Der Börsen-Tag "Die Verunsicherung ist groß"
Der Novemberausklang dürfte für die Anleger am deutschen Aktienmarkt wenig beschaulich werden. Zwar schaffte es der DAX in der alten Woche dank solider Firmenbilanzen wieder zurück über die psychologisch wichtige Marke von 19.000 Punkten. Doch Belastungsfaktoren gibt es Börsianern zufolge derzeit genug. So haben die Börsen neben der Aussicht auf eine protektionistische Wirtschaftspolitik des designierten US-Präsidenten Donald Trump mit der Angst vor einer möglichen Eskalation im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu kämpfen. Mit der Erlaubnis des scheidenden US-Präsidenten Joe Biden an die Ukraine, weitreichende US-Raketen gegen Ziele in Russland einzusetzen, sei ein weiteres Tabu gefallen, fassen die Strategen der LLBW zusammen. Die geopolitischen Risiken seien dramatisch gestiegen und die Anleger nervöser als zuvor.
"Hinzu kommen hierzulande der politische Stillstand nach dem Ampel-Aus sowie die Krise in der Automobilbranche", zählt Helaba-Strategin Claudia Windt auf. "Die Verunsicherung unter den Anlegern ist groß." Konjunktursorgen wurden von enttäuschend ausgefallenen Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone zuletzt verstärkt.
In Deutschlands Wirtschaft mangelt es derzeit an Lichtblicken, weswegen Investoren die Konjunkturentwicklung hierzulande fest im Blick behalten werden. Zum Wochenstart wird das Ifo-Institut seinen Geschäftsklima-Index für November vorlegen. Im Oktober hatte sich die Stimmung in den Chefetagen der Unternehmen nach zuvor vier Rückgängen in Folge erstmals wieder aufgehellt - und das stärker als erwartet. Nun erwarten Analysten eine weitere Eintrübung. Die komplette Terminübersicht für diese Woche finden Sie hier.