Der Börsen-TagEvergrande-Krise besorgt deutsche Wirtschaft
Die deutsche Wirtschaft blickt mit Sorge auf die Krise um den zweitgrößten chinesischen Immobilienentwickler Evergrande. "Die Gefahr einer Überhitzung des chinesischen Immobilienmarktes ist nicht von der Hand zu weisen", sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier. "Die deutschen Unternehmen sind besorgt, dass dort eine Blase platzten könnte." Sie wären davon zwar nicht direkt betroffen, indirekt aber schon. "Der Konsum in China könnte dann leiden oder der Bau als wichtiger Konjunkturmotor ausfallen", sagte Treier. "Das könnte dann auf den Konsum durchschlagen und den Absatz höherpreisiger Produkte wie etwa deutsche Autos dämpfen." China ist der zweitwichtigste Absatzmarkt für Produkte "Made in Germany" nach den USA: 2020 wurden Waren im Wert von rund 96 Milliarden Euro dorthin verkauft.
Anleger fürchten einen Zusammenbruch des Immobilienkonzerns Evergrande, der unter einem Schuldenberg von mehr als 300 Milliarden Dollar ächzt. Zudem gibt es die Sorge, dass eine Insolvenz Schockwellen durch das chinesische Bankensystem jagt. "Aktuell gehen wir aber davon aus, dass die Regierung in Peking gezielt Luft aus der Immobilienblase lässt – etwa durch die Verteuerung von Krediten", sagte Treier. Man erwarte daher bislang eine "weichen Landung".