Der Börsen-TagEuropäische Gaspreise fallen - damit drohen Risiken für Winterversorgung
Die europäischen Erdgaspreise geben nach, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärt hatte, die Verhandlungen mit dem Iran schritten zügig voran. Die Unsicherheit darüber, ob die beiden Seiten letztendlich eine Einigung erzielen können, begrenzt jedoch die Verluste. "Je länger dies andauert, desto wahrscheinlicher ist es, dass asiatische Käufer auf dem Spotmarkt aktiv werden müssen, um gestörte Vertragsvolumina zu decken", meinen die Analysten von ING. Sollte dies geschehen, sähe sich Europa einem verstärkten Wettbewerb um LNG-Ladungen gegenüber.
Die Gasspeicher des Kontinents sind derzeit nur zu etwa 40 Prozent gefüllt und liegen damit deutlich unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 54 Prozent. Gleichzeitig bietet die derzeitige Backwardation am Gasmarkt - bei der die Preise für den Frontmonat über denen der Winterkontrakte notieren - kaum einen wirtschaftlichen Anreiz für Händler und Versorger, vor dem Winter zusätzliches Gas einzuspeichern. Im frühen Handel fällt der niederländische Referenzkontrakt TTF um 1,8 Prozent auf 48,20 Euro je Megawattstunde.