Dax macht kurz vor Jahresschluss schlapp
Es war wohl etwas zu viel des Guten: Nach der Rally der vergangenen Tage ist es an den europäischen Aktienmärkten am vorletzten Handelstag des Jahres 2021 überwiegend nach unten gegangen. Nach den Aufschlägen ohne fundamentale Basis kamen die Gewinnmitnahmen allerdings alles andere als überraschend. Kurstreiber in den vergangenen Tagen dürfte vor allem das sogenannte Window-Dressing gewesen sein, also die gezielte Kurspflege durch institutionelle Anleger in Zeiten dünner Umsätze.
So ging es an der Frankfurter Börse für den Dax heute um 0,7 Prozent auf 15.852 Punkte nach unten. Der EuroStoxx50 sackte um 0,6 Prozent auf 4289 Zähler ab.
Schlecht schnitten die Autowerte ab. BMW, VW, Continental und Daimler verloren zwischen 0,8 und zwei Prozent. Ernüchternd sei einmal mehr die Tatsache, dass sich selbst die Experten der Konzerne bei der Chip-Planung völlig verkalkuliert hätten, verlautete von der NordLB. Auch 2022 werde sich der Chipmangel noch fortsetzen. Der nächste Teileengpass sei auch schon abzusehen, nämlich aufgrund der boomenden Elektromobilität dann bei den Batterien.
Brenntag drehten dagegen ins Plus und gewannen 0,8 Prozent. Dabei steckt der Chemiekalienhändler nach eigenen Angaben weiter im globalen Lieferketten-Drama. Laut Vorstandschef Christian Kohlpaintner werden sich die Engpässe erst im zweiten Halbjahr auflösen.
Im MDax lagen die Papiere des Online-Gebrauchtwagenhändlers Auto1 sowie jene des Fernwartungssoftware-Spezialisten Teamviewer hinten mit Abschlägen von 3,4 beziehungsweise 3,9 Prozent. Beide Aktien zählen auch im Jahr 2021 zu den größten Verlierern im Mittelwerteindex.
Kapitel 3G-Mobilfunk endet - morgen letzte Abschaltung
Der 3G-Mobilfunkstandard in Deutschland ist Geschichte. Nach Informationen der "Welt" schaltet Telefonica am 30. Dezember mit einer Antenne in der Wittener Straße im Wuppertaler Stadtteil Oberbarmen den letzten 3G-Mobilfunkstandort ab - auf dem Dach eines alten Backstein-Industriegebäudes.
Gut 20 Jahre nach der mit 100 Milliarden D-Mark größten und teuersten Frequenzauktion der Mobilfunkgeschichte haben sich die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefonica damit endgültig von 3G verabschiedet. Telekom und Vodafone hatten ihre letzten 3G-Antennen bereits im Juni abgeschaltet.
BMW plant Tausende neuer Stellen
BMW beendet den Stellenabbau und will nächstes Jahr bis zu 6000 zusätzliche Stellen schaffen. Vorstandschef Oliver Zipse sagte dem "Münchner Merkur", der Konzern sei auf einem sehr guten Weg durch die Transformation, habe seine Werke auf die E-Mobilität vorbereitet und erwarte 2022 weiteres Wachstum beim Absatz.
Ein Grund dafür sei die hohe Nachfrage nach den neuen Elektromodellen. "Unser i4 ist auf Monate ausverkauft, genauso der iX", sagte Zipse. "Nächstes Jahr kommt der elektrische 7er, da wird es nicht anders sein." Ein Bremsklotz sei allerdings der Mangel an Ladesäulen.
US-Handelsdefizit so groß wie noch nie
Das notorische US-Defizit im Warenhandel hat im November ein Rekordhoch erreicht. Die Importe übertrafen die Exporte um 97,8 Milliarden Dollar, wie das Handelsministerium in Washington mitteilte. Das sind 17,5 Prozent mehr als im Vormonat. Das bisherige Rekorddefizit von 97 Milliarden Dollar, das erst im September markiert wurde, ist damit übertroffen worden. Grund für die Entwicklung ist, dass die Güterimporte wegen der guten Binnenkonjunktur mit 4,7 Prozent sehr stark zulegten. Die US-Exporte wuchsen hingegen mit 2,1 Prozent weniger als halb so stark.
Der frühere US-Präsident Donald Trump hat das traditionell hohe Defizit immer wieder als Zeichen dafür gedeutet, dass sein Land von anderen Staaten über den Tisch gezogen werde - und deshalb Handelskonflikte angezettelt, etwa mit China.
Unspektakulärer Auftakt an der Wall Street
In den letzten Handelstagen des Börsenjahres 2021 lassen es US-Anleger ruhig angehen. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 kamen zur Eröffnung kaum vom Fleck. Hauptgesprächsthema sei weiterhin die Omikron-Variante des Coronavirus, sagte Luiz Pacheco, Berater beim Vermögensverwalter Brainvest. "Der Markt geht davon aus, dass Omikron nur einige Sektoren der Wirtschaft treffen wird." Entsprechend gering werde die Belastung für Aktien aus den übrigen Branchen ausfallen.
Zu den Gewinnern an der Wall Street zählte Tesla mit einem Kursplus von 1,4 Prozent. Firmenchef Elon Musk übt sämtliche seiner im kommenden Jahr auslaufenden Optionen auf insgesamt 22,8 Millionen Aktien des Elektrobauers aus. Das signalisiert das Ende von Musks jüngsten Anteilsverkäufen, mit denen er Steuerforderungen finanziert.
Dax geht auf Tauchstation
An der Frankfurter Börse kennen die Kurse am späten Nachmittag nur noch eine Richtung, nämlich die nach unten. Der Dax sackte nun um 0,8 Prozent auf 15.843 Punkte ab. Der EuroStoxx50 verlor 0,7 Prozent auf 4282 Stellen.
Anleger fliegen auf Victoria's Secret - Aktienrückkauf
Guter Tag für die Aktie von Victoria's Secret - das Papier verteuerte sich im frühen US-Handel um 10,5 Prozent. Das Unterwüsche-Unternehmen zeigte sich zufrieden mit dem vierten Quartal und hat seine Ertragsziele bekräftigt. Überdies plant das Unternehmen einen beschleunigten Aktienrückkauf im Volumen von 250 Millionen Dollar.
Fräsmaschinen-Anbieter hebt Ausblick an - Aktie gewinnt kräftig
Kurz vor Jahresschluss 2021 hat Datron nochmals den Ausblick angehoben. Die Aktie schaffte daraufhin ein Plus von fünf Prozent auf 12,40 Euro und schaffte damit ein Jahreshoch.
Das südhessische Unternehmen, ein Anbieter von CNC-Fräsmaschinen, Dentalfräsmaschinen, Dosiermaschinen und Fräswerkzeugen, ist an der Börse allenfalls den Freunden der Small Caps bekannt. Doch die Bewertung lässt aufhorchen. So wird nun je Aktie ein Ergebnis zwischen 0,93 bis 0,98 Euro erwartet, damit handelt die Aktie mit einem KGV von rund 13. Der Konzernumsatz soll nun bei 54 Millionen Euro liegen, während das Unternehmen an der Börse mit rund 50 Millionen bewertet wird.
NordLB: Chipmangel im Autosektor auch selbstverschuldet
Die Automobilzulieferer litten beziehungsweise leiden massiv unter dem Teilemangel und verspüren zusätzlich Druck der Automobilhersteller, wie die NordLB feststellt. Nach Ansicht des Geldinstituts ist es aber auch zu eklatanten Fehleinschätzungen bei der Chip-Bestellung gekommen.
Gewinnwarnungen habe es von Hella, Schaeffler und Continental gegeben. Von den Automobilherstellern hätten Toyota, BMW und Tesla den Chipmangel relativ gut bewältigt.
Überraschenderweise dürften fast alle Automobihersteller beim operativen Ergebnis gegenüber 2019 zulegen. Sogar Rekordergebnisse traut die NordLB vier Unternehmen zu: BMW, Daimler, Toyota und Tesla.
Cyberangriff trifft Medienkonzern mit voller Breitseite
Norwegens zweitgrößter Medienkonzern Amedia ist nach einem Cyberangriff lahmgelegt. Noch auf unbestimmte Zeit könne er keine Printausgaben seiner Zeitungen mehr produzieren, teilte der Verlag mit. Nach Angaben von Amedias IT-Leiter Pal Nedregotten handelt es sich um einen klassischen "Ransomware-Angriff", bei dem Hacker die Computersysteme verschlüsseln, um Geld für die Freigabe der Daten zu erpressen.
Amedia werde sich darauf nicht einlassen, sagte Nedregotten im norwegischen Fernsehen. Vielmehr suche man nach einer Notlösung, um die Zeitungen wieder drucken zu können. Amedia ist auf lokale und regionale Zeitungen spezialisiert, ihm gehören rund hundert Titel.
Crash oder Rally: Wie wird das Börsenjahr 2022?
Grüne Vorboten an der Wall Street - Dax unter 15.900
Nach dem Rücksetzer vom Dienstag dürfte es heute an der Wall Street wieder aufwärts gehen. Vor allem bei den zuvor abverkauften Technologiewerten scheinen Anleger wieder zugreifen zu wollen. Der Nasdaq-Future liegt vorbörslich 0,4 Prozent im Plus, der S&P-Future nur 0,2 Prozent. Die Umsätze sind allerdings stark ausgedünnt, denn viele Marktteilnehmer nutzen die Zeit "zwischen den Jahren" zu einem Urlaub. Übergeordnet sei die Stimmung jedoch gut, heißt es aus dem Handel.
Unter den Einzelwerten an der Börse legen Tesla vorbörslich um 2,2 Prozent zu. Konzernchef Elon Musk hat sich von weiteren Aktien im Wert von rund einer Milliarde Dollar getrennt und außerdem Optionen auf 1,55 Millionen Aktien des Elektroautoherstellers ausgeübt.
In Frankfurt rutschte der Dax bei einem insgesamt impulslosen Handel noch etwas weiter runter. Der deutsche Leitindex verlor am frühen Nachmittag 0,5 Prozent auf 15.882 Punkte.
Goldpreis fällt auf den tiefsten Stand seit einer Woche
Der Goldpreis ist wieder unter die wichtige Marke von 1800 US-Dollar gefallen. Die Feinunze verbilligte sich um 0,6 Prozent auf 1796 US-Dollar und damit auf ein Wochentief. Während in den USA die Marktzinsen stiegen, legte auch der Dollar zu. Beide Entwicklungen belasten den Goldpreis.
Im Handel wird zudem auf die für 2022 anstehenden Zinserhöhungen in den USA verwiesen. Die US-Notenbank hatte zuletzt drei Erhöhungen für das kommende Jahr in Aussicht gestellt. Steigende Zinsen machen das zinslos gehaltene Edelmetall unattraktiver.
China baut Mega-Rechenzentren - umweltfreundliche Cluster
China will mit vier neuen Mega-Rechenzentren den hohen Datenbedarf der Küstenzentren sicherstellen. Die Cluster sollen in der nördlichen Region der Inneren Mongolei, der nordwestlichen Region Ningxia, der Provinz Gansu und der südwestlichen Provinz Guizhou errichtet werden, teilte die Staatliche Kommission für Entwicklung und Reform in Peking mit. Die Standorte könnten ihre Energie- und Umweltvorteile nutzen, um grüne und kohlenstoffarme Mega-Rechenzentren zu errichten.
China will seine Massendaten-Industrie bis 2025 durch den Bau mehrerer Cluster von Rechenzentren für mehr als drei Billionen Yuan (415,5 Milliarden Euro) ausbauen. Einige Städte in Chinas nördlichen und westlichen Regionen, die reich an erneuerbaren Energien wie Wind- und Solarenergie sind, haben bereits Rechenzentren gebaut, um die wirtschaftlich entwickelte Küste zu versorgen.
Wie entwickeln sich die Neu- und Gebrauchtwagenpreise 2022?
2021 ist kein leichtes Jahr für die Autoindustrie. Der Chipmangel und steigende Rohstoffpreise hinterlassen ihre Spuren. Die Nachfrage der Kunden ist aber ungebrochen. Neu- und Gebrauchtwagen werden rar. Die Herausforderungen, vor denen die Autoindustrie steht, werden 2022 nicht kleiner.
Veranstalter kämpfen ums Überleben
Die Veranstaltungsbranche befindet sich nach Aussage von CTS-Eventim-Chef Klaus-Peter Schulenberg in einem "dramatischen Überlebenskampf". Gerade sei es wieder bergauf gegangen, "doch dann kamen die rasant wachsenden Inzidenzen und die Nachrichten zu Omikron", konstatierte Schulenberg in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "Zu Weihnachten 2020 lagen wir beim Kartenverkauf 95 Prozent unter dem Niveau von 2019, 2021 sind es 'nur' 60 Prozent, was aber natürlich immer noch viel zu wenig ist."
Schulenberg kritisierte die Politik für die mangelnde Vorbereitung auf die vierte Welle und forderte mehr Hilfen.
Dax bleibt im Bett - knapp über 15.900
Kurzer Blick auf das Frankfurter Börsengeschehen: Der Dax hat seinen Verlust etwas vergrößert und notierte 0,4 Prozent tiefer bei 15.905 Punkten. Der EuroStoxx50 sackte um 0,2 Prozent auf 4303 Zähler ab.
Deutsche Bank zeigten sich mit minus 0,8 Prozent mäßig beeindruckt von einer millionenschweren Geldbuße. Die Aktien des Fernwartungssoftware-Spezialisten Teamviewer waren mit einem Verlust von 2,1 Prozent Schlusslicht im MDax. Das gilt auch auf Jahressicht mit einem Minus von über 70 Prozent. Das Unternehmen - eigentlich ein Profiteur der Corona-Pandemie - hat viele Anleger mit zu ehrgeizigen Zielen verstimmt.
Riesige Nachfrage nach Krügerrand-Goldmünze - Das raten Experten
Die Inflation ist hoch, die Zeiten sind unsicher: In solchen Situationen suchen Anleger einen sicheren Hafen - und flüchten oft ins Gold. Aktuell ist dies an der explodierenden Nachfrage nach Krügerrand-Goldmünzen zu erkennen. Der Krügerrand aus Südafrika ist in Deutschland gefragt wie schon lange nicht mehr.
Xian-Lockdown zwingt Samsung zu "Anpassung" der Chip-Produktion
Der Lockdown in der chinesischen Hightech-Metropole Xian macht dem südkoreanischen Chiphersteller Samsung arg zu schaffen. Der Technologieriese teilte nun mit, wegen der Beschränkungen seine Produktion vorübergehend zu drosseln. Es werde aber alles daran gesetzt, über andere Produktionsstätten die Kunden zu beliefern.
Samsung beschäftigt 3300 Mitarbeiter in Xian und investierte umgerechnet rund 8,8 Milliarden Euro in die dortigen Produktions- und Forschungsanlagen. Auch der chinesische Elektroautobauer BYD teilte mit, seine Produktion in Xian "anzupassen".
Autozulieferer IFA geht an Münchner Finanzinvestor
Der traditionsreiche mitteldeutsche Autozulieferer IFA bekommt nach einer jahrelangen Sanierung einen neuen Eigentümer. Der Hersteller von Gelenk- und Seitenwellen aus Haldensleben in Sachsen-Anhalt geht an den Münchner Finanzinvestor Aequita, der das Geld reicher Familien verwaltet und sich auf Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten spezialisiert hat. Zum Kaufpreis für IFA mit rund 2600 Mitarbeitern wurde Stillschweigen vereinbart. Laut einem mit der Transaktion vertrauten Insider liegt der Übernahme eine Bewertung von rund 300 Millionen Euro zu Buche. Der überwiegende Teil davon entfalle aber auf die Schulden, die IFA angehäuft hatte und die nun reduziert werden.
Der Unternehmer Heinrich von Nathusius hatte die 1959 in der DDR als Industrieverband Fahrzeugbau gegründete IFA im Jahr 1992 privatisiert, sich aber mit seinem Expansionskurs verhoben. IFA beliefert unter anderem BMW, Mercedes, Porsche und Volkswagen.
Staatsmedizin verliert Wirkung: Lira hat wieder Inflationshusten
Nach einigen Tagen der Erholung haben Inflationssorgen die Türkei wieder fest im Griff. Auch mit dem Kurs der Landeswährung Lira ging es wieder bergab. Der US-Dollar verteuerte sich im Gegenzug um mehr als zwei Prozent auf 12,10 Lira.
Die türkische Devise hatte in der Vorwoche nach Staatsgarantien für Spareinlagen und Notenbank-Interventionen rund 50 Prozent zugelegt.
Bafin verdonnert Deutsche Bank zu einer Geldstrafe
Der kürzlich verstorbene ehemalige Konzernchef Hilmar Kopper hätte in diesem Zusammenhang sicherlich von Peanuts gesprochen. Die Finanzaufsicht Bafin hat die Deutsche Bank wegen Verstoßes gegen die sogenannte Referenzwerte-Verordnung mit einer Geldstrafe von 8,66 Millionen Euro belegt.
Nach Einschätzung der Behörde verfügte der Dax-Konzern als Kontributor zur Bestimmung des Referenzzinssatzes Euribor zeitweise nicht über wirksame präventive Systeme, Kontrollen und Strategien gemäß der europäischen Referenzwerte-Verordnung. Mit der Referenzwerte-Verordnung sollen valide Referenzzinssätze sichergestellt und Manipulationen verhindern werden. Verstöße gegen diese Verordnung können mit einer Geldbuße von bis zu zehn Prozent des Gesamtumsatzes geahndet werden.
Brenntag leidet unter Lieferketten-Problemen
Der Chemikalienhändler Brenntag steckt im globalen Lieferketten-Drama. Die Engpässe werden sich erst im zweiten Halbjahr auflösen, erwartet Konzernchef Christian Kohlpaintner. "Im Frühjahr sind wir von einer Normalisierung bis zum Sommer ausgegangen, die dann nicht eingetreten ist. Die Belastungen und Verwerfungen waren deutlich tiefer als angenommen", sagte Kohlpaintner dem "Handelsblatt".
Der Manager geht "davon aus, dass die Engpässe bis weit ins Jahr 2022 hinein anhalten werden".
Dax zum Start leicht errötet
Der deutsche Aktienmarkt ist mit leichten Abschlägen in den Handel gestartet. Der Dax verlor 0,2 Prozent auf 15.936 Punkte. Auch MDax, SDax und TecDax gaben geringfügig nach. Der EuroStoxx50 notierte 0,1 Prozent leichter bei 4307 Stellen.
Allerdings dürfte die Liquidität an den Märkten nun wieder zunehmen, da an der Börse London ab heute wieder gehandelt wird. Ansonsten zeichnet sich weiter ein extrem ruhiges Geschäft ab. Relevante Nachrichten sind weiterhin Mangelware und ein Großteil der Marktteilnehmer wird erst nach Neujahr wieder aktiv werden.
Ein nachbörslicher Kursabsturz in den USA
Der nachbörsliche US-Aktienhandel ist erneut von Schlagzeilen zu Unternehmen der dritten und vierten Reihe geprägt gewesen. So stürzten Cal-Maine Foods nach der Schlussglocke um 7,7 Prozent ab. Der Eierproduzent hatte mit Zweitquartalsergebnissen unter Markterwartungen aufgewartet, obwohl der Umsatz deutlich angezogen hatte. Die Ergebnisse waren von höheren Verpackungs- und Laborkosten belastet worden.
Huntsman stiegen dagegen um 0,5 Prozent. Das Chemieunternehmen will seine strategischen Optionen für die Textilsparte prüfen. Auch ein Verkauf des in Singapur beheimateten Bereichs ist denkbar. Hain Celestial meldete den Abschluss mehrerer Akquisitionen. Das Lebensmittels- und Körperpflegeunternehmen bezifferte die Aufwendungen mit 259 Millionen US-Dollar. Der Kurs ermäßigte sich um 1,6 Prozent.
Euro überwindet kurze Schwächephase
Der Euro hat sich am Mittwoch mit Mühe über 1,13 US-Dollar gehalten. Die Gemeinschaftswährung bewegte sich am Morgen nur wenig und notierte zuletzt bei 1,1304 Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,1331 (Montag: 1,1312) Dollar festgesetzt.
Am Dienstag war der Euro in einem weiterhin ruhigen Handel kurz unter 1,13 Dollar gerutscht, konnte sich aber schnell wieder erholen. Jüngst hatte die Gemeinschaftswährung von der freundlichen Stimmung an den europäischen Finanzmärkten profitiert.
Apple am wertvollsten - drei Dax-Konzerne in "Top 100"
Das Jahr neigt sich dem Ende zu - Zeit also auch für diverse Statistiken: Die Weltbörsen werden mehr denn je von US-Technologiekonzernen beherrscht. Acht der zehn wertvollsten Unternehmen der Welt kommen Ende 2021 aus den USA. Der Smartphone- und Softwareriese Apple kratzt mit einem Börsenwert von 2,96 Billionen Dollar (Stichtag: 27. Dezember) als erster Konzern überhaupt an der Drei-Billionen-Marke. Die Apple-Aktie hat in diesem Jahr 31 Prozent zugelegt. Microsoft schob sich mit einem Plus von 52 Prozent und einer Bewertung von 2,57 Billionen Dollar auf Platz zwei, Google-Eigentümer Alphabet rückte mit einem Kursplus von fast zwei Drittel und einer Marktkapitalisierung von 1,96 Billionen Dollar vom fünften auf den dritten Rang vor.
Der wertvollste Dax-Wert hat seinen Sitz nicht in Deutschland: Der Gasekonzern Linde liegt mit 175 Milliarden Dollar weltweit auf Platz 77, nachdem er seinen Börsenwert seit der Fusion der amerikanischen Praxair mit der Münchner Linde AG verdoppelt hat. Der Softwarekonzern SAP bleibt mit 166 Milliarden Dollar 2021 der teuerste deutsche Konzern, fällt aber auf Platz 80 (2020: 72) zurück. Siemens (137 Milliarden) schafft es nach einem Jahr Pause wieder knapp unter die "Top 100".
Ende 2007, kurz vor der Finanzkrise, fanden sich noch sieben deutsche Unternehmen unter den 100 wertvollsten der Welt, Ende 2021 sind nur noch acht unter den "Top 200".
In Asien dominieren die Minuszeichen
Im Sog schwächerer US-Technologiewerte haben die asiatischen Börsen nachgegeben. In Tokio fiel der Nikkei um 0,6 Prozent auf 28.906 Punkte. Der breiter gefasste Topix verlor 0,3 Prozent. Die Börse in Shanghai notierte 0,8 Prozent tiefer. Das Thema Corona bleibe ein Belastungsfaktor für die Aktienkurse, sagten Experten. Obwohl in Asien im Vergleich zu den USA und Europa relativ wenige Infektionsfälle der Omikron-Variante gemeldet wurden, wachsen die Befürchtungen vor einer schnelleren Ausbreitung.
In Japan gaben Technologiewerte im Sog ihrer US-Pendants nach. Die Aktien des Halbleiterkonzerns Tokyo Electron verloren knapp ein Prozent. Der Kaufhaus-Betreiber J.Front Retailing glänzte hingegen mit einem starken Kundenandrang seit der Aufhebung des Ausnahmezustandes Ende September, die Aktien gewannen 7,4 Prozent. Auch die Papiere des Konkurrenten Mitsukoshi zogen an.
Musk verkauft weitere Tesla-Aktien
Tesla-Chef Elon Musk hat nach der Twitter-Abstimmung weitere Anteile des US-Elektroautobauers zu Geld gemacht. Der aktuell reichste Mensch der Welt veräußerte rund 934.000 Aktien im Wert von 1,02 Milliarden US-Dollar, wie aus einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Damit nähert sich der Tesla-Chef seinem Ziel, seine Beteiligung an Tesla um zehn Prozent zu reduzieren.
Mit dem neuesten Verkauf hat Musk bislang insgesamt rund 15,6 Millionen Aktien im Wert von 16,4 Milliarden Dollar veräußert. Musk ist Teslas größter Einzelaktionär. Nach Bloomberg-Berechnungen kommt er aktuell auf ein Nettovermögen von 278,9 Milliarden Dollar, ein Anstieg von fast 80 Prozent allein in diesem Jahr.
Es sieht nach Unterbrechung der Dax-Klettertour aus
Am vorletzten Handelstag des Jahres 2021 wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge mit Abschlägen in den Handel starten. Am Dienstag hatte der deutsche Leitindex noch Kurs auf die Marke von 16.000 Punkten genommen und 0,8 Prozent auf 15.964 Punkte zugelegt.
Die US-Börsen hatten bei dünnen Umsätzen keine gemeinsame Richtung gefunden. "Mit den sich verändernden Rahmenbedingungen in den vergangenen Wochen wägen die Anleger zwischen einem Szenario eines eher moderaten oder erneut starken Börsenjahres 2022 ab", sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. Da neue Hiobsbotschaften rund um Omikron zuletzt ausgeblieben seien, blickten sie aber eher optimistisch in die Zukunft. Relevante Konjunkturdaten oder Firmenbilanzen stehen auch heute nicht auf dem Terminplan.