Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagFaktoren, die den Rubel nachhaltig schwächen würden

24.03.2022, 13:37 Uhr
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Die Europäische Union hat schwerwiegende Sanktionen gegen Russland verhängt. (Foto: Sven Hoppe/dpa)

Droht dem russischen Rubel durch die Sanktionen auf lange Sicht eine nachhaltige Schwäche: Laut Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann gibt es diese nur, wenn Russlands Exporte so weit beschnitten werden, dass mit den Einnahmen daraus die Importe nicht mehr finanziert werden können. Dann müsse die russische Volkswirtschaft sich entweder Kredite im Ausland besorgen, ihre verbliebenen "einsatzfähigen" Forderungen gegenüber dem Ausland weiter reduzieren oder Importe zurückfahren.

Alles andere schwäche den Rubel lediglich über die Aussicht auf langfristig geringeres Wachstum, sagte der Analyst weiter. Wobei dieser Effekt dadurch gemildert oder kompensiert werde, dass die Nachfrage nach russischen Gütern zunehme, wenn Russen weniger importierte Waren kaufen können, und weil von nun an auch die Gaseinahmen nicht mehr zu großen Teilen in Hartwährungen verbleiben.

Das heiße, dass es eine neue deutlichere Rubel-Schwäche wohl nur gebe, wenn die Selbst-Sanktionierung durch offizielle Sanktionen russischen Öls und/oder Erdgases verstärkt würde. Wenn also die EU das, was Unternehmen bislang aus eigener Haltung heraus vollzögen, in offizieller Politik festzurren würden. Doch dazu seien viele europäische Staaten nicht bereit.