Montag, 25. Mai 2020Der Börsen-Tag

17:45 Uhr

Dax schließt zuversichtlich

Der Frankfurter Aktienmarkt hat einen zuversichtlichen Start in die Woche hingelegt. Offenbar steigt die Zuversicht durch den Rückgang bei den Infiziertenzahlen in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Das erhöht die Chance auf eine schnelle und nachhaltige Wiederbelebung der Wirtschaft.

Der Dax gewinnt 2,9 Prozent auf 11.391 Punkte, der MDax 2 Prozent auf 25.085 Zähler. Der TecDax legt 2,2 Prozent auf 3155 Punkte zu.

16:19 Uhr

Der Euro gewinnt an Wert

Der Kurs des Euro ist gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0910 (Freitag: 1,0904) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9166 (0,9171) Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,89515 (0,89563) britische Pfund, 117,47 (117,26) japanische Yen und 1,0597 (1,0591) Schweizer Franken fest.

15:09 Uhr

Der Dax legt kräftig zu

Mit einem Sprung über 11.300 Punkte auf das höchste Niveau seit Anfang März knüpft der Dax an seine starke Vorwoche an. Aktuelle Daten des Münchner Ifo-Instituts halfen dem deutschen Leitindex zunächst über die Marke von 11.200 Punkten, an der er sich in der Vorwoche noch schwer getan hatte. Am Nachmittag führte ihn die Klettertour mit plus 2,2 Prozent auf 11.318 Punkte. Das vom Ifo-Institut erhobene Geschäftsklima war im Mai um 5,3 Punkte auf 79,5 Zähler gestiegen, etwas mehr als von Analysten erwartet.

Bayer gewinnen an der Dax-Spitze achteinhalb Prozent. Im milliardenschweren Glyphosatstreit in den USA steuert der Pharma- und Agrarchemiekonzern offenbar auf das Ende eines großen Kapitels zu. Die Papiere der Lufthansa steigen um sechseinhalb Prozent. Die Bundesregierung und das Lufthansa-Management haben sich offenbar grundsätzlich auf milliardenschwere Staatshilfen für die angeschlagene Fluggesellschaft geeinigt.

12:05 Uhr

Lufthansa feiert Börsen-Party

Die Bundesregierung hat sich offenbar mit der Lufthansa grundsätzlich auf ein neun Milliarden Euro schweres Rettungspaket in der Corona-Krise geeinigt. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Der Lenkungsausschuss des staatlichen Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF), die Gremien der Lufthansa und die EU-Kommission müssten aber noch zustimmen. Die Lufthansa und das Bundeswirtschaftsministerium wollten sich dazu nicht äußern. Aktien der Lufthansa reagierten mit einem Anstieg um 4,5 Prozent auf die Nachricht.

14:12 Uhr

Lufthansa-Manager führt Branchenlobby

Der Lufthansa-Manager Peter Gerber wird neuer Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft. An der Spitze des Branchenverbands folgt der 56-Jährige im Juni auf Klaus-Dieter Scheurle, dessen Amtszeit turnusgemäß endet. Gerber verantwortet als Vorstandschef der Lufthansa Cargo AG das Frachtgeschäft des Konzerns.

Die Mitgliederversammlung des BDL wählte Gerber für zwei Jahre. Er hat eine lange Karriere im Lufthansa-Konzern hinter sich. Sein Vorgänger Scheurle ist Chef der Deutschen Flugsicherung, kam dorthin aber aus der Politik. Zuvor war er Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium gewesen.

12:59 Uhr

Wirtschaftsforscher veröffentlichen düstere Prognose 

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sagt wegen der Coronakrise einen Einbruch der deutschen Wirtschaftsleistung von neun Prozent in diesem Jahr voraus. Die arbeitgebernahen Ökonomen sind mit ihrer Prognose deutlich skeptischer als die Bundesregierung, die bisher mit einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 6,3 Prozent rechnet. Für 2021 erwartet das IW ein BIP-Wachstum von acht Prozent. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass es nicht zu einem zweiten Lockdown komme. "Aus volkswirtschaftlicher Sicht wäre das der Super-GAU", sagte IW-Direktor Michael Hüther.

12:34 Uhr

Bitcoin beschleunigt Talfahrt 

Die Talfahrt von Bitcoin geht weiter. Die älteste und wichtigste Cyber-Devise verliert sechs Prozent auf 8631,50 Dollar. "Nach dem Halving geraten viele kleinere Miner-Betriebe wirtschaftlich unter Druck", sagt Analyst Timo Emden von Emden Research. Sie verkauften Bitcoin-Bestände, um ihre Kosten zu decken. "Kurzfristig dürfte der Preis somit unter Druck bleiben."

Satoshi Nakamoto, der geheimnisumwitterte Gründer von Bitcoin, hatte festgelegt, dass die Gesamtmenge aller Bitcoins auf 21 Millionen Stück limitiert wird. Die Bitcoins sollten aber nicht auf einen Schlag ausgeschüttet, sondern nach und nach über den Verlauf mehrerer Jahrzehnte verfügbar gemacht werden. Bei den Halving-Events wird die Anzahl der Bitcoins, die von den Minern alle zehn Minuten errechnet werden können, planmäßig halbiert - von bisher 12,5 Bitcoins auf dann nur noch 6,25 Bitcoins.

„Durch das Halving wird das Angebot neuer Bitcoins spürbar gekürzt»“ sagt der Wirtschaftswissenschaftler Philipp Sandner. „Das wäre so, als würden alle Goldminen auf der Welt von heute auf morgen nur noch die Hälfte an Gold produzieren», so der Professor an der Frankfurt School of Finance & Management.

In der Geschichte des Bitcoin findet die Halbierung der Vergütung für einen errechneten Block nun zum dritten Mal statt. Beim ersten Halving im November 2012 lag der Kurs des Bitcoin im zweistelligen Dollar-Bereich, beim zweiten Halving im Juli 2016 schon bei rund 600 Dollar. Vor der aktuellen dritten Halbierung kletterte der Kurs in der vergangenen Woche auf mehr als 10 000 Euro, um dann spürbar abzusacken.

11:41 Uhr

VW-Aktionäre nehmen Diesel-Urteil gelassen hin

Die Verurteilung von Volkswagen zur Zahlung von Schadenersatz wegen Abgas-Manipulationen bringt Anleger nicht aus dem Konzept. Die Aktien des Autobauers bröckeln um 0,4 Prozent auf 132,26 Euro ab. "Das Urteil musste so ausfallen", sagt ein Börsianer. "Alles andere wäre eine Überraschung gewesen."

VW Vorzüge
VW Vorzüge 136,28

11:10 Uhr

Abivax-Aktien gehen durch die Decke

Grünes Licht der deutschen Behörden für den Test eines möglichen Coronavirus-Medikamentes beflügelt Abivax. Die Aktien der Biotechfirma steigen in Paris um fast elf Prozent auf 22,45 Euro. Die Entwicklung des Mittels sei offenbar im Fahrplan, urteilen die Analysten des Brokerhauses Portzamparc.

Abivax
Abivax 22,90

10:38 Uhr

Fulminantes Debüt in Frankfurt 

Einen bemerkenswerten Börsenstart legt der Datenbank-Anbieter Exasol auf das Parkett. Der erste Kurs lag bei 14 Euro und damit rund 47 Prozent über dem Ausgabekurs von 9,50 Euro. Aktuell notiert die Aktie des Technologieunternehmens bei 14,38 Euro, ein Aufschlag von 51,4 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis.

Der Börsengang im Wachstumssegment Scale brachte 87,5 Millionen Euro ein. Von den Einnahmen flossen 48,5 Millionen an das Unternehmen selbst, das damit sein weiteres Wachstum finanzieren will. Der Rest ging an die Alteigentümer zu denen unter anderem die staatliche Förderbank KfW gehört.

Exasol beschäftigt gut 150 Mitarbeiter und bietet eine Analysedatenbank an. Nach eigenen Angaben zählen Konzerne wie Adidas, Dell, Vodafone und Zalando zu den Kunden. 2019 machte die im Jahr 2000 gegründete Technologiefirma bei einem Umsatz von 21,6 Millionen Euro einen Verlust von 14 Millionen Euro.

10:17 Uhr

Die Stimmung in den Chefetagen wird besser 

Nach dem historischen Tief hellt sich die Stimmung in den deutschen Chefetagen wieder etwas auf. Der Ifo-Geschäftsklimaindex für Mai stieg auf 79,5 Zähler von 74,2 Punkten im April, wie das Münchner Ifo-Institut mitteilte. "Die ersten Lockerungen sorgen für einen Hoffnungsschimmer", so Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Die vom Ifo befragten Manager schätzten ihre Lage etwas schlechter ein, blickten aber weniger skeptisch in die Zukunft als im April. Bund und Länder haben erste Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie eingeleitet.

Die Viruskrise trifft die Konjunktur mit voller Wucht. Sinkende Konsumausgaben und schrumpfende Investitionen ließen die deutsche Wirtschaft bereits zum Jahresanfang einbrechen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) fiel von Januar bis März um 2,2 Prozent zum Vorquartal und damit so stark wie seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 nicht mehr. Im laufenden zweiten Quartal dürfte das BIP wegen des Lockdowns noch deutlich stärker schrumpfen. Erst danach rechnen Fachleute mit einer allmählichen Erholung.

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09:52 Uhr

Stahlproduktion bricht ein

Die Stahlkocher in Deutschland fahren im Zuge der Coronakrise ihre Hochöfen immer stärker zurück. Im April sei die Stahlerzeugung gegenüber dem Vorjahresmonat um 24 Prozent eingebrochen, teilt die Wirtschaftsvereinigung Stahl mit. Mit 2,6 Millionen Tonnen sei so wenig Rohstahl hergestellt wie seit Juni 2009 nicht mehr. Von Januar bis April liege das Minus bei zehn Prozent.

Der Schwerindustrie mit Branchengrößen wie ArcelorMittal, Thyssenkrupp und Salzgitter macht unter anderem der Einbruch der Nachfrage der Automobilindustrie zu schaffen. Tausende Stahlkocher sind in Kurzarbeit. Die Stahlsparte von Thyssenkrupp hatte im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2019/20 einen operativen Verlust von 372 Millionen Euro eingefahren.

09:16 Uhr

Bayer-Aktien heben ab

Unterstützt von einem Kurssprung bei Bayer startet der Dax freundlich in die neue Börsenwoche und legt 1 Prozent auf 11.189 Punkte zu.

Bayer
Bayer 67,14

Die Titel von Bayer gewinnen 4,4 Prozent, nachdem die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet hatte, der Pharma- und Agrarchemiekonzern habe bei einem Großteil der Glyphosat-Klagen in den USA eine Einigung erzielt. "Das ist sicher positiv", sagt ein Börsianer. Ein Wermutstropfen sei allerdings, dass mehr als 30 Prozent der Klagen noch offen seien. Bayer teilte nur mit, bei den Vergleichsverhandlungen Fortschritte erzielt zu haben. Der Unkraut-Vernichter Glyphosat steht im Verdacht, Krebs auszulösen.

09:06 Uhr

Der Euro hält sich wacker

Der Euro notiert weiter an der Marke von 1,09 US-Dollar. Derzeit kostet die Gemeinschaftswährung 1,0895 Dollar und damit etwas weniger als am Freitagabend. Die Lage am Devisenmarkt ist ruhig. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Freitagnachmittag auf 1,0904 Dollar festgesetzt.

Zum Wochenstart blicken die Anleger auf deutsche Konjunkturdaten. Das Münchner Ifo-Institut veröffentlicht sein monatliches Geschäftsklima, das die Stimmung in deutschen Unternehmen beschreibt. Nach dem Einbruch in der Corona-Krise wird zwar mit einer Aufhellung gerechnet, allerdings von sehr niedrigem Niveau aus.

08:42 Uhr

Deutlich weniger Bestellungen bei Baufirmen

Die Corona-Krise scheint die Baulust in Deutschland zu dämpfen. Im März sank der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe bereinigt um Preiserhöhungen um jeweils mehr als zehn Prozent im Vergleich zum Vormonat und zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Solche Rückgänge seien nicht ungewöhnlich. Dennoch deute die Entwicklung darauf hin, "dass Unternehmen geplante Bauvorhaben aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit in der Corona-Krise zurückgestellt haben". Das Bauhauptgewerbe umfasst die Errichtung von Gebäuden ebenso wie von Straßen, Bahnstrecken und Leitungen.

08:10 Uhr

Bayer einigt sich wohl mit Tausenden Klägern

Der Chemiekonzern Bayer hat einem Bericht zufolge eine Einigung über einen großen Teil seiner Glyphosatklagen erzielt. Der Leverkusener Pharmakonzern habe mündliche Vereinbarungen über geschätzte 50.000 bis 85.000 der anhängigen rund 125.000 Klagen getroffen, berichtete Bloomberg unter Berufung auf Insider. Vorbörslich geht es um etwa vier Prozent nach oben.

Bayer
Bayer 67,14

Die Vereinbarungen seien noch nicht unterschrieben und auch der Aufsichtsrat von Bayer müsse noch zustimmen. Im Juni sollten sie dann bekanntgegeben werden. Von Bayer war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Der Konzern versucht, die Tausenden von Klagen wegen der angeblich krebserregenden Wirkung seines glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup mit einem Vergleich beizulegen, der Bayer Milliarden kosten könnte.

07:57 Uhr

Freundlicher Börsenbeginn erwartet - Ifo und VW im Fokus

Marktteilnehmer rechnen mit einem festeren Börsenbeginn zum Auftakt der neuen Handelswoche. Dabei richten Anleger ihre Aufmerksamkeit auf den Ifo-Index, der die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen widerspiegelt. "Nach einem dramatischen Rückgang im April rechnen wir bei diesem Stimmungsindikator mit einer weiteren Verschlechterung im Mai", sagt DZ-Bank-Ökonom Alexander Buhrow.

Im Rampenlicht steht außerdem Volkswagen. Im Laufe des Tages will der Bundesgerichtshof (BGH) sein Urteil in einem Schadenersatzprozess wegen des Diesel-Skandals fällen. Dabei wird der Autobauer voraussichtlich eine Niederlage kassieren.

Experten rechnen zum Wochenauftakt mit generell niedrigen Handelsumsätzen. In den USA und Großbritannien bleiben die Börsen wegen eines Feiertages geschlossen.

07:17 Uhr

BGH entscheidet VW-Schadenersatz an Diesel-Kunden

Der Bundesgerichtshof entscheidet heute erstmals im Dieselskandal über die Schadenersatzklage eines VW-Kunden. Das Urteil dürfte wegweisend für weitere Klagen sein, weil sich die Gerichte daran künftig orientieren werden. Im konkreten Fall muss der BGH über ein Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz entscheiden, das dem klagenden Käufer für die Rückgabe des Wagens wegen "vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung" fast 26.000 Euro Schadenersatz zugesprochen hatte. (Az. VI ZR 252/19)

VW Vorzüge
VW Vorzüge 136,28

Das Gericht rechnete allerdings vom ursprünglichen Kaufpreis die Nutzung des Wagens ab. Bei der mündlichen Verhandlung am Bundesgerichtshof vor drei Wochen zeichnete sich ab, dass die Bundesrichter die Zahlung eines Schadenersatzes und auch den Abzug einer Nutzungsentschädigung bestätigen werden. Volkswagen hatte im September 2015 zugegeben, in weltweit elf Millionen Fahrzeugen eine illegale Software eingesetzt zu haben. Vor Gerichten sind noch immer tausende Klagen anhängig. Zehntausende Kunden schlossen aber auch bereits mit dem Konzern einen Vergleich.

06:40 Uhr

Spannungen zwischen USA und China überschatten Kauflaune

Die asiatischen Aktienmärkte sind am Montag gestiegen. Der Bericht der japanischen Zeitung Nikkei über einen weiteren Nachtrags-Haushalt im Volumen von mehr als 100 Billionen Yen (rund 850 Milliarden Euro) zur Eindämmung der Folgen der Virus-Krise ließ die Anleger vor allem an der Börse in Tokio zugreifen. Doch die Spannungen zwischen den USA und China überschatten die Investitionslaune. "Die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China um Hongkong, die Handelspolitik und wer für die wirtschaftliche Folgen des Virus-Ausbruchs 2020 verantwortlich ist, droht die Rally zu beenden", sagte Matthew Sherwood, Analyst bei Perpetual.

  • Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 1,5 Prozent höher bei 20.684 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 1,2 Prozent und lag bei 1496 Punkten.
  • Die Börse in Shanghai lag unverändert. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 0,1 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fiel um 3,2 Prozent.
Nikkei
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