Kriegssorgen lassen Dax nicht los
Eine neue Eskalation im Iran-Krieg trübt die Stimmung der Dax-Anleger ein. Der deutsche Leitindex notiert zum Handelsstart kaum verändert bei 24.014,65 Punkten. "Die weiter steigenden Energiepreise lassen die Sorgenfalten der Investoren nicht kleiner werden", sagte Andreas Lipkow, Chefanalyst des Brokers CMC Markets.
Nach dem Versuch der US-Marine, die iranische Blockade der Straße von Hormus zu durchbrechen, kam es am Montag erstmals seit Beginn der Waffenruhe zu schweren wechselseitigen Angriffen. Zugleich machten beide Seiten widersprüchliche Angaben über den Verlauf der Kampfhandlungen. Sorgen über mögliche Engpässe trieben die Ölpreise um rund drei und fünf Prozent nach oben. "Solange die geopolitische Lage angespannt bleibt, folgt der Ölpreis weniger den Fundamentaldaten als dem Eskalationsrisiko in der Region", sagte Timo Emden vom Analysehaus Emden Reseach.
Im Fokus bei den Einzelwerten standen erneut Konzernbilanzen. Fresenius Medical Care und Fraport konnten mit ihren Finanzberichten bei den Anlegern nicht punkten: Die Aktien fielen nach der Veröffentlichung um fast 9,5 Prozent und gut ein Prozent. Gefragt waren hingegen die Titel von Rheinmetall und Springer Nature, die um rund 1,5 und vier Prozent zulegten.
Adrian Dalsey, Larry Hillblom und Robert Lynn: Wer sind die Namensgeber von DHL?
Die Deutsche Post soll heute die Umbenennung des globalen Logistikkonzerns in DHL AG besiegeln. Der Name Deutsche Post bleibt eben nur noch für diesen Unternehmensteil: die Post in Deutschland, erhalten.
Für den Paketdienst und international für den Gesamtkonzern ist der Name DHL längst eingeführt. Doch woher stammt er und wofür stehen die drei Buchstaben? Es sind die Anfangsbuchstaben der Nachnamen von Adrian Dalsey, Larry Hillblom und Robert Lynn. Diese drei Männer gründeten 1969 in San Francisco eine Firma, die Frachtpapiere von Schiffen per Flugzeug nach Hawaii brachte. Daraus entwickelte sich ein Expressdienst, der in den USA und später auch international expandierte.
2022 übernahm die Deutsche Post AG den inzwischen zu einem globalen Konzern angewachsenen DHL Worldwide Express und übernahm den Markennahmen für die eigenen Paket-, Express- und internationalen Paketdienstleistungen.
FMC verdient deutlich weniger
Steigende Kosten und negative Wechselkurse haben die Gewinnentwicklung beim Dialyseanbieter Fresenius Medical Care (FMC) gedämpft. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis kletterte im ersten Quartal um 2 Prozent auf 467 Millionen Euro, wie der Dax-Konzernmitteilte. Ohne Währungseffekte hätte das Plus im Vergleich zum Vorjahr zehn Prozent betragen.
Unter dem Strich musste der Blutwäschespezialist deutliche Einbußen hinnehmen: So brach etwa der Konzerngewinn um 22 Prozent auf 118 Millionen Euro ein. Der Erlös sank um 6 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro, zu konstanten Wechselkursen betrug das Plus aber 3 Prozent.
Konzernchefin Helen Giza bestätigte die Geschäftsprognosen. Die Managerin hat 2026 zum Übergangsjahr erklärt, nachdem FMC noch 2025 einen satten Gewinnsprung hingelegt hatte. Grund sind unter anderem Kosten für die aktuell laufende Einführung eines modernen Dialysegeräts in den USA, in dem Giza aber eine Investition in eine bessere Zukunft sieht. Zugleich treibt FMC seine Sparmaßnahmen und die Verkleinerung seines Kliniknetzwerkes voran.
Gute Nachricht für die Schweiz: Inflationsrate auf höchstem Stand seit 2024
Anders als die meisten Zentralbanken kämpft die Schweizerische Nationalbank (SNB) seit Jahren nicht gegen eine zu hohe Inflation, sondern gegen eine drohende Deflation. Der Leitzins liegt inzwischen bei null Prozent, negative Zinsen erschienen zuletzt möglich. Aus dieser Sicht sorgen aktuelle Inflationszahlen für Entspannung: Im April beschleunigte sich die Teuerung in der Schweiz, da der Krieg im Iran die Kosten für Energieimporte in die Höhe getrieben hat. Die Verbraucherpreise stiegen im Jahresvergleich um 0,6 Prozent und lagen damit über der Inflationsrate von 0,3 Prozent im März, wie das Schweizer Bundesamt für Statistik mitteilte. Es war der zweite Anstieg in Folge, womit die Inflation ihren höchsten Stand seit Dezember 2024 erreichte.
Die Schweiz ist aufgrund ihrer geringeren Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen weniger anfällig für den Anstieg der Energiepreise. Es wird jedoch erwartet, dass importierte fossile Brennstoffe die Inflation in diesem Jahr weiterhin hoch halten werden. Die Preise für Erdölprodukte in der Schweiz stiegen im Jahresvergleich um 17,0 Prozent, wie die Daten zeigten. Die importierte Inflation lag bei 0,9 Prozent verglichen mit 0,5 Prozent für die inländische Inflation.
Die Gesamtinflationsrate liegt nun jedoch über der durchschnittlichen Inflationsrate von 0,5 Prozent für dieses Jahr und 2027, die die SNB bei ihrer letzten geldpolitischen Sitzung im März erwartet hatte. Das Ziel der SNB liegt bei einer positiven, aber unter 2 Prozent liegenden Inflationsrate.
Unicredit meldet Rekordgewinn
Die um die Commerzbank buhlende italienische Großbank Unicredit hat zum Jahresauftakt mehr verdient als erwartet. Der Überschuss sei um 16 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro gestiegen, teilte die Bank in Mailand mit. Das ist der höchste Quartalsgewinn in der Geschichte der Bank.
Experten hatten mit einem Überschuss auf Vorjahreshöhe gerechnet. Die Erträge legten um fünf Prozent auf 6,9 Milliarden Euro zu. Damit übertraf die Bank ebenfalls die Erwartungen. Die Unicredit bestätigte zudem die Prognose.
Lidl-Mutter investiert Millionen in Quanten-Computer-Startup
Die Schwarz-Gruppe investiert in die Zukunftstechnologie Quantencomputer. Die IT-Sparte des Handelskonzerns, zu dem der Discounter Lidl gehört, führe die aktuelle Finanzierungsrunde bei eleQtron an, teilte das Startup mit. Insgesamt stellten Geldgeber 57 Millionen Euro zur Verfügung, um den Ausbau der Fertigungskapazitäten und die Weiterentwicklung der Produkte zu finanzieren. Das aktuelle Auftragsvolumen bezifferte eleQtron auf 54 Millionen Euro.
Quantencomputer arbeiten nach völlig anderen Prinzipien als klassische Rechner. Sie können daher bestimmte Aufgaben um ein Vielfaches schneller erledigen. Ihre Stärken spielen sie bei Simulationen, bei der Optimierung von Abläufen oder bei Künstlicher Intelligenz (KI) aus. Der Unternehmensberatung McKinsey zufolge hält diese Technologie allmählich in der Wirtschaft Einzug. "2026 ist das Jahr, in dem Quantencomputing vom Technologieversprechen zur strategischen Managementfrage wird." Unternehmen investierten inzwischen verstärkt in konkrete Anwendungen statt in Pilotprojekte. Europäische Quantencomputer-Spezialisten seien mit ihren Angeboten für reale Geschäftsabläufe weltweit führend.
IWF warnt: bisheriges Krisen-Szenario für die Wirtschaft nicht mehr haltbar
Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt vor einem Wiederaufflammen der Inflation und schweren Schäden für die Weltwirtschaft durch den Krieg im Nahen Osten. Sollte der Konflikt bis ins Jahr 2027 andauern und der Ölpreis auf etwa 125 Dollar pro Barrel steigen, drohten weitaus schlimmere Folgen, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa auf einer Konferenz des Milken Institute. Die Sorte Brent markierte am Montagabend knapp 114 Dollar.
Wegen des anhaltenden Konflikts sei das bisherige IWF-Szenario, das lediglich eine leichte Abschwächung des weltweiten Wachstums und einen geringen Preisauftrieb vorsah, nicht länger haltbar, erklärte Georgiewa weiter. Stattdessen sei bereits das sogenannte Negativszenario eingetreten. Zwar bestünden die langfristigen Inflationserwartungen weiterhin und die Finanzierungsbedingungen verschärften sich derzeit nicht. Dies könne sich jedoch ändern, sollte der Krieg andauern.
Dax mit schwachem Start erwartet
Der Dax wird am Dienstag der Kursentwicklung an den Terminmärkten zufolge mit Verlusten in den Handel starten.
Am Montag hatte der deutsche Leitindex 1,2 Prozent tiefer bei 23.991,27 Punkten geschlossen. Nach unten ging es auch an der Wall Street. Für schlechte Stimmung an den Aktienmärkten sorgten vor allem die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran.
Am Dienstag warten Anleger auf die Ergebnisse einer Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer zum Auslandsgeschäft deutscher Unternehmen. Besonders interessant dürften die Einschätzungen zu den USA und China werden, den beiden wichtigsten, aber gegenwärtig auch sehr schwierigen Märkten für deutsche Firmen.
Auf dem Plan stehen zudem die US-Einkaufsmanagerindizes für die Industrie und den Dienstleistungssektor im April. Auf der Unternehmensseite will die italienische Großbank UniCredit ihr Übernahmeangebot an die Commerzbank-Aktionäre offiziell unterbreiten. Nach dem Ja der eigenen Aktionäre wartet UniCredit nur noch auf grünes Licht von der Finanzaufsicht BaFin.
In den USA legt mit AMD der weltweit zweitgrößte Anbieter von KI-Prozessoren Geschäftszahlen vor. Börsianer hoffen angesichts eines Milliardenauftrags der Facebook-Mutter Meta auf einen ermutigenden Ausblick des Nvidia-Rivalen.
Unicredit warnt vor hohen Risiken bei CoBa-Übernahme
Unicredit-Boss Andrea Orcel wirbt seit Monaten für seinen Übernahmeplan für die Commerzbank als wunderbare Chance für alle Beteiligten. In einem Dokument auf ihrer Internetseite liefert die italienische Großbank das Kleingedruckte nach:
In dem "Informationsdokument" zu ihrer außerordentlichen Hauptversammlung warnt Unicredit vor zahlreichen Risiken gewarnt, die das Geldhaus bei einer Übernahme der Commerzbank sieht. Dazu zählen der Verlust von wichtigen Kunden und Beschäftigten der Commerzbank genauso wie der Widerstand von Minderheitsaktionären.
Das Dokument mit den Warnungen, über die bisher nicht ausführlich berichtet worden ist, hatte Unicredit bereits am Karfreitag auf ihrer Internetseite hochgeladen. Die Bank geht darin unter anderem auf das Risiko ein, "dass die erwarteten strategischen Vorteile, Effizienzgewinne und potenziellen Synergien" bei einer Übernahme der Commerzbank nicht realisiert werden könnten. Außerdem warnt sie ganz grundsätzlich: "Ein künftiger Integrationsprozess würde sehr viel Zeit und Ressourcen des Managements erfordern und könnte es potenziell davon ablenken, seinen operativen Aufgaben im Tagesgeschäft nachzukommen und andere attraktive Geschäftsmöglichkeiten zu ergreifen."
Palantir wächst immer schneller
Von der Bundeswehr hat der umstrittene Datenanalyse-Konzern gerade einen Korb bekommen. Doch im Rest der Welt und vor allem auf dem Heimatmarkt läuft das Geschäft für Palantir hervorragend:
Ein florierendes US-Geschäft und zahlreiche Großaufträge haben dem Datenanalyse-Spezialisten Palantir zu Jahresbeginn einen kräftigen Umsatzsprung beschert. Die Erlöse kletterten im ersten Quartal um 85 Prozent auf 1,63 Milliarden Dollar, wie das US-Unternehmen am Montag nach Börsenschluss mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 1,54 Milliarden Dollar gerechnet.
Als Treiber erwies sich vor allem der Heimatmarkt: Der US-Umsatz habe sich mit einem Plus von 104 Prozent mehr als verdoppelt, hieß es in der Mitteilung. Dabei legte das kommerzielle Geschäft um 133 Prozent zu, während die Einnahmen mit Regierungskunden um 84 Prozent stiegen. Zudem schloss Palantir 206 Verträge mit einem Volumen von mindestens einer Million Dollar ab, darunter 47 Abschlüsse über mindestens zehn Millionen Dollar.
Angesichts der starken Nachfrage schraubte der Konzern seine Ziele für das Gesamtjahr 2026 nach oben. Palantir rechnet nun mit einem Umsatz zwischen 7,65 und 7,66 Milliarden Dollar, was einem Wachstum von 71 Prozent entspräche.
Ölpreise sinken leicht
Die Ölpreise geben nach, nachdem sie am Vortag um bis zu sechs Prozent gestiegen waren.
Händler verweisen auf Anzeichen, dass die US-Marine die iranische Blockade der wichtigen Straße von Hormus lockert und damit die Versorgung aus der wichtigen Förderregion im Nahen Osten wieder öffnen könnte. Die USA hatten am Montag eine neue Operation gestartet, um die Meerenge wieder für die Schifffahrt zu öffnen. Die dänische Reederei Maersk teilte später mit, ihr unter US-Flagge fahrender Autotransporter "Alliance Fairfax" habe in Begleitung von US-Militär den Golf über die Meerenge verlassen. Dies linderte die unmittelbare Furcht vor Lieferunterbrechungen. "Der erfolgreiche begleitete Auslauf des von Maersk betriebenen Schiffes hat dazu beigetragen, die unmittelbare Furcht vor Lieferunterbrechungen zu lindern", erklärte Tim Waterer, Chef-Marktanalyst bei KCM Trade. "Es handelt sich jedoch eher um ein einmaliges Ereignis als um eine vollständige Wiedereröffnung."
Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um 1,3 Prozent auf 112,94 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 2,3 Prozent schwächer bei 103,96 Dollar.
Analysten verschätzen sich beim Rheinmetall-Umsatz massiv - Engpässe bremsen
Als relativ unspektakulär werden die Quartalszahlen von Rheinmetall vom Vorabend bislang im Handel kommentiert. Alle Erwartungen seien erfüllt worden, am Wachstum gebe es keinen Zweifel. Nur beim Umsatz hätten sich Analysten massiv verschätzt. Rheinmetall sei derart erfolgreich und die Auftragslage auf Rekordniveau, dass Kapazitätsengpässe manchmal deren Realisierung nach hinten schiebe. Bei Produktion und Fachkräften sei es eng geworden, was Liefertermine verschieben könne und vom quartalsweisen Bilanz-Rhythmus generell nicht eingefangen werde.
Marge und Gewinnwachstum seien wie erwartet auf Kurs, der Auftragsbestand kletterte um 31 Prozent, für das Gesamtjahr erwartet Rheinmetall ein Umsatzplus von 40 bis 45 Prozent. Als Kurstreiber für die gesamte Branche dürfte wirken, wenn auch Italiens Leonardo am Berichtstag noch starke Zahlen vorlegt.
Rheinmetall hatte am Morgen bekanntgegeben, dass der Rüstungskonzern im ersten Quartal langsamer gewachsen sei als im außergewöhnlich starken Vorjahreszeitraum. Der Umsatz blieb ebenso wie der operative Gewinn hinter den Erwartungen zurück. Die Marge erfüllte jedoch die Prognosen des Marktes. Der DAX-Konzern bestätigte seinen Ausblick für das Gesamtjahr. Er rechnet mit einer deutlichen Beschleunigung des Wachstums im zweiten Quartal, dank Auslieferungen im Segment Waffe und Munition.
Der Umsatz kletterte in den ersten drei Monaten um 7,7 Prozent auf 1,94 Milliarden Euro. Analysten hatten im Konsens mit 2,3 Milliarden gerechnet. Allerdings hatte der Umsatz im Vorjahreszeitraum um 73 Prozent zugelegt, was damals unter anderem Vorzieheffekten aus dem zweiten Quartal geschuldet war.
Der operative Gewinn lag mit 224 Millionen Euro 33 Millionen Euro über Vorjahr. Hier hatte die Erwartung auf 262 Millionen Euro gelautet. Daraus ergab sich eine operative Marge von 11,6 Prozent nach 10,5 Prozent im Vorjahr.
Spannungen am Golf bremsen Asiens Börsen
Die Aktienmärkte in Asien geben angesichts neuer Spannungen im Persischen Golf leicht nach.
Der breit gefasste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japan verlor 0,3 Prozent. Die Börse in Australien fiel im ausgedünnten Handel um 0,4 Prozent. Die Märkte in Japan und Südkorea sind wegen eines Feiertags geschlossen. Die Shanghaier Börse hat am Dienstag fester tendiert. Der dortige Leitindex blieb geschlossen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen wurde ebenfalls nicht gehandelt.
Jüngste Entwicklungen im Persischen Golf bereiten den Anlegern Sorgen. Die USA und der Iran hatten am Montag im Kampf um die Kontrolle über die Straße von Hormus neue Angriffe gestartet. "Wir hatten gestern große Hoffnungen, dass die US-Operation 'Project Freedom' ein Erfolg vor Ort sein würde, ich schätze, dass sie eher als humanitäre Anstrengung angepriesen wurde", sagte Tony Sycamore, Marktanalyst bei IG. "Aber wie wir sehen, haben die Iraner diesen Köder nicht geschluckt... Das bedeutet, dass die Pattsituation bestehen bleibt, es war ein sehr wackeliger Start."
Für den Dax bleibt das Umfeld kompliziert
Anhaltende Nahost-Sorgen und neue Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump haben am Montag die Stimmung an den europäischen Börsen negativ beeinflusst. In Frankfurt wurde der Dax ausgebremst. "Das ganze zeigt einfach, wie empfindlich die Märkte gegen Gerüchte sind", sagte ein Händler. Ein kurzzeitiger Dax-Einbruch sei auf ein unbestätigtes Gerücht passiert, wonach die Iraner Raketen auf US-Schiffe gefeuert hätten. Mit dem folgenden US-Dementi habe sich der Markt gleich wieder erholt. Das US-Militär fuhr nach eigenen Angaben mit zwei Lenkwaffenzerstörern in den Persischen Golf eingefahren, um die iranische Blockade der Straße von Hormus zu brechen.
Wie schauen deutsche Unternehmen auf ihr Auslandsgeschäft? Erkenntnisse dazu wird am Vormittag eine Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) geben. Der Verband hat mehr als 4500 Unternehmen an rund 90 Standorten auf der Welt befragt. Besonders interessant dürften die Einschätzungen zu den USA und China werden, den beiden wichtigsten, aber auch sehr schwierigen Märkten.
Blicken wir in die USA: Der weltweit zweitgrößte Anbieter von KI-Prozessoren hinter Nvidia, AMD, legt Geschäftszahlen vor. Börsianer hoffen angesichts eines Milliardenauftrags der Facebook-Mutter Meta auf einen ermutigenden Ausblick, nachdem die Umsatzprognose für das abgelaufene Quartal hinter den Erwartungen zurückgeblieben war. AMD hat Erlöse zwischen 9,5 und 10,1 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt.
Zudem will die italienische Großbank Unicredit ihr Übernahmeangebot an die Commerzbank-Aktionäre offiziell starten. Nach dem Ja der eigenen Aktionäre wartet Unicredit nur noch auf grünes Licht von der Finanzaufsicht Bafin. Vorstandschef Andrea Orcel geht es bei der für die Commerzbank-Aktionäre unattraktiven Offerte primär darum, die Schwelle von 30 Prozent zu überschreiten. Dann hätte er in einem halben Jahr freie Hand für eine weitere Aufstockung der Anteile.