Der Börsen-TagDroht ein Inflationsschock?
Nach dem Schock des Irankriegs müssen sich die Dax-Anleger auch in der neuen Woche auf weitere Turbulenzen einstellen. Der Angriff Israels und der USA auf den Iran hat zu einem sprunghaften Anstieg der Energiepreise geführt und deutliche Spuren auf den Finanzmärkten hinterlassen. Der Dax verlor auf Wochensicht rund sieben Prozent. Zwar besserte sich die Stimmung zuletzt etwas, doch Strategen warnen vor verfrühtem Optimismus. "Der Konflikt dauert weiterhin an, und es gibt keine eindeutigen Anzeichen dafür, dass eine bedeutende Deeskalation eingesetzt hat", sagt Marktanalyst Fawad Razaqzada vom Broker StoneX. Die Börsen seien immer noch sehr nachrichtengetrieben.
"Je länger der Krieg dauert, umso größer werden die wirtschaftlichen Auswirkungen sein", so die Experten der Helaba. Die derzeitige Tendenz an den Finanzmärkten könnte sich demnach noch beschleunigen. Dabei bestehe das größte wirtschaftliche Risiko aktuell in der faktischen Unpassierbarkeit der Straße von Hormus, was sowohl die Preise für Flüssiggas als auch für Brentöl auf Höchststände getrieben hat. Der Tankerverkehr durch die Meerenge vor der iranischen Küste, über die ein Fünftel des weltweiten Ölhandels läuft, ist angesichts Sicherheitsbedenken von Reedern und Händlern nahezu zum Erliegen gekommen.
Die Experten der Commerzbank gehen in ihrem Basisszenario weiter davon aus, dass der Krieg und damit die Behinderungen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus in wenigen Wochen zu Ende gehen. Angesichts des von der US-Regierung und der israelischen Regierung immer wieder genannten Ziels eines "Regime-Wechsels" bestehe allerdings das Risiko, dass sich die Angriffe der USA und Israels über einige Monate hinziehen und damit auch den Transport von Öl und Gas länger behindern würden.
Die Ängste vor Energieengpässen mit steigenden Preisen und neuen Inflationswellen dürften die Anleger damit auch in dieser Woche begleiten. Wie es um die Teuerung in China bestellt ist, werden die heutigen Februar-Daten zeigen, gefolgt von Deutschland am Dienstag. Dann stehen auch die US-Verbraucherpreise an. Am Freitag blicken die Investoren dann auf die Veröffentlichung des Preisindexes für die persönlichen Konsumausgaben - dem bevorzugten Inflationsindikator der Federal Reserve. Bei den Unternehmen stehen in dieser Woche etliche Bilanzen an, unter anderem von Gea, VW, Henkel, Porsche und Rheinmetall.
Die komplette Wirtschaftsterminübersicht für diese Woche finden Sie hier.