Der Börsen-Tag"Desaströs": Krisenmodus aller Orten
Der Dax ist verhalten in die neue Handelswoche gestartet. Der deutsche Börsenleitindex schloss gestern mit einem Stand von 26.107 Punkten. Ins Wochenende war er mit 26.137 Zählern gegangen – und einem Wochenminus von etwa einem Prozent. Die von US-Seite angekündigte Härte im Iran-Krieg um die Freigabe der Straße von Hormus sowie die ebenfalls von Washington angezettelte Handelsauseinandersetzung mit Kanada sorgten auf dem Parkett zunächst nicht für allzu großen Wirbel, wohl auch, weil die Ölpreise sogar leicht nachgaben.
Heute steht auf der einen Seite der deutsche Autosektor im Anlegerfokus. Zum anderen rückt auch die deutsche Wirtschaft insgesamt in den Blick: Diese dürfte sich im Frühjahr trotz der Belastungen durch den Iran-Krieg in der Wachstumsspur gehalten haben. Klarheit bringen die detaillierten Daten des Statistischen Bundesamtes. In einer ersten Schätzung war für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal ein Plus von 0,2 Prozent ermittelt worden. In den ersten drei Monaten war sogar ein Zuwachs beim BIP von 0,4 Prozent erzielt worden.
Zudem sollte sich die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft im August weiter aufgehellt haben. Ökonomen erwarten einen weiteren Anstieg des IFO-Index - und zwar auf 87,1 Punkte von 86,6 Zählern. Das wichtigste Barometer für die deutsche Konjunktur würde damit zum vierten Mal klettern - ein deutliches Signal, dass es mit der Wirtschaft aufwärtsgeht.
Unternehmensseitig stellt sich im Ringen um ein weiteres Sparpaket bei Europas größtem Autobauer Volkswagen VW-Chef Oliver Blume erstmals den Fragen der Belegschaft. Diese kritisiert den Kommunikationsstil des Spitzenmanagers als "desaströs", wie aus einer im Intranet veröffentlichten Umfrage des Betriebsrats hervorgeht. Sie fordert insbesondere Klarheit zu der Frage eines möglichen Abbaus von 50.000 Arbeitsplätzen und zur Zukunft der Werke in Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm.
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