Der Börsen-TagDoppelte Zinssenkung bewegt Asien-Börsen
Die Aktien in Asien liegen im Aufwärtstrend. Die Anleger haben sich offenbar vom Schock der Herabstufung der Bonität der USA durch die Ratingagentur Moody's erholt. "Die Herabstufung war ein vorübergehender Schock und im Gesamtkontext eher bedeutungslos", sagt Kyle Rodda, Senior Financial Market Analyst bei Capital.com.
Zudem hat die chinesische Notenbank zum ersten Mal seit Oktober die Leitzinsen gesenkt. Sie reduzierte den einjährigen Leitzins (LPR) um 10 Basispunkte von zuvor 3,1 Prozent auf 3,0 Prozent. Der fünfjährige LPR wurde um denselben Betrag von 3,6 Prozent auf 3,5 Prozent gesenkt. Die meisten neuen und ausstehenden Verbraucherkredite in China basieren auf dem einjährigen LPR, während der Fünfjahreszinssatz die Höhe der Hypothekenzinsen beeinflusst. Auch fünf der größten staatlichen Banken Chinas senkten ihre Einlagenzinsen.
Laut Marco Sun, Chefanalyst für Finanzmärkte bei der MUFG Bank (China) zielt die doppelte Zinssenkung darauf ab, die Kreditvergabe anzukurbeln und den Konsum zu stimulieren. "Die Zentralbank wird in den kommenden Monaten wahrscheinlich zu einer abwartenden Haltung übergehen, es sei denn, die externen geopolitischen Risiken verschlechtern sich so sehr, dass die Hoffnungen auf eine Stabilisierung der Wirtschaft zunichte gemacht werden." Nach Meinung von Xing Zhaopeng, Senior China Strategist bei ANZ, sind die Zinssenkungen eine vorbeugende Maßnahme. "Ein Ziel ist es, die Nettozinsmarge der Geschäftsbanken zu verbessern und sich auf die Zukunft vorzubereiten", so Xing. Er rechnet mit einer weiteren Zinssenkung bis Ende Juli.
Der Shanghai Composite gewinnt 0,2 Prozent auf 3.372,47 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen steigt 0,2 Prozent auf 3886,60 Punkte. Der Hang Seng Index in Hongkong legt um rund ein Prozent zu. Auch die japanische Börse tendiert am Dienstagmorgen fester. In Tokio legt der Nikkei-Index 0,5 Prozent auf 37.691,56 Punkte zu und der breiter gefasste Topix notiert 0,3 Prozent höher bei 2747,20 Zählern.