Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagEskalation jederzeit möglich

19.01.2026, 08:03 Uhr

Mit einem schwachen Start in die neue Handelswoche rechnen Händler an den europäischen Börsen. Die Grönland-Forderungen Trumps sorgen für Verunsicherung. Besonders problematisch sei, "dass gerade heute die US-Börsen geschlossen sind", sagt ein Händler. Denn damit fehle eine wichtige Indikation, wie US-Anleger auf die Eskalation durch die Trump-Administration reagieren: "Trump schaut auf die Börsen, und schwache US-Märkte hätten ihm signalisieren können, dass er auf dem falschen Weg ist" - dieses Regulativ fehle nun.

Der Dax-Future fällt rund 300 Punkte. Die Renditen der 10-jährigen US-Anleihen brachen bereits am Freitag nach oben über den Widerstand um 4,19 Prozent aus, der seit September die US-Renditen gekappt hatte. Belastend sei nicht einmal die Trump-Drohung mit neuen Zusatzzöllen von 10 Prozent wegen Grönland, sondern dass damit nun die Absegnung des bereits verhandelten US-EU-Zollvertrages auf Eis liege, heißt es im Handel. Sprecher der Fraktionen im Europa-Parlament wie Manfred Weber von der EVP machten klar, darüber könne unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht abgestimmt werden. Ein Sondergipfel der EU am Sonntag zeigte eine gewisse Einigkeit der Europäer bei der Bereitschaft zu deutlichen Gegenmaßnahmen.

Mit Spannung wird daher nun auf den Trump-Auftritt auf dem beginnenden Weltwirtschaftsgipfel in Davos geblickt. Gehofft wird auf eine gütliche Einigung, angesichts der Unberechenbarkeit des US-Präsidenten ist eine Eskalation aber jederzeit möglich.

Quelle: ntv.de