Der Börsen-TagEurex bremst Hochfrequenzhändler
Europas größte Derivatebörse Eurex führt ab Dezember Geschwindigkeitsbegrenzungen für sogenannte Hochfrequenzhändler ein. Dadurch solle sichergestellt werden, dass im Handel die Fairness steige, sagte Thomas Book der "Börsenzeitung". Er ist Vorstand der Deutschen Börse und unter anderem für die Eurex zuständig.
Eine Sprecherin der Börse sagte, dass die Beschränkungen nicht für alle an der Eurex gehandelten Derivate gelten werden: "Wir planen die Geschwindigkeitsdifferenzierung für Optionen. Die Einführung wird schrittweise erfolgen."
Bisher waren solche sogenannten "Speed Bumps" vor allem bei US-Aktienbörsen üblich. Hochgeschwindigkeitshändler arbeiten mit ultraschnellen Systemen und versuchen, selbst aus kleinsten und kurzfristigen Marktschwankungen Profite zu schlagen. Von den rund 400 Eurex-Teilnehmern sind nach Angaben des Unternehmens rund ein Drittel Hochfrequenzhändler.
In den vergangenen Jahren sank die Bedeutung des Hochfrequenzhandels wegen der niedrigen Schwankung an den Märkten, wodurch die Verdienstmöglichkeiten zurückgingen. Wegen seiner Risiken - stärkere Volatilität, Marktmanipulationen oder technische Fehler - ist der Hochfrequenzhandel mittlerweile relativ streng reguliert.
Die Eurex ist die viertgrößte Derivatebörse der Welt. An ihr werden vor allem Optionsscheine und Futures gehandelt. Basis dieser Derivate sind unter anderem festverzinsliche Wertpapiere wie Staatsanleihen, Aktien, Aktienindizes, Währungen oder Rohstoffe.