Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagErleichterungsrally bestimmt Asien-Börsen

23.04.2025, 07:30 Uhr

An den asiatischen Börsen steigt eine Erleichterungsrally - nach bekanntem Muster. Denn nach Signalen einer Eskalation im Handelskonflikt kommen nun klare Zeichen der Entspannung aus den USA. US-Finanzminister Scott Bessent hat den Konflikt mit China als unhaltbar bezeichnet und eine kurzfristige Deeskalation in Aussicht gestellt. Auch US-Präsident Donald Trump äußerte den Willen zu einer Einigung und signalisierte fallende Zölle auf chinesische Importe. Aus dem Weißen Haus hieß es, die USA prüften derzeit 18 Handelsvorschläge und in dieser Woche seien Treffen mit Vertretern von 34 Ländern geplant.

Zudem erholt sich der US-Dollar etwas, nachdem Trump von einer Entlassung von US-Notenbankchef Jerome Powell abgerückt ist - die hatte er in der vergangenen Woche noch klar gefordert. Auch diese Kehrtwende wird an den Börsen wohlwollend zur Kenntnis genommen, nachdem zuvor ernste Zweifel an der Unabhängigkeit der Fed aufgekommen waren. Der Dollarindex zieht um 0,4 Prozent an. Mit der Erholung des Dollar gerät der zuvor als sicherer Hafen stark gesuchte Yen unter Druck und hilft dem japanischen Aktienmarkt damit auf die Sprünge. Der Nikkei klettert um 2,1 Prozent auf 34.925 Punkte. Exportlastige Elektronik- und Autowerte sowie Finanztitel führen die Gewinnerliste an.

Auch in Hongkong, wo mehr internationale Anleger aktiv sind, herrscht gute Laune, der HSI steigt um 2,4 Prozent - gestützt von Technologie- und Autowerten. BYD und Li Auto ziehen im Automobilsektor um 3,2 und 2,3 Prozent an. Händler verweisen auch auf positive Impulse durch die Automesse in Schanghai. Auf dem chinesischen Festland treibt Anleger mehr die Frage um, ob Peking weitere Konjunkturmaßnahmen ankündigen wird. Die Aussicht auf sinkende US-Zölle stützt daher kaum, der Shanghai Composite stagniert.

In Taiwan erholt sich der Taiex kräftig und steigt um 3,9 Prozent - das Schwergewicht TSMC springt um 5,5 Prozent nach oben. In Südkorea legt der Kospi um 1,5 Prozent zu.

Quelle: ntv.de