Der Börsen-TagEuro duckt sich unter den Schlägen
Der Valentinstag beginnt an den Devisenmärkten ohne romantische Untertöne. Der Kurs des Euro liegt kurz vor dem Wochenende nur knapp über seinem bisherigen Wochentief. Am Vortag hatte die Gemeinschaftswährung in ihrem Verhältnis zum US-Dollar den tiefsten Stand seit fast drei Jahren erreicht.
Am frühen Morgen notiert der Euro bei 1,0836 Dollar und damit prozentual wieder nahezu unverändert auf Vorabendniveau.
In der zweiten Hälfte der Nacht auf Freitag war der Euro-Kurs im asiatisch geprägten Handel bis auf 1,0827 Dollar gefallen.
Den Referenzkurs hatte die Europäische Zentralbank (EZB) zuletzt am Donnerstagnachmittag noch auf 1,0867 (Mittwoch: 1,0914) Dollar festgelegt. Der Dollar kostete damit 0,9202 (0,9163) Euro.
n Der Euro gilt unter Marktbeobachtern schon seit längerem als angeschlagen. Ein wichtiger Grund sind schwache Konjunkturdaten aus dem gemeinsamen Währungsraum. Zuletzt hatten vor allem Produktionsdaten aus der Industrie stark enttäuscht. Besserung ist wegen der wirtschaftlichen Belastungen durch das von China ausgehende Coronavirus nicht in Sicht. Einige Ökonomen sehen sogar die Gefahr einer Rezession aufziehen. Hinzu kommen Medienberichte über eine mögliche zusätzliche Lockerung der EZB-Geldpolitik. All dies laste auf dem Euro, heißt es.
Die Virus-Epidemie in China sorgte am Donnerstag für neuerliche Verunsicherung. Sprunghaft gestiegene Infektions- und Todesfälle in China hätten unter Anlegern, hieß es, Zweifel an der Fähigkeit der chinesischen Behörden geweckt, die Lage in den Griff zu bekommen. Als sicher empfundene Währungen profitierten hiervon. Der Schweizer Franken stieg zum Euro auf den höchsten Stand seit Sommer 2015. Der japanische Yen erhielt ebenfalls Zulauf.