Der Börsen-TagDiese Tech-Aktie wird nachbörslich abgestraft
Einem überraschend starken Quartalsergebnis zum Trotz hat ARM einen enttäuschenden Ausblick geliefert. Der in Großbritannien beheimatete Chip-Designer stellte für das laufende Vierteljahr Erlöse von 780 bis 830 Millionen Dollar in Aussicht. Die Mitte dieser Spanne deckte sich in etwa mit den Markterwartungen. Im vergangenen Quartal steigerte das Unternehmen den Umsatz um 39 Prozent auf 939 Millionen Dollar und machte einen Gewinn von 0,40 Dollar je Aktie.
Die in den USA gehandelten ARM-Aktien fielen nachbörslich um neun Prozent. Angesichts der beeindruckenden Geschäftszahlen hätten Anleger auf einen optimistischeren Ausblick gehofft, sagt Michael Schulman, Chef-Anleger des Vermögensverwalters Running Point. "ARM profitiert immer noch von der Explosion der Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI), aber die Schwäche in anderen Märkten, möglicherweise aufgrund von hoher Lagerbeständen, hat das Management veranlasst, die hochgesteckten Erwartungen zu dämpfen."
Der Umsatzsprung im Berichtszeitraum sei auf die Unterzeichnung "einer Handvoll" größerer Lizenzverträge zurückzuführen, erläutert ARM-Finanzchef Jason Child. Gleichzeitig hätten die Einnahmen aus Umsatzbeteiligungen geschwächelt, weil Verbraucher bei Neuanschaffungen von Elektronik-Geräten zögerten.
ARM erhält Lizenzgebühren und eine Umsatzbeteiligung für jeden verkauften Computerchip, der auf seinen Entwürfen basiert. Fast alle Smartphones der Welt laufen mit ARM-Prozessoren. Das Unternehmen profitiert außerdem von der weltweiten Um- und Aufrüstung von Rechenzentren für KI. Zwar basieren die Spezialchips des Weltmarktführers Nvidia auf einer anderen Technologie, aber viele der übrigen Halbleiter in KI-Hochleistungsrechnern werden auf Grundlage von ARM-Entwürfen gefertigt.