Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagExperten: Fed im Panikmodus

17.03.2022, 07:46 Uhr

"Es scheint, als ob die Fed im Panikmodus wäre", befindet Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der liechtensteinischen VP Bank. "Sie eröffnet ihren geldpolitischen Straffungszyklus mit einigen Paukenschlägen. Zwar werden wirtschaftliche Risiken aufgrund des Kriegs in der Ukraine erwähnt, doch die Gefahren für die Konjunktur werden letztlich auf die Plätze verwiesen. Laut Fed-Präsident Jerome Powell wird es länger bis zum Erreichen des Inflationszielwertes von 2 Prozent dauern."

Der Median-Schätzung zufolge liegt der Leitzins zum Jahresende bei 1,9 Prozent. "Es wird also vermutlich auf jeder der in diesem Jahr stattfindenden Notenbanksitzungen zu einer Leitzinserhöhung kommen", schreibt Gitzel in einem Kommentar. "Mehr noch: Der Startschuss für die Bilanzsummenreduktion wird schon auf einer der nächsten Sitzungen erfolgen. Die US-Notenbank wird dabei darauf verzichten, auslaufende Wertpapiere durch neue zu ersetzen. Der damit verbundene Liquiditätsentzug kann weit über eine reine Zinserhöhung hinausreichen."

Entscheidend sei, dass sich die Fed im Kampf gegen die hohen Inflationsraten nicht nur dem Mittel der Leitzinsstraffung bedient, sondern auch von der Bilanzsummenreduktion Gebrauch macht. Letztere verschärfe den Liquiditätsentzug merklich. Die Reduzierung des Wertpapierbestandes ähnele einem Verstärker. Die Fed meine es mit der geldpolitischen Wende sehr ernst.

Quelle: ntv.de