Der Börsen-Tag

Der Börsen-Tag Der DAX, ein "Horror-Märchen" - und Uniper

Der DAX kann zum Wochenschluss noch einmal ein paar Punkte zulegen und so eine der erfolgreichsten Wochen seit gut zwei Monaten verbuchen. Der deutsche Börsenleitindex verabschiedet sich mit einem Gewinn von 0,1 Prozent und einem Stand von 12.254 Zählern ins Wochenende. Im Handel ist vor allem von technischen Faktoren die Rede. Die Anleger bleiben derweil vorsichtig. Die straffere Geldpolitik mahnt die Marktteilnehmer zur Vorsicht, weil sie Rezessionsrisiken birgt. Nach der EZB-Sitzung wird in der kommenden Woche voraussichtlich die US-Notenbank (Fed) die Leitzinsen weiter deutlich erhöhen. "Nach der EZB ist vor der Fed", so ein Marktteilnehmer.

Und die Lage trübt sich bereits ein: Sowohl in Deutschland als auch in Frankreich sind die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe nun unter 50 gefallen und damit unter die Schwelle, die Expansion von Rezession scheidet. Im Dienstleistungsbereich sieht es nur in Frankreich etwas besser aus, allerdings auch hier weniger gut als erwartet.

Ein weiterer Belastungsfaktor bleibt die politische Krise in Italien. "Italien hat das Potenzial, zum Horror-Märchen des Sommers zu werden", sagt Thomas Altmann von QC Partners. Es sei wohl nur eine Frage der Zeit, wann die EZB ihr neues Instrument zur Stabilisierung italienischer Anleihen erstmals einsetzen müsse.

"Es war eine gute Börsenwoche. Zum Wochenschluss kommt der DAX aber nicht wirklich vom Fleck", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Corinna Wohlfeil. "Die Anleger überlegen sich derzeit sehr genau, ob sie einsteigen oder nicht", erläutert sie: "Die Störfaktoren bleiben: Energie, Versorgungsenfpässe, Krieg in der Ukraine, Corona-Krise, Inflation, Rezessionsängste und und und. Genug Baustellen, um vorsichtig zu bleiben."

Großes Thema auf dem Parkett ist das Rettungspaket für Uniper. Der Kurs bricht zeitweise fast 30 Prozent ein. Wie der Konzern mitteilte, haben sich Uniper und die finnische Muttergesellschaft Fortum mit der Bundesregierung auf ein Rettungspaket geeinigt. Es sieht vor, dass der Bund im Zuge einer Kapitalerhöhung 30 Prozent an Uniper übernimmt. Außerdem wird das gewährte KfW-Darlehen von 2 auf 9 Milliarden Euro aufgestockt.

Bei den Einzelwerten im Dax zählen Vonovia, Zalando und SAP zu den größten Gewinnern: Die Titel der drei Konzerne legen jeweils mehr als vier Prozent zu. SAP hatte im Donnerstagsgeschäft nach Quartalszahlen geschwächelt. Auf der Verlierseite finden sich dagegen Deutsche Börse, Deutsche Bank und Deutsche Telekom an der Spitze. Die Verluste liegen bei jeweils mehr als zwei Prozent. Deutsche Telekom leiden auch unter den schlecht aufgenommenen Zahlen des US-Konkurrenten AT&T.

Dax
Dax 12.114,36

 

Deutsche Telekom
Deutsche Telekom 17,47
Vonovia SE
Vonovia SE 22,11

 

Quelle: ntv.de

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