Der Börsen-TagDrohende US-Zahlungsunfähigkeit zieht DAX immer weiter bergab
Der DAX dreht immer weiter nach unten ab: Im Donnerstagsgeschäft gab er 0,4 Prozent ab, schloss bei 15.835 Punkten. Ein Niveau, von dem er auch in den Wochenschlusshandel gehen dürfte, da an der Wall Street auch leichte Verluste zu verzeichnen waren. Ein Grund dafür dürfte der nach wie vor schwelende Streit über die Anhebung der US-Schuldenobergrenze sein. Rund drei Wochen vor einem drohenden Zahlungsausfall der USA sind Gespräche der Demokraten und Republikaner darüber vertagt worden. US-Präsident Joe Biden und der Präsident des US-Repräsentantenhauses, Kevin McCarthy, wollen sich nun erst wieder Anfang der nächsten Woche treffen, wie ein Sprecher des US-Präsidialamts am Donnerstag mitteilte. Die beiden Politiker wollten ursprünglich die Gespräche bereits im Laufe des Tages fortsetzen.
Der erbittert geführte Streit zwischen Republikanern und Demokraten im Kongress über eine Anhebung der Schuldenobergrenze in den USA ist ein weiteres Risiko für die ohnehin schon träge Weltwirtschaft. Biden hat bereits vor einer schweren Rezession in der weltgrößten Volkswirtschaft gewarnt, sollte es keine Einigung geben.
Von der Terminseite her passt sich der Wochenschluss dem bisherigen Handelsverlauf an: Es wird merklich ruhiger. Zwar gibt es auch heute wieder Quartalsberichte, mit der Allianz öffnet aber nur ein DAX-Konzern die Bücher: Deutschlands größter Versicherungskonzern will den Skandal um seine "Structured Alpha"-Hedgefonds vergessen machen und steuert den nächsten Rekordgewinn an. Am Freitag zeigt sich, wie weit die Allianz nach dem ersten Quartal auf dem Weg zum Ziel eines Nettogewinns von 14,2 Milliarden Euro schon ist. "Ein Ereignis wie Structured Alpha soll sich nicht mehr wiederholen", hatte Vorstandschef Oliver Bäte kürzlich auf der Hauptversammlung gemahnt. Eine weitere Baustelle für Bäte ist die IT, die kürzlich auch die Finanzaufsicht BaFin auf den Plan gerufen hat.
Daneben veröffentlichen etwa Vitesco, EnBW oder das französische Banken-Schwergewicht Societe Generale ihre Geschäftsberichte. Hauptversammlungen werden auch abgehalten: Eingeladen dazu haben Hellofresh und Hensoldt. VW liefert zudem Absatzzahlen.
Konjunkturseitig richten sich die Blicke der Anleger nach Großbritannien und in die USA: Von der Insel kommen frische BIP-Daten sowie Zahlen zur Industrieproduktion. In den USA stehen die Import- und Exportpreise auf der Agenda sowie Daten zur Verbraucherstimmung der Uni Michigan.