Der Börsen-TagExperten warnen vor überhöhten Rüstungspreisen
Angesichts des stark gestiegenen Verteidigungsetats warnen Haushaltsexperten des Bundestages und der Bundesrechnungshof vor überhöhten Preisen der Rüstungsindustrie. Es gebe in diesem Bereich eine starke Tendenz zu Preisaufschlägen, sagte der SPD-Berichterstatter für den Wehretat, Andreas Schwarz, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Es werden andere Preise aufgerufen, wenn der Auftraggeber Bundeswehr heißt", erklärte er. Auch der Grünen-Haushaltspolitiker Sebastian Schäfer kritisierte die Kosten für militärische Beschaffungsvorhaben im internationalen Vergleich teils als unangemessen hoch.
Als Beispiel nannten beide Politiker Tankcontainer für die Truppe, bei denen nicht nachvollziehbar sei, wo die gravierenden Mehrkosten entstanden seien. Wie das RND berichtete, hat sich deren Stückpreis innerhalb von vier Jahren von 142.000 Euro auf rund 291.000 Euro verdoppelt. Die Haushaltspolitiker hätten deshalb eine Ausweitung der Bestellung fürs Erste blockiert. Eine Ursache für die Entwicklung sei fehlende Konkurrenz, sagte Schwarz. Dies müsse künftig strenger kartellrechtlich geprüft werden. Zudem sprachen sich Schwarz und Schäfer dafür aus, Start-ups und neue Akteure stärker bei der Beschaffung einzubinden, um der Bundeswehr Material zu angemessenen Preisen zur Verfügung zu stellen. Der Bundesrechnungshof sieht die Entwicklung ebenfalls kritisch.