Der Börsen-Tag Fed-Protokolle zeigen Trend zu Zinsanhebung
Die Sorgen über die Inflation haben auf der Juli-Sitzung der US-Notenbank Fed zugenommen. Daher waren mehrere Währungshüter bereit für eine Anhebung der Leitzinsen, wie aus dem nun vorgelegten Protokoll des Treffens hervorgeht. Demnach befürworteten im vergangenen Monat mehr Vertreter der Fed eine Zinserhöhung als die drei, die gegen eine Zinspause stimmten. Andere Vertreter signalisierten zudem, dass sie eine Anhebung unterstützen würden, falls sich die Inflation nicht verbessert.
US-Präsident Donald Trump sagte indes, er würde gern eine Zinssenkung sehen. Ähnlich äußert er sich seit Monaten. Niedrigere Zinsen würden unter anderem dafür sorgen, dass die USA weniger Kreditkosten für ihre sehr hohe Staatsverschuldung hätten.
Dem Protokoll zufolge sagten viele der Notenbanker bei der Juli-Sitzung, eine Anhebung der Kreditkosten werde notwendig, falls die Inflation nicht auf das Ziel der US-Notenbank von zwei Prozent sinke. Auf der Sitzung Ende Juli hatte die Fed den Leitzins in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Drei der zwölf stimmberechtigten Mitglieder stimmten jedoch für eine Anhebung um einen viertel Prozentpunkt.
Die Befürworter eine Erhöhung sagten, dass der Preisdruck breit angelegt erscheine. Daher müsse der für die Geldpolitik zuständige Ausschuss eine restriktivere Haltung einnehmen. Sonst bestehe die Gefahr "einer steileren und potenziell kostspieligeren Abfolge von Straffungsmaßnahmen zu einem späteren Zeitpunkt".
Die geldpolitische Debatte in den USA hat sich im Laufe des Jahres deutlich verschoben. Zu Jahresbeginn war noch erwartet worden, dass die Fed die Zinsen bei nachlassender Inflation senkt. Der Preisdruck hat sich jedoch weiter erhöht. Das liegt unter anderem auf den von Trump und Israel begonnenen Krieg gegen den Iran zurückzuführen. Fast sechs Monate nach Beginn des Konflikts sind die Öl- und Gaslieferungen durch die strategisch wichtige Straße von Hormus weiter eingeschränkt, was die Weltmarktpreise weiter hoch hält.