Der Börsen-TagEin "Riese" und die EZB
Der Dax hat nach dem ordentlichen Wochenstart an den vergangenen beiden Handelstagen wieder Verluste eingefahren. Zur gestrigen Wochenmitte waren es 0,7 Prozent auf 24.603 Punkte. Ein Angriff auf die psychologisch wichtige 25.000er-Marke dürfte derzeit eher nicht anstehen, zumal die Anleger weiterhin nervös sind, was die geopolitische Gesamtgemengelage betrifft. Zudem hatten zuletzt Softwaretitel unter deutlichen Abgaben gelitten. Industriewerte zeigten sich dagegen fester.
Auf der heutigen Agenda steht etwa die EZB-Zinsentscheidung: Dadürfte die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer ersten Zinssitzung im Jahr die Pausentaste drücken. Experten erwarten angesichts des deutlich niedrigeren Preisauftriebs im Euroraum, dass der für die Steuerung der Geldpolitik maßgebliche Einlagensatz bei 2,0 Prozent bleiben wird. Die Inflation war zuletzt auf 1,7 Prozent gesunken und damit unter das Ziel der Währungshüter von 2,0 Prozent. Viele Ökonomen sehen die EZB vorerst nicht unter Handlungsdruck, auch wenn eine weitere Aufwertung des Euro die Notenbanker irgendwann zu einer zinspolitischen Reaktion zwingen könnte.
Auch in Großbritannien dürfte die Notenbank die Zinsen nicht antasten. Ökonomen erwarten fast einhellig, dass der geldpolitische Schlüsselsatz bei 3,75 Prozent verharrt. Die Bank of England hatte den Leitzins in einer intern umstrittenen Entscheidung erst im Dezember um einen Viertelpunkt nach unten gesetzt. Mit Spannung erwarten Experten den Zinsausblick: Viele von ihnen spekulieren bereits auf einen weiteren Schritt nach unten im März.
Unternehmensseitig legt der Online-Handelsriese Amazon seine Zahlen für das abgelaufene Quartal vor. Analysten richten ihren Blick dabei besonders auf das stationäre Einzelhandelsgeschäft, in dem der Konzern mit einer neuen Strategie gegen den Rivalen Walmart bestehen will. Experten erwarten für die Läden einen Umsatzanstieg von 5,4 Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar. Amazon hatte zuletzt angekündigt, seine Amazon Fresh und Amazon Go Standorte zugunsten der Marke Whole Foods aufzugeben und plant zudem einen ersten Mega-Store nach dem Vorbild der Konkurrenz. Die komplette Wirtschaftsterminübersicht für diese Woche finden Sie hier.