Der Börsen-Tag

Der Börsen-Tag Deutsche Bank vor unbefristetem Streik in Call Centern

Analysten rechnen nach den jüngsten Schätzungen damit, dass die Deutsche Bank 2020 vor Steuern zwei Milliarden Euro verdient hat. Die Investmentbanker sollen daher wieder mehr Bonus erhalten. Einem Zeitungsbericht zufolge will die Bank den Bonustopf um 20 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro erhöhen. In den Callcentern, wo die Bankmitarbeiter mit den geringsten Gehältern sitzen, sieht die Lage ganz anders aus. Dort droht ein unbefristeter Streik.

Die Gewerkschaft Verdi bereitet nach eigenen Angaben eine Urabstimmung vor, deren Ergebnis für Ende Januar erwartet wird. "Ich gehe von einem klaren Votum unserer Mitglieder für eine Ausweitung der Arbeitskampfmaßnahmen aus", schrieb Jan Duscheck, Fachgruppenleiter Banken von Verdi, bei Twitter. Auch die Gewerkschaft DBV macht sich für weitere Arbeitsniederlegungen bereit. "Leider scheint die Arbeitgeberseite zu keinem neuen Angebot bereit", sagte DBV-Bundesvorsitzender Stephan Szukalski. Die Deutsche Bank wollte sich nicht äußern.

Der Streit um mehr Gehalt für rund 650 Mitarbeiter in Callcentern der Bank schwelt seit Monaten. Zuletzt gab es Anfang Januar einen viertägigen Streik.

Die Gewerkschaft fordert unter anderem eine Gehaltserhöhung um sechs Prozent. In einer Mail an die Beschäftigten habe die Bank erklärt, die Zeiten seien schwierig, und man werde von dem gemachten Angebot nicht abrücken, hieß es bei Verdi. Im Umfeld der Bank hieß es, man setze schon seit längerem auf externe Anbieter für Callcenter-Dienste und werde diese auch bei weiteren Streiks einsetzen.

Quelle: ntv.de