Der Börsen-TagDie Luft wird sehr dünn
Ein anhaltender Rekordhunger der Anleger könnte den DAX Strategen zufolge in der ersten Februar-Woche über die Schallmauer von 22.000 Punkten tragen. "Das Ausbleiben schneller Zollerhöhungen durch US-Präsident Donald Trump, die Aussicht auf weiter fallende EZB-Leitzinsen, die zuletzt verbesserten Frühindikatoren für die Industrie im Euroraum und die geringere Abhängigkeit von der durch Deepseek ausgelösten Unsicherheit im Technologiesektor haben dem DAX zu einem furiosen Start in das Börsenjahr 2025 verholfen", sagt Commerzbank-Stratege Andreas Hürkamp. Auch ermutigende Firmenbilanzen bildeten den Nährboden für weiter steigende Kurse, sagt Jürgen Molnar von RoboMarkets.
In der abgelaufenen Woche markierte der DAX am Freitag ein Rekordhoch von 21.799,80 Punkten. Ins Wochenende ging der deutsche Börsenleitindex mit einem Stand von 21.732 Zählern. Das Wochenplus lag damit bei mehr als zwei Prozent. "Nachhaltig höhere Notierungen sind fundamental künftig nur durch sich verbessernde Unternehmensgewinne zu rechtfertigen."
Wie schnell die Euphorie der Anleger in Höhenangst umschlagen kann, zeigte sich am vergangenen Montag, als die steigende Popularität des Modells für Künstliche Intelligenz (KI) des chinesischen Startups Deepseek die Anleger verschreckte. Zu einem Belastungsfaktor für die Weltkonjunktur könnte zudem die in Aussicht gestellte Schutzzollpolitik der USA werden, heißt es bei den LBBW-Strategen. Trump erwägt gegen Mexiko und Kanada, die größten Handelspartner der USA, ab 1. Februar Zölle in Höhe von 25 Prozent zu erheben.
In der neuen Woche müssen Anleger jede Menge wichtiger Wirtschaftsdaten verdauen. Die relevantesten dürften die für Freitag avisierten Zahlen zum offiziellen US-Januar-Arbeitsmarktbericht sein, der auch Hinweise für die künftige geldpolitische Richtung der US-Notenbank Fed enthalten dürfte. Heute steht zunächst der Verbraucherpreisindex im Euroraum an. Die Inflationsrate im Euroraum dürfte sich zu Jahresbeginn auf leicht erhöhtem Niveau stabilisiert haben. Experten erwarten für Januar eine Jahresteuerungsrate von 2,4 Prozent - ein Wert, der auch im Dezember erreicht wurde. Aus den USA und China werden Einkaufsmanagerindizes zum verarbeitenden Gewerbe erwartet.
Bei den Unternehmen erreicht die Bilanzsaison in den USA ihren vorläufigen Höhepunkt. Etliche US-Konzerne, darunter Alphabet, Pfizer, Amazon, Walt Disney, legen ihre Zahlen vor. Gleichzeitig nimmt der Zahlenreigen in Europa langsam Fahrt auf. Einblick in ihre Bücher gewähren unter anderem Infineon, Qiagen und Siemens Healthineers.
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