Der Börsen-TagExperten: Emissionspläne des Bunds sind "Paukenschlag"
Als einen "Paukenschlag" charakterisiert Elmar Völker von der LBBW die Emissionspläne des Bundes für 2023 mit einem Mehrvolumen von rund 20 Prozent gegenüber 2022. Einerseits könnten die Renditen längerlaufender Bundesanleihen unter zusätzlichen Aufwärtsdruck kommen, da die Anleger für die Aufnahme des zusätzlichen Angebots eine Kompensation verlangen. Zudem stehe die EZB in den Startlöchern, ab dem kommenden Jahr ihre Anleihebestände abzubauen. Andererseits könnte sich die strukturelle Knappheit an Bundesanleihen, die in den zurückliegenden Jahren immer wieder für Friktionen u.a. am Repomarkt gesorgt hat, durch das zusätzliche Angebot "ein gutes Stück weit entspannen".
Zum Volumen schreibt er, es sei zwar klar gewesen, dass der Finanzbedarf angesichts der gewaltigen Ausgaben zur Abfederung der Energiekrise auf Rekordkurs gehen würde. Ein Aufschlag von rund 20 Prozent bei den Gesamtemissionen sei indes beachtlich. Dies gelte umso mehr für das Kapitalmarktsegment (Anleihen mit einer Laufzeit von 2 Jahren oder mehr). Hier springen die Emissionen um rund 30 Prozent auf rund 300 Milliarden Euro.