Wirtschaft

US-Sorte WTI deutlich teurerÖl-Preisanstieg und US-Arbeitsmarktdaten belasten Wall Street

06.03.2026, 22:55 Uhr
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Es wächst die Sorge, dass Öl-Förderstaaten am Persischen Golf ihre Produktion einstellen könnten. (Foto: picture alliance / newscom)

Schwache Arbeitsmarktdaten und der Iran-Krieg treiben die Ölpreise auf neue Höchststände, was Stagflationssorgen schürt. Der Dow Jones fällt, während Marvell Technology dank KI-Nachfrage stark zulegt.

Weiter nach unten ging es mit den Kursen an den US-Börsen am Freitag: Zum jüngsten starken Belastungsfaktor, dem Krieg im Nahen Osten mit den in der Folge stark steigenden Ölpreisen, kommen nun noch Konjunktursorgen hinzu. Der US-Arbeitsmarktbericht für Februar offenbart entgegen der Erwartung eines Stellenzuwachses um 50.000 einen Stellenabbau um 92.000. Das schürt die zuletzt bereits zunehmenden Sorgen vor einer Stagflation und bringt die US-Notenbank in ein Dilemma. Auf die schwachen Arbeitsmarktdaten und den Anstieg der Arbeitslosenquote auf 4,4 von 4,3 Prozent müsste sie eigentlich mit Zinssenkungen reagieren, die vom Ölpreisanstieg ausgehende Inflationsgefahr erfordert dagegen eher höhere Zinsen.

Die Ölpreise steigen weiter stark an - Brent um acht Prozent auf 92,27 Dollar. Die US-Sorte WTI verteuert sich sogar um zwölf Prozent. Das sind die höchsten Niveaus seit Ausbruch des Krieges am vergangenen Wochenende. Hintergrund ist, dass kaum noch Öl durch die von Iran kontrollierte Straße von Hormus kommt. Das führt dazu, dass Ölförderer wie Kuwait die Produktion drosseln müssen, weil sie keine Lagerkapazitäten mehr für das aufgestaute Öl haben.

Aus Katar kam eine Warnung in der "Financial Times", wonach alle Förderstaaten am Persischen Golf ihre Produktion innerhalb weniger Wochen einstellen könnten. Macquarie schließt nicht aus, dass der Ölpreis auf 150 Dollar oder höher steigen könnte, sollte die Straße von Hormus für längere Zeit geschlossen bleiben. Zusätzlich Verunsicherung und Sorgen vor einem sich länger hinziehenden Krieg schürten Aussagen von US-Präsident Donald Trump, der offenbar eine "bedingungslose Kapitulation" des Irans will.

Der Dow-Jones-Index schloss ein Prozent niedriger bei 47.501 Punkten. Für den breiten S&P-500 ging es um 1,3 Prozent abwärts, der Nasdaq-Composite gab 1,6 Prozent nach. An der Nyse wurden 598 (Donnerstag: 716) Kursgewinner gesehen, denen 2.175 (2.070) Kursverlierer gegenüberstanden.

Am Anleihemarkt geben die Renditen nach den schwachen Arbeitsmarktzahlen nach, nachdem sie an den Vortagen kräftig gestiegen waren. Der Dollar zeigte sich unverändert, nachdem er zuletzt von seiner Rolle als sicherem Hafen profitiert hatte. Der Euro steht zu Börsenschluss bei 1,1612 Dollar, hatte teilweise aber unter 1,1550 notiert.

Halbleiter weiter stark gefragt

Auf Unternehmensseite hat das Halbleiterunternehmen Marvell Technology starke Quartalsgewinne gemeldet - angetrieben durch die Nachfrage nach KI. Dazu kündigt Marvell eine optimistische Umsatzprognose an. Für die Aktie geht es um 18,2 Prozent nach oben. Die Warenhauskette Costco meldet Quartalsergebnisse, die besser ausgefallen sind als erwartet. Die Aktie legt um 1,6 Prozent zu. Gap fällt um 14,4 Prozent zurück. Der Quartalsgewinn der Modemarke verfehlt die Erwartungen.

Nike rechnet mit einer Belastung von 300 Millionen Dollar im Zusammenhang mit Kostensenkungsmaßnahmen - einschließlich Stellenabbau. Im Januar hat der Sportartikelhersteller angekündigt, etwa 775 Mitarbeiter - ein Prozent der Belegschaft - zu entlassen. Der Kurs bewegt sich um 1,7 Prozent abwärts.

Die Blackrock-Aktie gibt 7,2 Prozent nach. Der Asset Manager gibt bekannt, die Rücknahmen für einen seiner Private-Credit-Fonds einzuschränken. Nutex Health bricht um 14,3 Prozent ein. Der Betreiber von Gesundheitseinrichtungen hat eine Belastung in Höhe von 55 Millionen Dollar im Zusammenhang mit Schiedsgerichtsansprüchen verbuchen müssen.

Quelle: ntv.de, bho/DJ

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