Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagEuro-Anstieg zum Dollar ist keine Euro-Stärke

17.05.2021, 10:17 Uhr

Die Bewegung des Euro zum Dollar darf nach Einschätzung von Commerzbank-Fachmann Ulrich Leuchtmann "keinesfalls als Euro-Stärke interpretiert werden". Schließlich hätten beispielsweise norwegische und schwedische Krone weitaus stärker zugelegt. Gleichwohl helfe dem Euro, dass aus dem Protokoll der jüngsten EZB-Ratssitzung deutlich optimistischere Konjunkturaussichten und deutlich entspanntere Inflationsaussichten zu vernehmen gewesen seien.

Dass der Euro darauf nicht stärker zulege, habe damit zu tun, dass dies die Inflationsaussichten des Marktes für den Euroraum nur marginal beeinflusse, dass die Inflationserwartungen selbst auf lange Sicht also weiterhin deutlich unter der Schwelle notierten, bei der man erwarten müsse, dass die EZB gezwungen wäre, an der Zinsschraube zu drehen.

Dennoch spreche ein entspannterer EZB-Rat zumindest dafür, dass sich die EZB nicht noch tiefer in expansive Geldpolitik vergrabe. Für die Aussichten auf den (für den Devisenmarkt entscheidenden) Euro-Realzins sei eine weniger alarmierte EZB also zumindest ein marginal gutes Signal. Aktuell geht der Euro mit 1,2141 Dollar um, knapp unter dem an Freitag deutlich gestiegenen Niveau. Der Dollar-Index, der den Wert des Dollar mit sechs anderen Währungen vergleicht, zeigt sich fast unverändert.