Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagEZB-Banker fordert gemeinsamen Euroraum-Haushalt

21.08.2024, 16:15 Uhr

Die Eurozone benötigt aus Sicht von Italiens Notenbankchef Fabio Panetta einen gemeinsamen Haushalt, um für mehr Wachstum zu sorgen und die Wirtschaft zu stärken. Ohne eine gemeinsame Haushaltskapazität werde die wirtschaftspolitische Steuerung in der 20-Länder-Gemeinschaft unausgewogen bleiben, sagt das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB). "Der Gedanke, dass die Wirtschafts- und Währungsunion ohne eine zentralisierte Fiskalkapazität arbeiten kann, ist schlichtweg eine Illusion", erklärt er. Strategische Investitionen in großem Ausmaß seien erforderlich.

Die von vielen EU-Ländern als Reaktion auf die Euro-Schuldenkrise von 2010-2012 verfolgte Sparpolitik sei ein Fehler gewesen, so Panetta weiter. Sie habe Rezessionen verschärft und habe zu "wirtschaftlichen und politischen Brüchen zwischen den Mitgliedstaaten" geführt. Es sei unverzichtbar, das Wachstum in der EU anzukurbeln. In den vergangenen zwanzig Jahren sei die Produktivität in der EU und ihr Anteil an der globalen Wirtschaftsleistung im Vergleich zu den USA erheblich gesunken.