DAX arbeitet sich vor
Der DAX hat die Verluste aus dem frühen Handel vollständig aufgeholt und legt um 0,3 Prozent auf 12.915 Punkte zu. Anleger hielten sich zurück - denn morgen dürfte die Europäische Zentralbank die neue Zinserhöhungsrunde der großen Notenbanken einläuten.
Gold beendet Talfahrt - vorerst
Gold verteuert sich um 0,7 Prozent auf 1712 Dollar je Feinunze. Die psychologisch wichtige Marke von 1700 Dollar habe zwar gehalten, sagt Marktanalyst Fawad Razaqzada vom Brokerhaus City Index. Angesichts steigender Zinsen und der anhaltenden Stärke des Dollar seien weitere deutliche Kursgewinne aber nicht zu erwarten.
Ölpreise fallen wieder
Nach dem kurzen Erholungsansatz vom Mittag dreht Öl nach unten ab. Die US-Referenzsorte WTI verbilligt sich um 3,5 Prozent und markiert mit 83 Dollar pro Fass den niedrigsten Stand seit fast sechs Monaten. Das Jahreshoch lag bei gut 115 Dollar. Der Preis der Nordsee-Sorte Brent gibt um 3,8 Prozent auf 89,26 Dollar je Barrel nach. Der Stoxx-Subindex der Öl- und Gas-Aktien verliert 3 Prozent.
Der Euro wird billiger
Der Kurs des Euro ist gefallen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 0,9885 (Dienstag: 0,9928) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 1,0116 (1,0073) Euro.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86510 (0,85743) britische Pfund, 143,20 (140,91) japanische Yen und 0,9750 (0,9745) Schweizer Franken fest.
Konjunktursorgen verschaffen dem "sicheren Hafen" Dollar Zulauf. Dazu kommt die Erwartung, dass die US-Notenbank Fed weiter kräftig an der Zinsschraube drehen wird. Morgen wird die Europäische Zentralbank aller Voraussicht nach die Leitzinsen erhöhen. "Wir glauben, dass die andauernde Schwäche des Euro-Wechselkurses und zusätzlicher Druck durch importierte Inflation den geldpolitischen Rat (der EZB) dazu reizen könnte, eine Erhöhung vorzunehmen, die größer sein könnte als die der Fed", so Gilles Moec, Chefökonom bei AXA Investment Managers. AXA IM erwartet eine Zinserhöhung um 75 Basispunkte.
Neuer ntv-Podcast "Wirtschaft Welt & Weit" startet
Nie war unsere Welt wirtschaftlich so vernetzt wie heute - und davon profitiert auch Deutschland. Denn wirtschaftliches Wachstum bedeutet mehr Wohlstand für uns alle. Zumindest bis jetzt: Seit dem 24. Februar ist nichts mehr, wie es war. Russlands Angriff auf die Ukraine hat die Welt verändert. Geopolitische Spannungen nehmen zu und ökonomische "Big Player" wie China oder die USA denken strategisch um.
Was muss Deutschland jetzt tun, um in der Wirtschaftswelt von morgen noch eine wichtige Rolle zu spielen? Von wem sind wir abhängig? Welche Länder profitieren von der neuen Weltlage? Das diskutiert Mary Abdelaziz-Ditzow im neuen ntv-Podcast "Wirtschaft Welt & Weit" ab morgen, 8. September mit Expertinnen und Experten.
Und was die Wirtschaft bewegt, tangiert oft auch die Finanzwelt. Heißt, im Podcast gibt es auch viele wichtige Informationen für Anlegerinnen und Anleger, die sich für Börse und Trading interessieren: Das ntv-Telebörsenteam informiert in "Wirtschaft Welt & Weit" jede Woche über die neuesten Entwicklungen an den nationalen und internationalen Finanzmärkten: Vor welchen Herausforderungen steht der Dax? Lohnt sich ein Investment in den chinesischen Aktienmarkt? Und wie entwickelt sich die Stimmung an der Wall Street?
Ab dem 8. September liefert der Podcast Antworten auf all diese Fragen - jeden Donnerstag neu!
Wirtschaft Welt & Weit von ntv: Hören Sie rein, auf ntv.de, in der ntv-App und überall, wo es Podcasts gibt - Audio Now, Apple Podcasts, Google Podcasts, Spotify, Amazon Music, Deezer oder per RSS-Feed.
Was macht die Fed?
Nach dem jüngsten Kursrutsch nutzen Anleger die Gelegenheit zum Wiedereinstieg in den US-Aktienmarkt. Aus Verunsicherung über das Tempo der erwarteten US-Zinserhöhungen scheuten sie vor größeren Käufen allerdings zurück. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 steigen zur Eröffnung um etwa ein halbes Prozent. In den Wochen zuvor waren sie insgesamt um rund zehn Prozent abgerutscht.
Am Devisenmarkt setzte der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, seinen Höhenflug fort und markierte mit 110,79 Zählern zum vierten Mal in fünf Tagen ein 20-Jahres-Hoch. "Es würde mich nicht überraschen, wenn die Entwicklung der Währung der Fed Sorgen bereitet", sagt Analyst David Madden vom Brokerhaus Equiti Capital. Die Aufwertung des Dollar könnte sich negativ auf die Exporte auswirken. Bislang rechnen Börsianer fest damit, dass die Notenbank den Leitzins bei ihrer Sitzung Ende des Monats zum dritten Mal in Folge um 0,75 Prozentpunkte anhebt.
Das würde den Dollarraum für Investoren noch attraktiver machen und damit für eine weitere Aufwertung der US-Währung sorgen.
Börsenspiel Trader 2022 startet
T-Mobile US verkauft Festnetz-Sparte - für einen Dollar
Der US-Mobilfunkriese T-Mobile US trennt sich von seinem Festnetz-Geschäft und nimmt dabei einen Buchverlust in Kauf. Die US-Tochter der Deutschen Telekom verkauft die mit der Übernahme des Konkurrenten Sprint bei ihr gelandete Sparte für die symbolische Summe von einem Dollar an den amerikanischen Glasfaser-Internet-Anbieter Cogent Communications. Zugleich schreibt T-Mobile US im dritten Quartal eine Milliarde Dollar auf die Sparte ab. Damit sind neben dem Firmenwert auch rund 700 Millionen Dollar abgedeckt, die T-Mobile laut der Vereinbarung in den nächsten viereinhalb Jahren für bestimmte Internet-Dienste an Cogent zahlt.
T-Mobile US konzentriert sich mit dem Verkauf ganz auf das lukrative Mobilfunkgeschäft. Cogent bekommt mit dem Sprint-Netz erstmals ein eigenes Fernverbindungs-Netz. Bisher muss das Unternehmen die Leitungen mieten. Cogent hat es vor allem auf rund 1400 Firmenkunden von T-Mobile abgesehen, die allein für 560 Millionen Dollar Umsatz sorgen.
About You verlieren deutlich
Ein negativer Analystenkommentar macht About You zum Schlusslicht im SDax. Die Aktien des Online-Modehändlers fallen um 4,3 Prozent auf 6,43 Euro. Die Analysten der Barclays Bank hatten die Bewertung der Titel mit "Underweight" und einem Kursziel von sechs Euro aufgenommen.
Für Nio geht es abwärts
Gut 5 Prozent verlieren die Aktien von Nio im vorbörslichen Handel - zuvor hatte der chinesische Hersteller von Elektroautos für das zweite Quartal einen unerwartet hohen Verlust ausgewiesen und einen pessimistischen Ausblick vorgelegt. Im Quartal ergab sich ein Fehlbetrag von 2,26 Milliarden Renminbi (etwa 327 Millionen Euro) In dem Zeitraum verkauften die Chinesen rund 25.000 Fahrzeuge, was im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 14,4 Prozent bedeutet.
Briten dämpfen Zinsfantasien
Führende britische Notenbanker haben mit zurückhaltenden Äußerungen zur Geldpolitik die Erwartungen an den Finanzmärkten für einen ungewöhnlich großen Zinsschritt gedämpft. Zentralbankerin Silvana Tenreyro sagte vor dem Finanzausschuss des Parlaments, sie sei für eine schrittweise Erhöhung der Zinsen. Dies verringere das Risiko, dass die geldpolitischen Zügel zu stark angezogen würden, wenn die Konjunktur lahme. Der Chefökonom der Bank of England (BoE), Huw Pill, äußerte sich optimistisch, dass die Regierungspläne zur Entlastung der Verbraucher in der Gaskrise "unter dem Strich" zu einer Dämpfung der Inflation beitrügen.
Die Inflation in Großbritannien hat im Juli überraschend die Zehn-Prozent-Marke geknackt und setzt die Notenbank damit unter Handlungsdruck. Am Terminmarkt wird die Wahrscheinlichkeit auf einen ungewöhnlich großen Zinsschritt der BoE in Höhe von 0,75 Prozentpunkten für die Sitzung am 15. September mittlerweile auf nur noch 54 Prozent taxiert, nach zuvor fast 70 Prozent. Derzeit liegt der Leitzins bei 1,75 Prozent.
Biovie-Aktienkurs geht durch die Decke
Der Kurs von Biovie rast im vorbörslichen US-Handel um rund 23 Prozent nach oben. Zuvor hatte das Biotech-Unternehmen ermutigende Ergebnisse zu einem Alzheimer-Medikament veröffentlicht. In der Studie habe sich der Zustand der meisten mit dem Präparat behandelten Patienten gebessert, hieß es. Derzeit läuft eine klinische Studie, bei das Medikament bei einer sehr viel größeren Gruppe auf Wirksamkeit und Unbedenklichkeit erprobt wird. Erst danach entscheidet es sich, ob das Präparat zugelassen wird.
Soll die EZB die Zinsen erhöhen?
Ihre Meinung ist gefragt!
An den Börsen sorgt ein Thema für jede Menge Gesprächsstoff: Morgen kommt der Rat der Europäischen Zentralbank zur nächsten regulären Sitzung zusammen. Der Druck auf die Notenbank ist groß, die Zinsen im Euroraum deutlich zu erhöhen.
Strom-Aktien legen kräftig zu
Gut erholt zeigen sich Versorgeraktien, allen voran RWE, die um über 8 Prozent anspringen. Eon legen 3 Prozent zu, Encavis und die französische Engie rund 6 Prozent. Die Aktien der österreichischen Verbund gewinnen satte 12 Prozent.
Hintergrund ist ein Bericht der "Financial Times" demzufolge die EU-Kommission den Preis für Strom im Großhandel, der nicht durch Gas erzeugt wird, auf 200 Euro je Megawattstunde deckeln will. "Das wäre deutlich besser für die Versorger als zuvor befürchtet", sagt ein Händler: "Damit werden nur unsinnige Preisspitzen herausgenommen, aber praktisch keine normal fluktuierenden Marktpreise."
"Energiekrise ist längst zur Wirtschaftskrise geworden"
Siemens Energy stürzt auf Allzeit-Tief
Der erste Schritt zur Finanzierung der Komplett-Übernahme von Siemens Gamesa hat die Aktien des Energietechnik-Konzerns Siemens Energy auf ein Allzeit-Tief gedrückt. Das vor zwei Jahren von Siemens abgespaltene Münchner Unternehmen beschaffte über eine Pflichtwandelanleihe 960 Millionen Euro frisches Kapital, das für den 4,2 Milliarden schweren Kauf der restlichen Anteile an der angeschlagenen Windkraft-Tochter Gamesa verwendet werden soll.
Die vor der Rückkehr in den Dax stehende Siemens-Energy-Aktie fällt um fast sechs Prozent auf 13,23 Euro - das ist der schwächste bisher erreichte Kurs.
Wirtschaft in Eurozone wächst stärker als gedacht
Die Wirtschaft der Eurozone hat sich im ersten Halbjahr besser entwickelt als bisher angenommen. Im zweiten Quartal wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der 19 Euroländer zum Vorquartal um 0,8 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat in Luxemburg nach einer dritten Schätzung mitteilte. In der vorherigen Schätzung war nur ein Wachstum von 0,6 Prozent ermittelt worden. Für das erste Quartal wurde das Wachstum zudem von 0,5 auf 0,7 Prozent nach oben revidiert. In den 27 Ländern der Europäischen Union (EU) entwickelte sich die Wirtschaft im ersten Halbjahr ähnlich.
Die Wirtschaftsentwicklung in den einzelnen Ländern fällt jedoch sehr unterschiedlich aus. Während in der Eurozone die Niederlande mit 2,6 Prozent das mit Abstand stärkste Wachstum im zweiten Quartal aufweisen, sind die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen jeweils geschrumpft. Dies dürfte eine Folge der einst engen Wirtschaftsbeziehungen mit Russland sein, die im Zuge des Ukraine-Kriegs und westlicher Sanktionen zu einer Belastung geworden sind.
Deutsche-Bank-Chef rechnet mit Rezession
Christian Sewing rechnet damit, dass Deutschland in eine Rezession abrutscht. "Eine Rezession in Deutschland wird in der Folge nicht mehr abzuwenden sein", so der Chef der Deutschen Bank . Doch die Wirtschaft besitze genug Widerstandskraft, um die Rezession zu bewältigen. "Wir müssen alles tun, damit unsere Autos, Heizungen und Fabriken nicht nur dann laufen, wenn uns ein Autokrat im Kreml gewogen bleibt", sagt Sewing.
Gaspreise sinken weiter
Der wichtigste europäische Erdgas-Terminkontrakt sinkt den zweiten Tag in Folge und verbilligt sich um 1,3 Prozent auf 235 Euro je Megawattstunde. Angesichts gut gefüllter Lager in Europa schwindet die Furcht vor Gas-Engpässen im Winter. In Reaktion auf den erneuten Lieferstopp russischen Erdgases durch die wichtige Pipeline Nord Stream 1 war der Kontrakt am Montag auf 284 Euro je Megawattstunde nach oben geschossen.
Uniper-Aktien rauschen in die Tiefe
Für die Aktien des angeschlagenen Uniper-Konzerns geht es mehr als 7 Prozent nach unten. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 70 Prozent an Wert verloren. Uniper ist von den Gas-Lieferkürzungen Russlands und dem kompletten Stopp der Pipeline Nord Stream 1 besonders hart getroffen. Der Versorger muss die ausfallenden Lieferungen kompensieren, indem er teuren Ersatz besorgt. Uniper hat von Bundesregierung deshalb eine milliardenschwere Finanzspritze bekommen.
Biontech prüft Standort in Israel
Biontech erwägt, nach Israel zu expandieren. Bei einem Treffen mit der israelischen Wirtschaftsministerin Orna Barbivai sprach Biontech-Vorstandschef Ugur Sahin über eine mögliche Zusammenarbeit des Mainzer Biotechunternehmens und Israels in der Pandemievorsorge sowie bei der Entwicklung neuer Medikamente. Dabei ging es auch um die Möglichkeit der Eröffnung eines Forschungs- und Produktionsstandort von Biontech in Israel. Außerhalb Deutschlands ist Biontech bislang mit Standorten in den USA, der Türkei, England, Österreich und China vertreten.
Yen stürzt auf 24-Jahres-Tief
Der japanische Yen fällt zu dem von Zinsspekulationen beflügelten US-Dollar auf ein 24-Jahres-Tief. Die Logik dahinter: Höhere Leitzinsen in den USA machen den Dollar attraktiver. Es steht außer Frage, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen anheben wird. Die Frage ist nur, wie stark und wie schnell", sagt Randy Frederick, Manager beim Brokerhaus Charles Schwab. " Die US-Devise wertet auf 144,38 Yen auf und steht damit so hoch wie seit August 1998 nicht mehr.
DAX startet schwach
Der Frankfurter Aktienmarkt geht mit Verlusten in den Handel. Aus den USA kommen eher vorsichtige Vorgaben. Nach dem verlängerten Wochenende bevorzugten Händler dort eher die defensiven Branchen wie Gesundheitswerte. Wachstums- und Technikaktien schlossen zumeist im Minus. Händler rechnen mit einer Fortsetzung des nervösen Handels mit Blick auf die gespannt erwartete EZB-Zinsentscheidung am Donnerstag.
Der DAX verliert 0,6 Prozent auf 12.871 Punkte. Für den MDAX geht es 0,7 Prozent auf 24,885 Zähler abwärts. Der SDAX büßt 0,5 Prozent auf 11.655 Punkte ein.
Siemens Energy sammelt fast eine Milliarde Euro für Gamesa-Übernahme
Der Energietechnikkonzern Siemens Energy hat sich für die geplante vollständige Übernahme seiner Windkrafttochter Gamesa frisches Geld beschafft. Das Unternehmen platzierte eine nachrangige Pflichtwandelanleihe mit einem Gesamtnennbetrag von 960 Millionen Euro, wie Siemens Energy am späten Dienstagabend in München mitteilte. Mit dem Nettoemissionserlös soll die Komplettübernahme von Siemens Gamesa zum Teil finanziert werden.
Im Frankfurter Frühhandel fallen Siemens Energy daraufhin um 4,8 Prozent. "Die neue Finanzierung für Gamesakommt nicht überraschend, der Verwässerungseffekt ist dennoch negativ für den Kurs", sagte ein Händler.
Bisher hält Siemens Energy nur zwei Drittel an der Tochter, die erhebliche Probleme im Bereich Windkraftanlagen an Land hat. Ein rund vier Milliarden Euro schweres Übernahmeangebot für die ausstehenden Aktien wurde bereits im Mai angekündigt. Siemens Gamesa soll komplett übernommen und von der Börse genommen werden, um das Unternehmen leichter zurück auf Kurs zu bringen. Die Pflichtwandelanleihe gilt als ein erster Schritt.
Deutsche Industrie produziert weniger
Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion im Juli angesichts von Materialengpässen und hoher Energiepreise gedrosselt. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 0,3 Prozent weniger her als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Befragte Ökonomen hatten mit einem etwas kräftigeren Rückgang von 0,5 Prozent gerechnet, nach einem Wachstum von revidiert 0,8 Prozent (bislang: +0,4 Prozent) im Juni. "Die Industrie ist schwach ins dritte Quartal gestartet", kommentierte das Bundeswirtschaftsministerium die Daten. "Die gedrosselten Gaslieferungen aus Russland und die hohe Unsicherheit durch den Krieg trüben die Aussichten für den Rest des Jahres weiter ein."
Den Statistiker zufolge ist die Produktion nach wie vor durch die hohe Knappheit an Vorprodukten beeinträchtigt. "Gestörte Lieferketten infolge des Kriegs in der Ukraine und anhaltende Verwerfungen durch die Corona-Krise führen nach wie vor zu Problemen beim Abarbeiten der Aufträge", hieß es. Einer Umfrage des IFO-Instituts zufolge nahmen die Klagen in der Industrie über fehlende Vorprodukte und Materialien zuletzt aber ab: Im August berichteten 62 Prozent der Firmen über Engpässe, im Juli waren es noch mehr als 73 Prozent.
IFO-Konjunkturchef: "Ein Auslaufen der Inflationswelle ist leider nicht in Sicht"
Fast jedes zweite deutsche Unternehmen will in den kommenden drei Monaten die Preise erhöhen. Das Barometer für die Preiserwartungen gab im August lediglich um 0,1 Punkte auf 47,5 Zähler nach, wie das Münchner IFO-Institut in seiner monatlichen Firmenumfrage mitteilte. Besonders bei Lebensmitteln dürfte sich die Preisspirale weiter nach oben drehen: Hier erreichte der Wert 96,8 Punkte, nach 99,4 im Juli. "Ein Auslaufen der Inflationswelle ist leider nicht in Sicht", kommentierte IFO-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser die Entwicklung.
Nach der Höhe der geplanten Preisänderung fragen die Forscher nicht. Bislang sei von den Energieversorgern nur ein geringer Teil der infolge des russischen Krieges gegen die Ukraine kräftig gestiegenen Börsenpreise für Strom und Erdgas an die Kunden weitergegeben worden. "Das dürfte sich in den kommenden Monaten ändern und zu zweistelligen Inflationsraten führen", sagte Wollmershäuser voraus. Im August hatte die deutsche Teuerungsrate bei 7,9 Prozent gelegen, doch sind inzwischen auch staatliche Maßnahmen wie das 9-Euro-Ticket und der Tankrabatt ausgelaufen.
Ölpreis fällt trotz angekündigter Kürzung der Fördermengen
Brent RohölBelastet von Rezessionssorgen rutscht der Preis für die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um rund 1,6 Prozent auf ein Sieben-Monats-Tief von 91,30 Dollar. "Trotz einiger besser als erwarteter US-Dienstleistungsdaten sieht das globale Wachstum überhaupt nicht gut aus, und das ist ein Problem für die Rohölpreise", sagt Analyst Edward Moya vom Broker Oanda. Deswegen sei es nicht verwunderlich, dass der Preis trotz der zu Wochenbeginn angekündigten Kürzung der Fördermengen durch die Opec+ falle.
DAX niedriger erwartet
Einen Tag vor der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) wird der DAX Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge niedriger starten. Am Dienstag hatte er als Reaktion auf vorangegangene Verluste 0,9 Prozent auf 12.871 Punkte zugelegt. Börsianer rätseln, ob die Währungshüter wegen der drohenden Rezession vor der allgemein erwarteten Zinserhöhung um 0,75 Prozentpunkte zurückschrecken und den Schlüsselsatz nur um einen halben Prozentpunkt anheben.
Rückschlüsse hierauf versprechen sie sich unter anderem von den anstehenden Konjunkturdaten. Nach dem sechsten Auftragsminus in Folge für die deutsche Industrie rechnen Experten für Juli mit einem Rückgang der Produktion um ein halbes Prozent. Bei der US-Notenbank rechnen Investoren fest mit einer Zinserhöhung um 0,75 Prozentpunkte Ende des Monats. Eine Bestätigung hierfür erwarten sie vom Konjunkturbericht der Fed, dem sogenannten Beige Book. Parallel dazu beraten die EU-Energieminister über Vorschläge zur Begrenzung der gestiegenen Kosten für Gas und Strom. Zur Diskussion steht unter anderem ein Preis-Deckel.
Euro notiert knapp über Zwanzigjahrestief
Euro / DollarDer Euro hat sich im frühen Handel knapp über seinem am Vortag markierten tiefsten Stand seit fast 20 Jahren gehalten. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 0,9895 US-Dollar, nachdem sie am Dienstag mit 0,9864 Dollar den tiefsten Stand seit Ende 2002 markiert hatte.
Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 0,9928 Dollar fest. Zur Wochenmitte achten Anleger unter anderem auf Produktionsdaten aus der deutschen Industrie. Nach enttäuschenden Auftragszahlen vom Dienstag wird auch für die Herstellung mit einer schwachen Entwicklung gerechnet. In den USA steht am Abend der Konjunkturbericht der US-Notenbank Federal Reserve auf dem Programm. Das "Beige Book" zeichnet ein Bild der konjunkturellen Entwicklung der vergangenen Monate.
Unerwarteter Dämpfer: Chinas Außenhandel bleibt hinter den Erwartungen
Chinas Exportwachstum hat sich überraschend verlangsamt. Die Ausfuhren legten im August in US-Dollar berechnet nur noch mit einem Plus von 7,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu, wie der chinesische Zoll in Peking berichtete. Experten hatten ein zweistelliges Wachstum erwartet, nachdem die Exporte im Juli noch um 18 Prozent gestiegen waren. Die Importe entwickelten sich mit einem Zuwachs von nur 0,3 Prozent auch schlechter als vorhergesagt.
Im Juli war noch ein Anstieg von 2,3 Prozent verzeichnet worden. Hintergrund sind nach Angaben von Experten die schlechte Konsumlaune der chinesischen Verbraucher sowie die Krise am Immobilienmarkt in China. Die Ausfuhren leiden vor allem unter der schwächeren globalen Nachfrage durch wachsende Inflation.
Asien-Börsen verlieren Vertrauen der Anleger
Die Anleger in Asien konnten den guten US-Wirtschaftsdaten nichts Positives abgewinnen. Der überraschende Anstieg des Einkaufsmanager-Index für den US-Dienstleistungssektor machten die Hoffnungen der Anleger zunichte, die US-Notenbank Fed könnte aufgrund der schwächer als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktdaten von vergangener Woche langsamere Zinserhöhungen in Betracht ziehen. "Diese Hoffnung ist mit den neuen Zahlen wieder verschwunden", sagte Redmond Wong, Marktstratege für den Großraum China bei Saxo Capital Markets in Hongkong.
"Die Anleger, mit denen wir gesprochen haben, haben ihr Vertrauen in den (Aktien-)Markt ziemlich verloren." Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 1 Prozent tiefer bei 27.363 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,8 Prozent und lag bei 1912 Punkten. Die Börse in Shanghai lag unverändert. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen trat auf der Stelle. Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar 0,8 Prozent auf 143,91 Yen und legte 0,4 Prozent auf 6,9792 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notierte er 0,2 Prozent höher bei 0,9864 Franken. Parallel dazu fiel der Euro um 0,2 Prozent auf 0,9880 Dollar und notierte kaum verändert bei 0,9745 Franken. Das Pfund Sterling verlor 0,5 Prozent auf 1,1458 Dollar.
Das wird für den DAX heute wichtig
Schnäppchenjäger haben am Dienstag nach dem Kursrutsch zu Wochenbeginn für eine Stabilisierung des deutschen Aktienmarktes gesorgt. Der DAX halte sich "erstaunlich stabil" angesichts des mutmaßlich länger dauernden Ausfalls der russischen Gaslieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 und vor der wahrscheinlich historischen EZB-Zinserhöhung, kommentierte Experte Jürgen Molnar von Robomarkets.
Die Notenbanker geben am Donnerstag ihren Zinsentscheid bekannt. Die Experten erwarten mehrheitlich eine Anhebung um 75 Basispunkte.
Heute gibt es wieder einige beachtenswerte Konjunkturdaten. Eine Stunde vor Handelsbeginn in Frankfurt gibt es Daten zur deutschen Industrieproduktion im Juli. Am Vormittag wird der dritte Aufguss zum Eurozonen-BIP im zweiten Quartal präsentiert. Aus den USA gibt es Zahlen zur Juli-Handelsbilanz. Sehr interessant: Um 20 Uhr MESZ stellt die Notenbank FED ihr Beige Book zur US-Konjunktur vor.
Unternehmensmäßig ist nicht viel los: Die Dermapharm Holding liefert ein ausführliches Ergebnis zum ersten Halbjahr. In Frankfurt findet der "Handelsblatt"-Bankengipfel statt, der bis morgen geht.