Der Börsen-TagEZB muss liefern
Der DAX versucht, sich über der 18.300er-Marke zu stabilisieren. Nach den Verlusten zu Wochenanfang stand zur Wochenmitte endlich ein Plus von immerhin 0,4 Prozent bei einem Schlusskurs von 18.330 Punkten. Zur Erinnerung: Am Montag vor einer Woche klopfte der deutsche Börsenleitindex noch an der 19.000 an. Rezessionssorgen ließen die Stimmung dann kippen. Die gestrigen US-Inflationsdaten nahmen dann etwas Druck vom Kessel. Auch an der Wall Street legten die Notierungen zu.
Was steht nun heute auf der Agenda? Das Wochenhighlight: Die Europäische Zentralbank (EZB) plant die zweite Zinssenkung in diesem Jahr. Nach der geldpolitischen Wende vom Juni dürfte der EZB-Rat um Präsidentin Christine Lagarde den zweiten Schritt nach unten vollziehen: Die Finanzmärkte gehen fest davon aus, dass die Währungshüter den Einlagensatz um einen Viertel-Prozentpunkt, also 25 Basispunkte, auf 3,50 Prozent senken werden. Viele Börsenprofis erwarten, dass die abflauende Inflation den Weg für eine weitere geldpolitische Lockerung ebnet.
Daneben lädt der Branchenverband VCI zum Chemie & Pharma Summit 2024 nach Berlin mit Bundeskanzler Olaf Scholz. Der VCI hofft, dass Scholz – ein Jahr nach dem Chemiegipfel im Kanzleramt – konkrete Pläne vorstellen wird, wie der Standort Deutschland wettbewerbsfähiger werden soll. Zu den Rednern werden auch Finanzminister Christian Lindner und CDU-Fraktionschef Friedrich Merz gehören.
Unternehmensseitig berät der Aufsichtsrat von Thyssenkrupp über die Lage des Konzerns mit besonderem Blick auf die Stahlsparte. Diese soll verselbständigt und in ein 50:50-Joint-Venture mit der Energieholding des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky geführt werden. Im Streit um die finanzielle Mitgift waren unter anderem Stahl-Aufsichtsratschef Sigmar Gabriel und Stahl-Boss Bernhard Osburg zurückgetreten. Auf der Sitzung dürfte es auch um eine Zwischenfinanzierung der Stahlsparte für die kommenden zwei Jahre gehen.
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