Der Börsen-TagErratische Kursbewegungen drohen
Auf einen nervösen Markt stellen sich Händler ein. Grund sei weniger die überzeugende Vorstellung des neuen US-Notenbank-Chefs Kevin Warsh, sondern die Großen Verfalltage an den internationalen Terminbörsen. Wegen des US-Feiertages am Freitag findet er an der Wall Street schon heute statt. In Europa ist er regulär erst für Freitag angesetzt, dürfte wegen der US-Vorlagen aber ebenfalls vorgezogen werden. Besonders bei Einzelaktien seien bis Freitagabend erratische Kursbewegungen ohne nachrichtlichen Hintergrund möglich, heißt es im Handel
Zum neuen Fed-Chef Kevin Warsh müsse sich der Markt erst ein genaues Bild machen, "unter dem Strich hat er aber positiv überrascht", sagt ein Händler. Denn die Befürchtung habe sich nicht bewahrheitet, dass seine Ernennung durch US-Präsident Trump auch zu einer laxen Inflationsbekämpfung führt. "Im Gegenteil, er hat die letzten - und völlig unberechtigten - Zinssenkungs-Erwartungen aus dem Markt vertrieben", so der Händler. Schließlich liege die US-Inflation mit 4,2 Prozent doppelt so hoch wie das von Warsh bestätigte Fed-Ziel von 2 Prozent.
Gerade am langfristigen Bond-Markt seien daher Angstprämien eingepreist worden. Die Warsh-Aussagen hätten nun aber für Glaubwürdigkeit gesorgt und dürften mittelfristig die langen Renditen senken. Der kleine Kursrutsch vom Vorabend habe nur falsch positionierte Anleger erwischt und sollte nicht überbewertet werden. In Japan und Korea steigen die Börsen bereits wieder kräftig an.