Der Börsen-Tag"Die EZB tut nicht zu wenig, sie tut das Falsche"

Mit der Federal Reserve in den USA wird die einflussreichste Notenbank der Welt 2022 voraussichtlich die Zinswende einleiten. Damit sind die mit dem Aufkommen der Corona-Pandemie 2020 angebrochenen Zeiten der ultra-lockeren Geldpolitik vorbei. Die Fed wäre mit einer Kehrtwende unter den großen Zentralbanken der Welt jedoch kein Pionier. Die Bank of England hat die Zinsschraube bereits angezogen und reagierte damit auf die rasant steigenden Preise in Großbritannien.
Dass die EZB als Einzige unter den drei großen Notenbanken trotz einer rekordhohen Teuerungsrate von zuletzt 4,9 Prozent stillhalten will, sehen manche Experten und Teile der deutschen Wirtschaft kritisch. "Die EZB tut nicht zu wenig, sie tut das Falsche", so Außenhandelspräsident Dirk Jandura. "Dass sie in Krisenzeiten zur Stabilisierung der Staatsfinanzen beiträgt, kann politisch durchaus gerechtfertigt werden - aber nicht auf Dauer."