, seinem Kurs einer nur schrittweisen, moderaten Förderausweitung treu bleibt.

Brent Rohöl
Brent Rohöl 110,89
Rohöl WTI
Rohöl WTI 107,62

 

09:57 Uhr

Deutsche Börse setzt Handel mit russischen Wertpapieren aus

Die Deutsche Börse stellt den Handel mit russischen Wertpapieren ab dem Berichtstag ein. Der Handel von sämtlichen Instrumenten auf russische Anleihen, Einzelwerte und darauf bezogene strukturierte Produkte wird bis auf Weiteres ausgesetzt. Aufgrund der jüngsten Entwicklungen in der Ukraine und der daraufhin seitens der EU erlassenen Sanktionen in Bezug auf Finanzdienstleistungen wurde bereits am Montag eine Reihe von Wertpapieren russischer Emittenten mit sofortiger Wirkung von Handel ausgesetzt. Unter anderem sind Titel der Banken Sberbank und VTB Bank betroffen, aber auch die Papiere der Energiekonzerne Rosneft und Gazprom.

Deutsche Börse
Deutsche Börse 154,05

09:40 Uhr

Kein Handel an Moskauer Börse - Rubel wieder unter Druck

Die russischen Finanzmärkte bleiben den dritten Tag in Folge weitgehend geschlossen. Mit wenigen Ausnahmen werde am Mittwoch weder der Aktien- noch der Derivatehandel an der Moskauer Börse wieder aufgenommen, teilte die Bank von Russland in einer Erklärung am Morgen mit. Hintergrund ist der Ukraine-Krieg und die massiven westlichen Sanktionen, die vor allem den Banken-Sektor treffen.

So wird die europäische Tochtergesellschaft der wegen des Ukraine-Kriegs sanktionierten größten russischen Bank Sberbank ein Insolvenzverfahren durchlaufen. Sberbank, die mehrheitlich vom russischen Staat kontrolliert wird, war eines der ersten Ziele der Finanzsanktionen gegen Moskau. Die Bank will sich nun komplett aus Europa zurückziehen.

Rubel / US-Dollar
Rubel / US-Dollar ,02

Der Rubel gerät erneut unter Druck. Der Dollar wertet um weitere 18,6 Prozent auf 113,00 Rubel auf, nachdem er in der Spitze am Montag noch bei 108,79 Rubel gelegen hatte. Händler weisen jedoch auf den sehr illiquiden Handel mit der russischen Devise hin. Daher sei der Kurs nur wenig aussagekräftig.

09:23 Uhr

Euro pendelt um 1,11

Der Euro notiert um die Marke von 1,11 Dollar. Die Gemeinschaftswährung kostet 1,1115 Dollar. Sie liegt damit leicht über ihrem am Vorabend markierten Tiefstand seit Mitte 2020 von knapp 1,11 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,1162 Dollar festgesetzt.

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine bleibt auch an den Finanzmärkten das bestimmende Thema. Der russische Rubel steht seit der Invasion unter Druck, erst recht seit den scharfen Sanktionen vieler Länder als Reaktion auf den Einmarsch. Im Offshore-Handel außerhalb Russlands mussten am Morgen für einen US-Dollar etwa 110 Rubel gezahlt werden. Das ist wesentlich mehr als vor Beginn des Krieges.

An Konjunkturdaten dürften Anleger am Mittwoch Inflationsdaten aus dem Euro-Währungsgebiet beachten. Die ohnehin hohe Inflation dürfte weiter steigen, auch als Folge des Ukraine-Krieges und weiter steigender Energiepreise. In den USA blicken die Marktteilnehmer auf Äußerungen von US-Notenbankchef Jerome Powell, der vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses auftritt.

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,05
US-Dollar / Euro
US-Dollar / Euro ,96

 

09:06 Uhr

Immer weiter abwärts: Dax-Rutsch findet keinen Boden

4,6 Prozent hat der Dax an den vergangenen beiden Handelstagen bereits eingebüßt. Und auch zum Start ins Mittwochsgeschäft sind die Vorzeichen am deutschen Aktienmarkt überwiegend rot, geht es für den deutschen Börsenleitindex weiter abwärts: Er fällt 0,8 Prozent auf 13.791 Punkte, nachdem er im späten Dienstagshandel bereits die 14.000er-Marke gerissen hatte. Der Start in den März knüpft damit an den schwachen Börsenmonat Februar nahtlos an.

"Die schwachen Vorgaben aus Übersee ließen schon in der Nacht ahnen, dass der Dax erneut schwach in den Handel geht", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer. "Mit dem Bruch der 14.000-Punkte-Marke kommt weiterer Verkaufsdruck auf. Gegenbewegungen sind zwar immer möglich, aber der Trend ist erst einmal nach unten gerichtet", erläutert Meyer. "Die auf über 110 Dollar pro Fass explodierten Ölpreise schüren erneut Sorge, dass die Kostenseite der Unternehmen auf die Gewinnmargen drückt."

Dax
Dax 12.816,11

08:45 Uhr

Minus 16 Prozent: Hier steigen Anleger am Morgen aus

Die schlechten Nachrichten beim Solartechnikkonzern SMA Solar reißen nicht ab und sorgen für eine erneute Talfahrt der Aktie. Zum einen fiel der Gewinneinbruch im vergangenen Jahr noch höher aus als im Januar bekanntgegeben und zum anderen rechnet die Firma aus Niestetal wegen des Chipmangels mit einem Umsatzrückgang im laufenden Jahr. Die Papiere brachen im Frankfurter Frühhandel um 16,4 Prozent ein.

SMA Solar
SMA Solar 39,74

"Die Liefersituation bleibt angespannt und wird uns auch im weiteren Verlauf dieses Jahres vor Herausforderungen stellen", sagte Vorstandssprecher Jürgen Reinert über die Knappheit bei Chips und anderen elektronischen Komponenten. Deswegen rechnet SMA für das laufende Jahr nur mit einem Umsatz zwischen 900 Millionen Euro und 1,05 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr waren die Erlöse um vier Prozent auf 984 Millionen Euro gefallen. Das operative Ergebnis (Ebitda) brach hingegen auf neun Millionen Euro ein nach 71,5 Millionen Euro in 2020. Im Januar war noch von einem Ergebnis zwischen 20 und 30 Millionen Euro die Rede gewesen nach ursprünglich geplanten 50 bis 65 Millionen Euro, was bereits die Aktie deutlich drückte. Schuld ist ein Wartungs- und Betriebsführungsvertrag für mehrere große Solarparks, aus dem SMA angesichts des schlechten Zustands der Anlagen außerordentlich ausstieg, was erhöhte Rückstellungen nötig machte.

08:41 Uhr

Dax auf dem Weg zu neuem Jahrestief

Die Abgaben an den europäischen Aktienmärkten dürften sich fortsetzen, wenn auch mit geringerem Tempo. Der XDax fällt aktuell um 0,4 Prozent auf 13.771 Punkte, womit das Jahrestief des Dax bei 13.807 Punkten unterschritten ist. Der Euro-Stoxx-50 verliert ebenfalls um 0,4 Prozent. Im Tagesverlauf könnten sich die Verluste aber durchaus wieder ausweiten, denn die Entwicklungen im Ukraine-Krieg geben weiter Anlass zur Sorge. Der Abverkauf am Vortag mahnt zur Vorsicht, da keine nennenswerte Kaufbereitschaft zu erkennen war, heißt es.

Die Angst vor dem Ukraine-Krieg und all seinen Konsequenzen wird auch in den kommenden Tagen die Börsen fest im Griff haben. Dabei dürften Investoren neben der Nachrichtenlage aus dem Kriegsgebiet auch abwägen, was die nahe Zukunft für Deutschland und auch die Welt bedeutet. Wirtschaftlich wird in Deutschland und Europa von einigen Volkswirten eine Stagflation erwartet, von anderen eine Rezession. Es bleibt abzuwarten, ob ein solches Szenario von den Investoren bereits eingepreist ist. Leicht positiv wird die Rede von US-Präsident Joe Biden zur Lage der Nation gewertet, die der US-Präsident für eine Generalabrechnung mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine genutzt hat.

08:35 Uhr

Linde hält an Milliardenauftrag von Gazprom fest

Der Industriegasekonzern Linde hält an seinem Großauftrag von Gazprom fest - zumindest vorerst. Das schreibt die "Börsen-Zeitung". Im vergangenen Herbst hatte der Anlagenbau des Unternehmens für 6 Milliarden US-Dollar zwei Bestellungen des russischen Gaskonzerns erhalten.

Linde plc
Linde plc 273,65

Dabei geht es um Gasverarbeitungsanlagen sowie eine Anlage für Flüssiggas. Gebaut werden sollen diese laut Gazprom in einem Industriekomplex für die Verarbeitung von ethanhaltigem Gas und die Herstellung von verflüssigtem Erdgas in der Umgebung von Ust-Luga. Das ist nahe der Grenze zu Estland. Am Dienstag teilte Linde auf Anfrage mit: "Die Situation ändert sich schnell, und wir bewerten den sich entwickelnden Sanktionsrahmen, um die vollständige Einhaltung unserer bestehenden vertraglichen Verpflichtungen zu gewährleisten." Gazprom wird nicht erwähnt.

08:25 Uhr

Sixt-Anleger erhalten nach Rekordgewinn wieder eine Dividende

Der Autovermieter Sixt hat im vergangenen Jahr von einem starken Wachstum im europäischen Ausland und in den USA profitiert. Der Konzernumsatz legte kräftig zu. Zudem kehrte der SDax-Konzern beim Vorsteuerergebnis in die schwarzen Zahlen zurück und erzielte einen Rekordgewinn, was auch einer deutlichen Absenkung der Kosten zu verdanken war. Die Aktionäre sollen nach zwei Jahren Pause wieder eine Dividende bekommen.

Sixt
Sixt 99,10

Der Umsatz stieg 2021 nach vorläufigen Zahlen um 49 Prozent auf 2,28 Milliarden Euro. Im Schlussquartal legte es sogar um 85 Prozent auf 652 Millionen Euro zu. Der Vorsteuergewinn erreichte im Gesamtjahr 442 Millionen Euro, nachdem Sixt im Vorjahr einen Verlust von 81,5 Millionen Euro eingefahren hatte. Das Ergebnis lag zudem 43 Prozent über dem Vor-Corona-Jahr 2019. Der Konzerngewinn lag bei 313 Millionen Euro nach 2 Millionen im Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie betrug 6,67 Euro. Sixt plant für 2021 eine Dividende von 3,70 Euro je Stammaktie und 3,72 Euro je Vorzugsaktie. Damit würde der Konzern 174 Millionen Euro beziehungsweise 55,6 Prozent des Konzernüberschusses ausschütten.

08:15 Uhr

Exodus der Wirtschaft aus Russland: Siemens stellt Geschäfte ein

Big Oil hat Russland bereits den Rücken gekehrt, die Frage ist, wer folgt? Kühne+Nagel stellt Importe nach Russland ein, Siemens teilte am Dienstagabend mit, sein Neugeschäft mit Russland zu beenden. Die internationalen Lieferungen nach Russland würden ebenfalls eingestellt.

Siemens
Siemens 96,70

Zudem betonte der Konzern: "Wir halten uns bei unseren Geschäftsaktivitäten in und mit Russland selbstverständlich an geltendes Recht sowie an die geltenden Exportkontrollrichtlinien und an das geltende Sanktionsrecht." Der Konzern ist seit 1852 in Russland tätig und beschäftigt dort eine niedrige vierstellige Zahl von Mitarbeitern. Das Russlandgeschäft macht laut Konzernangaben weniger als 1 Prozent des Umsatzes aus.

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07:54 Uhr

Riskant, aber gefragt: Ukraine gibt Kriegsanleihen aus

Die ukrainische Regierung gibt Kriegsanleihen aus, um ihre militärischen Bemühungen zu finanzieren. Bei Twitter schrieb das Finanzministerium: "In der Zeit der militärischen Aggression der Russischen Föderation bietet das Finanzministerium Bürgern, Unternehmen und ausländischen Investoren an, den Haushalt der Ukraine durch Investitionen in militärische Staatsanleihen zu unterstützen."

Es ist der jüngste Versuch der Regierung, die weltweite Unterstützung im Kampf gegen die russische Invasion zu nutzen . Händler zeigen großes Interesse. Umgerechnet 277 Millionen US-Dollar hat die Regierung eingenommen. Die Kriegsanleihen sind mit 11 Prozent verzinst, das ist sogar mehr als die es für inflationsgeschützte US-Anleihen gibt, die bringen 7,12 Prozent ein.

Außerdem zahlte die Ukraine am Vortag fällige Anleihezinsen in Höhe von rund 300 Millionen Dollar an internationale Investoren. In der Zwischenzeit haben sich die EU-Botschafter darauf geeinigt, eine erste Bewertung der Chancen der Ukraine auf einen Beitritt zum Block der 27 Nationen zu fordern.

07:44 Uhr

IWF und Weltbank arbeiten an Notfinanzierung für die Ukraine

Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank wollen in den kommenden Wochen und Monaten zusätzliche Finanzmittel in Milliardenhöhe für die Ukraine bereitstellen. Der Krieg treibe die Rohstoffpreise in die Höhe, was die Inflation weiter anheizen könnte, und die Störungen auf den Finanzmärkten würden sich weiter verschärfen, teilen die Chefin des IWF, Kristalina Georgieva, und der Präsident der Weltbank, David Malpass, mit. Auch die von den USA, Europa und anderen Verbündeten verhängten Sanktionen würden erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen haben. Das IWF-Exekutivdirektorium könnte den Antrag der Ukraine auf eine Notfinanzierung bereits in der kommenden Woche prüfen. Weitere 2,2 Milliarden Dollar stünden bis Ende Juni im Rahmen der Bereitschaftskreditvereinbarung zur Verfügung. Die Weltbank bereite für die kommenden Monate ein Unterstützungspaket in Höhe von drei Milliarden Dollar vor.

07:37 Uhr

Umfrage: Drei Viertel der Deutschen befürworten Aufrüstung der Bundeswehr

Fast drei Viertel der Deutschen befürworten einer Umfrage zufolge das geplante 100 Milliarden Euro schwere Investitionspaket für die Bundeswehr. 74 Prozent der Bundesbürger begrüßen die Ankündigung von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) für eine bessere Ausstattung der Verteidigungskräfte, berichtet die Zeitung "Augsburger Allgemeine" aus der repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey. 19 Prozent halten demnach den Anstieg der Rüstungsausgaben für falsch. Sieben Prozent der Befragten sind unentschieden.

Hier ein Überblick, welche Konzerne von dem 100-Milliarden-Euro-Paket profitieren:

07:30 Uhr

Abschreibungen belasten Shop Apotheke

Gestiegene Abschreibungen haben der Online-Apotheke 2021 einen höheren Verlust eingebrockt. Das operative Ergebnis (Ebit) betrug minus 65,7 Millionen Euro nach minus 0,9 Millionen im Vorjahr. Netto lag der Fehlbetrag bei 74,2 (Vj: minus 16,8) Millionen Euro.

Shop Apotheke
Shop Apotheke 85,26

Der Vorstand begründete die Abschreibungen in Höhe von 27,0 (16,1) Millionen Euro mit der Inbetriebnahme des neuen Logistikzentrums, Unternehmenszukäufen sowie erhöhten IT-Investitionen. Der Umsatz legte um 9,5 Prozent zu und übertraf die eine Milliarden-Umsatzgrenze. Für 2022 kündigte der Vorstand ein Umsatzplus von 15 bis 25 Prozent an und eine bereinigte Ebitda-Marge von minus 1,5 Prozent bis plus 1,5 Prozent nach minus 0,5 Prozent im Jahr 2021.

07:28 Uhr

Kühne+Nagel stoppt Lieferungen nach Russland

Der Schweizer Logistikkonzern setzt mit sofortiger Wirkung und bis auf weiteres alle Importlieferungen in die Russische Föderation aus, wie es in einer Information an die Kunden heiß. Von der Maßnahme ausgenommen seien Pharma-, Gesundheits- und humanitäre Transporte.

Kühne+Nagel
Kühne+Nagel 222,70

Die starke Nachfrage nach Transportdienstleistungen hat Kühne+Nagel 2021 einen Gewinnsprung beschert. Unterm Strich verdiente Kühne+Nagel 2,2 Milliarden Franken, 173 Prozent mehr als 2020. Die Dividende solle auf zehn Franken je Aktie kräftig angehoben werden. Für das laufende Jahr seien die Geschäftsaussichten bisher günstig gewesen; die Kriegshandlungen Russlands hätten allerdings die Unwägbarkeiten weltpolitischer Entwicklungen aufgezeigt, deren Auswirkungen auf das Wirtschaftsgeschehen noch nicht zu überblicken seien.

07:20 Uhr

Kriegsangst, aber keine Panik in Asien - Börse Moskau bleibt geschlossen

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Blick in den Handelssaal der Moskauer Börse MICEX (Moscow Interbank Currency Exchange.) Die russische Wertpapiermarktbehörde hat zur Verhinderung von Kursverluste den Aktienhandel ausgesetzt.

picture-alliance/ dpa

An den asiatischen Finanzmärkten ist nach der Stabilisierung der vergangenen Tage die Kriegsangst zurück. Die Abwärtsdynamik erreicht aber vielerorts nicht das Ausmaß, wie an der Wall Street am Vorabend. Der Ölpreis (Brent) zieht deutlich an und springt über die Marke 110 US-Dollar. Von Panik kann aber keine Rede sein, vermeintlich sichere Häfen wie Yen und Gold geben sogar leicht ab, waren aber zuvor stark gesucht gewesen.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 111,28

Aufgeschreckt werden Anleger von Berichten, wonach das russische Militär zusehends auch zivile Einrichtungen unter Beschuss nimmt. Für Beunruhigung an den Finanzmärkten sorgte insbesondere auch, dass sich ein rund 74 Kilometer langer russischer Militärkonvoi Kiew nähern soll, wie Satellitenbilder zeigen. US-Präsident Joe Biden hat seine Rede zur Lage der Nation für eine Generalabrechnung mit dem russischen Machthaber Wladimir Putin wegen des Angriffskriegs auf die Ukraine genutzt. Fast wichtiger als der eigentliche Krieg sind die globalen Sanktionen gegen den Russland, an denen sich auch asiatische Staaten wie zum Beispiel Japan und Südkorea beteiligen. Diese zeigten Wirkung - auch in den verhängenden Ländern, heißt es im Handel. Für die Konjunkturentwicklung seien das keine positiven Aussichten.

Nikkei
Nikkei 25.935,62

Während sich die Börse in Schanghai etwas leichter zeigt, geht es in Hongkong um 1,1 Prozent nach unten. Händler sprechen aber von geringen Umsätzen und werten dies als Zeichen des Abwartens. Die Bereitschaft zum Kauf sei vorhanden. In Hongkong, wo die Börse internationaler ausgerichtet ist, überwiege dagegen die Risikoaversion, so Händler. In Südkorea, wo am Vortag feiertagsbedingt nicht gehandelt worden war, steigt der Kospi sogar - um 0.6 Prozent. Der Nikkei-225 in Tokio zeigt sich dagegen sehr schwach - belastet von Finanz- und Automobilwerten. Im Automobilsektor gehen Sorgen über Lieferengpässe und steigende Kosten um.

An der Moskauer Aktienbörse findet auch am Mittwoch kein Handel statt. Das teilt die Zentralbank mit. Einige ausgewählte Geschäfte an dem Handelsplatz sollen aber zum ersten Mal diese Woche möglich sein.

Hier der Blick zurück an die Wall Street, wo es wieder zu deutlichen Kursverlusten kam:

06:30 Uhr

Krieg, Inflation, Kurssturz: Das wird für den Dax heute wichtig

Der Krieg in der Ukraine lastet weiterhin auf den Kursen am deutschen Aktienmarkt. Der Dax, der bereits zum Wochenstart 0,7 Prozent nachgegeben hatte, büßte im Dienstagsgeschäft weitere 3,9 Prozent ein und mit 13.905 Zählern wieder unter der 14.000er-Marke. "Die Börsen sind in schwierigem Fahrwasser momentan", kommentierte ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer. Zuvor war der Ölpreis aus Angst vor einer Angebotsverknappung wegen des von Russland in der Ukraine geführten Krieges in die Höhe geschossen: Brent verteuerte sich um mehr als acht Prozent. Die Inflationsängste drängten sich damit wieder in den Vordergrund.

Auch zur Wochenmitte bestimmt der Ukraine-Krieg thematisch den Handel. In der Nacht hielt US-Präsident Joe Biden eine Rede an die Nation, die Invasion Russlands in der Ukraine betreffend.

Die Fragen hierzulande lauten weiterhin:

  • Wie wirken die verhängten Sanktionen gegen Russland?
  • Werden sie verschärft?
  • Wie reagiert Moskau?
Dax
Dax 12.816,11

Dabei spielt auch die Inflation und die damit einhergehende Zinsdebatte eine Rolle: Nachdem die deutsche Teuerung weiterhin hoch ist, stehen am Vormittag nun die EU-Verbraucherpreise auf der Agenda. Um 16 Uhr MEZ spricht Fed-Chef Jerome Powell im Rahmen des halbjährlichen Berichts zur Geldpolitik vor dem Finanzdienstleistungsausschuss des Repräsentantenhauses. Am Nachmittag folgt in den USA der ADP-Arbeitsmarktbericht. Bereits am Vormittag werden hierzulande Arbeitsmarktdaten veröffentlicht.

Auf Unternehmensseite stehen heute die Nebenwerte im Fokus. So legen etwa Kühne & Nagel, Sixt und Shop Apotheke Zahlen vor. Delivery-Hero-Anleger dürften zudem ein besonderes Augenmerk auf die Geschäftsergebnisse des Konkurrenten Just Eat Takeaway legen.

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