Montag, 19. Oktober 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Thomas Badtke
17:38 Uhr

Verunsicherte Anleger schicken Dax auf Berg- und Talfahrt

Der deutsche Aktienmarkt ist mit einem ereignisreichen Handelstag in die neue Woche gestartet. Nach einem Sprung über die 13.000er Marke und einem Tageshoch von 13.029 Punkten, kippte die Anlegerstimmung, die Gewinne lösten sich in Luft auf. Der Leitindex markierte einen Tagestiefstand von 12.820 Zählern. Aus dem Handel verabschiedete sich der Dax mit einem Minus von 0,4 Prozent und 12.855 Stellen.

"Es ging vielversprechend los", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf. "Aber nach wie vor gibt es große Sorgen um die weitere wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und Europa aufgrund der wachsenden Corona-Infektionszahlen", führt sie an und unterstreicht: "Dazu kommen der ungelöste Brexit und die anstehenden US-Wahlen: Das führt zu einer zunehmenden Zurückhaltung der Anleger zum Wochenstart."

Zu den größten Gewinnern zählen Deutsche Bank und Münchener Rück. Auf der Verliererseite stehen dagegen Delivery Hero und Fresenius.

Dax
Dax 13.241,09

17:12 Uhr

Wirecard-Teile von Konkurrenzfirma geschluckt

Der bis vor kurzem als Heidelpay firmierende Zahlungsdienstleister Unzer POS übernimmt einen kleinen Teil des insolventen Wirecard-Konzerns. Die Wirecard Retail Services, die mit rund 20 Mitarbeitern etwa 3600 Einzelhändler betreut und ihnen 700 Terminals zur Abwicklung von Kartenzahlungen vermietet hat, geht rückwirkend zum 1. Oktober an Unzer, wie der zuständige Insolvenzverwalter Philip Heinke mitteilt. Das Unternehmen hatte sich ursprünglich auch für das Kerngeschäft von Wirecard interessiert und dem Rivalen nach der Pleite mehrere Dutzend Mitarbeiter abgeworben. Wirecard Retail ist nach einem Call-Center in Leipzig die zweite Wirecard-Tochter in Deutschland, die einen neuen Eigentümer gefunden hat.

16:58 Uhr

IfW rät EU und London zu Ad-hoc-Lösung statt Handelsvertrag

Konjunkturforscher vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) erwarten, dass Firmen nach der jahrelangen Brexit-Hängepartie mittlerweile besser auf einen harten EU-Ausstieg Großbritanniens vorbereitet sind. "Es ist schließlich nicht das erste Mal, dass ein Bruch zu erwarten war", sagt IfW-Experte Klaus-Jürgen Gern. Doch gerade im Vereinigten Königreich sei nur eine Minderheit der Firmen vollständig dafür gerüstet: "Da ist also Potenzial für eine Störung." Da die EU und Großbritannien stark daran interessiert seien, größere Reibungen im beiderseitigen Handel zum Beginn des Jahres 2021 zu vermeiden, könnten sie "Ad-hoc-Lösungen" finden - auch wenn es in den nächsten Wochen wohl nicht zu einer umfassenden Einigung kommen dürfte.

16:17 Uhr

US-Anleger setzen auf wirtschaftliche Erholung

Wieder wachsende Hoffnungen auf frischen Wind für die US-Konjunktur geben der Wall Street Auftrieb. Der US-Standardwerteindex Dow Jones steigt zunächst 0,1 Prozent auf 28.633 Punkte, der breit gefasste S&P-500 legt 0,3 Prozent auf 3493 Zähler zu. Der Nasdaq Composite gewinnt 0,5 Prozent. "Die Anleger fokussieren sich zunehmend auf die Wirtschaft", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Markus Koch.

Mut machten Investoren Aussagen von Nancy Pelosi, der Sprecherin des US-Repräsentantenhauses. Sie hatte sich optimistisch geäußert, dass ein Hilfspaket noch vor der Präsidentschaftswahl Anfang November verabschiedet werden könne, sollten sich Demokraten und Republikaner bis Dienstag einigen. Die beiden Seiten hätten sich bereits angenähert und könnten vielleicht auch die verbleibenden Differenzen überbrücken, sagt Tom Mantione, Geschäftsführer der Vermögensverwaltung der Bank UBS."

15:48 Uhr

Ölmulti Conocophillips kauft Schiefer-Konkurrenten

Der US-Ölkonzern ConocoPhillips kauft für 9,7 Milliarden Dollar seinen kleineren Konkurrenten Concho Resources. Der Zukauf ist die größte Übernahme in der Ölschiefer-Branche in diesem Jahr. Concho-Aktionäre bekommen für jedes gehaltene Papier 1,46 Aktien von ConocoPhillips. Reuters-Berechnungen zufolge entspricht der Deal für 49,30 Dollar je Aktie einer Prämie von 1,4 Prozent gegenüber dem Schlusskurs von Concho am Freitag. Zusammen erwarten die Unternehmen bis 2022 jährliche Kosteneinsparungen von 500 Millionen Dollar.

ConocoPhillips
ConocoPhillips 36,41

15:32 Uhr

Corona-Test zugelassen: Centogene-Aktien im Höhenflug

Für den Aktienkurs von Centogene geht es deutlich nach oben. Die Titel notieren rund zehn Prozent fester um 10,15 Euro. Kurstreiber ist die Nachricht, dass das Unternehmen die FDA-Genehmigung zur Anwendung in Notfallsituationen für SARS-CoV-2-RT-PCR-Tests bei Personen ohne Symptome oder Verdacht auf eine Covid-19-Erkrankung erhalten hat. Darauf hätten Anleger gewartet, heißt es von Marktteilnehmern.


15:11 Uhr

Dax gerät im Verlauf unter Druck

Der deutsche Aktienmarkt präsentiert sich am Nachmittag ohne klare Richtung. Der Dax kann die anfangs übersprungene Marke von 13 000 Punkten nicht halten und notiert 0,3 Prozent tiefer bei 12.874,16 Punkten. Der MDax gewinnt dagegen 0,1 Prozent auf 27.787 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückt 0,1 Prozent auf 3249 Punkte vor. "Es sind die geschürten Unsicherheiten rund um die Corona-Pandemie, der strapazierte Geduldsfaden im Ringen um ein US-Hilfspaket und die immer näher heranrückende US-Präsidentschaftswahl, welche Anleger hat vorsichtiger werden lassen", sagt Marktanalyst Timo Emden von Emden Research.

14:57 Uhr

"Intraday-Elliott-Wellen-Counts" vermitteln negatives Euro-Bild

Der Euro läuft erneut den Widerstand bei 1,1765 Dollar an. Sollten Rallys hier auslaufen, könnte der Euro wieder Richtung 1,1695 Dollar fallen, wie Axel Rudolph, Marktanalyst der Commerzbank, sagt. Die "Intraday-Elliott-Wellen-Counts" vermittelten ein negatives Bild, und das deute sogar auf weitere Verluste bis zum jüngsten Tief bei 1,1612 Dollar hin. Unter 1,1612 würde das Märzhoch bei 1,1495 zum Kursziel. "Wenn es erreicht wird, sollte es halten", erwartet der Marktanalyst. Aktuell notiert der Euro bei 1,1780 Dollar.


14:22 Uhr

Handelsausfälle: Börse Tokio plant neue Regeln

Der japanische Börsenbetreiber Tokyo Stock Exchange will nach einer schweren Technik-Panne seine Krisenpläne überarbeiten. Bis zum kommenden März solle das Regelwerk in Zusammenarbeit mit Marktteilnehmern und der Finanzaufsicht erarbeitet werden, teilt die Tokyo Stock Exchange mit. Am 1. Oktober hatten technische Probleme den Handel an der weltweit drittgrößten Börse einen Tag lang lahmgelegt. Das war der gravierendste Ausfall seit Einführung des elektronischen Handels 1999.

14:01 Uhr

Rüstungsfirma kassiert größten Kurssturz seit zwei Jahren

Ein operativer Quartalsverlust brockt Saab den größten Kursrutsch seit zwei Jahren ein. Die Aktien des schwedischen Rüstungskonzerns fallen um zwölf Prozent. Das Minus beläuft sich den Angaben zufolge auf umgerechnet 75 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 59 Millionen Euro vor Jahresfrist. Außerdem warnt Saab, dass wegen der Coronavirus-Pandemie die Zuliefer-Versorgung für den Kampfjet "Gripen" gefährdet sei. Entscheidend sei, wie stark dieses Programm beeinträchtigt werde, kommentiert Analyst Sandy Morris von der Investmentbank Jefferies.

Saab
Saab 23,07

13:41 Uhr

Drittquartalszahlen von Danone "in line" - Kurs steigt

Die Geschäftszahlen von Danone stufen die Analysten von Jefferies als "broadly in line" ein. Die Nachricht, dass das Unternehmen sein Portfolio und seine Aktiva überprüfe, um mittelfristig ein profitables Wachstum von drei bis fünf Prozent zu erreichen, wurde von den Analysten positiv aufgenommen. Der Wechsel des Finanzvorstands, eine neue Struktur sowie eine Überprüfung des Portfolios seien alles Schritte in die richtige Richtung. Allerdings dürfte der Weg zurück zu alter Stärke noch schwierig werden, so die Analysten. Die Aktien liegen rund 1,5 Prozent im Plus.

Danone
Danone 51,16

13:23 Uhr

Weit unter Vorkrisenniveau: Gastgewerbe trotz Umsatzplus mit Problemen

Das hart von der Corona-Krise getroffene Gastgewerbe in Deutschland hat im August weiter etwas Boden gutgemacht. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, stieg der Umsatz real - also preisbereinigt - um 5,5 Prozent gegenüber dem Vormonat. Allerdings lag er noch fast ein Viertel unter dem Niveau vom Februar - dem Monat vor Ausbruch der Coronavirus-Pandemie hierzulande. Auch der Vergleich zum Vorjahresmonat zeigt die Auswirkungen der Krise deutlich: Die Einnahmen fielen real um 22,2 Prozent geringer aus. Besonders stark beeinträchtigt ist das Geschäft der Caterer: Der Umsatz lag bei ihnen binnen Jahresfrist sogar um fast ein Drittel niedriger.

12:25 Uhr

"Fiskalische Anreize"? Steigende Kurse an Wall Street erwartet

Mit Aufschlägen dürfte die Wall Street in den ersten Handelstag der neuen Woche starten. Es ist vor allem die andauernde Hoffnung, dass es doch zu einem neuen US-Stimuluspaket kommt, die die Märkte stützt, heißt es. US-Finanzminister Steven Mnuchin und die demokratische Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, haben am Wochenende erneut verhandelt und wollen die Gespräche am Montag fortsetzen. Gleichwohl liegen die Positionen immer noch weit auseinander, und der immer näher rückende Wahltermin am 3. November macht eine Einigung eher unwahrscheinlich. Denn keine Seite möchte in dieser entscheidenden Phase große Zugeständnisse machen.

"Es hat den Anschein, als würden die US-Politiker ihre Köpfe in Bezug auf fiskalische Anreize konstruktiver zusammenstecken", sagt Altaf Kassam, Investment-Stratege bei State Street Global Advisors. Der Future auf den S&P-500 legt aktuell um 0,8 Prozent zu. Wichtige US-Konjunkturdaten stehen zu Wochenbeginn nicht auf der Agenda.

Dazu kommen positive Konjunkturdaten aus China. Dort legte das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal um 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu. Analysten hatten allerdings mit einem Plus von 5,3 Prozent gerechnet. Die Zahl bringt Chinas Entwicklung näher an die Prognosen zu Jahresbeginn heran, die das Wachstum 2020 zwischen 5,5 und 6 Prozent sahen - Prognosen, die vor der weltweiten Ausbreitung von Covid-19 gemacht wurden.

Auch Unternehmensnachrichten sind eher Mangelware - die laufende US-Berichtssaison macht eine Pause. Nach der Schlussglocke wird unter anderem IBM einen Blick in die Bücher gewähren. Die Aktie legt vorbörslich mit dem Gesamtmarkt um 0,9 Prozent zu.

12:02 Uhr

Qualitätsprobleme sorgen bei Hyundai und Kia für Milliardenbelastungen

Die Partnerunternehmen Hyundai und Kia erwarten im dritten Quartal Milliardenbelastungen durch Qualitätsprobleme. Die Rückstellungen, die zu rund zwei Drittel auf Hyundai und zu etwa einem Drittel auf Kia entfallen, summieren sich auf umgerechnet rund 2,94 Milliarden Dollar.

11:31 Uhr

Technik-Panne legt Euronext-Handel lahm

Der Handel an der Mehrländerbörse Euronext ist komplett zum Erliegen gekommen. Grund seien technische Probleme, teilte der Konzern mit. Die Euronext arbeite an einer Lösung. Betroffen ist unter anderem der Aktienhandel in Paris, Amsterdam, Brüssel und Lissabon. Erst vor kurzem hatte sich die Euronext im Bieterstreit um die Übernahme der Mailänder Börse gegen die Deutsche Börse und die Schweizer Börse SIX durchgesetzt.

Aber auch die Konkurrenten sind nicht vor Problemen gefeit. In den vergangenen Monaten sorgten Systemausfälle bei großen Börsenbetreibern immer wieder für Aufsehen. Am 1. Oktober legte die schwerste Technikpanne seit Jahrzehnten den Handel an der Tokioter Börse einen ganzen Tag lahm. Mitte August konnte die Londoner Börse LSE ihren Handel erst mit einer Verzögerung von einer Stunde und 40 Minuten aufnehmen.

Die Deutsche Börse erwischte es in diesem Jahr bereits zwei Mal. Am 1. Juli hatte eine Störung den Aktien- und Derivatehandel an der Frankfurter Börse, der Leipziger Strombörse EEX, der Wiener Börse und anderen europäischen Börsen für drei Stunden lahmgelegt. Schon am 14. April war das System für mehr als vier Stunden ausgefallen - eine der längsten Störungen in der Geschichte der Frankfurter Börse.

11:16 Uhr

Verunsicherung kehrt in den Dax zurück

Nach einem Start in den Handel, der sich sehen lassen konnte, kehrt am deutschen Aktienmarkt zum Mittagsgeschäft wieder etwas Ernüchterung ein. Der Dax notiert zwar nach wie vor im Plus mit 0,3 Prozent. Allerdings liegt der Leitindex mit 12.950 Zählern deutlich von seinem bisherigen Tageshoch von 13.029 Punkten entfernt. "Die Gewinne sind etwas zusammengeschrumpft", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Katja Dofel. "Die Nervosität bleibt im Spiel." Als stützend erweisen sich Dofel zufolge etwa positive Wirtschaftsdaten aus China sowie die Hoffnung auf Wirtschaftshilfen in den USA.

11:01 Uhr

Philips liefert starke Zahlen: Aktienkurs zieht an

"Die Zahlen sehen auf den ersten Blick extrem gut aus", kommentiert ein Marktteilnehmer den Geschäftsausweis des niederländischen Medizintechnologiekonzerns Philips. "Hier werden einige auf dem falschen Fuß erwischt", erwartet er. Gegenüber der Markterwartung hat Philips mehr verdient, mehr umgesetzt und zudem die Margen verbessert. "Dies ist auch eine gute Nachricht für die Wettbewerber." Philips ziehen 2,5 Prozent an.

Philips
Philips 43,26

10:43 Uhr

"Vision des neuen Einzelhandels": Amazon-Rivale Alibaba kauft zu

Der chinesische Amazon-Rivale Alibaba wird Mehrheitsaktionär des Supermarktbetreibers Sun Art Retail. Alibaba erhöhe seine Beteiligung von 21 auf 72 Prozent, teilt das Unternehmen mit. "Da die Coronavirus-Pandemie die Digitalisierung der Unternehmen und des Lebensstils der Verbraucher beschleunigt hat, stärkt unser Engagement bei Sun Art unsere Vision des neuen Einzelhandels", sagt Konzernchef Daniel Zhang.


10:07 Uhr

Wirtschaftshilfen: EZB-Chefin Lagarde drängt zur Eile

Europa muss aus Sicht von EZB-Chefin Christine Lagarde die Gelder aus dem geplanten milliardenschweren EU-Wiederaufbaufonds zügig zur Verfügung stellen. "Das Ziel der Kommission ist, in der Lage zu sein, diese Mittel Anfang 2021 zu verteilen, und dieser Zeitplan muss einghehalten werden", sagt Lagarde der französischen Zeitung "Le Monde". Der Wiederaufbaufonds soll ein Volumen von 750 Milliarden Euro haben. Die Verhandlungen über die Details dürften allerdings schwierig werden. So will der Fraktionschef der konservativen EVP-Gruppe im Europa-Parlament, Manfred Weber, die geplanten Corona-Hilfen blockieren, wenn die Auszahlung nicht an die Wahrung der Rechtsstaatlichkeit gekoppelt werde.

"Wir brauchen auch einen schnellen Fortschritt auf der politischen Seite, vor allem die Verabschiedung der Maßnahmen durch die nationalen Parlamente", so Lagarde. Die Gelder müssten zielgerichtet sein, ansonsten drohe, dass sie im "administrativen Labyrinth" verloren gingen und die Hilfen für die Wirtschaft nach der Pandemie versandeten. Lagarde rief zudem dazu auf, den Wiederaufbaufonds dauerhaft zu machen - ein Tabu für manche Länder mit konservativen Regierungen.

09:53 Uhr

Suche nach Wirtschaftsprüfer: Boohoo brechen ein

Anleger reagieren extrem nervös auf die Nachricht, dass Boohoo nach vorherigen Presseberichten nun offiziell PwC als aktuellen Wirtschaftsprüfer bestätigt hat - per Ausschreibung aber ein neuer Wirtschaftsprüfer gesucht werde und der seit 2014 tätige Wirtschaftsprüfer nicht mehr an dem Verfahren teilnehme. In Presseberichten wurde auf die Unwägbarkeiten der Zusammenarbeit von Boohoo mit PwC im Zusammenhang mit den jüngsten Vorwürfen der Lieferkette verwiesen. "Es ist nicht eindeutig, wer den ersten Schritt gemacht hat", so ein Marktteilnehmer. Ob zuerst PwC signalisiert habe, nicht mehr zur Verfügung zu stehen, oder ob zuerst die Suche nach einem neuen Wirtschaftsprüfer durch das Unternehmen gestartet wurde. Allerdings gebe es bisher keinen Hinweis auf irgendwelche Unregelmäßigkeiten. Von daher liefere der Kursrücksetzer möglicherweise eine Einstiegsoption. Die Aktien von Boohoo verlieren in London knapp 15 Prozent.

Boohoo
Boohoo 290,02

09:29 Uhr

Wie lange hält die Börsen-Rally?

Corona, US-Wahlen, Konjunktur: Anleger müssen derzeit viele Themen in ihren Kaufentscheidungen berücksichtigen. Dennoch notiert der Dax über der 13.000er Marke und damit nur knapp 800 Punkte vom Allzeithoch entfernt. Auch in den USA klettern die Kurse. Aber wie lange läuft der Markt noch nach oben? Darüber diskutiert Bianca Thomas und Dirk Heß von der Citigroup sowie Robert Rethfeld  von Wellenreiter-Invest.

09:13 Uhr

Dax knackt zum Start die 13.000

Mit einem fulminanten Sprung über die 13.000er Marke startet der Dax in den Montagshandel. Der Leitindex legt 0,9 Prozent auf 13.024 Zähler zu. Ausschlaggebend dafür seien in erster Linie "Hoffnungen auf weitere Wirtschafts-Stimuli in den USA", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Katja Dofel. Am Freitag war er 1,6 Prozent auf 12.909 Zähler geklettert.

08:48 Uhr

Nikkei von Hoffnungen getrieben

Nikkei
Nikkei 26.165,59

Hoffnungen auf frischen Rückenwind für die Wirtschaft des wichtigen Handelspartners USA ermuntern Anleger zum Einstieg in japanische Aktienwerte. Der Nikkei-Index stieg zu Wochenbeginn um gut ein Prozent auf 23.671 Punkte. Die Börse Shanghai verlor dagegen nach schlechter als erwartet ausgefallenen Konjunkturdaten 0,4 Prozent auf 3323 Zähler. Die chinesische Wirtschaft wuchs im dritten Quartal statt der erhofften 5,2 nur um 4,9 Prozent. Das sei aber immer noch ordentlich, sagte Analyst Frances Cheung, Chef-Anlagestratege für Asien bei der Westpac Bank. "Die September-Daten haben die Erwartungen übertroffen. Dies signalisiert eine Beschleunigung zum Ende des Quartals hin."

In Japan wetteten Anleger wieder verstärkt darauf, dass sich Demokraten und Republikaner im US-Kongress noch vor den Präsidentschaftswahlen Anfang November auf zusätzliche Konjunkturhilfen einigen. Das sei aber Wunschdenken, sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. Die demonstrierte Einigungsbereitschaft beider Seiten sei lediglich ein Lippenbekenntnis, um der jeweils anderen die Schuld für ein Scheitern der Verhandlungen in die Schuhe zu schieben. Zu den Favoriten an der Börse Tokio zählte Toshiba mit einem Kursplus von 2,6 Prozent. Der Elektronik-Konzern will mit neuartigen Verschlüsselungsalgorithmen bis 2030 Umsätze von drei Milliarden Dollar erzielen. Diese Technik soll gegen Angriffe sogenannter Quanten-Computer immun machen, die mit ihrer im Vergleich zu klassischen Maschinen enormen Rechenpower bisherige Verschlüsselungen in kürzester Zeit knacken können.

08:41 Uhr

Rohstoff-Experten sehen Marktlage beim Öl kritisch

Brent Rohöl
Brent Rohöl 46,40

Die Ölpreise geben im frühen Handel geringfügig nach. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet am Morgen 42,85 US-Dollar. Das sind acht Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) sinkt um zehn Cent auf 41,02 Dollar.

Zum Start der vergangenen Woche war US-Öl im Zuge der ungewissen Nachfragesituation angesichts weltweit wieder rapide steigender Corona-Neuinfektionen kurzzeitig unter die Marke von 40 US-Dollar gerutscht. Trotz der leichten Preiserholung seither zeichneten Marktbeobachter zuletzt kein optimistisches Bild der Marktlage. Aus Sicht von Warren Patterson, Rohstoffexperte der Bank ING, wird das Ölkartell Opec seine für das nächste Jahr geplante Lockerung bestehender Förderkürzungen wahrscheinlich auf Eis legen müssen. Diese waren Anfang des laufenden Jahres vereinbart worden, um die Marktpreise zu stützen.

08:01 Uhr

Dax dürfte weiter klettern - Impfstoff-Hoffnung treibt

Dax
Dax 13.244,94

Der Dax wird Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge heute höher starten. Ein Hauptthema an den Börsen bleibt die Corona-Pandemie - einerseits steigen die Neuinfektionen gerade in Europa immer stärker an, andererseits hoffen viele Investoren auf einen Corona-Impfstoff noch in diesem Jahr. Letzteres hat dem Dax am Freitag zu einem Plus von 1,6 Prozent auf 12.908,99 Punkten verholfen.

Zunehmend rücken die Geschäftszahlen der Unternehmen für das dritte Quartal in den Fokus: Unter anderem erlaubt IBM einen Blick in seine Bücher. Unter dem Strich müsse bei europäischen Firmen mit einem Gewinnrückgang von 40 Prozent gerechnet werden, prognostiziert Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank. "Dies wäre eine Verbesserung im Vergleich zum zweiten Quartal, als sich das Minus auf rund 50 Prozent belief."

07:35 Uhr

Euro kann sich knapp über 1,17 Dollar halten

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,19

Der Euro hält sich im frühen Handel über der Marke von 1,17 US-Dollar. Am Morgen kostet die Gemeinschaftswährung 1,1710 Dollar und damit etwas weniger als am Freitag. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagnachmittag auf 1,1741 Dollar festgesetzt.

Zum Wochenstart stehen sowohl in Europa als auch in den USA nur wenige Konjunkturdaten an, die an den Finanzmärkten Kursbewegungen auslösen könnten. Allerdings äußern sich zahlreiche hochrangige Notenbanker, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde und US-Notenbankchef Jerome Powell. Darüber hinaus treten EZB-Chefökonom Philip Lane und Powells Stellvertreter Richard Clarida an die Öffentlichkeit.

07:00 Uhr

Pelosi: Zeit für weitere Corona-Hilfen vor US-Wahl wird knapp

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Die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, macht beim Konjunkturpaket Druck auf US-Präsident Donald Trump.

(Foto: dpa)

Im Ringen um ein weiteres Corona-Hilfspaket machen die Demokraten im US-Kongress Druck auf die Regierung von Präsident Donald Trump. "Es hängt von der Regierung ab", ob es weitere Hilfen bis zur Wahl am 3. November gebe, sagte die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, am Sonntag dem Sender ABC News. Dafür müsse es bis Dienstag eine Einigung geben. Pelosi machte deutlich, dass es weiterhin Differenzen zwischen ihr und Finanzminister Steven Mnuchin gebe.

Regierung und Kongress verhandeln seit Monaten ein weiteres billionenschweres Konjunkturpaket. Die Notenbank Fed hat gewarnt, dass die Erholung der Wirtschaft ins Stocken geraten könnte, falls es keine neue staatliche Geldspritze geben sollte. Die Regierung hatte jüngst ein Paket in Höhe von rund 1,8 Billionen Dollar vorgeschlagen, die Demokraten fordern jedoch weitergehende Maßnahmen. Trump sagte am Sonntagabend im US-Bundesstaat Nevada, er wolle eine noch höhere Zahl als Pelosi - das bedeute aber nicht, dass alle Republikaner seiner Meinung seien. "Aber ich denke, sie werden es am Ende sein, wenn sie auch mitgeht", sagte Trump.

06:32 Uhr

Asiens Börsen klettern auf höchsten Stand seit 2018

Die asiatischen Märkte klettern zu Wochenbeginn auf den höchsten Stand seit 2,5 Jahren. Die Hoffnungen auf ein US-Fiskalpaket und die Erwartung eines Coronavirus-Impfstoffs bis Ende dieses Jahres treiben die Kurse an. Allerdings deckeln die schwächer als erwarteten chinesischen Wirtschaftsdaten die Gewinne.

Die Börse in Tokio zeigt sich zunächst stärker: Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index liegt im Verlauf 1,1 Prozent höher bei 23.673 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index steigt um 1,3 Prozent und liegt bei 1639 Punkten. Die Börse in Shanghai liegt 0,3 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewinnt 0,4 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans steigt zunächst um 0,6 Prozent und fällt nach den Daten zu Chinas Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf 0,2 Prozent.

Chinas Wirtschaftswachstum stieg von Juli bis September gegenüber dem Vorjahr um 4,9 Prozent und damit langsamer als die mittlere Prognose von 5,2 Prozent. "Die Erholung des BIP im dritten Quartal war weniger stark als erwartet, lag aber immer noch bei ordentlichen 4,9 Prozent im Jahresvergleich. Die Daten vom September übertrafen die Erwartungen, was auf eine Belebung der Dynamik gegen Ende des dritten Quartals hindeutet", sagt Frances Cheung, Leiterin der Makrostrategie für Asien bei Westpac in Singapur.