Der Börsen-TagDruck auf Trump wächst - Europas Börsen hoffen auf Stabilisierung
Nach den phasenweise panikartigen Verkäufen gestern und letztlich erneut massiven Kursverlusten zeichnet sich heute eine stabile Eröffnung an Europas Börsen ab. Der Dax dürfte der Kursentwicklung an den Terminmärkten zufolge mit Gewinnen starten. Am Montag hatte der deutsche Leitindex 4,3 Prozent schwächer bei 19.761,89 Punkten geschlossen.
Unterstützung kommt aus Asien. Insbesondere in Tokio erholen sich die Kurse deutlich von dem dortigen Kursdesaster zum Wochenstart, nachdem Japan und die USA die Aufnahme von Handelsgesprächen angekündigt haben.
China dagegen macht bislang keine Anstalten nachzugeben und hat darauf seinerseits wieder gedroht. In Schanghai und in Hongkong, wo der Index am Montag um über 13 Prozent abgestürzt war, fallen die Erholungsbewegungen mit bis zu 1,6 Prozent eher mau aus.
Innenpolitisch wächst der Druck auf Trump. Laut der Washington Post soll dessen Vertrauter, Tesla-Chef Elon Musk, vergeblich versucht haben, Trump zu einer Kehrtwende bei den weitreichenden Importzöllen zu überreden. Bill Ackman, Gründer der Hedgefondsgesellschaft Pershing Square und aktivistischer Investor, hat sich für eine Verschiebung der Zölle ausgesprochen. Auch der CEO der Bank JP Morgan, Jamie Dimon, äußerte sich besorgt, dass die Zölle den langjährigen wirtschaftlichen Verbündeten schaden und damit die USA schwächen könnten.
Im Handel stellt man sich auf eine Fortsetzung der Volatilität ein, wenngleich nicht in der extremen Form der vergangenen beiden Tage. Jeder Tweet von Trump oder auch nur Mitgliedern der US-Regierung könne massive Bewegungen an den Märkten in die eine oder andere Richtung auslösen, heißt es. Und für den Fall, dass Trump bei dem Thema Zölle einen Rückzieher machen sollte, dürften die Börsen nicht einfach auf die alten Hochs steigen, weil sich ein langfristig höheres Niveau der Risikoprämien an den Finanzmärkten abzeichne.