Der Börsen-Tag"Es ist einfach so: Chinas Industrie trifft unsere Kernindustrien"
Der einem Bericht zufolge drohende Abbau von bis zu 100.000 Stellen bei Volkswagen ist Ökonomen zufolge ein Zeichen für die schlechtere Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie und die zunehmende Konkurrenz aus China. "So sieht leider Strukturwandel aus", sagte der Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank (HCOB), Cyrus de la Rubia. "Es ist einfach so: Chinas Industrie trifft unsere Kernindustrien - Auto, Maschinenbau, Chemie - wie ein Tsunami." Hätte man einige wichtige Reformen in Bezug auf Wettbewerbsfähigkeit früher angegangen, wäre der Effekt weniger dramatisch. "Aber spürbar wäre er dennoch."
Das sieht ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski ganz ähnlich. "Das ist natürlich konjunkturell relevant", sagte der Ökonom. Es zeige erneut, dass sich strukturelle Schwäche, Verlust an Wettbewerbsfähigkeit und Transformation auf den Arbeitsmarkt und die Realwirtschaft auswirken. Genauso machten sich sieben Jahre faktischer konjunktureller Stagnation irgendwann auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. "Insgesamt zeigt das alles, dass es immer noch kein Ende an Hiobsbotschaften in der deutschen Industrie gibt", sagte Brzeski mit Blick auf VW.