Der Börsen-TagDie Korrektur ist da
Zwar kann der Dax den Wochenstart freundlich gestalten. Nach den herben Verlusten vom Freitag, das Minus belief sich auf 2,7 Prozent, mutet der gestrige 1,4-Prozent-Aufschlag aber vergleichsweise gering an. Aber immerhin hat sich der deutsche Börsenleitindex nun wieder der 24.000er-Marke etwas genähert und notiert bei 23.758 Zählern. Seit Jahresbeginn liegt das Plus bei stolzen 19 Prozent.
Der Dax habe mit dem Absturz unter 23.500 Punkte am Freitag endgültig vom Konsolidierungs- in den Korrekturmodus gewechselt, betont Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Handelshaus Robomarkets. "Auch wenn in den kommenden Tagen leichte Erholungsbewegungen zu sehen sein sollten, dürfte die übergeordnete Richtung zunächst abwärtsgerichtet bleiben", glaubt der Experte.
Heute rückt wieder die Berichtssaison in den Vordergrund – sowohl in den USA als auch hierzulande. So legt etwa der Autozulieferer Continental zum letzten Mal vor seiner Aufspaltung Geschäftszahlen vor. Analysten rechnen im Schnitt mit einem Umsatz von knapp 9,7 Milliarden Euro und einem bereinigten Betriebsgewinn von 663 Millionen Euro. Die Continental-Autosparte wird im September unter dem Namen Aumovio an die Frankfurter Börse gebracht. Die Sparte ContiTech, die etwa Gummischläuche für die Industrie fertigt, soll im kommenden Jahr verkauft werden.
Die Zahlen des DHL-Konzerns werden zeigen, wie stark er die Folgen der Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump zu spüren bekommt. Analysten erwarten beim Umsatz im Mittel rund 21 Milliarden Euro und damit ein leichtes Plus, der operative Gewinn dürfte bei etwa 1,3 Milliarden Euro stagnieren. Finanzchefin Melanie Kreis hatte im April gesagt, der Konzern habe einen verhaltenen Start ins zweite Quartal verzeichnet. Konkurrent UPS hatte für das Quartal bereits einen Umsatz- und Gewinnrückgang gemeldet.
Und dann gibt es da noch den Chipsektor: Nach enttäuschenden Zahlen des Rivalen STMicro veröffentlicht Infineon heute die Quartalszahlen. Sie werden zeigen, wie sich die Nachfrage nach seinen Produkten entwickelt hat. Die Analysten des Research-Hauses MWB rechnen ebenso wie Infineon mit stagnierenden Umsätzen von 3,7 Milliarden Euro. "Wir sehen das dritte Quartal eher als weiteren Schritt zu einer Normalisierung, denn als den Beginn eines starken Aufschwungs."
Nach US-Börsenschluss folgen dann noch die Zahlen von AMD. Sie stehen erneut im Zeichen Künstlicher Intelligenz (KI). AMD will mit seinen vor wenigen Wochen vorgestellten Prozessoren dem Weltmarktführer Nvidia Marktanteile abjagen. In diesem Geschäftsbereich erwartet Konzernchefin Lisa Su im laufenden Jahr zweistellige Wachstumsraten.