Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagExperten sicher: Neue EU-Sanktionen treffen Putin empfindlich

05.04.2022, 13:58 Uhr
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(Foto: AP)

Importstopp für Kohle, Exportverbot für Halbleiter: Die von der EU-Kommission geplanten neuen Sanktionen gegen Russland würden die dortige Wirtschaft nach Prognose von Top-Ökonomen treffen. "Das ist der nächste Schritt in einer Sanktionsspirale, die sich weiter drehen wird", sagte der Direktor des Österreichischen Institutes für Wirtschaftsforschung (Wifo), Gabriel Felbermayr. "Vor allem das EU-Exportembargo bei High-Tech-Gütern wird Russland treffen, weil die Rüstungsindustrie diese Produkte braucht. Das sollte den Krieg teurer machen."

Laut Jens Südekum, Professor am Institut für Wettbewerbsökonomie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, könnte ein komplettes Exportembargo noch folgen. "Es würde Russland deutlich stärker treffen als uns, weil der russische Markt insgesamt eine überschaubare Bedeutung hat", sagte das Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Bundeswirtschaftsministeriums. "Aber es wäre vor allem ein Schlag gegen die russische Bevölkerung, weniger gegen Putins inneren Machtzirkel."